Sitzung Stadtbezirksrat Buchholz-Kleefeld am 15.09.2022

Protokoll:

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Landeshauptstadt Hannover - 18.62.04 BRB - Datum 18.01.2023
PROTOKOLL

7. Sitzung des Stadtbezirksrates Buchholz-Kleefeld
am Donnerstag, 15. September 2022,
Stephanstift (Großer Saal/Festsaal), Kirchröder Straße 44, 30625 Hannover

Beginn 18.00 Uhr
Ende 22.20 Uhr
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Anwesend:
(verhindert waren)

Bezirksbürgermeisterin Zaman (SPD)
Stellv. BezirksbürgermeisterAhrens (Bündnis 90/Die Grünen)
Bezirksratsfrau Bedijs (Bündnis 90/Die Grünen)
Bezirksratsherr Böning (DIE HANNOVERANER)
Bezirksratsherr Bolm (parteilos)
Bezirksratsherr Borstelmann 18.30 - 22.20 Uhr (CDU)
(Bezirksratsherr Fulst) (SPD)
(Bezirksratsfrau Gießelmann) (Bündnis 90/Die Grünen)
Bezirksratsfrau Hondozi (SPD)
Bezirksratsherr Hunze 18.08 - 22.20 Uhr (CDU)
(Bezirksratsherr Janke) (CDU)
Bezirksratsfrau Kalisch-Humme (SPD)
Bezirksratsherr Knüppel (SPD)
Bezirksratsherr Kreiner (SPD)
Bezirksratsherr Lödige (Bündnis 90/Die Grünen)
Bezirksratsherr Meisner 18.00 - 20.46 Uhr (Bündnis 90/Die Grünen)
Bezirksratsfrau Oppelt 19.24 - 21.25 Uhr (CDU)
Bezirksratsherr Oppelt 18.35 - 22.20 Uhr (CDU)
Bezirksratsfrau Pilger 18.00 - 19.30 Uhr (CDU)
Bezirksratsherr Plotzki (DIE LINKE.)
(Bezirksratsherr Senger) (FDP)

Beratende Mitglieder:
(Ratsfrau Dr. Clausen-Muradian) (Bündnis 90/Die Grünen)
(Ratsherr Hemeed) (DIE LINKE.)
(Ratsherr Pieper) (SPD)

Verwaltung:
Herr Baensch (FB Tiefbau)
Frau Baron (FB Planen und Stadtentwicklung)
Frau Deppe-Lorenz (FB Gebäudemanagement)
Herr Ebeling (FB Tiefbau)
Frau Starkloff (FB Umwelt und Stadtgrün)
Frau Rembecki (Stadtbezirksmanagerin)
Frau Schulz (Bezirksratsbetreuerin)



Gäste:
Herr Dr. Hanel (Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr)
Herr Meng (Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr)
Herr Knoblich (Region Hannover)
Herr Krüger (ADFC)
Frau Lütke-Alsmann (infra)
Herr Zorn (MHH)



Tagesordnung:

I. Ö F F E N T L I C H E R T E I L

1. Eröffnung der 7. Sitzung, Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und Beschlussfähigkeit sowie Feststellung der Tagesordnung

2. Feststellung über den Sitzverlust von Bezirksratsfrau Gerlinde Fernekohl
(Drucks. Nr. 15-2245/2022)

3. Verpflichtung eines neuen Mitgliedes

4. Genehmigung der Protokolle über die Sitzungen am

4.1. über die 5. Sitzung am 12.05.2022 - Öffentlicher Teil -

4.2. über die 6. Sitzung am 16.06.2022 - Öffentlicher Teil -

5. M I T T E I L U N G E N

5.1. der Bezirksbürgermeisterin

5.2. Bericht des Stadtbezirksmanagements

6. ANHÖRUNG zum Haushaltsplanentwurf 2023/2024

6.1. Haushalt 2023/2024
(Drucks. Nr. 2027/2022 mit 4 (online) Anlagen)

6.1.1. Änderungsantrag zur Drucksache Nr. 2027/2022 Anlage 1 Teil II (Haushaltsplanentwurf 2023/2024 – Teilergebnishaushalt 18, Produkt 11111, Stadtbezirksräte);
Aufteilung der eigenen Haushaltsmittel 2023/2024 /
Repräsentationsmittel des Stadtbezirksrates Buchholz-Kleefeld
(Drucks. Nr. 15-2465/2022)

6.1.2. Zusammenfassung der Änderungsanträge des Stadtbezirksrates Buchholz-Kleefeld zum Haushaltsplan 2023/2024
(Drucks. Nr. 15-2467/2022)

6.2. Haushaltsplan 2023/2024 - Haushaltsmittel für die Stadtbezirksräte
(Informationsdrucks. Nr. 2081/2022 mit 1 Anlage)

8. EINWOHNER*INNENFRAGESTUNDE - 1. Teil - allgemein

7. A N H Ö R U N G gem. § 35 der Geschäftsordnung des Rates zum THEMA: "Weidetorkreisel"

7.2. Eingeladen sind: Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Region Hannover, ADAC, ADFC, Infra, MHH

7.1. Sachstandsbericht LHH

7.2. Eingeladen sind: Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Region Hannover, ADAC, ADFC, Infra, MHH

8. EINWOHNER*INNENFRAGESTUNDE - 2. Teil - zu TOP 7.

9. EIGENE MITTEL des Stadtbezirksrates

9.1. Zuwendung aus Mitteln des Bezirksrates Buchholz-Kleefeld für die Anschaffung von IT Hardware lt. Kostenaufstellung - 17/2022
(Drucks. Nr. 15-2460/2022)

9.2. Zuwendung aus Mitteln des Bezirksrates Buchholz-Kleefeld für die Anschaffung eines Klaviers für den Musikunterricht im Kulturtreff Roderbruch - 18/2022 i. V. m. 15/2021
(Drucks. Nr. 15-2461/2022)

9.3. Zuwendung aus Mitteln des Bezirksrates Buchholz-Kleefeld für die Herrichtung und Einrichtung des Bauwagens auf dem Gelände des Camelots - 19/2022 i. V. m. 13/2021
(Drucks. Nr. 15-2462/2022)

9.4. Zuwendung aus Mitteln des Bezirksrates Buchholz-Kleefeld für den Bau eines Glockenturms auf dem Gemeindefriedhof Nackenberg - 20/2022 i. V. m. 16/2021
(Drucks. Nr. 15-2463/2022)

9.5. Zuwendung aus Mitteln des Bezirksrates Buchholz-Kleefeld für die Anschaffung, Errichtung und Betreuung eines Schaukastens für die Vereine und Verbände in Groß-Buchholz - 21/2022
(Drucks. Nr. 15-2464/2022)

10. EIGENE MITTEL des Integrationsbeirates

10.1. IB-04-2022: Zuwendung des Integrationsbeirates, Projekt: "Mama lernt Deutsch - Papa auch"
(Drucks. Nr. 15-2387/2022)

11. A L L G E M E I N E V E R W A L T U N G S V O R L A G E N

11.1. E N T S C H E I D U N G E N

11.1.1. Neuanlage Streetballplatz In den Sieben Stücken - Paracelsusweg
(Drucks. Nr. 15-1647/2022 mit 2 Anlagen)

11.2. A N H Ö R U N G E N

11.2.1. Widmung einer Stichstraße der Roderbruchstraße
(Drucks. Nr. 2230/2022 mit 1 Anlage)

11.2.2. Widmung von Straßen im Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld
(Drucks. Nr. 2268/2022 mit 1 Anlage)

11.2.3. Neubau der 6-zügigen IGS Kleefeld auf dem Grundstück Nackenberger Straße/ Berckhusenstraße
(Drucks. Nr. 2293/2022 mit 2 Anlagen)

12. A N T R A G

12.1. von Bezirksratsherrn Böning
(Die Hannoveraner)

12.1.1. (Prüf)antrag Überweg Pinkenburger Gang / Ecke Silberstraße: errichtung eines Drückers für Radfahrer
(Drucks. Nr. 15-2335/2022)

13. A N F R A G E N

13.1. der SPD-Fraktion

13.1.1. Ausbau von Solaranlagen im Stadtbezirk
(Drucks. Nr. 15-2031/2022)

13.1.2. Sofortprogramm Klimaschutz, hier: Natürliche Kohlenstoffspeicher erheben, schützen und ausbauen
(Drucks. Nr. 15-2032/2022)

13.2. von Bezirksratsherrn Böning
(Die Hannoveraner)

13.2.1. Schäden und Stolperfallen an der Schnellweg-Unterführung
(Drucks. Nr. 15-2334/2022)








I. Ö F F E N T L I C H E R T E I L

TOP 1.
Eröffnung der 7. Sitzung, Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und Beschlussfähigkeit sowie Feststellung der Tagesordnung

Bezirksbürgermeisterin Zaman eröffnete die 7. Sitzung des Stadtbezirksrates und stellte die ordnungsgemäße Einberufung sowie die Beschlussfähigkeit fest. Im Anschluss informierte Bezirksbürgermeisterin Zaman über die Hinweise zur Medienöffentlichkeit und zu den Hygienemaßnahmen.
Bezirksbürgermeisterin Zaman wies darauf hin, dass TOP 3. vertagt werde. TOP 7.2. Anhörung der Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr werde vor TOP 7.1. behandelt. TOP 5 und 14 würden abgesetzt.
Bezirksratsherr Böning zog seinen Antrag (Drucksache Nr. 15-2335/2022) unter TOP 12.1.1. zurück.
Die so geänderte TO wurde einstimmig bestätigt.


TOP 2.
Feststellung über den Sitzverlust von Bezirksratsfrau Gerlinde Fernekohl
(Drucks. Nr. 15-2245/2022)

Bezirksbürgermeisterin Zaman überbrachte die Grüße von Bezirksratsfrau Fernekohl, lobte ihr Engagement für den Stadtbezirk und dankte ihr dafür.

Der Bezirksrat beschloss,
gemäß § 52 Absatz 2 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) in Verbindung mit § 91 Absatz 4 Satz 1 NKomVG festzustellen, dass bei Bezirksratsfrau Gerlinde Fernekohl die Voraussetzungen für den Verlust des Sitzes im Stadtbezirksrat Buchholz-Kleefeld gemäß § 52 Absatz 1 Ziffer 1 NKomVG vorliegen.

Einstimmig


TOP 3.
Verpflichtung eines neuen Mitgliedes
Abgesetzt


TOP 4.
Genehmigung der Protokolle über die Sitzungen am

TOP 4.1.
über die 5. Sitzung am 12.05.2022 - Öffentlicher Teil -
Öffentlicher und Nicht Öffentlicher Teil
Einstimmig


TOP 4.2.
über die 6. Sitzung am 16.06.2022 - Öffentlicher Teil -
Öffentlicher und Nicht Öffentlicher Teil
12 Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung
TOP 5.

M I T T E I L U N G E N

TOP 5.1.
der Bezirksbürgermeisterin
Abgesetzt


TOP 5.2.
Bericht des Stadtbezirksmanagements
Abgesetzt


TOP 6.
ANHÖRUNG zum Haushaltsplanentwurf 2023/2024

TOP 6.1.
Haushalt 2023/2024
(Drucks. Nr. 2027/2022 mit 4 (online) Anlagen)

Bezirksratsherr Borstelmann fragte nach, ob Haushaltsmittel für die Sanierung der Bezirkssportanlage Roderbruch eingestellt worden seien und wenn ja, wo.
Antwort des Fachbereichs Gebäudemanagement zu Protokoll: Das Projekt ist bisher als konsumtives Projekt veranschlagt und daher in der vorliegenden Liste nicht berücksichtigt. Durch den Erhalt von Fördermitteln wird daraus jedoch ein investives Projekt. Sobald die Fördermittel final bewilligt sind, wird das Projekt entsprechend als investives Projekt in die Liste des Teilhaushalts Gebäudemanagement (TH 19) aufgenommen. Die Gelder sind dafür in einem Sammelbudget vorgemerkt
.
Der Stadtbezirksrat Buchholz-Kleefeld empfahl dem Rat, den Haushaltsplanentwurf 2023/2024 (Drucks. Nr. 2027/2022 mit 4 Anlagen) einschließlich der zuvor beschlossenen Änderungsanträge zuzustimmen:
1. die Haushaltssatzung (Anlage 1) mit dem Haushaltsplan (Anlage 2, Teil I und II des Haushaltsplans), dem Stellenplan (Anlage 3, Teil I des Haushaltsplans) der Landeshauptstadt Hannover für die Jahre 2023 und 2024,
2. das Investitionsprogramm 2022 bis 2027 der Landeshauptstadt Hannover
(Anlage 4, Teil III des Haushaltsplans),
3. die Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe der Landeshauptstadt Hannover
(Anlage 2, Teil I des Haushaltsplans, Seiten 173-203)
a. Eigenbetrieb Stadtentwässerung Hannover
b. Eigenbetrieb Städtische Häfen Hannover
c. Eigenbetrieb Hannover Congress Centrum
d. Sondermögen Zusatzversorgungskasse der Stadt Hannover,
4. die Höchstbeträge der Liquiditätskredite der Eigenbetriebe der Landeshauptstadt Hannover aus den Wirtschaftsplänen 2023/2024
(Anlage 2, Teil I des Haushaltsplans, Seiten 173-203)
a. Eigenbetrieb Stadtentwässerung Hannover
b. Eigenbetrieb Städtische Häfen Hannover
c. Eigenbetrieb Hannover Congress Centrum
d. Sondermögen Zusatzversorgungskasse der Stadt Hannover

Mit den Änderungen der Drucksachen Nr. 15-2465/2022 und 15-2467/2022 beschlossen.
10 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung
TOP 6.1.1.
Änderungsantrag zur Drucksache Nr. 2027/2022 Anlage 1 Teil II (Haushaltsplanentwurf 2023/2024 – Teilergebnishaushalt 18, Produkt 11111, Stadtbezirksräte);
Aufteilung der eigenen Haushaltsmittel 2023/2024 /
Repräsentationsmittel des Stadtbezirksrates Buchholz-Kleefeld
(Drucks. Nr. 15-2465/2022)


Der Bezirksrat beschloss:
Aus den im Haushaltsplanentwurf 2023/2024 im Teilergebnishaushalt 18, Produkt 11111 (Stadtbezirksräte) für den Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld (04) veranschlagten Haushaltsmitteln wird der folgende Betrag für Repräsentationsmittel jeweils in den Jahren 2023 und 2024 ausgewiesen:

Konto 42711000 Repräsentationsmittel Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld (04) 2.000,00 €


Einstimmig


TOP 6.1.2.
Zusammenfassung der Änderungsanträge des Stadtbezirksrates Buchholz-Kleefeld zum Haushaltsplan 2023/2024
(Drucks. Nr. 15-2467/2022)
Bezirksratsherr Knüppel stellte den Änderungsantrag der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Mittel für die Sanierung der Bezirkssportanlage Roderbruch“ vor.
Der Änderungsantrag wurde einstimmig beschlossen.

Bezirksratsherr Knüppel verlas den Änderungsantrag der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Mittel für Sanierung der IGS Roderbruch“.
Der Änderungsantrag wurde einstimmig beschlossen.

Bezirksratsherr Knüppel trug den Änderungsantrag der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Mittel für den Neubau der 3-Feldsporthalle der Schillerschule“ vor.
Der Änderungsantrag wurde einstimmig beschlossen.

Bezirksratsfrau Kalisch-Humme stellte den Änderungsantrag der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Mittel für den Ausbau der Personalstellen des Verkehrsaußendienstes“ vor.
Der Änderungsantrag wurde mit 12 Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung beschlossen.

Bezirksratsfrau Kalisch-Humme brachte den Änderungsantrag der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Mittel für IT Stellen/Administrationsstellen für mehrere Schulen im Stadtbezirk“ ein.
Bezirksratsherr Plotzki wies darauf hin, dass es sich um eine sehr spezifische Aufgabe handele. Er bezweifelte, dass aufgrund der sehr knapp besetzten Hausmeisterstellen diese Aufgabe noch mit erfüllt werden könne. Er plädierte für extra einzurichtende Stellen.
Der Änderungsantrag wurde einstimmig beschlossen.

Bezirksratsfrau Hondozi trug den Änderungsantrag der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Mittelerhöhung: Zuwendung an die Bürgergemeinschaft Roderbruch e. V. für die Clownswohnung“.
Der Änderungsantrag wurde einstimmig beschlossen.
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Ahrens brachte den Änderungsantrag der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Sanierung der Radwegroute Louis-Meyer-Weg“ ein.
Der Änderungsantrag wurde einstimmig beschlossen.

Bezirksratsherr Borstelmann stellte den Änderungsantrag der CDU-Fraktion „Mittel für Errichtung und Unterhaltung eines dauerhaften Anschlusses an Strom- und Wasserversorgung auf dem Festplatz an der Pasteurallee“ vor.
Bezirksratsherr Knüppel wies darauf hin, dass es sich bei dem beschriebenen Platz um keinen Festplatz handele. Er gebe eine Vereinbarung mit der Nachbarschaft, dass dort lediglich das Schützenfest und der Weihnachtsbaumverkauf stattfinden dürfe. Mit der Festschreibung aus diesem Platz einen Festplatz zu machen, gebe es keine Möglichkeit, einen Festplatz in Groß-Buchholz zu suchen, wo es keine Nachbarschaftsproblematik gebe und feste Installierungen wie z. B. Wasser- und Stromanschluss sowie eine WC-Anlage bereitgestellt werden könnten. Auf solch einem Festplatz könnten auch andere Aktivitäten stattfinden.

Sitzungsunterbrechung von fünf Minuten

Bezirksratsherr Plotzki sprach sich für einen Festplatz für Veranstaltungen aus. Er erinnerte sich an Unterlagen, wo dieser Festplatz ausgewiesen worden sei. Er wies auf die Möglichkeit hin, mit den Anlieger*innen – wie an anderen Orten auch geschehen – Kompromisse zu finden. Er befürwortete die Bereitstellung von Installierungen für einen Festplatz. Als Alternative für Veranstaltungen brachte er den Platz vor dem Bürgerhaus und der Freiwilligen Feuerwehr Pinkenburger Gang ins Gespräch.
Bezirksratsherr Borstelmann brachte die Neufassung des Änderungsantrages ein.
Der Änderungsantrag wurde einstimmig beschlossen.


TOP 6.2.
Haushaltsplan 2023/2024 - Haushaltsmittel für die Stadtbezirksräte
(Informationsdrucksache Nr. 2081/2022 mit 1 Anlage)
Zur Kenntnis genommen


TOP 8.
EINWOHNER*INNENFRAGESTUNDE - 1.Teil - allgemein

Der erste Teil der Einwohner*innenfragestunde wurde von 18.51 Uhr und 19.28 Uhr durchgeführt.
Ein Einwohner bemängelte u.a., dass die Baumscheiben in der Scheidestraße nicht gepflegt und die Pflanzgefäße in der Berckhusenstraße vertrocknete Sträucher enthalten würden. Des Weiteren fielen ihm viele Schottergärten auf und ungeschnittene Hecken, die Gehwege einengen würden. Auch gebe es schlecht hinterlassene Baustellen, die noch nicht abgenommen worden seien. Er regte an, nur Dinge anzulegen, die pflegefrei seien und unterhalten werden könnten.
Bezirksratsherr Plotzki dankte für die Anregungen und appellierte an die Bürger*innen mit tätig zu werden. Er erinnerte daran, dass die Initiative für die Aufstellung der Pflanzkübel aus dem Einzelhandel gekommen sei und die Stadt diese unterstützend finanziert habe. Er bat den Einwohner sich diesbezüglich an den Verein „Wir sind Kleefeld“ e. V. zu wenden.

Ein weiterer Einwohner ging auf den Grünstreifen hinter dem Heidjerhof zwischen der Berckhusenstraße/Richtung Eilenriede ein. Ab dem Bereich Lathusenstraße beginne ein ca. 400 m langes Stück Weg bis zur Eilenriede, welches nicht asphaltiert sei. Er fragte nach, ob der Ausbau geplant sei und falls nicht, regte er an, die Verbindung zwischen zwei sehr guten Radwegnetzen auszubauen. Es handele sich um einen direkten Zubringer zur MHH.
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Ahrens erklärte, dass das Anliegen von Bündnis 90/Den Grünen aufgenommen werde.

Eine Einwohnerin äußerte ihr Entsetzen über die bereits erfolgten Baumfällungen am Lüneburger Damm, wo der neue Kindergarten gebaut werden solle und fragte nach, wie der Bau von der Stadt genehmigt werden konnte. Es wurde ein einstöckiges Gebäude, welches in die Wurzelbereiche der Bäume gehe, genehmigt. Sie fragte nach, wie verhindert werden könne, dass weitere Bäume von dem alten Baumbestand gefällt würden.
Die Frage zur Berücksichtigung von Bäumen im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens wurde vom Wirtschafts- und Umweltdezernat zu Protokoll wie folgt beantwortet: Bei der Genehmigungsplanung ist es innerhalb der Stadtverwaltung üblich, dass eine sogenannte interne Bauvoranfrage gestellt wird. Innerhalb dieser Bauvoranfrage werden Planungsbeteiligte befragt, ob es Bedenken oder anderer Kommentare bedarf.
Die in der Verwaltung zuständige Baumschutzstelle recherchiert, ob gemäß Baumschutzsatzung geschützter Baumbestand betroffen ist und weist darauf hin, dass die Baumschutzsatzung und alle diesbezüglich relevanten Regelwerke und Normen befolgt werden müssen. Auch zu Artenschutzbelangen, Brut- und Setzzeit bzw. Bundes-Naturschutzgesetz (§39) wird ein Hinweis gegeben. An dieser Stelle können aber nur bekannte Umstände in die Beurteilung einfließen. Nähergehende Untersuchungen im Rahmen eines Bauvorhabens sind, auch aus personellen Gründen, nicht leistbar.
Über den Verbleib von Bäumen entscheidet die Baumschutzstelle erst nach einer rechtsverbindlichen Baugenehmigung. Da die jetzt in Frage stehenden Linden jedoch ursprünglich Teil der Planung waren (sie sollten für die Gestaltung der Außenanlage/Beschattung der Außen-Spielbereiche verbleiben), hat sich die Frage der Entnahme auch erst später gestellt. Die besonders auslaufende Wurzel-Architektur und Höhe ist erst bei Schachtarbeiten für die Horizontalplatte offenbart und zum Problem geworden.
Antwort des Fachbereichs Planen und Stadtentwicklung zu Protokoll: In dem Bauantragsverfahren aus dem Jahr 2020 wurden u.a. sowohl der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün als auch die Region Hannover beteiligt. Es gab keine Anmerkungen bzw. Problemanzeigen der beteiligten Fachbereiche zu dem Vorhaben.
Ein dritter Einwohner erinnerte daran, dass vor zwei bis drei Jahren der Neubau der Kita in einer Gemeindeversammlung vorgestellt worden sei. Damals sei bereits die Frage aufgekommen, ob sich ein eingeschossiges Gebäude mit den Wurzelbereichen der Bäume vertrage oder ob ein zweigeschossiger Neubau, der den Kronenbeschnitt der Bäume zur Folge hätte, sicherer wäre. Er bemerkte, dass ein städtischer Neubau so nicht so genehmigt worden wäre. Er erkundigte sich, warum die Stadt derartige Bedenken im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens nicht berücksichtigt habe und ob der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün in das Genehmigungsverfahren mit eingebunden worden sei. Des Weiteren interessierte ihn, warum der Fachbereich nach der ersten Fällung nicht einen Baustopp oder eine Überprüfung der Baugenehmigung gefordert habe. Er fragte nach, ob die Stadt sicherstellen könne, dass keine weiteren Bäume, die Ortsprägend seien, gefällt würden und adäquater Ersatz im Heideviertel gepflanzt werde. Die Kirchengemeinde habe dies zugesagt.
Frau Rembecki berichtete, dass der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün erst aufgrund mehrerer Ausnahmeanträge tätig bzw. beteiligt worden sei. Inwieweit die Bäume im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens berücksichtigt wurden, wäre bei der Bauordnung zu erfragen. Aufgrund der Kurzfristigkeit konnte keine Stellungnahme der Bauordnung eingeholt werden. Sämtlichen Fällungen lag eine entsprechende Ausnahmegenehmigung zugrunde. Da gegen die Bestimmungen der Baumschutzsatzung nicht verstoßen wurde, gab es weder Gründe noch eine Ermächtigungsgrundlage, einen Baustopp zu verfügen. Die Verwaltung habe keine Gründe anzunehmen, dass Bauherr oder Architekt gegen die Bestimmungen der Baumschutzsatzung verstoßen würde, sondern wie bisher das Verfahren beachten würden. Der Bau werde zudem von einem renommierten Baumgutachter begleitet. Die Standorte für Ersatzpflanzungen seien noch nicht abschließend geklärt. Ein Teil werde auf jeden Fall auf dem Grundstück erfolgen.

Ein vierter Einwohner erkundigte sich, wann mit der Sanierung des Spielplatzes Gimpelstieg gestartet werde.
Antwort des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün zu Protokoll: Der voraussichtliche Baubeginn des Spielplatzes Gimpelsteg wird im 1. Quartal 2023 sein.

Ein fünfter Einwohner, Vertreter der Schulgemeinschaft der IGS Roderbruch, äußerte sich über den Änderungsantrag zum Haushalt enttäuscht, da keine konkreten Summe angegeben worden sei. Er fragte die Politik, ob diese bereit sei, die Priorisierung der IGS Roderbruch voranzutreiben oder ob es notwendig sei, dass die Schule und Elternschaft tätig werden solle.
Bezirksratsherr Knüppel wies darauf hin, dass letztendlich der Rat über den Haushalt entscheide. Diese Entscheidung sei abzuwarten, um zu sehen, was betragsmäßig machbar sei und für die Sanierung aufgebracht werden könne. Er erläuterte dies ausführlich. Er merkte an, dass aufgrund der Haushaltslage der Änderungsantrag mit keinem Betrag hinterlegt worden sei.
Bezirksratsherr Borstelmann ging auf den Sanierungsstau aller Schulen in Hannover ein und führte dies näher aus. Die Bereitstellung von Mitteln für die Sanierung der IGS Roderbruch unterstütze die CDU-Fraktion. Vor dem Hintergrund der geplanten 12. IGS wies er darauf hin, dass Schulen nicht nur zu bauen, sondern auch zu unterhalten seien.
Bezirksratsherr Plotzki wies auf die Konkurrenz zwischen der sanierungsbedürftigen IGS Roderbruch und der neu geplanten IGS an der Nackenberger Straße hin.

Der erste Einwohner erkundigte sich, was der Bezirksrat tun könne, um die 50 Jahre alte Wehranlage am Wolfsgraben wieder in einen guten Zustand zu versetzen.
Bezirksratsherr Oppelt erklärte, dass die CDU-Fraktion die Anregung aufgreife und einen entsprechenden Bezirksratsantrag einbringen werde.

Ein Delegierter des Seniorenbeirates machte darauf aufmerksam, dass der NP-Markt schließe und es dadurch kaum noch Einkaufsmöglichkeiten für mobilitätseingeschränkte Personen in Groß-Buchholz gebe.
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Ahrens entgegnete, dass er Kontakt zu der Firma NP aufgenommen und erfahren habe, dass nach dem Umbau ein Nachfolger unter einem anderen Firmennamen dort einziehe.


TOP 7.
A N H Ö R U N G gem. § 35 der Geschäftsordnung des Rates zum THEMA: "Weidetorkreisel"

TOP 7.2.
Eingeladen sind: Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Region Hannover, ADAC, ADFC, Infra, MHH

Herr Dr. Hanel von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr informierte über den Stand der Planungen des Weidetors und über das Behelfsbauwerk für die Weidetorbrücke. Anhand der als Anlage 1 beigefügten Präsentation berichtete er zunächst über das Schnellwegsystem in Hannover. Er erläuterte, dass das Land Niedersachsen den Bund als Baulastenträger vertrete, der die Bundesstraßen unterhalte, betreibe und baue. Die Schnellwege als Bundesfernstraßen hätten die Funktion überörtlichen und überregionalen Verkehr durch das Land Niedersachsen zu bringen. Darüber hinaus würden die Schnellwege wichtige regionale Verkehre übernehmen. Er ging auf die Modernisierung des Schnellwegenetzes incl. der Brücken ein und wies darauf hin, dass alle 35 aufgezeigten Brücken im Laufe die nächsten Jahre ersetzt werden müssten. Eine Sanierung bzw. dauerhafte Instandsetzung der Brücken sei nicht möglich. Auf dem Messeschnellweg in Groß-Buchholz seien die Brücke über den Mittellandkanal und das Bauwerk über das Weidetor zu ersetzen. Momentan werde für das Weidetor ergebnisoffen nach einer Variante gesucht. Es sei zu klären, ob eine Brücke oder ein Trog gebaut werde.
Die Mängel an der Weidetorbrücke seien offensichtlich. Die momentan aufgestellten Stützen sollen den PKW-Verkehr über die Brücke noch für ein bis zwei Jahre ermöglichen. Er stellte fest, dass schnellstmöglich eine Behelfsbrücke gebaut werden müsse. Er skizzierte die entsprechenden Planungen. Dabei solle das städtische Umfeld berücksichtigt und mitgestaltet werden. Mit angedacht werden sollen u. a. Verbesserungen des Lärmschutzes. Der Rad- und Fußverkehr solle gestärkt werden. Der Bund würde sich finanziell beteiligen.

Herr Meng von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr wies nochmals darauf hin, dass der Weidetor neu geplant werden müsse, da die Bestandsbauwerke erhebliche Tragfähigkeitsdefizite aufwiesen. Er informierte über die Gründe und die bereits erfolgten Maßnahmen anhand der Power-Point-Präsentation. Für die Planungen seien die unterschiedlichsten Nutzungen im direkten Umfeld zu berücksichtigen. Er zählte diese auf, u.a. eine Stadtbahntrasse zur Erschließung des neuen MHH-Campuses. Im Vorfeld der Planungen seien zwei Varianten geprüft worden. Dabei handele es sich zum einen um die Errichtung einer neuen Brücke und zum anderen um eine Trog-Tunnellösung. Er stellte beide Varianten anhand der Präsentation vor. Ein neues Brückenbauwerk könnte ca. 200 m lichter Weite kürzer ausfallen als das bestehende Bauwerk. Der Kreisverkehr solle durch eine ampelgesteuerte Kreuzung ersetzt werden. Bei einer Trog-Tunnellösung sei mindestens eine Länge von 90 m zu überdeckeln. Die Gesamtlänge des Bauwerks läge mit den entsprechenden Rampenbereichen bei ca. 500 m. Er ging weiterhin auf die geplanten Fahrbeziehungen mit Geh- und Radverkehr auf der neuen Kreuzung ein, um die Qualitätsstufe C – vorher F - zu erreichen. Die Berücksichtigung einer möglichen Stadtbahntrasse in Seitenlage würde zur Qualitätsstufe D führen. Die Vorgaben des Bundes für einen Neubau würden damit eingehalten. Die Umsetzung der Planungen müsste unter Aufrechterhaltung des Verkehrs erfolgen. Es werde eine Behelfsumfahrung u.a. mit Behelfsbrücke benötigt, um das vorhandene Bauwerk abzureißen. Dafür biete sich die südöstliche Seite an. Diese Behelfsführung lasse sowohl eine Brücken - als auch eine Trog-Tunnelvariante zu. Vorab müsse entschieden werden, ob die Behelfsumfahrung in einer Variante V0 (Brückenneubau und Trog-Tunnellösung möglich und für die Trog-Tunnellösung nur eine abgerückte Lage machbar) oder der Variante V1 (Brückenneubau und Trog-Tunnellösung in heutiger Achslage) hergestellt werde. Bei der Variante V1 müssten bereits jetzt bauliche Maßnahmen sog. Schlitzwände bei der Erstellung der Behelfsumfahrung umgesetzt werden. Bei der Variante VO und Trog-Tunnellösung können später Eingriffe in den Privatbereich erforderlich werden. Diese könnten zu Risiken beim späteren Genehmigungsverfahren für eine Trog-Tunnellösung führen. Er wies darauf hin, dass die Schlitzwände die Kosten erhöhen würden und stellte die Kostenschätzungen (Stand 2021) für die einzelnen Varianten und die anfallenden Kostenbeteiligungen für die Landeshauptstadt Hannover und die infra vor. Die höchsten Kosten entstünden bei der Variante V1.
Hinsichtlich der Termine machte er darauf aufmerksam, dass zunächst abgestimmt werden müsse, ob die Variante V0 oder V1 gewählt werde. Für die Behelfsumfahrung einschließlich Behelfsbrücke sei in 2023 das Plangenehmigungsverfahren einzuleiten. Der mögliche Baubeginn für die Behelfsumfahrung sei 2025/2026. Parallel dazu werde das Ersatzbauwerk einschließlich Umbau des Knotenpunktes auf den Weg gebracht. Nach Fertigstellung der Behelfsumfahrung in 2026 könne mit dem endgültigen Ersatzbauwerk einschließlich Umbau des Knotenpunktes in 2027 begonnen werden. Er informierte darüber, dass je nachdem, welche Variante gewählt werde, der Umbau bis zu sechs Jahre dauern könne.


TOP 7.1.
Sachstandsbericht LHH

Herr Ebeling stellte zunächst anhand einer Power-Point-Präsentation (Anlage 2) den Weidetorkreisel mit der aktuellen Verkehrsführung vor. Er wies darauf hin, dass mit der Neugestaltung des Weidetors die Möglichkeit eröffnet werde, entsprechende Potentiale zu heben und die Situation vor Ort zu verbessern. Hinsichtlich der vorgestellten Varianten befände sich die Stadt in Abstimmung mit der Landesbehörde. Momentan würden die Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten abgewogen. Er informierte darüber, dass die Stadtbahnanbindung für den MHH-Neubau dabei planerisch mit berücksichtigt werde. Es stehe die grundsätzliche Entscheidung an, ob es ein Brückenbauwerk im Ersatz oder eine Trog-Lösung werde. Er stellte fest, dass die Brücke die einfachere und kostengünstigste Variante sei. Der Trog biete jedoch bessere städtebauliche Entwicklungschancen. Städtebauliche habe die Brücke durch die Gewährleistung des Lärmschutzes eine Trennwirkung. Die entsprechenden Maßnahmen seien Sichtbarrieren. Aus den genannten Gründen sei eine Trog-Lösung wünschenswert. Für diese seien jedoch keine Finanzmittel bei der Stadt vorhanden, um die Mehrkosten zu decken. Die Hoffnung liege auf einer Finanzierung durch den Bund.
Die Variante 0 werde, da keine Zusatzkosten entstünden, favorisiert. Bei Variante 1 kämen ca. 5 Millionen Zusatzkosten auf die Stadt zu, falls später doch kein Trog gebaut werde.
Er stellte die Verkehrsströme und die Nachteile der Kreisverkehrsführung am Weidetor vor, u. a. die nicht vorhandenen Verkehrsführungen für die Fußgänger*innen und Radfahrenden auf der westlichen und nördlichen Seite. Bei einer Neuplanung sei dies zu korrigieren. Eine geländeebenerdige Kreuzung könne unabhängig von einer Brücken- oder Troglösung geplant werden. Er stellte mögliche Planungen incl. der Stadtbahntrasse vor. Eine unterirdische Führung für die Radfahrenden wäre sehr kostenintensiv, u. a. aufgrund der langen Rampenführungen. Es gab zu bedenken, dass die soziale Sicherheit bei einem Tunnel ggfs. nicht gegeben wäre.
Frau Baron ging auf die städtebaulichen und stadträumlichen Aspekte ein. Durch die Brücke werde der nördliche Teil von Groß-Buchholz vom restlichen Stadtteil abgetrennt. Das Brückenbauwerk stelle sich aus städtebaulicher Sicht als funktionale und optische Barriere dar. Darüber hinaus stellte sie fest, dass der geplante Neubau der MHH aktuell unzureichend erschlossen sei. Aus städtebaulicher Sicht sei ein Trogbau die beste Lösung, da die beiden Stadtteilhälften besser verknüpft werden könnten. Es gebe die Möglichkeit, die ebenerdige Fläche attraktiv zu gestaltet. Von der Klingerstraße bis zum Stadtfelddamm sei eine städtebauliche Achse, die für die Stadtbahnerschließung genutzt werden könnte. Des Weiteren könnten die Querungen für Fußgänger*innen und Radfahrende verbessert werden. Sie wies darauf hin, dass eine Kreuzung im Vergleich zu einem Kreisverkehr flächensparender sei. Die dadurch gewonnenen Flächen wären attraktiver, da sie nicht mehr im Schatten einer Brücke liegen würden und könnten aufgewertet werden. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Stadtbahn ebenerdig über den Trog geführt werden könnte. Anhand der Präsentation stellte sie die Varianten mit und ohne Brücke vor.


TOP 7.2.
Eingeladen sind: Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Region Hannover, ADAC, ADFC, Infra, MHH

Herr Knoblich von der Region Hannover informierte darüber, dass das Team Infrastruktur Aufgabenträger für den gesamten ÖPNV in der Region sei. Als feststand, wo der Standort des neuen MHH-Campuses sein sollte, sei die Region in die weiteren Planungen mit eingebunden worden. Zunächst sei eine Verschwenkung der Linie 4 geprüft worden. Diese Lösung wurde u.a. aufgrund der bereits heute sehr guten Auslastung der Linie 4 verworfen. Die Vorstellung der neuen Streckenführung erfolge im Anschluss durch Frau Lüdtke-Alsmann. Er führte weiter aus, dass die Streckenprüfung im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplanes erfolgt sei. Aktuell werde ein stadtweiter Masterplan Stadtbahn erstellt, in welchem alle Maßnahmen für die nächsten Jahrzehnte festgelegt werden sollen. Die Strecke zur MHH werde technisch im Rahmen einer Machbarkeitsuntersuchung durch die Infra betrachtet und im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans und des Masterplans Stadtbahn bewertet. Er machte darauf aufmerksam, dass eine Stadtbahn frühestens gebaut werde, wenn das Bauwerk am Weidetor fertig gestellt sei. Daher sei die Stadtbahnlinie unerheblich für den Behelfsbau. Er hob hervor, dass es keine Sonderfinanzierung des Landes oder Bundes für die Stadtbahn geben werde. Die Stadtbahn müsse durch das sog. Regelverfahren, d. h. es müsse zunächst eine Machbarkeitsuntersuchung durchgeführt werden, um die Kosten zu ermitteln und im Anschluss erfolge eine Abwägung des Nutzens und der Kosten. Soweit der Nutzen höher sei, bestehe die Chance der Förderung durch das Land und evt. den Bund. Das Bewertungsverfahren sei abzuwarten.

Frau Lüdtke-Alsmann von der Infrastrukturgesellschaft der Region erläuterte das Verfahren der Machbarkeitsuntersuchung. Momentan laufe die Grobplanung. In dieser würden technische Lösungen erarbeitet, die – wenn die Vorzugsvariante festgelegt sei – auf die Realisierbarkeit hin überprüft würden. Die Trasse für die Stadtbahn solle ab der Podbielskistraße/ Spannhagengarten über die Hermann-Bahlsen-Allee, den Weidetorkreisel entlang des Stadtfelddamms, am MHH Campus vorbei, mit einem Abzweig Richtung Misburger Straße verlaufen. Für den Weidetorkreisel gäbe es unterschiedliche Varianten, so z. B. eine Seitenlage, eine Mittellage im Bereich des Knotenpunktes. Eine Variante auf der Ostseite sei bereits ausgeschlossen worden aufgrund der notwendigen Kreuzungen. Die Infra stünde in engen Kontakt mit den Planenden und habe die Anforderungen für die Stadtbahn wie z. B. die Breitenanforderung kommuniziert und diese würden bei der Planung berücksichtigt. Der Knotenpunkt am Weidetor wäre mit einer Stadtbahn leistungsfähig. Herausfordernd seien die weiteren Planungen zur Hermann-Bahlsen-Allee/ Klingerstraße und zum Stadtfelddamm. Sie stellte die unterschiedlichen Trassenlagen der Stadtbahn anhand von groben Skizzen (Anlage 3) dar. Ziel sei es, die Leistungsfähigkeit für alle Verkehrsteilnehmer*innen aufrecht zu erhalten.

Herr Krüger vom ADFC erklärte, dass der Weidetorkreisel ein wichtiger Knotenpunkt für den Rad- und Fußverkehr sei, daher hätte sich der ADFC bereits vor einem Jahr mit dem Thema intensiv befasst. Anhand einer Präsentation (Anlage 4) zeigte er den aktuellen Verlauf der Rad- und Fußwege auf und ging u.a. auf den Louis-Meyer-Weg als wichtige Verbindung für den Radfahrenden Pendlerverkehr ein.
Wünschenswert wäre für Radfahrende eine Verbindung in Richtung Süden auf der Klingerstraße bis zum Weidetor. Vorteile seien eine Fahrzeitersparnis und der Anschluss des Quartiers Gehägestraße. Er erinnerte daran, dass der Zwei-Richtungs-Radweg auf der Gehägestraße auf Initiative des Landesverkehrsministeriums zurück gebaut worden sei und es keine Radwege auf der Groß-Buchholzer Straße mehr gäbe. Daher würden der ADFC anregen, ab Steuerndieb eine Verbindung zu errichten, die nördlich des Schnellweges an den Louis-Meyer-Weg anschließe. Er zeigte anhand der Präsentation die unterschiedlichsten Varianten auf, um den Radverkehr kreuzungsfrei über den Knotenpunkt Weidetor zu leiten. Die Varianten berücksichtigten sowohl ein Brückenbauwerk als auch eine Trog-Lösung. Er hob die Vorteile, wie keine Räumzeiten für den Radverkehr hervor. Er warf grundsätzliche Fragen auf und legte die Sicht des ADFC dazu dar.



Herr Zorn von der MHH machte darauf aufmerksam, dass die MHH 11.000 Mitarbeiter*innen, ca. 4.000 Studierende, 700 Schüler*innen und Auszubildende habe. Die MHH verfüge über 1.500 Betten. Nach Corona käme mindestens ein*e Besucher*in pro Bett täglich hinzu. Darüber hinaus wären wochentags mindestens 1.100 ambulante Patient*innen zu versorgen. Im Ergebnis würden täglich 20.000 Menschen auf den Campus kommen. Bei einer Verlegung des Campus nach hinten seien 800 Meter ab Stadtbahnhaltestelle zu gehen. Dies sei nicht zumutbar.
Er berichtete, dass momentan viele mit dem Fahrrad zu MHH kämen. Die Nachfrage nach dem Jobticket steige. Ca. ein Drittel bis zur Hälfte der Menschen nutzten die Stadtbahnlinie. Dies sei mit der jetzigen Stadtbahnlinie 4 allein in Zukunft nicht zu leisten.
Er ging auf die Bauzeiten der Behelfsbrücke ein und wies darauf hin, dass die Hauptbauzufahrt für den Neubau der MHH über das Weidetor gehe. Er appellierte an alle, dass die diesbezüglichen Planungen und Bauzeiten gut auf einander abgestimmt werden.

Bezirksratsherr Oppelt dankte im Namen der CDU-Fraktion allen Vortragenden. Der Neubau der MHH, des Weidetors und der Stadtbahntrasse seien wichtige Vorhaben, die eine Wirkung über den Stadtbezirk hinaus entfalten würden. Der Trogbau-Vorschlag sei städtebauliche positiv für den Stadtteil zu sehen. Der CDU-Fraktion sei darüber hinaus eine verkehrliche Leistungsfähigkeit für den Kfz-Verkehr wichtig. Er unterstützte das Ziel, eine Verbesserung für Radfahrende und Fußgänger*innen im nördlichen Bereich herbei zu führen. Diesbezüglich fragte er nach, ob Fördermittel eingeworben werden könnten, um einen solchen Radweg zu finanzieren oder ob dieser Teil der Gesamtmaßnahme sei. Des Weiteren interessierte ihn, wovon die Entscheidung abhängig sei, ob das Weidetor mit einer Brücke oder einem Trog ausgestattet werde.
Herr Dr. Hanel entgegnete, dass das Land Niedersachsen in Verbindung mit dem Bund als Baulastträger bereit sei, für den Radverkehr direkt Investitionen zu tätigen. Darüber hinaus fördere das Land Niedersachsen den Radverkehr bis zu 75 %.
Er berichtete, dass das Land hinsichtlich der Variantenfindung mit der Stadt Hannover in direktem Austausch sei. Als nächstes sei eine Bewertungsmatrix gemeinsam abzustimmen. Es seien die städtebaulichen Belange abzuwägen, um eine Vorzugsvariante zu finden. Diese werde dem Bund mit der Bitte um Genehmigung vorgelegt. Vor diesem Prozess müsse die Behelfsbrücke genehmigt und gebaut sein.
Herr Ebeling ergänzte, dass es sich um eine zweistufige Entscheidungsfindung handele. In Bezug auf die Behelfsbrücke sei zunächst zu klären, welche der beiden Varianten in Frage komme. Er wies nochmals darauf hin, dass bei der Finanzierung die Hoffnung auf dem Bund liege, da die Stadt keine Mittel zur Verfügung habe.
Bezirksratsherr Plotzki sprach sich für die Trog-Variante aus, da dadurch die Barrierefunktion aufgehoben würde und führte dies näher aus. Er ging auf die Beteiligung der Bürger*innen für den Südschnellweg im Zusammenhang mit der Trog-Lösung ein und erkundigte sich, warum beim Weidetor keine derartige Beteiligung erfolgt sei. Des Weiteren fragte er, ob es zu den verkehrlichen Prognosen aktuelle Zahlen gäbe. Er wies auf den politischen Auftrag hin, sich mit der zukünftigen verkehrlicher Entwicklung zu befassen und dies in die Planungen mit einzubeziehen. Die Planungen für das Weidetor wirkten flächenmäßig breiter als bisher und würden dem Ziel entgegenstehen.
Herr Meng informierte darüber, dass zu Beginn der Planungen eine Verkehrsuntersuchung vorgenommen worden sei. Bereits heute seien in diesem Bereich sehr hohe Verkehrsbelastungen von täglich im Querschnitt Richtung Norden 60.000 Fahrzeugen. Prognosen würden von leichten Steigerungen ausgehen. Die aktuellen Belastungen seien so hoch, dass der Kreisverkehr nicht mehr leistungsfähig sei. Aus diesem Grund wurde angeregt, den Knotenpunkt umzubauen.
Herr Dr. Hanel nahm die Anregung zur Bürger*innen- und Bezirksratsbeteiligung als Vorschlag mit. Er würde auf den Bezirksrat wieder zu kommen.


Bezirksratsherr Bolm ging auf die Visualisierung zum Stadtfelddamm ein. Diese habe den Eindruck erweckt, als ob der Stadtfelddamm in Zukunft nur noch ausschließlich von der Stadtbahn befahren werde und kein anderer Verkehr mehr zwischen Karl-Wiechert-Allee und Stadtfelddamm möglich sei.
Bezirksratsherr Lödige erkundigte sich in diesem Zusammenhang, wie die Stadtbahn durch die Hermann-Bahlsen-Allee geführt werden solle.
Frau Baron führte aus, dass auf der städtebaulichen Achse neben der Stadtbahn auch der Fuß- und Radverkehr über das Weidetor in den Stadtfelddamm hineingeführt werde. Die Planungen im Detail zum Stadtfelddamm seien u. a. von der Führung der Stadtbahn abhängig und diese werde noch untersucht.
Bezirksratsherr Bolm fragte nach, ob es keine Verbindung für den Kfz-Verkehr von der Karl-Wiechert-Allee zum Stadtfelddamm gebe.
Frau Baron wies darauf hin, dass aufgrund einer Abpollerung momentan bereits kein Durchgangsverkehr möglich sei.
Herr Ebeling merkte an, dass für den Einmündungsbereich noch keine Planungen vorhanden seien.
Herr Baensch ergänzte, dass der Fachbereich Tiefbau nicht beabsichtige, die Haupterschließung des neuen MHH-Campuses über den Stadtfelddamm zu führen.
Frau Lüdtke-Alsmann wies darauf hin, dass es verschiedene Möglichkeiten gäbe. Die infra bevorzuge den besonderen Bahnkörper, um den ÖPNV zu beschleunigen. In diesem Fall wäre eine Seiten- oder Mittellage denkbar. Welche Variante zum Tragen käme, sei abhängig von der städtebaulichen Entwicklung in diesem Bereich. Die Haltestellen müssten dort positioniert sein, wo die Fahrgäste seien. Diese Potentiale seien für die Nutzen-Kosten-Analyse erforderlich.
Bezirksratsfrau Bedijs schloss sich den Ausführungen von Bezirksratsherrn Plotzki hinsichtlich der Wichtigkeit der Beteiligung sowohl für die Anlieger*innen als auch den Bezirksrat an. Sie erkundigte sich, in welchem Rhythmus die Information bzw. Beteiligung erfolge. Sie fragte nach, welche Überlegungen es gäbe, die soziale Sicherheit bei Unterführungen herzustellen.
Herr Dr. Hanel erwiderte, dass in der Vergangenheit bei Beteiligungsdialogen zwei bis drei Mal pro Jahr ein Treffen stattgefunden habe. Er wies darauf hin, dass sowohl Mitglieder der beteiligten Bezirksräte, Bürger*innen und Verbände beteiligt worden seien. Für den Dialog am Weidetor würden sie sich eine verlässliche Teilnahme der Kritiker*innen wünschen.
Zu den Unterführungen merkte Herr Meng an, dass die Planungen mehrere offen geführte Abschnitte mit natürlichem Lichteinfall vorsehe. Da die Unterführungen einsehbar seien, erhöhe sich die Sicherheit.
Herr Krüger wies darauf hin, dass für den Radverkehr eine durchgehende Beleuchtung und eine Absenkung, die als nicht so stark wahrgenommen werde, von Vorteil seien. Auch die Dimensionierung sei entscheidend, z. B. das Ende des Tunnels zu sehen. Für die Wahrnehmung seien nach außen geneigte Wände, und eine Mehrteiligkeit mit Spalten - für den Lichteinfall und die Belüftung - wichtig.
Bezirksratsherr Hunze vermisste Ausführungen zu der Brücke über den Mittellandkanal. Er erinnerte an das Planfeststellungsverfahren 2017/2018. Damals sei davon ausgegangen worden, dass beide Brücke gleichzeitig erneuert werden. Er wies auf das erhöhte Verkehrsaufkommen hin, wenn beide Brücken und der neue MHH-Campus gleichzeitig gebaut würden. Hier müsse eine exakte zeitliche Abstimmung erfolgen.
Herr Dr. Hanel erklärte, dass die Entwurfsplanungen für die Mittellandkanalbrücke in 2022 abgeschlossen werden. Anschließend würde die Planung dem Bundesverkehrsministerium zur Genehmigung vorgelegt werden. Im nächsten Jahr erfolge die Ausschreibung für die Baumaßnahme. Der Baubeginn solle in 2024 liegen.




Bezirksratsherr Hunze erinnerte daran, dass die Gesamtbauzeit für die Brücke über den Mittellandkanal mit vier bis vier 1/2Jahre angegeben worden sei und sich der Bau seit 2020 verschiebe.
Herr Dr. Hanel wies darauf hin, dass die Verzögerung dazu geführt habe, dass die Gestaltung der Brücke mit der Stadt abgestimmt werden konnte und die Radwegeführung optimiert worden sei.
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Ahrens interessierte, welche Haltestellen für die Stadtbahn von der Podbielskistraße bis zur Gehägestraße geplant seien und ob der Anschluss des Gehägestraßenviertels mit berücksichtigt werde.
Frau Lüdtke-Alsmann antwortete, dass gemeinsam mit der Stadt Hannover geschaut werde, welche Querschnitte realisiert werden können und welche Potentiale entstehen. Dies habe Auswirkungen auf die idealen Haltestellensituationen, die noch nicht fest eingeplant seien, sondern vom Fahrgastpotential abhängig seien. Die Hermann-Bahlsen-Allee werde mit betrachtet.
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Ahrens gab den Hinweis, dass sich die Anwohner*innen des Gehägeviertels vom öffentlichen Nahverkehr abgeschnitten fühlten. Er bat darum, entsprechende Möglichkeiten zu schaffen.
Bezirksratsherr Oppelt unterstützte den Wunsch von Stellvertretendem Bezirksbürgermeister Ahrens, das Gehägeviertel durch eine Haltestelle miteinzubinden. Er fragte nach, wie viele Haltestelle auf der Strecke möglich seien. An Herrn Dr. Hanel gerichtet, wies er darauf hin, dass die Bürger*innenbeteiligung der CDU-Fraktion ein wichtiges Anliegen sei.
Herr Knoblich von der Region erläuterte das Zusammenspiel zwischen dem Potential und technischen Randbedingungen. Das Potential sei in Verkehrsmodellen hinterlegt. Durch diese könne die Anzahl der Personen errechnet werden, die Fußwegzeiten von bis zu zehn Minuten zu einer Haltestelle hätten. Die technischen Bedingungen würden u. a. von der Ausgestaltung des Weidetors, der Ausbildung der MHH und dem Stadtfelddamm abhängen. Die Haltestellenabstände sollten eingehalten werden. Momentan könne dazu noch keine konkrete Aussage getätigt werden.
Bezirksratsfrau Kalisch-Humme dankte für die Vorstellungen. Dadurch sei klargeworden, dass es sich nicht nur um ein Bauprojekt handele, sondern um ein Entwicklungsprojekt für den gesamten Stadtbezirk. Es sei ein Mobilitätsprojekt, welches alle Verkehrsteilnehmenden und ihre Interessen berücksichtige. Sie unterstützte die Möglichkeit der frühzeitigen Bürger*innenbeteiligung; insbesondere vor dem Hintergrund, dass evt. Privatgrundstücke oder Kleingärten eingezogen werden müssten. Ihr Verständnis von Bürger*innenbeteiliung sei, dass ggfs. Pläne abgeändert oder Entscheidungen angepasst werden müssten.
Sie stellte fest, dass sich die Trog-Lösung herauskristallisiert habe. Die Kosten für die Maßnahmen seien benannt worden. Sie interessierte sich für die Folgekosten im Rahmen der Nachhaltigkeit und fragte nach, ob diese bei der Favorisierung mit eingeflossen seien.
Herr Dr. Hanel entgegnete, dass bei den Gesamtkosten, die Unterhaltungskosten mitberücksichtigt worden seien. Er betonte nochmals, dass eine Trog-Lösung ohne eine Kostenbeteiligung der Stadt Hannover nicht umsetzbar sei. In einen Abwägungsprozess würden die städtebaulichen Belange mit einfließen. Wichtig sei, ein Signal der Stadt, ob sie den Trog wolle und wenn ja, dass sie sich an den Kosten beteilige.


TOP 8.
EINWOHNER*INNENFRAGESTUNDE - 2. Teil - zu TOP 7.

Der zweite Teil der Einwohner*innenfragestunde wurde von 21.20 Uhr bis 21.36 Uhr durchgeführt.



Der erste Einwohner fragte nach, ob die Trog-Lösung im Hinblick auf die langfristige Unterhaltung und Qualität nicht die preisgünstigere Lösung sei. Er regte an, auf die Erfahrungen von
vergleichbaren Projekten wie z. B. am Pferdeturm zurück zu greifen und diese 1 zu 1 umzusetzen, um Kosten zu sparen. Des Weiteren mahnte er die spätere Unterhaltung an und ging auf die Brücke am Mittellandkanal ein.
Herr Dr. Hanel beschrieb die geplante Brücke über den Mittellandkanal. Für Fußgänger*innen und Radfahrende sei der Blick auf den Mittellandkanal gegeben. Die Erfahrungen des Pferdeturms würden in die Planungen mit einfließen. Er wies darauf hin, dass das Land Niedersachsen von seinen 6.000 Brücken ca. 150 sehr schnell ersetzen müsse, da eine Erhaltung nicht mehr möglich sei. Davon gäbe es viele auf den Schnellwegen der Stadt Hannover. Das Land arbeite gleichzeitig daran, die Brücken möglichst lange zu erhalten. Dafür sei ein sehr dezidiertes Konzept entwickelt worden, welches starte. Es umfasse Brückenprüfungen und –erhaltungen. Die Brückenerhaltung habe einen sehr hohen Stellenwert. Ziel sei es, die Lebensdauer der Brücken zu verlängern. Den fünften Einwohner interessierte, welche Auswirkungen die Großbaustellen in den nächsten 10 bis 15 Jahren auf die Stadtgesellschaft haben. Die Straßen seien bereits jetzt überlastet. Er stellte die Frage, welche Möglichkeiten es gäbe, damit kein zusätzlicher Verkehr in den Stadtteil einfließe.
Herr Dr. Hanel wies darauf hin, dass sie alle Großbaustellen im Blick hätten. Ein Bau nach einander wäre wünschenswert gewesen. Die Planungen seien jedoch soweit, dass beide Maßnahmen - Mittellandkanal und Weidetor - gleichzeitig gebaut werden müssen. Es werde versucht, die Baustellen möglichst störungsfrei zu betreiben.
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Ahrens bezog sich auf die Frage des fünften Einwohners, welche Auswirkungen für den Bereich Buchholz-Kleefeld er sich durch den Neubau des Weidetors vorstelle.
Herr Dr. Hanel entgegnete, dass sobald die Bestandsbrücke außer Betrieb genommen werde und die Behelfsbrücke durch LKWs befahren werden könne, eine Entlastung des Weidetors stattfinde.
Herr Meng erwiderte auf die Frage des sechsten Einwohners, ob ausgeschlossen werden könne, dass die Eilenriede durch die Baumaßnahmen leide bzw. Flächen von dieser in Anspruch genommen werden, dass dies nicht der Fall sei. Eingriffe in die Eilenriede seien Ausschlusskriterien bei der Planung gewesen. Er erläuterte dies ausführlich.
Herr Dr. Hänel bekräftigte die Aussage des ersten Einwohners, dass die Brücke regelmäßig auf ihre Standfähigkeit hin untersucht werden. Er ergänzte, dass jede Brücke zwei Mal jährlich gesichtet und beobachtet werde, alle drei Jahre werde diese genauer untersucht und alle sechs Jahre würden die Brücken Handnah geprüft. Bei der Weidetorbrücke erfolge die Handnahe Prüfung mehrmals im Jahr, da sie im kritischen Zustand sei.
Der erste Einwohner merkte an, dass bei dieser Art der Untersuchungen abschätzbar sein müsse, wie lange eine Brücke benutzbar sei.
Herr Hänel widersprach der Aussage, da das Ausfallrisiko sehr hoch sei. Am Weidetor sei die Notunterstützung der Brücke notwendig. Die Notunterstützungen sollen eine mögliche Katastrophe abfangen. Sie würden nicht das Bauwerk verstärken, um die Benutzungsdauer zu verlängern.
Der siebente Einwohner, Kleingärtner am Stadtfelddamm, erkundigte sich, inwieweit der Stadtfelddamm bereits bei den Planungen zum Weidetor mitberücksichtigt worden sei; insbesondere wenn es um die Baustellenverkehre für den Neubau der MHH oder den Stadtbahnbau gehe.
Herr Baensch erklärte, dass es für den Stadtfelddamm noch keine Planungen hinsichtlich des Querschnittes gäbe. Momentan laufe diesbezüglich der Abstimmungsprozess.





TOP 9.
EIGENE MITTEL des Stadtbezirksrates

TOP 9.1.
Zuwendung aus Mitteln des Bezirksrates Buchholz-Kleefeld für die Anschaffung von IT Hardware lt. Kostenaufstellung - 17/2022
(Drucks. Nr. 15-2460/2022)

Der Bezirksrat beschloss:
Der Bezirksrat bewilligt nachstehende Zuwendung:

Empfänger: Turnverein Kleefeld von 1888 e. V.
Betrag: bis zu 985,00 €
Verwendungszweck : Anschaffung von IT Hardware u. a. Laptop, Dockingstation, 2 Monitore, 1 Drucker (Zuwendung 17/2022)
Einstimmig


TOP 9.2.
Zuwendung aus Mitteln des Bezirksrates Buchholz-Kleefeld für die Anschaffung eines Klaviers für den Musikunterricht im Kulturtreff Roderbruch - 18/2022 i. V. m. 15/2021
(Drucks. Nr. 15-2461/2022)

Der Bezirksrat beschloss:
Der Bezirksrat bewilligt nachstehende Zuwendung:

Empfänger: Bürgergemeinschaft Roderbruch e. V.
Betrag: bis zu 1.184,00 €
Verwendungszweck : Anschaffung eines Klavieres für den Musikunterricht im Kulturtreff Roderbruch (Zuwendung 18/2022 in Verbindung mit 15/2021)
Einstimmig


TOP 9.3.
Zuwendung aus Mitteln des Bezirksrates Buchholz-Kleefeld für die Herrichtung und Einrichtung des Bauwagens auf dem Gelände des Camelots - 19/2022 i. V. m. 13/2021
(Drucks. Nr. 15-2462/2022)

Der Bezirksrat beschloss:
Der Bezirksrat bewilligt nachstehende Zuwendung:

Empfänger: Kinder- und Jugendtreff Camelot
Betrag: bis zu 874,00 €
Verwendungszweck : Herrichtung und Einrichtung des Bauwagens auf dem Gelände des Camelots (Zuwendung 19/2022 in Verbindung mit 13/2021)
Einstimmig





TOP 9.4.
Zuwendung aus Mitteln des Bezirksrates Buchholz-Kleefeld für den Bau eines Glockenturms auf dem Gemeindefriedhof Nackenberg - 20/2022 i. V. m. 16/2021
(Drucks. Nr. 15-2463/2022)

Der Bezirksrat beschloss:
Der Bezirksrat bewilligt nachstehende Zuwendung:

Empfänger: Ev.-luth.Petri- und Nikodemus-Kirchengemeinde
Betrag: bis zu 7.500,00 €
Verwendungszweck : Bau eines Glockentrums auf dem Gemeindefriedhof Nackenberg (Zuwendung 20/2022 in Verbindung mit 16/2021)
Einstimmig


TOP 9.5.
Zuwendung aus Mitteln des Bezirksrates Buchholz-Kleefeld für die Anschaffung, Errichtung und Betreuung eines Schaukastens für die Vereine und Verbände in Groß-Buchholz - 21/2022
(Drucks. Nr. 15-2464/2022)

Der Bezirksrat beschloss:
Der Bezirksrat bewilligt nachstehende Zuwendung:

Empfänger: Pinkenburger Kreis – Bürgerverein Groß-Buchholz
Betrag: bis zu 1.423,00 €
Verwendungszweck : Anschaffung, Errichtung und Betreuung eines Schaukastens für die Vereine und Verbände in Groß-Buchholz (Zuwendung 21/2022)
12 Stimmen dafür, 1 Stimme dagegen, 0 Enthaltungen


TOP 10.
EIGENE MITTEL des Integrationsbeirates

TOP 10.1.
IB-04-2022: Zuwendung des Integrationsbeirates, Projekt: "Mama lernt Deutsch - Papa auch"
(Drucks. Nr. 15-2387/2022)

Auf Empfehlung des Integrationsbeirates Buchholz-Kleefeld beschloss der Stadtbezirksrat Buchholz-Kleefeld folgende Zuwendung aus Mitteln, die für die Arbeit des Integrationsbeirates zur Verfügung stehen:

Zuwendungsempfänger: AWO Familienzentrum Schweriner Straße Projekt: "Mama lernt Deutsch - Papa auch"
Zuwendungssumme: bis zu 840,00 €
Zuwendungsnummer: IB-04-2022

Einstimmig


TOP 11.
A L L G E M E I N E V E R W A L T U N G S V O R L A G E N

TOP 11.1.
E N T S C H E I D U N G

TOP 11.1.1.
Neuanlage Streetballplatz In den Sieben Stücken - Paracelsusweg
(Drucks. Nr. 15-1647/2022 mit 2 Anlagen)

Bezirksratsherr Bolm stellte fest, dass die Antwort der Verwaltung zur Definition eines Bolzplatzes für ihn nicht befriedigend gewesen sei. Er wies darauf hin, dass mit einer Entscheidung - wie in der Beschlussdrucksache vorgesehen - gegen den abgestimmten Beschluss des Rates für diesen Bereich verstoßen werde. Danach sollte ein Bolzplatz mit den Abmessungen 70 mal 30 m errichtet werden. Soweit der vorliegenden Drucksache zugestimmt würde, entstünde dort kein Bolzplatz, sondern ein Streetballplatz. Dies widerspräche dem Beschluss des Rates.
Frau Starkloff vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün berichtete, dass gegen die Entscheidung des Rates durch den Beschluss nicht verstoßen werde. Eine gesetzliche Definition des Begriffes „Bolzplatz“ gebe es nicht. Die Definition im Duden sei rechtlich nicht bindend. Es ging seinerseits bei der Aufstellung des Bebauungsplanes in erster Linie darum, planungsrechtlich einen mit hohem Geräuschpegel verbundenes Ballspielen auf dieser Fläche zu ermöglichen. Sie wies darauf hin, dass das Bolzen die Art des Ballspielens mit den intensivsten Lärmimmissionen darstelle. Daher sei der Bau der Streetballanlage grundsätzlich möglich. Sie stellte fest, dass bei Ablehnung der Drucksache durch den Bezirksrat die Umsetzung in der vorliegenden Form nicht erfolge. Der Drucksache sei zu entnehmen, dass kein ausreichender Platz für einen Bolzplatz vorhanden sei. Die Streetballanlage spreche ein deutlich größere Nutzer*innengruppe an als ein reiner Bolzplatz zum Fußballspielen. Mit der Streetballanlage sollen die Sport- und Freizeitmöglichkeiten für junge Mädchen und Frauen erweitert werden.
Sie ergänzte, dass die Bezeichnung „Bolzplatz“ in den Bebauungsplänen seit Jahren vermerkt werde. Es gebe aber keine rechtliche Regelung „Bolzplatz“ zu schreiben. Die Nutzung dieser Spielflächen solle möglichst genau definiert werden, damit klar sei, welche Immissionen bei dem Spiel entstehen können. In der Vergangenheit war Fußballspielen grds. Nr. 1, daher wurde immer Bolzplatz auf den Bebauungsplänen vermerkt. Sie wies darauf hin, dass teilweise die Bolzplätze durch Möglichkeiten zum Basketballspielen ergänzt worden seien. Des Weiteren erinnerte sie an Initiativen u.a. aus dem Stadtbezirksrat Buchholz-Kleefeld, verstärkt Streetball mit aufzunehmen. Sie machte darauf aufmerksam, dass Hannover zwischenzeitlich Bundesstützpunkt für 3 x 3 Basketball sei. Ein solches Basketballfeld, was für die Olympiasportart geeignet sei, könnte hier auf dem zu kleinen Platz für einen Bolzplatz entstehen. Vor diesem Hintergrund sei unter Befürwortung der Initiative für Streetball der Vorschlag entstanden und in der Drucksache verschriftlicht worden, ergänzt durch die Tischtennisplatten.
Bezirksratsherr Bolm erkundigte sich, ob es möglich sei, unter dem Basketballkorb ein Tor aufzustellen, um halbseitig Fußball spielen zu können.
Frau Starkloff entgegnete, dass die Richtlinien für das Basketballspielen bei der Ausrichtung der Korbhöhe berücksichtigt worden seien. Die angesprochene Kombinationsmöglichkeit müsste zunächst geprüft werden.
Bezirksratsherr Plotzki wies darauf hin, dass in diesem Fall der Verein Our Court e. V., der sich für die Interessen des Basketballs in Hannover einsetzen würde, hinzugezogen wurde. Eine Beteiligung der Kinder und Jugendlichen vor Ort habe nicht stattgefunden. Er fragte nach, aus welchem Grund diese nicht durchgeführt worden sei.
Frau Starkloff entgegnete, dass der „Bolzplatz“ nicht wie ein Spielplatz hinsichtlich der Beteiligung behandelt worden sei, da das Ballspiel im Vordergrund gestanden habe und bei diesem eine Beteiligung nicht vorgesehen sei.
Bezirksratsherr Borstelmann erinnerte daran, dass die Grundschule unter Berücksichtigung des Erhalts des Bolzplatzes geplant worden sei. Der Grund für den Bau einer Zwei- anstatt Drei-Feld-Halle war der Erhalt des Bolzplatzes und keine Versiegelung der Fläche. Nunmehr werde der Bolzplatz in einen Basketballplatz, der zumindest eine wassergebundene Fläche benötige, umgewandelt. Die Rasenfläche verschwinde. Eine Beteiligung der Kinder und Jugendlichen vor Ort bzw. der umliegenden Vereine habe nicht stattgefunden. Er bemängelte die gesamte Vorgehensweise. Es bestehe der Wunsch, dass auf dem Platz auch gebolzt werden könne. Beides müsste parallel möglich sein, wenn ein Tor mit aufgestellt werde. Des Weiteren bezweifelte er, dass die Nutzer*innengruppen sich durch den vorgeschlagenen Ausbau erhöhe. Es erstaune ihn, dass obwohl vorher dort ein Bolzplatz vorhanden gewesen war, dieser nunmehr keinen Platz mehr dort finden solle. Frau Starkloff zog die Drucksache zurück.

Zurückgezogen


TOP 11.2.
A N H Ö R U N G E N

TOP 11.2.1.
Widmung einer Stichstraße der Roderbruchstraße
(Drucks. Nr. 2230/2022 mit 1 Anlage)

Der Bezirksrat empfahl,
der uneingeschränkten Widmung nach § 6 des Niedersächsischen Straßengesetzes der in Anlage 1 dargestellten westlichen Stichstraße (Haus-Nr. 9 bis 7a) der Roderbruchstraße auf einer Länge von 50 m mit Wirkung rückwirkend zum 01.03.2019 zuzustimmen.
Einstimmig


TOP 11.2.2.
Widmung von Straßen im Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld
(Drucks. Nr. 2268/2022 mit 1 Anlage)

Der Bezirksrat empfahl,
der Widmung der in der Anlage 1 genannten Straßen als Gemeindestraßen zuzustimmen.
Beschränkungen der Widmung auf bestimmte Benutzungsarten oder Benutzerkreise sind bei den jeweiligen Straßen in Klammern gesetzt.
Einstimmig


TOP 11.2.3.
Neubau der 6-zügigen IGS Kleefeld auf dem Grundstück Nackenberger Straße/ Berckhusenstraße
(Drucks. Nr. 2293/2022 mit 2 Anlagen)

Stellvertretender Bezirksbürgermeister Ahrens fragte nach, ob eine Planungsgruppe zur 12. IGS Kleefeld angedacht sei.
Frau Deppe-Lorenz vom Fachbereich Gebäudemanagement informierte darüber, dass es einen Beschluss des Rates zum Beteiligungsverfahren gebe und ein umfangreicher Prozess durchgeführt werde. Beteiligt würden u. a. mehrere Fachbereiche der Stadt Hannover, die Stadtbezirksmanagerin als Bindeglied, Mitglieder des Stadtbezirksrates, Vertreter*innen des Niedersächsischen Landesamtes für Schule und Bildung, des Qualitätsnetzwerkes für IGSen in der Region Hannover, der IGS Roderbruch, des Arbeitskreises für Schulformsprecher*innen für IGSen, der Sportvereine im Stadtbezirk, da eine Drei-Feld-Halle geplant sei, und stellvertretend für die noch nicht bestehende Schulgemeinschaft Vertreter*innen aus dem Schulausschuss (Lehrer-, Eltern- und Schüler*innenvertretungen). Aufgrund der Vielzahl der Teilnehmenden seien Themenorientierte Einladungen sinnvoll, z. B. in Bezug auf die Sporthallen und Außenflächen die Sportvereine.
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Ahrens ging auf das Standardraumprogramm ein und merkte an, dass es sinnvoll sei, wenn die zukünftigen Schulleitungen und Lehrer*innen an der Ausgestaltung der Räumlichkeiten ein Mitspracherecht hätten. Die Bedarfe seien oftmals anders als abgebildet. Er erkundigte sich, ob die Planungsgruppe, die von der Landesschulbehörde eingesetzt worden sei, bereits eine Einladung zur Beteiligung erhalten habe.
Die Frage verneinte Frau Deppe-Lorenz. Sie wies darauf hin, dass mit dem Beteiligungsverfahren gestartet werde, sobald die vorliegende Drucksache durch den Rat beschlossen sei. Sie machte darauf aufmerksam, dass der gesamte Prozess durch ein Team von Architekten und Pädagogen begleitet werde, das im Sinne der Montag Stiftung arbeitete.
Bezirksratsherr Plotzki zeigte sich erstaunt, dass das ÖPP-Verfahren beim Bau vorfestgelegt und nicht der Bau aus eigenen Mitteln gegenübergestellt worden sei. Er fragte nach, ob das ÖPP-Verfahren im Rahmen der Voruntersuchung nur bestätigt werden solle oder ob diese ergebnisoffen sei. Er bat um getrennte Abstimmung.
Frau Deppe-Lorenz erklärte, dass es zwei Phasen gebe. Zunächst werde eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durchgeführt. In dieser würden die Kosten für einen Bau in Eigenregie geschätzt und den Zahlen aus den bereits durchgeführten ÖPP-Verfahren gegenübergestellt. Erst wenn der Wirtschaftlichkeitsvergleich für das ÖPP-Verfahren positiv ausfalle, dürfe mit dem Prozess gestartet werden. Es würden Angebote eingeholt und anschließend die geschätzten Baukosten der Stadt und die Angebote verglichen. Wenn das ÖPP-Angebot wirtschaftlicher als die Eigenfertigung sei, dürfe ein ÖPP-Verfahren durchgeführt werden. Es erfolge sowohl durch das RPA als auch durch die Kommunalaufsicht eine Kontrolle.
Bezirksratsherr Plotzki äußerte seine Bedenken, dass die ÖPP-Angebote aufgrund der Baukostensteigerungen nicht realisierbar seien. Es interessierte ihn, ob dies bei der Auswahl des ÖPP-Partners berücksichtigt werde.
Frau Deppe-Lorenz berichtete, dass sich in der Vergangenheit immer sehr namhafte Unternehmen mit entsprechendem finanziellen Background beworben hätten. Bisher seien die Bauten immer realisiert worden. Die Situation in der Baubranche sei schwierig, aber sie seien optimistisch, dass sie Mitte 2023 Angebote bekommen würden.
Bezirksratsherr Borstelmann hob hervor, dass die CDU-Fraktion es begrüße, dass eine Schule mit Drei-Feld-Halle und Tribüne gebaut werde. Fraglich sei, ob eine Sechs-Zügigkeit der Schule sinnvoll sei. Problematisch sei darüber hinaus bereits jetzt einen Primarbereich mit aufzunehmen. Einen Primarbereich in dieser Konstellation sehe das Niedersächsische Schulgesetz nicht vor. Er fragte nach, ob das Grundstück so erschlossen werden könne, dass alle Schüler*innen sinnvoll dorthin kommen und die Baumaßnahmen durchgeführt werden können. Es gebe Gerüchte, dass noch nicht alle Grundstücke vorhanden seien, die notwendig seien, um die Schule so zu bauen, wie geplant.
Hinsichtlich der Mehrzügigkeit verwies Frau Deppe-Lorenz auf die Expertise der Schulverwaltung. Ein Primarbereich sei für die IGS nicht vorgesehen, aber eine Zusammenarbeit mit der Grundschule an der Nackenberger Straße könne nicht ausgeschlossen werden. Dies sei jedoch nicht Gegenstand des Verfahrens. Hinsichtlich der Erreichbarkeit scheide die Nackenberger Straße als Zubringer aus. Es sei laut Bebauungsplan ein Stichweg zwischen der Leinetalschule und der Grundschule geplant, um die IGS zu erschließen.
Die Frage von Bezirksratsherrn Oppelt, ob eine Straße gebaut werde, bejahte Frau Deppe-Lorenz und ergänzte, dass Stellplätze abzubilden seien. Die Durchfahrt für die Müllabfuhr und die Belieferung der Schule müsse ebenfalls sichergestellt werden. Das Tempo sei sehr herunterzufahren, damit Radfahrende und Zufußgehende ungefährdet die Schule erreichten können. Die diesbezüglichen Planungen seien noch nicht abgeschlossen.
Frau Baron fügte hinzu, dass der Bebauungsplan in Vorbereitung sei, u.a. müssten noch Gutachten ausgewertet werden. Hinsichtlich der Erschließung der IGS sei der Fachbereich Tiefbau und Umwelt und Stadtgrün mit einbezogen worden. Die Nackenberger Straße sei ungeeignet. Sie sei zu eng und es gebe durch die Grundschule und die Versicherung viel Parkverkehr. Darüber hinaus sei die Wegeführung u. a. mit der notwendigen Kreuzung der Fuß- und Radverkehrswege am Ende der Straße auch im Hinblick auf den Radius problematisch. Es käme eine Erschließung über die Berckhusenstraße in Betracht. Bei einer Wegeführung zwischen der Grundschule und der Leinetalschule sei zu beachten, dass die vorhandenen großen Bäume ein entsprechendes Wurzelwerk hätten. Frau Baron informierte darüber, dass die Breite der Straße noch nicht festgelegt sei. Sie wies darauf hin, dass an der Nackenberger Straße in dem Gehölzstreifen, der durchbrochen werden müsste, ebenfalls große Bäume stehen würden. Frau Baron hob die Vorzüge des Grundstücks u.a. die Anbindung an den ÖPNV hervor. Die Planungen würden im Zuge des zukünftigen B-Plans vorgestellt.
Bezirksratsherr Borstelmann erkundigte sich, ob mit dem Eigentümer an der Nackenberger Straße über den Grundstücksverkauf an der Straße abschließend verhandelt worden sei.
Frau Baron entgegnete, dass - auch wenn das Grundstück zur Verfügung stehen würde -, am Ende der Straße der enge Radius bestehen bleiben würde. Es hätten in der Vergangenheit intensive Verhandlungen stattgefunden.
Bezirksratsherr Plotzki fragte nach, ob die Flächen, die mit genutzt werden sollen, an die Leinetalschulen verkauft worden seien oder ob es sich um ein Pachtverhältnis handele.
Frau Baron antwortete, dass Grundstück auf welchem das Gebäude der Leinetalschulen stünde und der Schulhof liege, gekauft worden sei und die rückwärtige Fläche für sportliche Aktivitäten angepachtet worden sei. Der Pachtvertrag könne gekündigt werden. Die Fläche werde benötigt.
Bezirksratsherr Plotzki äußerte seine Bedenken hinsichtlich des Umwegs von der S-Bahn zur geplanten Stichstraße.
Frau Baron merkte an, dass es sich bei der Erschließung über die Berckhusenstraße um die Haupterschließung handele. Angedacht sei darüber hinaus, einen Zugang für Fußgänger*innen, Radfahrende und Pflegearbeiten über die Nackenberger Straße zu schaffen.
Bezirksratsfrau Kalisch-Humme ging auf den energetischen Standard ein. Dieser solle in Anlehnung an den Passivhausstandard erfolgen. Sie bat um Erläuterung der Begrifflichkeit.
Frau Deppe-Lorenz erklärte, dass der Passivhausstandard ein definierter, energetischer Zustand sei. Von diesem habe man sich etwas gelöst. Die einzubauenden Teile wie Fenster und Lüftungsanlage entsprächen dem Passivhausstandard. Das Berechnungsverfahren als Nachweis für den Passivhausstandard werde aber nicht durchgeführt. Die Energieversorgung erfolge über Solaranlagen und Fernwärme.
Bezirksratsherr Borstelmann regte an, für die Planungsgruppe einen Ortstermin zu vereinbaren.
Frau Deppe-Lorenz wies darauf hin, dass die Aula der Grundschule Nackenberger Straße für die Auftaktveranstaltung genutzt werden könne und diese liege vor Ort.

Der Bezirksrat empfahl,
die Verwaltung zu beauftragen,
1. die 6-zügige IGS Kleefeld mit Sekundarstufe I und Dreifeldsporthalle mit Tribüne unter Zugrundelegung des aktuellen Standardraumprogramms zu errichten
2. das Vorhaben im Rahmen eines Eignungstests als ÖPP-Modell zu untersuchen und mittels einer vorläufigen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zu verifizieren sowie
3. bei nachgewiesener Wirtschaftlichkeit das entsprechende Vergabeverfahren vorzubereiten, durchzuführen und den Ratsgremien das Ergebnis zur Beschlussfassung vorzulegen.
Hinweis:
Mit DS 0432/2022 sollte der Neubau einer 6-zügigen IGS und einer Dreifeldsporthalle auf dem Grundstück Nackenberger Straße/ Berckhusenstraße beschlossen werden. Zeitgleich wurde ein Antrag für ein umfassendes Beteiligungsverfahren für die 12. IGS den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt. Der Gremienlauf zur Beschlussfassung für den Neubau wurde von der Verwaltung angehalten, da möglicherweise das Ergebnis eine Aktualisierung der DS erforderlich machen würde.
Die DS 0432/2022 wird nun von der Verwaltung zurückgezogen und durch die vorliegende DS ersetzt, da in dieser Aktualisierung die Ergebnisse des Antrages DS 0332/2022, beschlossen vom VA am 28.04.2022, berücksichtigt und im Punkt Beteiligungsverfahren ergänzt wurden.

Getrennte Abstimmung:
Punkt 1: Einstimmig
Punkt 2: 12 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme, 0 Enthaltungen
Punkt 3: 12 Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung


TOP 12.
A N T R Ä G E

TOP 12.1.
von Bezirksratsherrn Böning
(Die Hannoveraner)


TOP 12.1.1.
(Prüf)antrag Überweg Pinkenburger Gang / Ecke Silberstraße: errichtung eines Drückers für Radfahrer
(Drucks. Nr. 15-2335/2022)
Zurückgezogen


TOP 13.
A N F R A G E N

TOP 13.1.
der SPD-Fraktion

TOP 13.1.1.
Ausbau von Solaranlagen im Stadtbezirk
(Drucks. Nr. 15-2031/2022)

Mit Ratsbeschluss vom 28.02.2019 wurde die flächendeckende Einführung von Solaranlagen für alle öffentlichen Neubauten der Landeshauptstadt zur Pflicht (Drucks. Nr. 2513/2018 N1). Am 17.12.2020 hat der Rat die Leitlinie zur Installation von Solaranlagen auf neu zu errichtenden Gebäuden in Hannover beschlossen (Drucks. Nr. 2457/2020) und damit die Solarpflicht auch auf private Bauvorhaben ausgeweitet. Mit der Verabschiedung der Novellierung des Klimaschutzgesetzes des Landes Niedersachsen am 30.06.2022 wurden nicht nur eine landesweite Photovoltaikpflicht auf allen Neubauten und eine Pflicht zur Erstellung von Entsiegelungskatastern, sondern auch eine deutliche Erleichterung der Genehmigung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien auf, an und in der Umgebung von Kulturdenkmälern verankert.

Wir fragen die Verwaltung:


1. Wann werden bzw. wann wurden öffentliche Gebäude im Stadtbezirk mit Solarthermie- und/oder PV-Anlagen ausgestattet?
2. Welche Neubauten werden im Stadtbezirk in den nächsten 4 Jahren mit Solarthermie- und/oder PV-Anlagen ausgestattet (z.B. MHH Neubau) ?
3. In wie weit wird die Installation von Solarthermie- und/oder PV-Anlagen auf denkmalgeschützten privaten und öffentlichen Gebäuden vor dem Hintergrund der neuen Rechtslage durch die Verwaltung ermöglicht?

Die Anfrage wurde von der Verwaltung wie folgt schriftlich beantwortet:

Übergeordnet zu 1-3.
Allgemein zugängliche Veröffentlichungen über installierte oder geplante Solaranlagen gibt es nicht. Grundsätzlich stehen alle öffentlichen Gebäude in jedem Stadtbezirk für die Errichtung von Solaranlagen zur Verfügung. Im Solarkataster der Region Hannover sind sämtliche Dachflächen öffentlicher, privater oder gewerblicher Gebäude mit ihrem Besonnungspotential abgebildet. Die abschließende Eignung unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit und u.a. hinsichtlich Statik ist jeweils gesondert zu prüfen.
Zu 1.
Bei allen Neubauten und bei allen Dachsanierungen städtischer Gebäude hat sich die Stadt Hannover verpflichtet, die Dächer mit PV-Anlagen auszustatten. Voraussetzung ist, dass sie statisch geeignet und nicht verschattet sind. Auf diese Art sollen alle geeigneten Dächer nach und nach mit PV-Anlagen ausgerüstet werden. Derzeit sind sowohl die personellen als auch die finanziellen Ressourcen für einen massiven Ausbau im Fachbereich Gebäudemanagement nicht vollständig vorhanden.
In einem Kooperationsprojekt errichtet enercity auf eigene Kosten PV-Anlagen auf Dächern der Landeshauptstadt Hannover. Die Flächen sind von enercity bei der Landeshauptstadt Hannover für die Dauer von 20 Jahren gemietet und werden von enercity betrieben und vermarktet. Der Zielwert beträgt rund 30.000 m² Dachfläche auf rund 150 potenziell geeigneten Liegenschaften, die derzeit noch im Detail auf ihre Eignung geprüft werden. Innerhalb von zwei Jahren sollen die Flächen für die Stromerzeugung nutzbar gemacht werden. Der angestrebte Umfang der hierbei entstehenden PV-Anlagen soll eine Gesamtleistung von sechs Megawatt (peak) haben.
Bereits installierte PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden
IGS Roderbruch/ Primargebäude:
Auf dem Flachdach ist eine 6 kWp PV-Anlage mit Speicher installiert.
Die Inbetriebnahme erfolgte in den 1990ziger Jahren.
GY Schillerschule
Installation der 21,06 kWp PV-Anlage erfolgte im Jahr 2011 auf dem Satteldach eines Schultraktes.
Geplante PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden im Rahmen von Sanierungen
JZ Buchholz
Im Zuge der geplanten Sanierung der Fassade und Dachfläche des JZ Buchholz ist geplant, auf den geneigten Dachflächen eine PV-Anlage zu installieren.
Technische Daten liegen noch nicht vor. Die Ausführung erfolgt voraussichtlich 2023/2024.
Sanierung Kita Buchnerstraße
Im Zuge der Sanierung der Kita Buchnerstraße wird ein Anbau erfolgen. Auf dieser Flachdachfläche ist die Installation einer PV-Anlage geplant.
Technische Daten liegen noch nicht vor. Die Ausführung erfolgt ca. 2024.
Sanierung Kita Gulbranssonweg
Im Anschluss an die Sanierung der Kita Buchnerstraße ist die Sanierung der baugleichen Kita Gulbranssonweg geplant. Auch hier wird die Installation einer PV-Anlage geplant.
Die Planung ist noch nicht gestartet. Technische Daten liegen noch nicht vor. Die Ausführung wird frühestens 2027 erfolgen.
Zu 2.
Solare Installationspflichten werden bei Neubauten im Rahmen der „Standards zum ökologischen Bauen im kommunalen Einflussbereich“ sowie ab dem Jahr 2021 auf Basis der Solar-Leitlinie vereinbart. Die Festlegung erfolgt in städtebaulichen Verträgen, Durchführungsverträgen, Grundstückskaufverträgen oder ggf. im Rahmen der Bauleitplanung, falls keine vertraglichen Regelungen getroffen werden. Im Stadtbezirk sind auf Grundlage der vorgenannten Ratsbeschlüsse Vereinbarungen zu folgenden Projekten getroffen (Stand Juli 2022):
- Baugebiet nördlich der Kirchröder Straße (B-Plan Nr. 1914), Vorhabenträgerin: Stephansstift
- Reha-Klinik in der Gerhard-Lossin-Straße (B-Plan Nr. 566, 2. Änderung)
Zum MHH-Neubau liegen noch keine Unterlagen bzw. Entwürfe vor. Allgemein sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zur solaren Stromerzeugung bei Klinikbauten als günstig einzustufen, da von einem hohen Eigenverbrauch des lokal erzeugten Stroms auszugehen ist. Auf Grundlage der Solar-Leitlinie wird voraussichtlich eine Installation von Solarmodulen auf allen geeigneten Dachflächen vorgegeben werden. Die Vorgabe gilt auch für begrünte Flachdächer.
GY Schillerschule_Erweiterungsbau im Rahmen G9
Im Rahmen der G9-Maßnahmen wird auf dem Grundstück des GY Schillerschule ein Neubau für schulische Zwecke erstellt.
Auf der Flachdachfläche ist die Errichtung einer PV-Anlage mit ca. 98 Modulen in 2023 geplant.
Leistung ca. 30 kW.
GS Nackenbergerstraße_Neubau Mensa
Die Neugründung der 3-zügigen GS Nackenbergerstraße (Start mit dem Schuljahr 2022/23) erfordert ab dem Schuljahr 2025/26 die Bereitstellung einer Mensa. Dazu wird es einen Erweiterungsbau an diesem Standort geben. Auf dem Flachdach ist die Installation einer PV-Anlage geplant.
Technische Daten liegen noch nicht vor.
GS Lüneburger Damm_Sanierung
Für die Sanierung der GS Lüneburger Damm wird die Planung gestartet. Die Bausubstanz und die Anpassung an das Standardraumprogramm werden einen Teilabriss und Ersatz durch einen Neubau bedingen. Auch hier wird auf der Dachfläche eine PV-Anlage vorgesehen.
Die Ausführung wird aber nicht in den nächsten vier Jahren erfolgen.
Zu 3.
Auch nach der bisher geltenden Rechtslage ist es durchaus möglich gewesen und es war geübte Genehmigungspraxis, auf geeigneten denkmalgeschützten Dachflächen Anlagen für die Nutzung erneuerbarer Energien zuzulassen. Das öffentliche Interesse an der Erhaltung des kulturell wertvollen und entsprechend geschützten Erscheinungsbildes der Baudenkmale stand gleichrangig neben dem öffentlichen Interesse an dem Ausbau von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien und war entsprechend Gegenstand einer gerechten Abwägung in jedem Einzelfall. Eine zentrale Aufgabe der Denkmalschutzbehörde ist die Beratung und die Mitwirkung bei der Erarbeitung und Bewertung von alternativen Planungen mit dem Ziel, die Nutzung erneuerbarer Energiequellen zu fördern und gleichzeitig die Beeinträchtigung für das Erscheinungsbild von Baudenkmalen zu minimieren, sowie insgesamt die Bau- und Stadtgestaltung als Ausdruck der Baukultur zu stärken. In diesem Sinn ist es in der Regel gelungen, für alle Beteiligten überzeugende Lösungen zu entwickeln, während die denkmalrechtliche Versagung von Anträgen für Anlagen der Solarenergie die Ausnahme geblieben ist. Dem Adressaten eines denkmalrechtlichen Versagungsbescheides steht der Rechtsweg zum Verwaltungsgericht offen. In den letzten Jahren hat es im Stadtgebiet Hannover jedoch keinen Fall gegeben, in dem ein Streit um die Versagung von Solaranlagen hätte verwaltungsgerichtlich entschieden werden müssen.
An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass nur 2-3 % des Gebäudebestands in Deutschland in den Denkmallisten geführt werden. Ein großer Teil auch der denkmalgeschützten Dachflächen ist für Solaranlagen genehmigungsfähig und nutzbar, während ein weiterer Teil nach der Geometrie und Ausrichtung ohnehin nicht geeignet ist. Der Anteil von mit Rücksicht auf das Erscheinungsbild der Baudenkmale ungeeigneten Flächen ist somit vernachlässigbar gering. Die großflächigen ungenutzten Potentiale sind vielmehr in den Flachdächern der Geschäfts- und Gewerbebauten, der Parkhäuser und der ebenerdigen Stellplatzanlagen zu finden. Gleichzeitig zeigen diese Beispiele und ihre Dachlandschaften oft auch gravierende gestalterische Defizite. Hier wird deutlich, dass Baukultur und Klimaschutz sich nicht als unversöhnliche Gegensätze ausschließen, sondern vielmehr als Einheit gesehen werden wollen.
Installation von Solarthermie oder PV-Anlagen auf privaten Gebäuden
Die für das Gebiet der Landeshauptstadt Hannover zuständige Denkmalschutzbehörde beantwortet Anträge auf denkmalrechtliche Genehmigung auf der Grundlage des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes in der geltenden Fassung sowie gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Regelungen in ministeriellen Erlassen und der Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte. Zu der neuen Rechtslage durch das NKlimaG vom 05.07.2022 gibt es bislang keinen Einführungserlass des zuständigen Ministeriums und auch noch keine Kommentierung oder Rechtsprechung. In welchem Umfang private Denkmaleigentümer*innen vor dem Hintergrund der neuen Rechtslage für die Montage von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien an oder auf Baudenkmalen Anträge auf denkmalrechtliche Genehmigung stellen werden, kann von hier aus nicht prognostiziert oder gesteuert werden.
Installation von Solarthermie oder PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden
Durch den Ausbau von Anlagen zur Nutzung der Solarenergie auf öffentlichen Gebäuden werden unterschiedliche Zuständigkeiten berührt. Für Bundes- und Landesbauten, die durch das staatliche Gebäudemanagement betreut werden, liegt die Zuständigkeit für die Anwendung des Denkmalschutzgesetzes beim Gebäudemanagement des Landes. Für Maßnahmen im Bereich der Bundeswasserstraßen ist die zuständige Genehmigungsbehörde die oberste Denkmalschutzbehörde des Landes Niedersachsen. Für kirchliche Kulturdenkmale gelten die Verträge des Landes Niedersachsen mit den evangelischen Landeskirchen und das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhle und dem Land Niedersachsen. Maßnahmen, die durch die Klosterkammer Hannover an Kulturdenkmalen im Eigentum oder Besitz einer von ihr verwalteten Stiftung ausgeführt werden, bedürfen ebenfalls keiner Genehmigung der Denkmalschutzbehörde. Für Maßnahmen an den denkmalgeschützten Liegenschaften der Landeshauptstadt Hannover sind neben der für die denkmalrechtliche Genehmigung zuständigen Denkmalschutzbehörde auch die jeweils nutzende Verwaltung, das Gebäudemanagement, die Finanzverwaltung und natürlich auch die kommunalpolitischen Beschlussgremien gefordert.
Das Beispiel der als Einzeldenkmal eingetragenen Bauverwaltung am Rudolf-Hillebrecht-Platz zeigt, dass nicht die (bisherige) Rechtslage und die Rechtsanwendung durch die Denkmalschutzbehörde die energetische Sanierung und den Ausbau der Solarenergie behindern: Auf der Grundlage umfassender Gutachten und der fortgeschrittenen Planung durch das beauftragte Architekturbüro war neben der energetischen Sanierung auch der Ausbau der umfangreichen Flachdachbereiche mit Anlagen zur Erzeugung von Solarenergie genehmigungsreif geplant und mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt. Dennoch musste die Planung aufgrund der allgemeinen Haushaltslage gestoppt worden.


TOP 13.1.2.
Sofortprogramm Klimaschutz, hier: Natürliche Kohlenstoffspeicher erheben, schützen und ausbauen
(Drucks. Nr. 15-2032/2022)

Mit der Beschluss-Drucksache 2469/2019 „Klimapolitik als kommunale Aufgabe“ hat sich die Landeshauptstadt Hannover das Ziel gesetzt bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu sein. Die für 2020 gesteckten Klimaziele, eine Reduktion um 40 % der klimaschädlichen Treibhausgase im Vergleich zu 1990, wurden entsprechend der im Juni 2022 vorgestellten Bilanz nicht erreicht. Die Stadt möchte nun mit einem Sofortprogramm gegensteuern. Mit Unterstützung einer Lenkungs- und einer Strategiegruppe aus Klimaschutzexpert*innen der lokalen Wirtschaft, Wissenschaft und Klimaschutzorganisationen, hat die Klimaschutzleitstelle der Stadt Hannover die Empfehlungen für ein Sofortprogramm Klimaschutz erstellt. Die zentralen Punkte sind:
1. Wärmewende beschleunigen
2. Erneuerbare Energieerzeugung ausbauen
3. Mobilitätswende forcieren
4. Natürliche Kohlenstoffspeicher erheben, schützen und ausbauen
5. Konzept für eine klimaneutrale Stadtverwaltung 2030 entwickeln
6. Beteiligung der Stadtgesellschaft stärken
7. Bildungsarbeit für den Klimaschutz ausbauen
8. Klimaverträglich wirtschaften
9. Lokale Angebote zur Beratung und Förderung weiterentwickeln
10. Klimaschutzziele setzen und Umsetzung überprüfen

Wir fragen vor diesem Hintergrund die Verwaltung:
1. Wie werden die Eilenriede und der Baumbestand im Stadtbezirk als natürliche Kohlenstoffspeicher besonders vor dem Hintergrund regelmäßiger Dürreperioden gegenwärtig und zukünftig geschützt?
2. Wie werden gegenwärtig und zukünftig der Baumbestand und die Begrünung von Flächen im Stadtbezirk ausgeweitet (Anforderungen an Neubauten, Entsiegelung) und die in der Informationsdrucksache Nr. 1238/2022:
"Baumneupflanzungen in der Landeshauptstadt Hannover als Maßnahme zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels" beschriebenen Planungen im Stadtbezirk umgesetzt? ?
3. Welche Flächen zur Entsiegelung hat die Stadtverwaltung im Stadtbezirk identifiziert und in einem Entsiegelungskataster dokumentiert?

Die Anfrage wurde von der Verwaltung wie folgt schriftlich beantwortet:

Zu 1.
Der Schutz des Stadtbaumbestandes hat bei der Grünflächenpflege oberste Priorität. Bäume werden durch geschultes Fachpersonal qualifiziert kontrolliert und gepflegt. Dies ermöglicht einen langfristigen Erhalt von wertvollen Altbäumen, die ein großes Potential für die Speicherung von Kohlendioxid haben. Baumfällungen werden nur aus Gründen der Verkehrssicherung oder bei genehmigten Planungsverfahren durchgeführt. Für gefällte Bäume wird Ersatz gepflanzt. Die Verwaltung hat sich selbst verpflichtet, in Grünanlagen Ersatzpflanzungen im Verhältnis 1:3 vorzunehmen, um den Verlust von großkronigen Altbäumen besser ausgleichen zu können. Es werden fortlaufend neue Baumstandorte ermittelt und geprüft, ob hier Baumpflanzungen möglich sind. Bei Neupflanzungen werden klimaresiliente Baumarten verwendet, so dass der Anwuchserfolg und der langfristige Erhalt dieser Pflanzungen auch bei zukünftig heißem

und trockenem Klima gegeben sind. Hierzu werden die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaften berücksichtigt. Die Verwaltung beteiligt sich zudem an Projekten, die das Bewässerungsmanagement unter Einsatz von neuen Techniken erproben. Somit können die Ressourcen Wasser und Personal schonend und wirtschaftlich eingesetzt werden. Es werden standardmäßig die Jungbäume so lange gewässert, bis sie sich am Standort etabliert haben. In Zeiten extremer Hitze und Trockenheit werden zusätzlich nach Bedarf auch wertvolle Altbäume und Straßenbäume auf extremen Standorten gewässert.
Die Bäume der Eilenriede sowie der restlichen städtischen Wälder haben in den letzten Jahren Schäden durch die langanhaltende Trockenheit genommen. Betroffen hiervon sind insbesondere alte Buchen. Die Schäden entstehen durch Wassermangel infolge geringer Niederschlagsmengen in Verbindung mit hoher Verdunstung. Eine Verbesserung der Wasserversorgung der Bäume ist kaum möglich. Eine flächige Bewässerung des Waldes ist technisch nicht möglich und wäre zudem auch nicht finanzierbar. Wasser ist im gesamten Stadtgebiet eine knappe Ressource.
Daher ist es das Bestreben der Verwaltung, die Baumartenzusammensetzung der Eilenriede so zu entwickeln, dass künftig trockenresistentere Baumarten das Waldbild prägen. In diesem Zusammenhang soll insbesondere auch weiterhin die Eiche gefördert werden. Sie gilt nach derzeitigem Wissensstand als an den Klimawandel angepasste Baumart.
Zusätzlich werden junge Pflanzungen während Dürreperioden gewässert.
Zu 2.
Die Ausweitung von Grünflächen ist vor dem Hintergrund notwendiger Klimawandelanpassungsmaßnahmen eine strategische Zielstellung des FB Umwelt und Stadtgrün und laufendes Geschäft der Verwaltung. Allerdings bestehen vor dem Hintergrund der Flächenknappheit durchaus Flächen- und Nutzungskonkurrenzen z.B. Neubau der Medizinischen Hochschule Hannover. Grundsätzlich erfolgen im Rahmen der Aufstellung neuer Bebauungspläne grünordnerische und freiraumplanerische Zielstellungen und Festsetzungen zu öffentlichen und privaten Grünflächen sowie ggf. zur Begrünung von Gebäuden. Des weiteren erfolgen ggf. naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen.
Der Klimaanpassung ist eine wesentliche Zielstellung der Informationsdrucksache Nr. 1238/2022. Hierfür wurden die öffentlichen Grünflächen im Stadtbezirk einer systematischen Vorprüfung unterzogen, um Nachpflanzungen zu realisieren und ggf. frühzeitig ausfallende Gehölze zu ersetzen. Es wurden 20 Grünflächen gefunden, die vorbehaltlich von Leitungen, Altlasten und Kampfmitteln 125 zusätzliche Gehölze aufnehmen können. Es wird zurzeit daran gearbeitet, diese möglichst zeitnah zu pflanzen. In der zurückliegenden Pflanzsaison sind bereits 26 Pflanzungen erfolgt.
Im öffentlichen Straßenraum erfolgen im Rahmen von Straßenumbaumaßnahmen oder des 1000-Bäume-Programms projektbezogen Baum-Neupflanzungen und kleinere Entsiegelungen durch die Verwaltung (2021/2022 z. B. im Bereich des Innenstadt-Rings/Hamburger Allee). Dies ist aufgrund der vorhandenen Nutzungen und einer Vielzahl unterirdischer Ver- und Entsorgungsleitungen aber meist nur schwer und kleinflächig realisierbar. Aktuell gibt es im Stadtbezirk 4 Buchholz-Kleefeld keine laufenden Projekte.
Weitere kleinere Entsiegelungen erfolgen bei Maßnahmen zur Standortverbesserung von Bestandsbäumen.
Zu 3.
Für eine flächendeckende Recherche von Entsiegelungs-Potenzialen stehen derzeit keine personellen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung. Es gibt zurzeit auch noch kein flächendeckendes Entsiegelungskataster bei der Landeshauptstadt Hannover.


TOP 13.2.
von Bezirksratsherrn Böning (Die Hannoveraner)

TOP 13.2.1.
Schäden und Stolperfallen an der Schnellweg-Unterführung
(Drucks. Nr. 15-2334/2022)

Anfrage
Schäden und Stolperfallen an der Schnellweg-Unterführung
Es geht um die Unterführung der Messeschnellwege-Brücke am Ende der Straße Frenssenufer/ Ecke Georg Fischer Weg:
lm Pflaster gibt es auf beiden Seiten der Unterführung teils starke "Verwerfungen" (Aufwölbung und Furchen.). Desweiteren gibt in Richtung Frenssenufer einen sehr hohen Absatz zum dann beginnen Schotterweg.
lch frage vor diesem Hintergrund die Verwaltung
1. Sind die Schäden der Verwaltung bekannt und ist geplant, diese zeitnah zu beheben?
2. Gab es bereits Stürze o.ä. von Bürgerinnen oder Bürgern an der o.g. Unterführung aufgrund dieser beschriebenen Schäden? Oder gab es diesbezüglich bereits Beschwerden?

Die Anfrage wurde von der Verwaltung wie folgt schriftlich beantwortet:

Zu 1. Wir haben die Schäden aufgenommen und werden die Belagsübergänge überarbeiten. Ebenso werden wir in Abstimmung mit dem Fachbereich Tiefbau die z.T. durch Leitungsbauarbeiten entstandenen Absackungen nacharbeiten lassen. Die Arbeiten können abhängig von den hauseigenen Kapazitäten frühestens im 2. Quartal 2023 ausgeführt werden.
Zu 2. Der Verwaltung sind keine Unfälle oder Beschwerden von Bürger*innen bekannt.


Bezirksbürgermeisterin Zaman schloss die Sitzung um 22.20 Uhr.

Belgin Zaman Susanne Schulz
(Bezirksbürgermeisterin) (Protokollführerin)