Protokoll:
Landeshauptstadt Hannover - 67 - 28.01.2025
PROTOKOLL
35. Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz, Klimaschutz und Grünflächen am Montag, 6. Januar 2025, Rathaus, Ratssaal
Beginn 14.00 Uhr
Ende 14.55 Uhr
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Anwesend:
(verhindert waren)
Ratsherr Steiner (Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei)
Ratsherr Hellmann (CDU)
Ratsherr Albrecht (CDU)
Ratsfrau Dr. Carl (SPD)
Ratsfrau Dommel (Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei)
Ratsherr Engelke (FDP)
Ratsfrau Garlichs (Bündnis 90/Die Grünen)
Ratsfrau Kraeft (Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei)
(Ratsherr Oppelt) (CDU)
Ratsherr Pieper (SPD)
Ratsherr Dr. Ramani (SPD)
Ratsfrau Schollmeyer (SPD)
Ratsfrau Stock (Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei)
Beratende Mitglieder:
(Frau Bastian)
Herr Dirscherl
(Frau Hatami)
Herr Helke
(Herr Hildebrand) (parteilos)
Frau Muschter (Bündnis 90/Die Grünen)
Herr Nieder (SPD)
(Frau Pape)
(Frau Thome-Bode) (parteilos)
Grundmandat:
(Ratsfrau Ihnen) (FDP)
Ratsherr Keller (AfD)
Ratsherr Zingler (SGH)
Verwaltung:
Stadträtin Ritschel (Dezernat V)
Herr Brockmann (Dezernat V)
Herr Möller (Büro Oberbürgermeister)
Frau Leubert (Fachbereich Planen und Stadtentwicklung)
Herr Dr. Leidinger (Fachbereich Planen und Stadtentwicklung)
Frau Holthaus-Voßgröne (Fachbereich Tiefbau)
Herr Prote (Fachbereich Umwelt und Stadtgrün)
Frau Koebe (Fachbereich Umwelt und Stadtgrün)
Frau Hoffmann-Kallen (Fachbereich Umwelt und Stadtgrün)
Frau Unverzagt (Fachbereich Umwelt und Stadtgrün)
Herr Berse (Fachbereich Umwelt und Stadtgrün)
Herr Drechsel (Fachbereich Umwelt und Stadtgrün)
Frau Böger (Fachbereich Umwelt und Stadtgrün)
Frau Bach (Fachbereich Umwelt und Stadtgrün)
Herr Kosbab (Fachbereich Umwelt und Stadtgrün)
Gäste:
Herr Voigts (enercity AG)
Herr Scheloske (enercity AG)
I. Ö F F E N T L I C H E R T E I L
1. Eröffnung der Sitzung, Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und Beschlussfähigkeit sowie Feststellung der Tagesordnung
2. Einwohner*innenfragestunde
3. Genehmigung des Protokolls über die 33. Sitzung am 04.11.2024
4. A L L G E M E I N E V E R W A L T U N G S V O R L A G E N
4.1. Kommunaler Wärmeplan der Landeshauptstadt Hannover
(Drucks. Nr. 1288/2024 mit 5 Anlagen (nur online))
4.1.1. Kommunaler Wärmeplan der Landeshauptstadt Hannover
(Drucks. Nr. 1288/2024 E1 mit 3 Anlagen (nur online))
4.1.1.1. Zusatzantrag der SPD-Fraktion zur Drucksache Nr. 1288/2024 E1 – Kommunaler Wärmeplan der Landeshauptstadt Hannover
(Drucks. Nr. 2566/2024)
4.2. 1. Änderungssatzung zur Satzung über die öffentliche Versorgung mit Fernwärme in der Landeshauptstadt Hannover (Fernwärmesatzung Hannover)
(Drucks. Nr. 1381/2024 mit 2 Anlagen (online))
4.3. Vertrag über den Betrieb der Fernwärmeversorgung im Stadtgebiet Hannover als öffentliche Einrichtung (Betriebsvertrag Fernwärme) sowie die
Nachtragsvereinbarung zum Konzessionsvertrag Fernwärme
(Drucks. Nr. 2249/2024 mit 2 Anlagen (nur online))
4.4. Entgeltordnung für die Friedhöfe der Landeshauptstadt Hannover
(Drucks. Nr. 1978/2024 mit 1 Anlage (nur online))
4.5. Änderung der Friedhofssatzung der Landeshauptstadt Hannover
(Drucks. Nr. 2233/2024 mit 3 Anlagen (nur Online))
4.6. Kalkulation der Benutzungsgebühren 2025/2026 für die Städtischen Friedhöfe sowie Änderung der Gebührensatzung der Städtischen Friedhöfe
(Drucks. Nr. 2273/2024 mit 4 Anlagen (nur online))
4.7. Umbau der Neuen Kapelle auf dem Stadtfriedhof Seelhorst zu einem Kolumbarium
(Informationsdrucks. Nr. 2438/2024 mit 1 Anlage (nur online))
4.8. Lärmaktionsplan (LAP) für die Landeshauptstadt Hannover
Fortführung und Umsetzung des Lärmaktionsplans
(Drucks. Nr. 1921/2024 mit 1 Anlage (nur online))
4.8.1. Zusatzantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei zur Drucksache Nr. 1921/2024 Lärmaktionsplan (LAP) für die Landeshauptstadt Hannover - Fortführung und Umsetzung des Lärmaktionsplans
(Drucks. Nr. 2559/2024)
4.9. Ersatzneubau der Brücke über den Schiffgraben
(Drucks. Nr. 1689/2024 mit 4 Anlagen (nur online))
4.10. Pflege- und Gestaltungskonzept Leinegrünzug
(Drucks. Nr. 2274/2024 mit 1 Anlage (nur online))
5. A N T R Ä G E
5.1. Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei:
Moratorium für den westlichen Abschnitt des Südschnellweges
(Drucks. Nr. 2452/2024)
6. F L Ä C H E N N U T Z U N G S P L A N A N G E L E G E N H E I T E N
7. B E B A U U N G S P L A N A N G E L E G E N H E I T E N
7.1. Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 1931 - DRK Buchholzer Straße -
Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, Einleitungs- und Aufstellungsbeschluss
(Drucks. Nr. 2022/2024 mit 5 Anlagen (online))
8. B E R I C H T D E R D E Z E R N E N T I N
9. M I T T E I L U N G E N U N D A N F R A G E N
II. N I C H T Ö F F E N T L I C H E R T E I L
10. Bericht der Dezernentin - nichtöffentlicher Teil -
11. Mitteilungen und Anfragen - nichtöffentlicher Teil -
I. Ö F F E N T L I C H E R T E I L
Die Tagesordnung wurde mit folgenden Änderungen beschlossen:
· TOP 3. wurde vertagt.
· TOP 4.1. (Drucks. Nr. 1288/2024), TOP 4.1.1. (Drucks. Nr. 1288/2024 E1), TOP 4.1.1.1. (Drucks. Nr. 2566/2024), TOP 4.2. (Drucks. Nr. 1381/2024), TOP 4.3. (Drucks. Nr. 2249/2024), TOP 4.8. (Drucks. Nr. 1921/2024), TOP 4.8.1. (Drucks. Nr. 2559/2024) wurden mit jeweils 6 Ja-Stimmen gegen 5 Nein-Stimmen (bei 0 Enthaltungen) auf Wunsch der CDU in die Fraktionen gezogen.
· TOP 4.7. (Drucks. Nr. 2438/2024) wurde auf Wunsch der SPD in die Fraktionen gezogen.
· TOP 4.10. (Drucks. Nr. 2274/2024) wurde abgesetzt.
· Die hybride Teilnahme eines Pressevertreters wurde einstimmig beschlossen.
TOP 2. Einwohner*innenfragestunde
Herr Prote gab dazu an, dass diese Fragestellung weitergegeben werde. Eine Antwort werde zum Protokoll der Sitzung erfolgen.
Protokollantwort der Regionsverwaltung:
Die Planung der Schnellwege liegt nicht in der Zuständigkeit der Region Hannover. Diese ist lediglich Planfeststellungsbehörde. Insofern kann die Region zu den Schnellwegen nicht Stellung nehmen.
Das Einplanen einer Verringerung des motorisierten Individualverkehrs liegt bei der für die Planung zuständigen Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Geschäftsbereich Hannover).
Frau Kraus gab an, langjährige Badegästin an den Ricklinger Badeteichen zu sein. Wenn die letzten Bäume in diesem Naherholungsgebiet gefällt seien und dadurch keine Abgase mehr gefiltert und kein Sauerstoff produziert werden könnten, würden die Badegäste jeweils stundenlang in der Abgaswolke liegen. Dies wiederspreche jedoch dem Menschenrecht auf Gesundheit. Die Menschenrechte müssten von Legislative, Judikative und Exekutive garantiert werden. Sie fragte, ob Verwaltung und Politik die Gesundheit der Ricklinger Badegäste garantieren könnten.
Herr Prote erläuterte, dass dies verwaltungsseitig nicht garantiert werden könne. Richtig sei sicherlich, dass die Eingriffe, die sich im genannten Bereich bzw. Landschaftsraum vollzögen, auch eine Beeinträchtigung der Naherholungsfunktionen sowie der Badenutzung mit sich brächten. Andererseits seien im Zuge der Baumaßnahmen aber auch Kompensationsmaßnahmen, wie bspw. Begrünungen, für den Eingriff vorgesehen.
Frau Tobola fragte dazu nach, ob die erwähnten Kompensationsmaßnahmen auch dafür geeignet seien, die Kaltluftzufuhr in den südlichen Stadtteilen der Innenstadt sicherzustellen. Derzeit stellten die Leinemasch und die Ricklinger Teiche eine wichtige Kaltluftquelle dafür dar.
Sie fragte, wie die Klimaanpassungsmaßnahmen der Stadt aussehen würden, um dies zu kompensieren, wenn diese Kaltluftquelle wegfalle bzw. durch die Baumaßnahmen sehr eingeschränkt werde. Die Verbreiterung der Straße, die dann zudem nicht mehr durch Bäume beschattet werde, werde eine enorme Aufhitzung bewirken.
Herr Prote erklärte, dass aus Sicht der Verwaltung keine massiven Beeinträchtigungen des Stadtklimas durch die Baumaßnahmen erwartet würden. Dennoch gelte es festzustellen, dass zusätzliche Versiegelungen vor dem Hintergrund notwendiger Klimawandelanpassungsmaßnahmen und unter dem Aspekt des Stadtklimas grundsätzlich kritisch zu sehen seien.
Frau Kraus wies darauf hin, dass die Ricklinger Masch eine Kaltluftquelle mit einer Temperatur von ca. 4 - 5 Grad unterhalb der Temperatur der umliegenden Stadtteile darstelle. So werde Ricklingen auf der Klimakarte rot dargestellt. Es sei fraglich, was dort und in der Innenstadt durch den Verlust der Kaltluftquelle in der Ricklinger Masch passieren werde. Von dieser zögen sich nämlich Kaltluftschneisen bis in die Innenstadt, in die Calenberger Neustadt und nach Linden Süd. Die Innenstadt Hannovers sei zu 45% versiegelt. Dies sei ziemlich viel und heize sich schnell auf.
Sie fragte, wie diese Aufheizung verhindert werden solle.
Herr Prote gab dazu an, dass seitens der Verwaltung die möglichen Veränderungen der klimatischen Situation, bzw. der Temperaturen, in den genannten Stadträumen sehr kritisch betrachtet werde. Es würden im Rahmen von Messungen für die Stadtklimakarte regelmäßige Überprüfungen im Stadtgebiet stattfinden.
Derzeit lasse sich vorerst nur spekulieren, welche Auswirkungen tatsächlich eintreten würden, die Situation vor Ort werde aber im Auge behalten und ggf. entsprechend kommuniziert.
Frau Felsmann gab an, inzwischen die Politik nicht mehr zu verstehen und besorgt um die Demokratie zu sein, weil es für den geplanten Ausbau des Südschnellwegs eigentlich nur negative Folgen geben werde. Verkehrsprognosen aus dem Jahr 2018 hätten 54.000 Fahrzeuge auf dem Südschnellweg prognostiziert. Die Verkehrsentwicklungspläne aus der Region Hannover würden stattdessen mit lediglich 35.000 Fahrzeugen rechnen.
Diese Zahlen stellten eine weit auseinanderklaffende Schere dar, so dass es allein aus Kosteninteresse geboten wäre, die Planungen genauer zu prüfen - auch wenn es sich um Gelder des Bundes handle, die hier eingesetzt würden. Was seien zwei Standstreifen wert, wenn das Klima "den Bach hinuntergehe" und die Haushaltskassen leer seien.
Sie fragte, wie so etwas in der heutigen Zeit noch zu verantworten sei. Auch hier sehe sie die Demokratie sehr gefährdet, weil ein solches Vorgehen den Bürger*innen nicht mehr "verkaufbar" sei. Man erkläre die Leute damit für dumm und komme immer nur mit nicht trag- und haltbaren Ausreden. Sie fragte, warum dies alles sehenden Auges ignoriert werde.
Ratsherr Steiner erläuterte, dass dies nicht im Rahmen der Einwohner*innenfragestunde diskutiert werden könne. Das Thema sei Teil einer politischen Debatte und die Bürger*innen könnten daraus bspw. ihre Wahlentscheidung ableiten.
Stadträtin Ritschel ergänzte, dass es sich hier um sehr grundsätzliche Fragen handle und die Verwaltung an dieser Stelle leider keine anderen Antworten geben könne als jene, die sich bereits aus dem Verfahren heraus entwickelt hätten. Es habe ein Planfeststellungsverfahren mit einem entsprechenden Beschluss gegeben. Auf Initiative des Landes habe es zudem einen runden Tisch gegeben. Sie selbst habe auch gehofft, dass dadurch etwas Bewegung in die Sache komme und ggf. Korrekturen vorgenommen würden, aber der Planfeststellungsbeschluss sei im Ergebnis dann doch bestätigt worden und solle jetzt umgesetzt werden.
Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens seien Fragestellungen zu den Auswirkungen auf bspw. das Klima und auf den Naturschutz mit bearbeitet worden, womit entsprechende Erkenntnisse vorlägen.
Herr Prote habe bereits auf das Thema Kompensationsmaßnahmen hingewiesen, die ebenfalls entsprechend mit bearbeitet worden seien.
Der Verkehrsentwicklungsplan sei von der Regionsversammlung beschlossen worden, so dass die Verwaltung auch dazu nicht Stellung nehmen könne. Sie halte diesen Plan aber für eine sehr wichtige Grundlage für die Mobilitätswende und für mehr Klimaschutz. Sie gehe allerdings nicht davon aus, dass ein Planfeststellungsverfahren durch einen solchen regionalen Plan in Frage gestellt werden könne.
Insofern habe sie Verständnis für das vorgetragene Anliegen, aber die handelnden Akteur*innen befänden sich auf einer anderen Ebene. Deren Beschlüsse seien durchaus demokratisch zustande gekommen bzw. gefasst worden.
Stadträtin Ritschel bestätigte, dass Kontakte bestünden und dass es Gespräche gegeben habe. Die Stadtverwaltung sei bspw. auch in den erwähnten runden Tisch mit eingebunden gewesen.
Frau Tobola kritisierte, dass der runde Tisch eine Alibiveranstaltung gewesen und eine Entscheidung bereits gefasst worden sei, noch bevor das Protokoll vorgelegen habe. Sie wies darauf hin, dass die Bäume nördlich und südlich des Südschnellwegs im Bereich des Ricklinger Holzes eine fast geschlossene Kronendecke bilden und die Bäume sich so gegenseitig schützen würden.
Sie fragte, ob bereits untersucht worden sei, wie viele Buchen und andere, empfindliche Baumarten nach der geplanten Rodung den neuen Waldrand bilden würden und was für ein Verlust an Biodiversität mit der endgültigen Trennung vom nördlichen und südlichen Ricklinger Holz einhergehen würde.
Zudem fragte sie, ob es Untersuchungen zu den Habitatbäumen im nördlichen Trassenwald und zu dem möglichen Naturdenkmal im Bereich der Brücke an der Bauernwiese gebe - hier handle es sich um zwei miteinander verwachsene Eichen.
Herr Prote wies darauf hin, dass entsprechende, grundsätzliche Untersuchungen zu Biotopen, ökologischen Wertigkeiten sowie zu Eingriffen in die Gehölzbestände im Rahmen der Bearbeitung des landschaftspflegerischen Begleitplans stattgefunden hätten. Auf dieser Grundlage sei der Begleitplan mit den Kompensationsmaßnahmen erarbeitet worden.
Frau Becker stellte eine Frage in Bezug auf die Fernwärmesatzung. Sie habe ein Eckhaus, welches in den Cluster 314 falle. Dies habe sie allerdings erst am gerade vergangenen Heiligabend festgestellt.
Sie habe 20 Wohneinheiten im Eigentum, von denen 16 bereits mit neuen Gasheizungen ausgestattet seien. Eigentlich sollten die weiteren Wohneinheiten auch noch entsprechend ausgestattet werden. Sie fragte, wie viel Zeit dafür im Rahmen der Fristenregelungen noch bleibe.
Die Problematik bestehe darin, dass man sich in der Satzung durch viele Seiten lesen müsse und niemand genauere Auskunft geben könne.
Stadträtin Ritschel erläuterte, dass es sich hier um einen Bereich handle, der neu für die Fernwärmesatzung ausgewiesen werden solle. Sie empfehle eine direkte Kontaktaufnahme mit der Klimaschutzleitstelle, da so detaillierte Fragen hier nicht spontan beantwortet werden könnten.
Ein paar grundsätzliche Aussagen dazu könne jedoch Frau Unverzagt aus der Klimaschutzleitstelle tätigen.
Frau Unverzagt lud Frau Becker zur Nutzung der Telefon-Hotline ein. Einige Fristen würden sich aus dem Gebäude-Energie-Gesetz ergeben. Bereits seit dem 01.01.2024 seien Fristen gültig, wenn bspw. Gas-Kombi-Thermen gegen neue Gasthermen ausgetauscht werden sollten. Dann seien ab 2029 auch erneuerbare Anteile zu erfüllen. Genaueres müsse im Gespräch geklärt werden.
In Bezug auf die Fernwärmesatzung werde sich an den Fristen orientiert, die das Gebäude-Energie-Gesetz vorgebe.
TOP 3. Genehmigung des Protokolls über die 33. Sitzung am 04.11.2024
Vertagt
TOP 4. A L L G E M E I N E V E R W A L T U N G S V O R L A G E N
TOP 4.1. Kommunaler Wärmeplan der Landeshauptstadt Hannover
Auf Wunsch der CDU in die Fraktionen gezogen
(Drucks. Nr. 1288/2024 E1 mit 3 Anlagen (nur online))
Auf Wunsch der CDU in die Fraktionen gezogen
TOP 4.1.1.1. Zusatzantrag der SPD-Fraktion zur Drucksache Nr. 1288/2024 E1 – Kommunaler Wärmeplan der Landeshauptstadt Hannover
(Drucks. Nr. 2566/2024)
Auf Wunsch der CDU in die Fraktionen gezogen
TOP 4.2. 1. Änderungssatzung zur Satzung über die öffentliche Versorgung mit Fernwärme in der Landeshauptstadt Hannover (Fernwärmesatzung Hannover)
(Drucks. Nr. 1381/2024 mit 2 Anlagen (online))
Auf Wunsch der CDU in die Fraktionen gezogen
TOP 4.3. Vertrag über den Betrieb der Fernwärmeversorgung im Stadtgebiet Hannover als öffentliche Einrichtung (Betriebsvertrag Fernwärme) sowie die Nachtragsvereinbarung zum Konzessionsvertrag Fernwärme
(Drucks. Nr. 2249/2024 mit 2 Anlagen (nur online))
Auf Wunsch der CDU in die Fraktionen gezogen
TOP 4.4. Entgeltordnung für die Friedhöfe der Landeshauptstadt Hannover
(Drucks. Nr. 1978/2024 mit 1 Anlage (nur online))
Die Pflege der Friedhöfe in Hannover sei recht teuer, was auch daran liege, dass sie zugleich sehr gut gepflegte Parkanlagen seien. Dennoch müsse anhand dieser ca. 15%-igen Erhöhung festgestellt werden, dass das Leben in einer Großstadt teuer sei. Ob man sich dort noch den Luxus des Sterbens leisten könne, sei demnach fraglich.
Ratsfrau Kraeft stimmte zu, dass Gebührenerhöhungen nie erfreulich wären, allerdings habe die letzte Anhebung der angesprochenen Gebühren für Grabpflegeleistungen schon im Jahr 2012 stattgefunden.
Die Leistung der Grabpflege könne zudem auch extern eingekauft werden, werde also nicht nur seitens der Stadt Hannover angeboten. Daher könne dieser Drucksache guten Gewissens zugestimmt werden.
TOP 4.5. Änderung der Friedhofssatzung der Landeshauptstadt Hannover
(Drucks. Nr. 2233/2024 mit 3 Anlagen (nur Online))
9 Stimmen dafür, 0 Stimmen dagegen, 2 Enthaltungen
TOP 4.6. Kalkulation der Benutzungsgebühren 2025/2026 für die Städtischen Friedhöfe sowie Änderung der Gebührensatzung der Städtischen Friedhöfe
(Drucks. Nr. 2273/2024 mit 4 Anlagen (nur online))
9 Stimmen dafür, 0 Stimmen dagegen, 2 Enthaltungen
TOP 4.7. Umbau der Neuen Kapelle auf dem Stadtfriedhof Seelhorst zu einem Kolumbarium
(Informationsdrucksache Nr. 2438/2024 mit 1 Anlage (nur online))
Auf Wunsch der SPD in die Fraktionen gezogen
TOP 4.8. Lärmaktionsplan (LAP) für die Landeshauptstadt Hannover
Fortführung und Umsetzung des Lärmaktionsplans
(Drucks. Nr. 1921/2024 mit 1 Anlage (nur online))
Auf Wunsch der CDU in die Fraktionen gezogen
TOP 4.8.1. Zusatzantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei zur Drucksache Nr. 1921/2024 Lärmaktionsplan (LAP) für die Landeshauptstadt Hannover - Fortführung und Umsetzung des Lärmaktionsplans
(Drucks. Nr. 2559/2024)
Auf Wunsch der CDU in die Fraktionen gezogen
TOP 4.9. Ersatzneubau der Brücke über den Schiffgraben
(Drucks. Nr. 1689/2024 mit 4 Anlagen (nur online))
6 Stimmen dafür, 0 Stimmen dagegen, 5 Enthaltungen
TOP 4.10. Pflege- und Gestaltungskonzept Leinegrünzug
(Drucks. Nr. 2274/2024 mit 1 Anlage (nur online))
Abgesetzt
TOP 5. A N T R Ä G E
TOP 5.1. Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei:
Moratorium für den westlichen Abschnitt des Südschnellweges
Es sei immer wieder auf die Unnötigkeit des bisher geplanten Ausbaus hingewiesen worden, weil eine Sanierung mit der bisherigen Breite ausreichend wäre. Es gebe durchaus alternative Möglichkeiten, wie bspw. Haltebuchten statt Haltestreifen.
Wie Stadträtin Ritschel bereits ausgeführt habe, stelle der Stadtrat in dieser Angelegenheit keinen alleinigen Entscheidungsträger dar. Es gehe auch eher darum, ein Zeichen zu setzen und auch auf Landesebene eine Prüfungsmöglichkeit aufzuzeigen.
Auf dem Schnellweg habe man eine Verkehrslast von 42.800 Fahrzeugen, diese Zahl solle jedoch auf unter 30.000 heruntergehen. Mit diesem Absinken der Verkehrsleistung wäre es nicht haltbar, die Strecke noch zusätzlich auszubauen. Gleichzeitig sei Tempo 80 für die Verkehrsleistung viel besser als Tempo 100, zudem werde auch der Kreisel am Ende des Schnellwegs eine steigende Verkehrslast nicht tragen können.
Sie wies darauf hin, dass die Politik bereits entschieden habe, in der Region Hannover eine Halbierung des gesamten Verkehrs zu erreichen.
Ein Planfeststellungsverfahren habe zwar ein sehr hohes Gewicht, müsse aber - im Vergleich zu sonstigen Beschlüssen - dennoch auf zeitgemäße und passende Inhalte überprüfbar bleiben. Die Grüne Fraktion komme daher zu dem Schluss, eine entsprechende Überprüfung mithilfe eines Moratoriums zu beantragen.
Der Rat als Gremium der Stadt sei dazu befugt, seine Meinung zur Thematik abzugeben. Hier bestehe eine Chance, die geplanten Einschnitte in die Natur noch zu verhindern. Daher appelliere sie an alle Fraktionen, diesem Antrag zuzustimmen.
Ratsherr Engelke stellte klar, dass er hier keine Grundsatzdebatten mehr über die Art oder den Sinn und Zweck des Ausbaus führen wolle.
Er erinnere aber daran, dass auch die Grüne Fraktion, einschließlich des Oberbürgermeisters Onay, dem damaligen Planfeststellungsbeschluss zugestimmt habe. Erst nachträglich sei die Entscheidung vom OB dann wieder in Frage gestellt worden.
Den Verkehr zu verringern, wolle grundsätzlich auch die FDP. Jedoch lasse hier die Grüne Partei die Antwort darauf offen, wie dies umzusetzen wäre bzw. erreicht werden könne. Alle Voraussagen würden nämlich eher auf eine weitere bis erhebliche Zunahme des Verkehrs hindeuten, hauptsächlich beim Schwerlastverkehr.
Ratsfrau Stock habe zwar die richtige Höhe des vorhandenen Verkehrs auf dem Südschnellweg genannt, dabei allerdings vergessen, dass in den Zählungsberichten auch darauf hingewiesen werde, dass es sich bei 3/4 dieses Verkehrs um einen - nicht aus Hannover stammenden - Durchgangsverkehr handle. Es würde ihn sehr interessieren, wie dieser Verkehr für Hannover verringert werden solle.
Zudem habe der Rat keine Entscheidungsmöglichkeiten in dieser Angelegenheit. Natürlich könne dazu ein Moratorium durchgeführt werden, was letztendlich aber nichts bringen werde. Denn zwischenzeitlich seien die Entscheidungen nicht nur gefallen, sondern lägen dem Land und dem Bund bereits vor. Insoweit würde das Moratorium zu einer reinen Show-Veranstaltung werden.
Ratsherr Hellmann gab an, dass die CDU für den Ausbau des Schnellwegs sei, weshalb ein Moratorium als kontraproduktiv gesehen werde. Zudem habe die Verwaltung bereits im Rahmen der Einwohner*innenfragestunde ausführlich die vorhandenen Zuständigkeiten erläutert.
Die CDU wolle daher keine "toten Pferde reiten", sondern sei für ein zügiges Vorangehen.
Ratsfrau Stock wies darauf hin, dass sich Ratsherr Engelke gerade selbst widersprochen habe, indem er einerseits auf einen Grünen Ratsbeschluss zum Thema hingewiesen habe und andererseits behaupte, der Rat habe in dieser Angelegenheit nichts zu sagen.
Das Planfeststellungsverfahren laufe auf Regionsebene. Der Rat habe dazu zwar kein Zustimmungsrecht gehabt, habe sich jedoch äußern dürfen. Aber selbst dies könne nachträglich hinterfragt werden.
Auch der Erlass eines Änderungsbescheides und die Anwendung der entsprechenden Änderung wären möglich. Dem Umweltminister sei dies als gängiges Verfahren bereits bekannt, bspw. vom Thema Windkraftanlagen.
Der Antrag stelle zunächst auch nur auf eine Prüfung des Verfahrens durch Fachleute ab. Dadurch könnten neue Erkenntnisse gewonnen werden.
Ratsherr Albrecht gab zu bedenken, dass ein Moratorium keinen Sinn mache, wenn dadurch das ganze Verfahren nicht auch auf Landes- und Bundesebene angehalten werde. Jedes Anhalten verzögere aber weiterhin den Neubau dieser dringend benötigten Strecke.
Ratsfrau Stock bestätigte, dass anfangs Verzögerungen auftreten könnten, jedoch nicht auf das Bauverfahren insgesamt bezogen. Würde der Ausbau verkleinert, wären die Baumaßnahmen auch schneller zu Ende.
Sie glaube nicht, dass es durch die Verkleinerung des Ausbaus zu einem Verkehrskollaps in Hannover käme, übrigens auch nicht durch die Baumaßnahmen an sich. Vermutlich würde die Straße am Ende doch nicht im bisher geplanten Umfang bzw. Ausmaß gebraucht.
TOP 7. B E B A U U N G S P L A N A N G E L E G E N H E I T E N
TOP 7.1. Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 1931 - DRK Buchholzer Straße - Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, Einleitungs- und Aufstellungsbeschluss
(Drucks. Nr. 2022/2024 mit 5 Anlagen (online))
Einstimmig
TOP 8. B E R I C H T D E R D E Z E R N E N T I N
TOP 9. M I T T E I L U N G E N U N D A N F R A G E N
Über Wasser- und Grünflächen sei die Luft meist kälter. Hinter dem Damm des Südschnellwegs staue sich die Kälte. Dass diese darüber weiter in Richtung Innenstadt fließen würde, sei falsch. Sie fließe stattdessen entlang der Leine und unter den beiden Brücken durch nach innen. Wenn sich auf der anderen Seite des Schnellwegs ebenfalls Kälte befinde, käme diese von den dort liegenden Wasserflächen. Er halte daher die Darstellung auf der Klimakarte für entsprechend zweifelhaft.
Weiterhin sei es in Hannovers Stadtwäldern leider oft der Fall, dass dort bereits sehr viel absterbend bzw. tot sei. Die Landesregierung habe unlängst eine Veröffentlichung dazu gemacht, dass der Wald des Landes zwischendurch mehr CO2 abgebe als Sauerstoff zu produzieren. Daher stelle sich die Frage - übrigens auch für das Altwarmbüchener Moor -, ob die CO2- Zertifikate der Stadt, die als gewisser Bonus an die Industrie weitergegeben würden, noch gerechtfertigt seien.
Die Moore könnten nur bei kühler Witterung weiter wachsen. Sie würden zudem auch abhängig vom Niederschlag leben, insbesondere im Sommer. Die Grenze für die Bedingungen, unter den die Moorpflanzen noch wachsen könnten, sei wohl mit den steigenden Temperaturen im Rahmen des Klimawandels bald erreicht. Statt eines Pflanzenbewuchses bilde sich an der Oberfläche dann ein Sumpf bzw. ein regelrechter Brei. Dieser habe die positiven Eigenschaften eines Moores nicht mehr.
Das bedeute, dass man jetzt noch viel Geld in den Erhalt eines Zustands stecke, der vielleicht in zehn Jahren schon nicht mehr zu halten sei.
In der Universität Weihenstephan gebe es ein Bundesamt für Moorwirtschaft. Vielleicht könne dort nach einer Einschätzung dazu angefragt werden, wie sich die niedersächsischen Moore in den nächsten 10 - 20 Jahren entwickeln würden. Die bisherigen Maßnahmen in den Mooren sollten daher entsprechend überprüft werden. Er bat auch um eine Protokollantwort dazu.
Protokollantwort:
Weder für das Altwarmbüchener Moor noch für den Stadtwald Hannovers existiert ein Handel mit CO2- Zertifikaten.
Ein „Bundesamt für Moorwirtschaft“ ist der Stadtverwaltung nicht bekannt; gemeint ist vermutlich das „Peatland Science Centre“ an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Diese Forschungseinrichtung hat jedoch ihren Fokus auf das Gebiet Süddeutschlands und soll die wissenschaftliche Basis für die Moorentwicklung verbessern.
Mit Blick auf die Moore in Niedersachsen liegt die Fachkompetenz beim NLWKN. In der Region Hannover besitzt zudem die ÖSSM langjährige, wissenschaftliche und praktische Erfahrungen im Moorschutz sowie in der Moorrenaturierung. Mit der ÖSSM arbeitet die LHH daher bereits seit vielen Jahren zusammen – u. a. wurden die bisherigen Wiedervernässungsmaßnahmen im Altwarmbüchener Moor gemeinsam mit der ÖSSM umgesetzt.
Aktuell wurden ein EU-LIFE-Antrag zum Klima- und Moorschutz und die Umsetzung des FFH-Managementplans Altwarmbüchener Moor durch das Land Niedersachsen und die Region Hannover beantragt (s. Informationsdrucks. Nr. 1723/2024). Die LHH fungiert dabei als Projektpartner und stellt Eigentumsflächen für Maßnahmen bereit. In diesem Zusammenhang sollen eine Überprüfung der bisherigen Maßnahmen und die Planung zusätzlicher Maßnahmen nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand durch den NLWKN erfolgen. Mögliche Folgen des Klimawandels sollen dabei mit berücksichtigt werden.
Ratsherr Engelke kam ebenfalls auf die Kaltluftschneisen zu sprechen. Die Frage dazu in der Einwohner*innenfragestunde habe er sehr interessant gefunden. An die zugehörige Drucksache könne er sich erinnern, aber nicht mehr an den genauen Inhalt. Er fragte, ob es eine Untersuchung dazu gebe, inwieweit sich Kaltluftschneisen bei der Erweiterung von Fahrspuren verändern würden. Weiterhin fragte er, ob eine Karte oder Informationen dazu existierten, die die von Herrn Dirscherl erwähnte Blockade der Kaltluft durch den Wall aufzeige.
Herr Prote erläuterte dazu, dass die Stadtklimakarte entsprechende Informationen dazu biete und anschaulich zeige, wo in der Stadt Kaltluft-Entstehungsgebiete und Leitbahnen vorhanden seien. Zudem zeige sie, wie sich die Bebauung darauf auswirke.
Zum besagten Fall des Südschnellwegs habe er bereits ausgeführt, dass die Auswirkungen als eher gering einzuschätzen seien.
II. N I C H T Ö F F E N T L I C H E R T E I L
Anja Ritschel Carina Bach
Stadträtin Für das Protokoll
