Änderungsantrag zum Haushalt Nr. H-0419/2019:
Teilhaushalt: 41 Kultur
Produkt: 25204 Sprengel Museum Hannover
25205 Museum für Kulturgeschichte Hannover

Inhalt der Drucksache:

Den Antragstext finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".

Teilhaushalt: 41 Kultur
Produkt: 25204 Sprengel Museum Hannover
25205 Museum für Kulturgeschichte Hannover

Antrag zu beschließen:

Folgende Ansatzveränderungen für die Haushaltsjahre 2019 und 2020 vorzunehmen:

Sprengel Museum:
Der Ertrag in Höhe von 5.215.000 Euro
wird um 2.000 Euro
auf insgesamt 5.213.000 Euro abgesenkt.

Museen für Kulturgeschichte:
Der Ertrag in Höhe von 635.000 Euro
wird um 18.000 Euro
auf insgesamt 614.000 Euro abgesenkt.

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, die nicht im Rahmen von schulischen oder museumspädagogischen Angeboten die Museen besuchen, erhalten ab dem Jahr 2019 freien Eintritt in das Sprengel Museum und die Museen für Kulturgeschichte. Die Eintrittsbefreiung wird zunächst für den Zeitraum von 2 Jahren erprobt. Dem Kulturausschuss ist bis zur Sommerpause 2020 eine Evaluation der Maßnahme vorzulegen.

Die Verwaltung wird zudem beauftragt, mit den Museen, in denen die MuseumsCard gilt, Verhandlungen über die Übernahme der Eintrittsfreiheit für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zu führen.

Begründung:

Die kulturelle Bildung junger Menschen steht im Fokus der hannoverschen Kulturpolitik.
Museen sind bedeutende Lernorte kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche. Die städtischen Museen vermitteln anschaulich die Kulturgeschichte Hannovers und Deutschlands und haben sich in den vergangenen Jahren durch den stetigen Ausbau museumspädagogischer Angebote mit hohem Engagement ganz besonders um die Erreichung der Zielgruppe Kinder und Jugendliche bemüht und hier auch einige Erfolge vorzuweisen. Trotzdem werden die städtischen Museen nur von wenigen Familien mit Kindern besucht. Insgesamt haben weniger als 15.000 Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren die städtischen Museen besucht. Insbesondere bei Jugendlichen im Alter von 13 bis einschließlich 17 Jahren sind die Besucherzahlen sehr gering. Anlässlich einer Befragung im Rahmen des Stadtdialogs wurden die Eintrittspreise mit als ein Hinderungsgrund angegeben. Der Museumseintrittspreis scheint somit ein Grund dafür zu sein, dass Jugendliche das Museum entweder im Rahmen eines Schulprojekts aufsuchen als Teil des Unterrichts oder aber sie gehören zu genannten Bildungsfamilien, die den Besuch eines Museums als ein kulturell wertvolles Angebot ansehen und so die Kinder zum Besuch animieren. Insbesondere Familien mit Kindern sollen durch den Verzicht auf den Eintrittspreis entlastet und zugleich ermutigt werden, mit ihren Kindern ins Museum zu gehen.
Viele andere Städte wie Berlin, Hamburg oder auch Frankfurt weisen bereits viele kostenlose Angebote für Familien mit Kindern auf und haben bereits kostenfreie Eintrittsangebote für Kinder und Jugendliche. Ein kostenfreies Angebot in Hannover kann einerseits dazu beitragen, dass Hannover als eine familienfreundliche Stadt mit guten kulturellen Angeboten für Kinder und Jugendliche wahrgenommen wird. Zudem steigt die Attraktivität der Museen für Familien. Es ist zu erwarten, dass Eltern oder andere Angehörige vermehrt mit Kindern ein städtisches Museum besuchen, wenn sie nur für sich selbst einen Eintritt zahlen müssen. Der Fehlbetrag bei den Kindern und Jugendlichen kann so ggf. durch die Eintrittsgelder zusätzlicher Erwachsener Besucher kompensiert bzw. ausgeglichen werden. Zudem trägt die Eintrittsbefreiung von Kindern zu einer Vereinheitlichung bei, da diese aktuell nur in den Museen für Kulturgeschichte Eintritt zahlen müssen.
In einer Testphase von zwei Jahren soll erprobt werden, ob das kostenlose Angebot mit dazu beiträgt, dass sich die Besucherzahlen von Kindern und Jugendlichen erhöht und die Museen sich so neue Zielgruppen erschließen.




Christine Kastning Dr. Freya Markowis Wilfried H. Engelke
Fraktionsvorsitzende Fraktionsvorsitzende Fraktionsvorsitzender