Drucksache Nr. 0045/2012 N1:
Sprengel Museum Hannover, Erweiterung (3. Bauabschnitt)

Informationen:

Inhalt der Drucksache:

Bitte beachten Sie, dass der folgende Text eventuell medienbedingte Formatabweichungen aufweisen kann. Eine formatgetreue Abbildung des Inhalts finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".
Landeshauptstadt HannoverBeschlussdrucksacheBeschlussdrucksache
In den Stadtbezirksrat Südstadt-Bult
In den Kulturausschuss
In den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss
In den Ausschuss für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten
In den Ausschuss für Haushalt Finanzen und Rechnungsprüfung
In den Verwaltungsausschuss
In die Ratsversammlung
 
Nr.
Anzahl der Anlagen
Zu TOP
1. Neufassung
0045/2012 N1
3
 
BITTE AUFBEWAHREN - wird nicht noch einmal versandt,Die Neufassung wurde erforderlich, weil sich der Finanzierungsanteil ,der EFRE-Förderung zugunsten des LHH-Anteils erhöht hat.

Sprengel Museum Hannover, Erweiterung (3. Bauabschnitt)

Antrag,

  1. der Haushaltsunterlage Bau gem. § 12 GemHKVO zum Neubau des 3. Bau-
    abschnitts am Sprengel Museum in Höhe von insgesamt 28,5 Mio. €,

    und
  2. der Mittelfreigabe und dem Baubeginn

    zuzustimmen.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Aus den technischen Aspekten der Maßnahme ergibt sich keine spezifische Gender-Betroffenheit.

Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro:
Teilfinanzhaushalt 41 - Investitionstätigkeit
Investitionsmaßnahme I.25204.002
Sprengel Museum, Erweiterungsbau
EinzahlungenAuszahlungen
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €21,600,000.00
Beiträge u.ä. Entgelte für Investitionstätigkeit €0.00
Veräußerung von Sachvermögen €0.00
Veräußerung von Finanzvermögensanlagen €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
  
  
Erwerb von Grundstücken und Gebäuden €0.00
Baumaßnahmen €28,500,000.00
Erwerb von bewegl. Sachvermögen €0.00
Erwerb von Finanzvermögensanlagen €0.00
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
Saldo Investitionstätigkeit (€6,900,000.00)
€0.00

Teilergebnishaushalt 41 - Investitionstätigkeit
Produkt 25204
Sprengel Museum
Angaben pro Jahr
Ordentliche ErträgeOrdentliche Aufwendungen
Zuwendungen und allg. Umlagen €0.00
Sonstige Transfererträge €0.00
Öffentlichrechtl. Entgelte €0.00
Privatrechtl. Entgelte €591,000.00
Kostenerstattungen €198,500.00
Auflösung Sonderposten (anteilige Zuwendungen) €238,000.00
Sonstige ordentl. Erträge €0.00
  
Außerordentliche Erträge €0.00
  
Erträge aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Personalaufwendungen €650,000.00
Sach- und Dienstleistungen €338,000.00
Abschreibungen €314,000.00
Zinsen o.ä. (TH 99) €173,000.00
Transferaufwendungen €0.00
Sonstige ordentliche Aufwendungen €0.00
  
Saldo ordentliches Ergebnis (€447,500.00)
Außerordentliche Aufwendungen €0.00
Saldo außerordentliches Ergebnis €0.00
Aufwendungen aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo gesamt (€447,500.00)
Anmerkung:
Die Investitionen und der Betrieb des Museums werden grundsätzlich zu 50% vom Land Niedersachsen refinanziert.

In der beantragten Summe ist ein 10%-iger Anteil für Unvorhergesehenes enthalten. Details der Kostenermittlung sind der Anlage 2 zu entnehmen.

Die Kosten für die jährliche Abschreibung betragen 1,1% (hierfür gibt es keine anteilige Erstattung des Landes), die Zinsen 2,5 % vom Investitionsanteil der LHH.

Finanzierung
Zur Finanzierung der Maßnahme sind beim Investitionsvorhaben I.25204.002 – „Sprengel Museum, Erweiterungsbau“ Finanzmittel in Höhe von 28.500.000,00 € im Haushalt und der weiteren Finanzplanung vorgesehen.

Da das Land Niedersachsen finanziell nur den energetischen Mindeststandard fördert, bzw. in diesem Sonderfall aufgrund der Wirtschaftlichkeit der Maßnahme eine Mitfinanzierung bis zum Standard Energieeinsparverordnung (EnEV) -30% zugesagt hatte, müssen die über diesen Standard hinausgehenden baulichen und technischen Maßnahmen von der Landes-
hauptstadt Hannover alleine finanziert werden. Nach aktuellen Berechnungen beträgt dieser Wert rd. 220.000,00 €, vor allem für die erhöhten Dämmstärken der Hüllflächen.

Einzahlungen durch Dritte sind bisher wie folgt etatisiert: EFRE-Förderung 11,6 Mio. €, Land Niedersachsen 5 Mio. €, Spenden und Sponsoring von anderen Dritten 5 Mio. €. Darüber hinaus sind die Beteiligten bemüht, weitere Spenden zu akquirieren.

Die Erträge und Aufwendungen sind zum Teil aus der Ursprungsdrucksache 1942/2010 „Planungsauftrag zur Erweiterung des Sprengel Museum Hannover“ übernommen worden. Es handelt sich um Schätzwerte, eine exakte Ermittlung ist erst nach Inbetriebnahme der Erweiterungsfläche möglich.

Begründung des Antrages

Das Sprengel Museum Hannover zählt zu den bedeutendsten Museen der Kunst des 20.
+ 21. Jahrhunderts. Das Museum wird von der Landeshauptstadt Hannover und vom Land Niedersachsen getragen.

Das Bauwerk des Sprengel Museums wurde von der Architektengemeinschaft P. und U. Trint, Köln, sowie Dieter Quast, Heidelberg, nach einem 1973 gewonnenen internationalen Architektenwettbewerb errichtet. Die erste Baustufe wurde 1979 eröffnet, 1989 erfolgt die Vollendung des Entwurfes, mit der Fertigstellung der zweiten Baustufe. Längs durch das Gebäude verläuft eine haushohe Museumsstraße und gibt den Besuchern Orientierung. Das Bauwerk gilt als qualitätsvolles Beispiel der Museumsarchitektur der 70er und 80er Jahre des letzten Jahrhunderts in Deutschland.

Auf Grund neuer, größerer Sammlungskonvolute, wie die Schenkung Niki de Saint Phalle, der Dauerleihgabe der Kurt und Ernst Schwitters Stiftung, sowie der systematischen Aus-
weitung der fotografischen Sammlung und eine große Schenkung im Bereich der hannover-
schen Neuen Sachlichkeit ist dringend eine bauliche Erweiterung erforderlich.

In Abstimmung mit dem Land Niedersachsen wurde deshalb ein internationaler Architektur-
wettbewerb ausgelobt. Ein zentrales Element des Wettbewerbs war die Erzielung eines geschlossenen Museumsrundgangs und die Belichtung der Ausstellungsräume mit Tages-
licht.
Diese Forderungen werden vom Siegerentwurf des Wettbewerbs, dem Entwurf des Büros Meili, Peter Architekten AG aus Zürich in vorbildlicher Weise umgesetzt. Ein weiteres prä-
gendes Element dieses Entwurfes ist die Anordnung der Ausstellungsräume, die sogenann-
ten „tanzenden Räume“.

Zur Überprüfung der Realisierbarkeit und Finanzierbarkeit des Entwurfes wurde eine Mach-
barkeitsstudie in mehreren Stufen erstellt.

Mit der Drucksache 1942/2010 hat der Rat die Verwaltung beauftragt, die Haushaltsunter-
lage Bau für den Erweiterungsbau des Sprengel Museums Hannover aufzustellen. Diese liegt nun vor.

Übersicht Planungshistorie
11.06.2009 Beschluss der Drucksache 1105/2009 N1 „Architektenwettbewerb zur Erweiterung des Sprengel Museums Hannover“

18.06.2009 Wettbewerbsauslobung (Budgetvorgabe 25,0 Mio. € ohne Sicherheitspuffer)

26.08.2009 Sitzung der Auswahlkommission
Aus den 189 weltweiten Bewerbungen wurden – zusätzlich zu den 15 bereits gesetzten Büros – 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt.

22.12.2009 Abgabetermin
Von den 65 teilnehmenden Büros haben 56 Büros einen Wettbewerbsbeitrag
eingereicht.

26.02.2010 Jurysitzung
Der vorliegende Entwurf des Büros Meili, Peter Architekten AG wurde von der Jury einstimmig als Sieger gewählt und zur weiteren Beauftragung empfohlen.
Auszug aus dem Protokoll:
„Dem Entwurf liegt ein ebenso einfaches wie gestalterisch gelungenes, in seiner räumlichen Qualität überzeugendes Konzept zu Grunde, in dessen Mittelpunkt der Ausstellungsbereich steht. Die klassische Enfilade wird durch eine leichte Verdrehung der unterschiedlich groß und hoch konzipierten Räume neu, intelligent und inspirierend interpretiert. Der Veranstaltungsbe-
reich (Placement) als Gelenk zwischen Bestands- und Erweiterungsbau – formuliert als zweigeschossige Halle - am Ende der Museumsstraße bietet gleichermaßen funktionale wie gestalterische Qualität. Sowohl die Öffnung im Sockelgeschoss zum rückwärtigen Bereich und die damit verbundene großzügige Aufweitung der Museumsstraße, als auch die Anordnung einer Galerie im Hauptgeschoss mit eigenem Zugang und Sichtverbindung zum Maschsee, sind der Funktion angemessen und gleichzeitig eine deutliche Qualitätsverbesserung der bestehenden Situation. Der Baukörper versteht sich als Erweiterungsbau, bietet aber gleichzeitig städtebauliche und gestal-
terische Eigenständigkeit und setzt einen ebenso zurückhaltenden wie gleichzeitig bestimmten Schlusspunkt des bestehenden Baukörpers. […] Die Fassade aus unterschiedlich geneigten Spiegelschindeln ist ebenso wie die vergoldete Untersicht des auskragenden Hauptgeschosses in Bezug auf Konstruktion und Bauunterhaltung aus Wirtschaftlichkeitsaspekten kritisch zu hinterfragen […“
Daraus ergeben sich folgende Festlegungen zur Beibehaltung der wesent-
lichen Gestaltungsmerkmale des Wettbewerbsentwurfs:
- „Tanzende“ Ausstellungsräume
- Oberlichter zur Realisierung Tageslicht in allen Ausstellungsräumen
- Verbindungsbauteil (Placement) zwischen Bestand- und Erweiterungsgebäude mit Rampe als gestalt. Objekt zur behindertengerechten inneren Erschließung bzw. Verbindung

30.06.2010 Machbarkeitsstudie 1. Stufe
(Ergebnis: 27,5 Mio. € ohne Sicherheitspuffer)
- Anpassung der Fläche auf Raumgrößen gemäß Auslobung Wettbewerb
- Vereinfachung des Tragwerks

30.08.2010 Machbarkeitsstudie 2. Stufe
(Ergebnis: 25,4 Mio. € mit weiteren Einsparoptionen, ohne Sicherheitspuffer)
- Reduzierungen der Flächen im Bereich Ausstellungs- und Depotfläche
- Vereinfachung des Statischen Systems
- Reduzierung der Geschosshöhen
- Standardreduzierungen
28.10.2010 Beschluss der Drucksache 1942/2010 „Planungsauftrag zur Erweiterung des Sprengel Museums Hannover“

Aufgrund der kritischen Beurteilung der Fassade bereits im Preisgericht des Wettbewerbs wurde eine Überarbeitung der Fassade beschlossen. Das Planungsbüro hat eine alternative Fassade entwickelt, die dem Preisgericht zur Beurteilung vorgelegt wurde.

30.8.2011 Erneute Tagung des gesamten Preisgerichtgremiums des Wettbewerbs:
Einstimmige Entscheidung für eine monolithische Sichtbetonfassade anstelle der Glasspiegelfassade.

Auszug aus dem Protokoll:
„Die vorliegende Weiterführung des Projektes durch Meili/Peter Architekten sieht nun vor, […].den plastisch-räumlichen Charakter des Baukörpers stärker zu betonen. Der Werkstein (Beton) wird durch seine Formgebung und Bearbeitung wertvoll gemacht. Insgesamt entsteht somit ein Fassaden-
relief, dessen Höhen und Tiefen - Licht und Schattenflächen - sich in spannungsreicher Abwechslung zu einer räumlichen Partitur verdichten. […] Insgesamt verspricht die Fortführung des Projektes Sprengel Museum Hannover einen Qualitätsstandard zu erreichen, der der ersten Liga an europäischen Museumsbauten gerecht zu werden scheint.“

22.12.2011 Fertigstellung der Haushaltsunterlage Bau (Ergebnis: 25,9 Mio. € ohne
Sicherheitspuffer)
- Konstruktionsvereinfachungen (Statik)
- Vereinfachung der Ausstellungswände (Gipskarton statt Sichtbeton)
- Außenanlagen: Reduzierung der Flächen und des Standards
In Folge vertiefter Planung entstandene Mehrkosten in den Bereichen:
- Umbau/ Anbau Bestand
- Brandschutz
- Sicherheit (Versicherer / Landeskriminalamt)
- Technische Anforderungen / Klimatechnik etc.

Baubeschreibung
Grundprinzip und Entwurf des Gebäudes sind das Ergebnis des international ausgeschrie-
benen Architektenwettbewerbs. Trotz fortschreitender Detaillierung der Planung konnten alle wesentlichen und für den Gewinn des Wettbewerbs ausschlaggebenden Gestal-
tungselemente beibehalten werden.

Wesentliche konstruktive Teile des Gebäudes sollen, ebenso wie die Fassade, aus Stahl-
beton erstellt werden. Innenausbau und Haustechnik werden in einem wirtschaftlichen, jedoch der herausragenden Bedeutung und Nutzung des Gebäudes angemessenen Standard erstellt. Einzelheiten dazu sind den Anlagen 1-3 zu entnehmen.

Barrierefreiheit
Der Erweiterungsbau wird komplett barrierefrei errichtet. Alle Besucherbereiche, aber auch alle Büro- und Nebenräume sind barrierefrei erreichbar.
Die Planung ist mit der Behindertenbeauftragten der Landeshauptstadt Hannover abge-
stimmt.

Sicherheit
Die Planung berücksichtigt die neuesten Erkenntnisse und Anforderungen an Brandschutz-
technik und Einbruch-/Diebstahlschutz.

Energetischer Standard
Es wird ein passivhausorientierter energetischer Standard geplant, der von einem externen Gutachter als vorbildlich für einen Museumsbau eingestuft wird. Dieser Standard wird er-
reicht durch die kompakte Form, die Erstellung der Gebäudehülle mit Passivhausbauteilen und die Verwendung hocheffizienter Haustechnik. Weitere Einzelheiten dazu sind der Anlage 1 zu entnehmen.

Terminplanung
Nach Erteilung des Ratsbeschlusses kann die Erstellung der Ausführungsplanung und der Leistungsverzeichnisse zur Ausschreibung der Bauleistungen bei den Planungsbüros be-
auftragt werden (Leistungsphasen 5 und 6). Gemäß Projektterminplan ist diese Auftrags-
erteilung spätestens Anfang März erforderlich.

Parallel zur Behandlung dieser Beschlussdrucksache erfolgt die Prüfung der Antragsunter-
lagen durch das Land Niedersachsen zur Freigabe des Landesanteils und der europäischen EFRE-Fördermittel (Prüfung durch Oberfinanzdirektion, Niedersächsischer Landesrech-
nungshof, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die N-Bank). Ziel ist die Freigabe der Finanzmittel rechtzeitig vor der Sommerpause des Niedersächsischen Landtages durch den Ausschuss für Haushalt und Finanzen des Landes Niedersachsen.

Nach anschließender Erteilung der Freigabe durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur für die Landesmittel und der N-Bank für die EU-Fördermittel kann die Beauftragung der Planungsleistungsphasen 7 bis 9 („Mitwirkung bei der Vergabe“, „Objektüberwachung“ und „Objektbetreuung/Dokumentation“) erfolgen und es dürfen die Bauaufträge an die Firmen erteilt werden. Dies soll spätestens im Juli 2012 erfolgen.

Der Baubeginn vor Ort ist für Herbst 2012 geplant. Aufgrund der Förderung des Projektes im Rahmen des europäischen EFRE-Programms ist eine Fertigstellung des Gebäudes bis zum 31.12.2014 erforderlich.

Die Prüfung des Verwendungsnachweises muss dann bis zum 30.06.2015 erfolgen.
19 .2 / Dez. IV
Hannover / Jan 18, 2012