Drucksache Nr. 15-1086/2019 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Baumfällungen und -(nach) pflanzungen im Stadtbezirk
Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 08.05.2019
TOP 8.2.1.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt Hannover
An den Stadtbezirksrat Linden-Limmer (zur Kenntnis)
 
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Antwort
15-1086/2019 F1
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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Baumfällungen und -(nach) pflanzungen im Stadtbezirk
Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 08.05.2019
TOP 8.2.1.

Jedes Jahr werden laut BUND/NABU mehr Bäume gefällt als nachgepflanzt. Das heißt, auch im Stadtbezirk Linden-Limmer wird sich der Baumbestand reduziert haben. Ein nachgepflanzter junger Baum kann zudem einen alten Baum mit großer Blätterkrone in seinen ökologischen Funktionen nicht vollwertig ersetzen. Der stetige Verlust von Straßenbäumen und Bäumen an Schnellstraßen verändert nach und nach unser Stadtbild. Nach der Hitzewelle des letzten Sommers und auch vor dem anstehenden heißen Frühling und voraussichtlich heißen Sommer müsste nun jeder und jedem klar sein, dass Bäume für unser Stadtklima eine enorme Bedeutung haben. Die Städte heizen sich immer mehr auf. Bäume bieten Schatten, absorbieren Schadstoffe, setzen Sauerstoff frei und binden das Treibhausgas CO2 und wirken so bremsend auf den Klimawandel. Sie schützen die Ackerböden vor Erosion durch starke Winde und schützen an Bahnstrecken, Schnellstraßen und Autobahnen viele Menschen vor zu starkem Lärm.

Dazu fragen wir die Verwaltung:

1) Wie viele Bäume sind in den letzten 10 Jahren (bis Ende 2018) im Stadtbezirk Linden-Limmer
a) aktiv gefällt (beispielsweise aufgrund von Baumaßnahmen),
b) wegen Krankheiten oder
c) wegen Trockenheitsschäden entfernt worden und
d) wie viele sind andererseits (nach)gepflanzt worden, bzw.
e) wie viele explizite Nachpflanzungen für im o.g. Zeitraum entfernte Bäume sind (bis wann) noch geplant?
2) Werden Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume aus dem Stadtbezirk generell in der Nähe des ehemaligen Standortes oder zumindest im Stadtbezirk Linden-Limmer vorgenommen oder ist es auch möglich, dass solche Ersatzpflanzungen an völlig entfernten, anderen Stellen passieren?

Antwort der Verwaltung:


zu 1.

Genaue Angaben zu Fällungen und Ersatzpflanzungen in den letzten 10 Jahren liegen nur für Straßenbäume vor. Die Auswertung des Baumkatasters ergibt für diesen Zeitraum (2009 bis 2018) folgende Zahlen:

a), b) und c):
Im Stadtbezirk 10 – Linden-Limmer – wurden insgesamt 270 Straßenbäume gefällt. Aufgrund von Baumaßnahmen wurden 48 Bäume gefällt. 184 Bäume wurden aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt, wobei die Stand- und Bruchsicherheit meist durch Krankheiten und Fäulen verloren geht. Diese Krankheiten können auch durch Trocken- und Hitzestress entstehen. Eine genaue Unterscheidung der Ursachen ist hier nicht möglich.
d): 134 der gefällten Bäume sind inzwischen nachgepflanzt worden.

e): Für 43 Bäume ist eine Nachpflanzung geplant oder noch zu klären. Der genaue Zeitpunkt ist nicht allgemein festzulegen, sondern richtet sich nach den Bedingungen im Einzelfall. 93 Bäume können nicht am gleichen Standort nachgepflanzt werden, weil die Standorte durch Konkurrenz benachbarter Bäume, durch Leitungstrassen oder durch Überbauung nicht geeignet sind oder nicht mehr zur Verfügung stehen.

zu 2.

Soweit möglich, werden gefällte Straßenbäume in der Nähe der alten Standorte nachgepflanzt. Allerdings sind die Grenzen der Stadtbezirke kein Kriterium bei der Planung von Baumstandorten. Durch den Umbau von Straßen und den Neubau von Wohnquartieren mit neuen Straßen entstehen häufig neue Baumstandorte im Umfeld der für Bauvorhaben gefällten Bäume. Im Stadtbezirk Linden-Limmer wurden von 2009 bis 2018 insgesamt 325 Straßenbäume neu gepflanzt. 146 davon stehen auf den Standorten vorher gefällter Bäume, 179 Baumstandorte sind neu entstanden.