Drucksache Nr. 1044/2019 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage von Ratsherrn Tobias Braune zur jugendlichen Gleichstellung
in der Ratssitzung am 23.05.2019, TOP 3.3.1.

Inhalt der Drucksache:

Bitte beachten Sie, dass der folgende Text eventuell medienbedingte Formatabweichungen aufweisen kann. Eine formatgetreue Abbildung des Inhalts finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".
Landeshauptstadt Hannover
An die Ratsversammlung (zur Kenntnis)
 
Nr.
Anzahl der Anlagen
Zu TOP
Antwort
1044/2019 F1
0
 

Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage von Ratsherrn Tobias Braune zur jugendlichen Gleichstellung
in der Ratssitzung am 23.05.2019, TOP 3.3.1.

Die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover setzt sich durch das gut besetzte Gleichstellungsbüro für die Gleichstellung in Hannover ein. In diesem Rahmen arbeiten die dort beschäftigten Mitarbeiter auch mit Jugendlichen. Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:

Wie viele auswärtige Termine hatten die Mitarbeiterinnen 2017 und 2018 mit Jugendlichen in hiesigen Schulen oder anderen Jugendeinrichtungen?

Wie viele Schüler und Schülerinnen sind in den genannten Jahren rassistisch oder sexistisch aufgefallen?

Mit welcher inhaltlichen Strategie möchte die Verwaltung zur Diskriminierungsprophylaxe speziell die Jugendlichen erreichen?

Mit besten Grüßen




Tobias Braune

Text der Antwort

Das Referat für Frauen und Gleichstellung hat den Auftrag, Konzeptionen zu entwickeln und konkrete Maßnahmen zu initiieren oder zu unterstützen, die unter anderem dem Ziel dienen, das öffentliche Bewusstsein über Gleichstellungsprobleme und über die Interessen von Frauen zu stärken. In diesem Sinne ist das Aufgabenfeld des Referats für Frauen und Gleichstellung unter Leitung der Gleichstellungsbeauftragten sehr breit. Einen Einblick in die aktuellen Tätigkeiten bietet unter anderem die Drucksache zur Jahresplanung 2019 (Drucksache 0127/2019).

Das Themenfeld Jugendarbeit und Jugendhilfe ist also eines von vielen Themen. In der Arbeit des Referats für Frauen und Gleichstellung findet es insbesondere in der Mitarbeit in der AG Geschlechterdifferenzierung nach §78 SGB VIII sowie in der Zusammenarbeit im Hannoverschen Interventionsprogramm gegen Häusliche Gewalt zum Thema „Kinder als Betroffene häuslicher Gewalt“ wieder. Darüber hinaus erreicht das Referat für Frauen und Gleichstellung durch einzelne Veranstaltungen, die entweder selbst angeboten wurden oder an deren Durchführung Mitarbeiterinnen beteiligt waren, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene:


- Beteiligung an den Workshops für Verwaltungsauszubildende zum Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

- Beteiligung an den Begrüßungsveranstaltungen für Auszubildende

- Beteiligung am Angebot des Fachbereichs Personal und Organisation im Rahmen des Zukunftstags

- Durchführung des feministischen Barcamps für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren

- Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle Violetta e.V., der Beratungsstelle Anstoß, dem Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen und der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur im Rahmen des Modellprojekts gegen sexualisierte Gewalt in Nachtclubs und Bars.

- Finanzielle Förderung von Kleinen Projekten für Frauen und Mädchen

- Durchführung der Väterfreizeit „Los Papa“ für Väter und ihre Kinder


Im Vordergrund steht bei diesem, wie bei vielen anderen Themen im Referat für Frauen und Gleichstellung, die Zusammenarbeit und der Austausch mit Fachkräften und Multiplikator*innen.

Wie viele auswärtige Termine hatten die Mitarbeiterinnen 2017 und 2018 in hiesigen Schulen oder anderen Jugendeinrichtungen?

2017 und 2018 wurden keine Termine in Schulen wahrgenommen. Darüber hinaus gab es eine nicht rekonstruierbare Anzahl von Terminen im Haus der Jugend.

Wie viele Schüler und Schülerinnen sind in den genannten Jahren rassistisch oder sexistisch aufgefallen?

Wie in der Vorbemerkung geschrieben, fand keine konkrete Arbeit mit Schüler*innen statt. Multiplikator*innen, Fachkräfte und Kooperationspartner*innen aus den Bereichen Jugendarbeit und Jugendhilfe berichten regelmäßig, dass sie in ihrer Arbeit mit Rassismus und Sexismus konfrontiert werden. Dabei geht es einerseits um sexistisches Verhalten und rassistische Äußerungen durch die Jugendlichen und andererseits um die Betroffenheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen von Sexismus und Rassismus. Die Frage danach, wie betroffene Jugendliche unterstützt werden können, steht also deutlich im Vordergrund.

Mit welcher inhaltlichen Strategie möchte die Verwaltung zur Diskriminierungsprophylaxe speziell die Jugendlichen erreichen?

Insbesondere Maßnahmen und Angebote der Antidiskriminierungsstelle (ADS) der Landeshauptstadt Hannover richten sich (auch) an Verantwortliche, Professionelle und Adressat*innen der Bildungs- und Jugendarbeit und werden im Folgenden aufgeführt:

Die ADS hat ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für alle Menschen in Hannover, das entsprechend auch Lehrkräfte, Schüler*innen und Erziehungsberechtigte sowie Adressat*innen und Fachkräfte der Jugendarbeit in Anspruch nehmen können.

Auf Anfrage führt die ADS Informationsveranstaltungen, Fortbildungen und Workshops zu Aspekten von (Anti)Diskriminierung durch bzw. steht als Kooperationspartnerin zur Verfügung oder berät Institutionen zu passenden Konzepten, Angeboten und Referent*innen.

Die Stelle für Demokratiestärkung mit dem Schwerpunkt demokratische Bildung betreut und berät – nach Bedarf und nach Anfrage - alle Schulen, die den Titel Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage tragen, zum Thema Schutz gegen Diskriminierung. Zum Angebot der Stelle für Demokratiestärkung gehören ebenfalls sowohl Workshops als auch Planung von Projekttagen in den Schulen gehören. Außerdem werden Projekte konzipiert und durchgeführt, die das genannte Thema in Visier nehmen.

Zu Diskriminierung in der und durch die Institution Schule sei darüber hinaus darauf hingewiesen, dass die Gestaltungsmöglichkeiten der Landeshauptstadt Hannover bezogen auf den Schulunterricht eingeschränkt sind. Zudem kann die ADS bzw. die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover eine flächendeckende Information und Beratung zu struktureller, institutioneller und individueller Diskriminierung mit allen Schulen Hannovers nicht leisten. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und viele andere Initiativen stellen darüber hinaus Studien und Bildungsmaterialien sowie Beispiele guter Praxis zur Verfügung, die von Schulen genutzt werden können.

http://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/ThemenUndForschung/Projekte/Bildung/Diskriminierung_in_der_Schule/diskriminierung_in_der_schule_node.html


http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/Literatur_Bildung/Broschuere_Fuer_Chancengleichheit_im_Bildungsbereich_und_im_Arbeitsleben.html?nn=8021350