Protokoll:
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Landeshauptstadt Hannover -18 F- Datum 24.11.2008
NIEDERSCHRIFT
20. Sitzung des Gleichstellungsausschusses am Montag, 3. November 2008,
Rathaus, Hodlersaal
Beginn 15.00 Uhr
Ende 17.15 Uhr
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Anwesend:
(verhindert waren)
Ratsfrau Jakob (CDU)
Ratsfrau Lossin (SPD)
Ratsherr Bergen (SPD)
Ratsfrau Fischer (SPD)
Ratsherr Hexelschneider (FDP) 15.00 - 17.00 Uhr
Ratsfrau Ike (CDU)
Bürgermeisterin Lange (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Ratsfrau Nerenberg (SPD)
Ratsherr Scholz (CDU) 15.00 - 17.05 Uhr
Ratsfrau Tack (SPD)
Ratsfrau Westphely (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Beratende Mitglieder:
Frau Keinert
Herr Moormann
Frau Mücke-Bertram
(Frau Prokisch)
Herr Unkelhäusser
Grundmandat:
(Ratsherr Förste) (DIE LINKE.)
Ratsherr List (Hannoversche Linke)
Verwaltung:
Herr Härke Fachbereich Steuerung, Personal und Zentrale Dienste
Frau Broßat-Warschun Fachbereich Jugend und Familie
Frau Heise Geschäftsstelle FDP
Frau Höffler Gesamtpersonal
Frau Kohrt Referat für Frauen und Gleichstellung
Frau Müller Referat für Frauen und Gleichstellung
Frau Schulte-Vieting Fachbereich Steuerung, Personal und Zentrale Dienste
Frau Serbent-Kniep Büro Oberbürgermeister
Frau Dr. Vollmer- Schubert Referat für Frauen und Gleichstellung
Gäste:
Frau Bartels Region Hannover -Team Gleichstellung
Herr Böning WfH
Herr Hengst mannigfaltig e.V.
Frau Schramme-Haack Gleichstellungsbeauftragte Region Hannover
Tagesordnung:
1. Eröffnung der Sitzung, Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und Beschlussfähigkeit sowie Feststellung der Tagesordnung
2. Genehmigung der Niederschrift über die Sitzung am 06.10.2008
3. Einwohner- und Einwohnerinnenfragestunde
4. Zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Väteraktivitäten - Möglichkeiten, Schwierigkeiten, Projekte und Perspektiven"
5. Regionales Bündnis für Familie und weitere familienfreundliche Maßnahmen in der Region Hannover
6. Frauenförderung und Gleichstellung im Fachbereich 51 (Jugend und Familie)
7. Anfragen und Anträge
7.1. Antrag von Ratsherrn Böning zur Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen nach Persönlichkeiten in Hannover
(Drucks. Nr. 2340/2008)
7.2. Antrag der SPD-Fraktion und Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu einem Konzept zum Thema Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und Transgender im Alter
(Drucks. Nr. 2452/2008)
8. Bericht der Verwaltung
9. Bericht der Gleichstellungsbeauftragten
10. Verschiedenes
1. Eröffnung der Sitzung, Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und Beschlussfähigkeit sowie Feststellung der Tagesordnung
2. Genehmigung der Niederschrift über die Sitzung am 06.10.2008
3. Einwohner- und Einwohnerinnenfragestunde
4. Zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Väteraktivitäten - Möglichkeiten, Schwierigkeiten, Projekte und Perspektiven"
5. Regionales Bündnis für Familie und weitere familienfreundliche Maßnahmen in der Region Hannover
6. Frauenförderung und Gleichstellung im Fachbereich 51 (Jugend und Familie)
7. Anfragen und Anträge
7.1. Antrag von Ratsherrn Böning zur Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen nach Persönlichkeiten in Hannover
(Drucks. Nr. 2340/2008)
7.2. Antrag der SPD-Fraktion und Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu einem Konzept zum Thema Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und Transgender im Alter
(Drucks. Nr. 2452/2008)
8. Bericht der Verwaltung
9. Bericht der Gleichstellungsbeauftragten
10. Verschiedenes
TOP 1.
Eröffnung der Sitzung, Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und Beschlussfähigkeit sowie Feststellung der Tagesordnung
Frau Jakob eröffnete die Sitzung und stellte die ordnungsgemäße Einberufung und
Beschlussfähigkeit fest. Die vorliegende Tagesordnung wurde bestätigt.
TOP 2.
Genehmigung der Niederschrift über die Sitzung am 06.10.2008
Die Niederschrift wurde einstimmig genehmigt.
TOP 3.
Einwohner- und Einwohnerinnenfragestunde
Es gab keine Einwohnerinnen und Einwohner, die Fragen stellen wollten.
TOP 4.
Zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Väteraktivitäten - Möglichkeiten, Schwierigkeiten, Projekte und Perspektiven"
Frau Dr. Vollmer-Schubert berichtete, dass Herr Axel Hengst in Kooperation mit dem Referat für Frauen und Gleichstellung im Rahmen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf einige Projekte zur Aktivierung von Vätern durchgeführt hat, z.B. die Broschüre "Los, Papa!" mit erarbeitet habe und weitere Projekte durchgeführt werden sollen. Der Gleichstellungsausschuss soll aus der Sicht von aktiven Vätern darüber informiert werden.
Herr Hengst dankte für die Einladung und stellte sich als Mitarbeiter des Vereins mannigfaltig vor.
Nach der Erstellung der Broschüre "Los,Papa!" habe es ein Leseprojekt für Väter und Kinder an einer Grundschule gegeben, was gut angenommen wurde.
Seit 1996/97 sei er in der Väterarbeit und organisiere Vater-Kind-Wochenenden und Väter- bzw. Familienprojekte.
Hintergrund:
Die Einstellung habe sich gewandelt, Väter entdecken die Vaterschaft als wichtig und sicher habe das neue Elterngeldgesetz dazu beigetragen, dass sich Väter mehr bei der wichtigen Aufgabe der Kinderbetreuung engagieren.
Das traditionelle Bild sei eher der Vater als Ernährer der Familie. Väter in Elternzeit seien eher selten. In der kürzlich erschienenen HAZ-Beilage ("Wo ist Papas Geld" vom 25.10.2008) sei in Verbindung mit dem Bankwesen der Vater als derjenige definiert worden, der das Geld verdiene.
Gesellschaftliche Veränderungswünsche in Richtung Gleichstellung und mehr Beteiligung an der Erziehungsarbeit ermögliche Frauen die Berufstätigkeit.
Ein weiterer Aspekt sei, dass Kinder, die aktive Väter haben, gute positive Bindungen entwickeln und einen besseren Zugang zu Konflikten hätten.
Die Frage sei, wie man die Väter erreiche. Dies könne zum Beispiel bei der Arbeit sein, dazu müßten die Führungs- und Personalebenen geschult werden, um erst die Väterfreundlichkeit zu entdecken. Es sei eine Erweiterung der Familienfreundlichkeit, die in erster Linie von Müttern genutzt würde, z.B. durch Arbeitszeitflexibilisierung oder Teilzeitbeschäftigung.
Es müßten konkrete Maßnahmen und Angebote entwickelt werden und die Väter gezielt angesprochen werden. Es sei z.B. eine regelmäßige Beratung zu Elterngeld und Erziehungsfragen denkbar oder Vater-Kind-Wochenenden. In anderen Ländern werde dies bereits praktiziert. Zunächst sei die Bereitschaft erforderlich, sich mit Väterfreundlichkeit auseinanderzusetzen.
Der Chef der Firma Windwärts habe z.B. festgestellt, dass gemeinsame Zeit mit den Kindern zur Zufriedenheit und Wirtschaftlichkeit im Betrieb beiträgt. Oftmals gebe es noch die "Schere im Kopf", dass der Chef die Elternzeit nicht erlauben werde oder Sprüche der Kollegen erwartet werden.
Eine gemeinsame Idee mit der Gleichstellungsbeauftragten sei, z.B. einen Info-Nachmittag als Pilotprojekt anzubieten und zu überlegen, wie das Unternehmen profitiere, wenn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert würde.
Der klassische Weg, Väter z.B. in einer Familienbildungsstätte mit Vater und Kind-Angeboten zu erreichen, sei schwer, da man dort eher die Frauen anträfe. Er habe dort auch Gruppen geleitet, der Bedarf sei jetzt geringer.
In Oldenburg gebe es ein umfangreiches Bildungsangebot für Väter, auch der Verein mannigfaltig biete viele Angebote für Jungen und Männer, auch in Trennungssituationen oder wenn die Väter das Kind geschlagen hätten. Die Kurse müssen selbst bezahlt werden, daneben gebe es Beratung bei Krisen oder zur Erziehungszeit.
Vor der Geburt seien werdende Väter sehr interessiert. Werdende Väter bräuchten auch Raum für sich, insbesondere bei der Geburtsvorbereitung, da werdende Väter auch Ängste und Unsicherheiten mitbringen.
Finanzielle Förderung von Vätern trage zur Imagepflege bei und evtl. werde Hannover deshalb als Wohnort gewählt.
Es sei eine gezielte Ansprache, z.B. in der Kita erforderlich. Wenn in einem Elternbrief nur "Liebe Eltern" stünde, kämen die Mütter, deshalb sei die Anrede an Mütter und Väter besser.
Mannigfaltig biete Selbstbehauptungskurse für Jungen; wenn in der Einladung steht, dass besonders Väter eingeladen sind, würden überwiegend Männer mit ihren Söhnen teilnehmen. Gezielte Formulierungen seien wichtig.
Als letzter Punkt sei die Förderung von Väterarbeit als gesellschaftlich gewollter Aspekt hervorzuheben.
Frau Jakob dankte für den engagierten Vortrag und gab Gelegenheit Fragen zu stellen:
Frau Ike fragte, wie Herr Hengst zu dieser Arbeit gekommen sei und welche Rolle der wirtschaftliche Aspekt spiele, da die Männer in der Regel mehr verdienten und wirtschaftliche Einschnitte befürchtet werden, wenn die Väter eine gewisse Zeit eine Auszeit nehmen.
Frau Westphely dankte für den spannenden Vortrag und wünschte mehr Unterstützung aus den Chefetagen, wenn Väter Erziehungsverantwortung übernehmen.
Es gebe das Bedürfnis, die Vaterrolle wahrnehmen zu können und den gesellschaftlichen Zielkonflikt, dass der Arbeitgeber Flexibilität erwarte und Familienfreundlichkeit dem entgegenstehe. Immer mehr Frauen streben in den Beruf, die Väter übernehmen aber noch nicht den Familienanteil. Sie sei dankbar für die konkreten Beispiele.
Frau Jakob fragte, ob es Statistiken zu alleinerziehenden Vätern gebe.
Herr List stellte fest, dass die Rollenverteilung aufgebrochen werde und die Väter von Anfang an beteiligt würden. Er fragte, wie es mit Verbindungen zu anderen Einrichtungen aussehe und wo es Verbesserungsmöglichkeiten gebe.
Herr Hengst erläuterte, wie er als Mann dazu gekommen sei, sich für die Väterarbeit zu engagieren. Seine Tochter sei 1 Jahr alt gewesen, als er sich mehr um die Betreuung gekümmert habe und es ihm gut getan und Spaß gemacht habe.
Er arbeite im pädagogischen Bereich und habe Interesse an Gleichstellungsfragen.
Der Verein mannigfaltig sei ein Verein ohne feste Stellen mit Honorarprojekten.
Er habe Fortbildungen für Erzieher aus Kitas organisiert sowie Vater-Kind-Wochenenden.
Dies sei eine sinnvolle Arbeit, die Spaß mache.
Ein Vater, der diese Wochenenden eher kritisch sah, war zum Schluss überzeugt. Natürlich bestanden anfangs auch Ängste auf Seiten der Väter. Spannend sei der Austausch mit anderen Vätern gewesen.
Es sei eine Tatsache, dass Frauen sogar für die selbe Arbeit schlechter bezahlt würden, obwohl sie bessere Abschlüsse haben. Aber in der Regel blieben die Frauen nach der Geburt des Kindes zuhause. Anfangs gebe es noch Stillzeiten, wo die Frauen den direkteren Bezug zu den Kindern hätten.
Es wäre wünschenswert, wenn mehr Väter mehr Zeit in die Kinder investieren würden.
Oftmals seien es größere finanzielle Einbußen, wenn die Väter zuhause bleiben, es seien auch existenzielle Fragen, die man sich als Vater und Mutter stellen muß. Es bestätigte den gesellschaftlichen Widerspruch von Flexibilität und Familienfreundlichkeit.
Er kenne keine Statistik. Alleinerziehende Väter seien eine große Ausnahme, aber es werden langsam mehr. Er stimme zu, dass Väter von Anfang an dabei sein sollten.
Dabei gehe es um eine gezielte und bewußte Einbeziehung in die Vaterwerdung und dies habe eine positive Auswirkung auf die Entwicklung des Kindes.
Zum Punkt der Netzwerke bestätigte er, dass diese ausgebaut werden sollten, aufgrund der ehrenamtlichen Arbeit sei zur Zeit lediglich eine Bündelung der Ideen und Erfahrungen machbar. In anderen Städten wie Lauenau und Oldenburg gebe es Zusammenschlüsse von Vätergruppen diverser Organisationen, z.B. Kirchengemeinden.
Frau Lange gratulierte zu dem Namen des Vereins und den bisherigen Erfolgen des Vereines mannigfaltig und fragte, ob auch russische und türkische Väter erreicht würden, die oftmals als autoritärer wahrgenommen würden.
Herr Böning fragte, ob überwiegend intakte Familien an den Angeboten teilnehmen würden.
Er habe Kontakt zu dem Verein "Väteraufbruch" und dort gebe es Statistiken zu Alleinerziehenden.
Herr Hengst bestätigte, dass die Väter mit Migrationshintergrund jetzt bei dem Leseprojekt in der Alemannschule in Vahrenwald erreicht wurden. Es hätten 16 Väter und 17 Kinder teilgenommen. Darunter habe es etwa ein Drittel Väter mit Migrationshintergrund gegeben. Diese Väter könne man auch in Kitas oder der Schule erreichen. Die Angebote richten sich grundsätzlich an alle.
Es gebe regelmäßig Väter, die in Trennung leben, eine gezielte Ansprache mit KSD vormittags sei schwierig. Ein wichtiges Thema sei, nach einer Trennung das Recht, die Kinder zu sehen. Zu dem Verein "Väteraufbruch" gebe es keine festen Kontakte.
Herr Scholz berichtete aus seiner Sicht als Vater, dass bei Elternabenden und Gesprächen mit den Lehrerinnen eher die Mütter angesprochen würden. Es gebe traditionelle Bilder, dass es nicht üblich sei, mit den Vätern zu sprechen. Er besuche trotzdem die Elternabende.
Frau Jakob machte den Vorschlag, das Thema Väteraktivierung im nächsten Jahr erneut auf die Tagesordnung zu setzen.
Frau Mücke- Bertram bestätigte, dass der Wert der Erziehung ein gesellschaftliches Problem in Kitas und Grundschulen sei. Möglicherweise seien die Väterinteressen ein gutes Thema für Veranstaltungen wie den Wirtschaftsempfang, wo 95% oder mehr Männer seien.
Herr Hengst begrüßte diese gute Anregung.
Es sei wichtig Fortbildung für Väter anzubieten und Arbeitskreise für männliche Erzieher, die sich damit auseinander setzen müssen allein als Mann unter Frauen zu arbeiten.
Man müsse sich Gedanken machen wie Väter motiviert werden können, z.B. mit Krökeltischen, Kitafesten oder Laternenumzügen.
Er dankte für die Einladung in den Ausschuss und die Nachfragen.
Frau Jakob wünschte alles Gute für die weitere Arbeit. Sie bezog sich auf eine Drucksache zu Alleinerziehenden, in der nicht zwischen Müttern und Vätern unterschieden werde.
Anscheinend gebe es bisher keine Statistiken darüber. Deshalb gab sie die Anregung an die Verwaltung künftig nach Geschlechtern getrennte Statistiken zu führen.
[Anmerkung: Anfang 2006 gab es in Hannover 13.005 Haushalte von Alleinerziehenden, davon waren 12.297 (=94,6%) weiblich. Quelle: Frauen in der Landeshauptstadt Hannover, Strukturdaten 1986-2006]
TOP 5.
Regionales Bündnis für Familie und weitere familienfreundliche Maßnahmen in der Region Hannover
Frau Schramme-Haack, Gleichstellungsbeauftragte der Region Hannover, dankte für die Einladung und berichtete über die Arbeit des Regionalen Bündnisses:
Die Präsentation ist als Anlage beigefügt.
Das Regionale Bündnis war eine Idee der Familienministerin Renate Schmidt und sei 2004 noch vom damaligen Regionspräsidenten, Herrn Dr. Arndt, gegründet worden - mittlerweile gebe es 518 solcher Bündnisse, die sich für Familienfreundlichkeit einsetzen. Einbezogen wurden u.a. die IHK, die Handwerkskammer, die Kirchen, Wohlfahrtsverbände und der DGB.
Gemeinsame Ziele seien die Bündelung und Vernetzung der familienunterstützenden Kompetenzen und Erfahrungen sowie der Ausbau und die Bekanntmachung guter Beispiele und Ideen zur Förderung der Familienfreundlichkeit.
In der Region Hannover habe es diverse Projekte zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben.
Andere lokale Bündnisse hätten sich um die Verkehrssicherheit von Kindern gekümmert oder kleinere Projekte wie Wunschgroßeltern ins Leben gerufen.
Hervorzuheben sei das übergreifende Denken, unabhängig von geografischen Einzugsgebieten, wie bei der Flexibilisierung des Wohnortprinzips bei der Kita-Platzvergabe ab 2007.
Ein anderes Projekt war die Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit und der Internetauftritt unter www.hannover.de, wo besondere Projekte aus der ganzen Region vorgestellt werden. [Anmerkung. Von der Landeshauptstadt Hannover z.B. die Broschüre "Los, Papa!"]
2006 und 2007 wurden Preise für familienfreundliche Betriebe in der Region ausgelobt.
Daneben ging es um das Einwerben weiterer Kooperationspartner und Mitglieder, Beratung bei der Gründung, Mittagstalk für Unternehmen und Interessierte zum Thema "Familiencard", den Ausbau von Ferienbetreuungsangeboten mit Verknüpfung zu Betrieben, Fachberatung zur Einrichtung betriebsnaher Kinderbetreuung und die Einrichtung einer Kita-Platz-Börse. In allen Städten gab es dazu Veranstaltungen, auch hier im Rathaus.
Die Kita-Platz-Börse sei eingerichtet worden, da es in der Region 746 Einrichtungen gebe. An dem Rücklauf hätten sich 1/5 beteiligt. Einige kleine Kommunen hätten sich verweigert und so habe man diese Börse nicht weiter geführt.
Sehr aktive lokale Bündnisse gebe es in
Burgdorf (mit einem Familienwegweiser),
Hemmingen (mit dem Schwerpunkt familienfreundliches Wohnumfeld und Spielplatzgestaltung),
Isernhagen ( mit Durchführung eines Familientags) und
in der Wedemark
Daneben gebe es Projekte in Springe, Ronnenberg , Burgwedel und Langenhagen.
Als Resümee sei festzuhalten, dass die bundesweite Kampagne eine große Resonanz hatte.
Derzeit gebe es eine Vielzahl von politischen Entwicklungen mit Schubkraft (z.B. Elterngeldgesetz, öffentliche Debatte zum Thema Vereinbarkeit).
Dennoch müsse man bei dieser politischen Kampagne kritisch hinterfragen wer noch aktiv dabei sei oder wer eingebunden werden sollte, welche Ideen es für weitere Kooperationen oder welche Werbung es für große Ziele gebe.
Momentan gebe es eine aktive Ausbauphase von Kindertagesstätten mit unterschiedlichem Stand in den Kommunen
Frau Ike fragte nach dem Wettbewerb für familienfreundliche Betriebe. Diese seien eher wirtschaftlich orientiert und nehmen höchstens Rücksicht bei der Arbeitszeit.
Frau Tack erkundigte sich nach der Familiencard und warum diese gestoppt wurde bzw. ob eine Weiterarbeit beabsichtigt sei.
Frau Lossin fragte nach aktuellen Aktivitäten aus diesem Jahr.
Frau Schramme-Haack antwortet zu dem Wettbewerb, dass die Betriebe über die IHK und Handwerkskammer aufgefordert wurden, sich zu bewerben.
Die Resonanz sei mit 30-40 Rückmeldunen eher gering gewesen. In 2006 seien drei Preise nach Unternehmensgrößen verliehen worden, in 2007 habe es zu wenig Resonanz gegeben. Evtl. habe sich die Methode der Preisverleihung überholt.
Die Familiencard sei in Nürnberg und Düsseldorf eingeführt worden Der Erwerb erfolge gegen einen Kostenbeitrag und anschließend erhalte man im Handel und bei Dienstleistungen besondere Konditionen.
Es seien viele Händler und Einrichtungen angesprochen worden und für die Familienfreundlichkeit geworben geworden.
In Hannover waren die Marketinggesellschaft, Herr Ganseforth für ProHannover und die Wirtschaftsförderung beteiligt. Es gab die Anregung der Gleichstellungsbeauftragten, die Wirtschaftsförderung hatte Bedenken.
Zeitgleich habe Hannover die Hausmarke für Studierende eingeführt und es gab das Argument, dass es nicht genügend Händler gebe, die sich beteiligen würden.
In 2008 seien interne Beratungen zur Situation von Alleinerziehenden der Schwerpunkt gewesen. Ein konkretes Projekt habe es nicht gegeben.
Frau Westphely fraget nach den Gründen, weshalb die Stadt Hannover eher verhalten auf das regionale Bündnis reagiert habe, da Hannover nach der Prognosstudie und dem Internetauftritt viel Gutes in Richtung Familienfeundlichkeit tue, aber zu wenig darüber spreche. Deshalb sollte jede Gelegenheit genutzt werden.
Frau Jakob fragte, ob die Verwaltung dazu antworten könne, ansonsten könne dies auch in einer anderen Sitzung besprochen werden.
Sie dankte Frau Schramme-Haack für den engagierten Vortrag.
TOP 6.
Frauenförderung und Gleichstellung im Fachbereich 51 (Jugend und Familie)
Frau Broßat-Warschun, Leiterin des Fachbereiches Jugend und Familie, stellte zunächst die Basisdaten vor.
Der Fachbereich Jugend und Familie sei der größte Fachbereich der Stadtverwaltung und habe 1470 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 1183 Frauen und 287 Männer.
Im größten Bereich Kita und Heimverbund seien überwiegend Frauen als Erzieherinnen beschäftigt. Es gebe auch eine engagierte Männergruppe in diesem Bereich.
Die Unterrepräsentanz habe sicherlich finanzielle Gründe, denn es sei schwierig Männer einzustellen.
Bei der Erzieherinnen und Erziehern liegt der Frauenanteil bei 90%, bei den Wohngruppen im Heimverbund sind 64% der Beschäftigten weiblich und 36% männlich.
In der Kinder- und Jugendarbeit, wozu auch die Jugendzentren gehören, liege der Anteil bei 60% zu 40%.
Im Kita-Bereich seien viele Teilzeitkräfte eingesetzt. Hier würden auch viele gesundheitsfördernde Maßnahmen eingesetzt, z.B. für rückenschonendes Arbeiten an einem Wickeltisch mit Stufen für größere Kinder oder bauliche Veränderung zum Lärmschutz.
Im Heimverbund werde im Schichtdienst gearbeitet, weil die Wohngruppen rund um die Uhr betreut werden.
Der Fachbereich habe sieben Bereiche, die wie folgt besetzt sind:
Zentrale Fachbereichsangelegenheiten männlich (Herr Weinreich)
Unterhaltsrecht und Elterngeld weiblich (Frau Rieger)
Kommunaler Sozialdienst männlich (Herr Kunze)
Jugend- und Familienberatung weiblich (Frau Ebel)
Kindertagesstätten und Heimverbund männlich (Herr Rauhaus)
Kinder- und Jugendarbeit männlich (Herr Rohde)
Viele der Leitungspositionen seien erst kürzlich besetzt worden wegen Erreichens der Altersgrenze, die Position der Stellvertretung sei jeweils mit dem anderen Geschlecht besetzt, somit habe man ein ausgewogenens Verhältnis von Frauen und Männern und ein gutes Ergebnis zu Frauen in Führungspositionen.
Viele Erzieherinnen seien dagegen in niedrigen Entgeltgruppen beschäftigt.
Es gebe unterschiedliche fachliche Programme, über die viel berichtet werden könnte, doch das heutige Thema sei die Frauenförderung im Fachbereich. Evtl. könne zu einem späteren Zeitpunkt über die Inhalte berichtet werden.
Frau Jakob dankte für den Vortrag und bestätigte, dass es gute Projekte gebe, ein solcher Vortrag den Rahmen der Sitzung jedoch gesprengt hätte.
Frau Westphely fragte, ob es ähnlich wie bei der Feuerwehr zur Ermutigung von Frauen auch Werbekampagnen gebe, um den Anteil der Erzieher zu erhöhen.
Frau Broßat-Warschun antwortete, dass es keine Kampagne gebe, es bestehe aber eine Gruppe von männlichen Erziehern, die Berührungsängste nehme und dieser engagierte Kreis von Erziehern motiviere auch andere.
Das Problem sei die Finanzierung. Manche würden zur Aufbesserung des Gehaltes eine Nebentätigkeit ausüben, um eine Familie finanzieren zu können. Die finanzielle Situation bei der Feuerwehr sei deutlich besser.
Frau Lossin fragte welches Genderprojekt bis 2011 durchgeführt werde.
Frau Broßat-Warschun bestätigte, dass der Fachbereich Jugend und Familie einer der ersten war, der am Beispiel Feriencard erprobt hätte, Jungen und Mädchen mit veränderten Formulierungen gezielt anzusprechen. Dies sei ein gelungenes Projekt mit geringem Aufwand gewesen. Bereits die Gestaltung und einige Fotos hätten Vieles bewirkt.
Gender Mainstreaming sei ein Schwerpunktthema, deshalb sei der Fachbereich Pilotprojekt. Es gebe einen Qualitätszirkel Gender und Diversity, wo das Thema bearbeitet werde. Darüber würde sie gern berichten. Im letzten Jahr habe in Kooperation mit dem Referat für Frauen und Gleichstellung ein Fachtag zum Thema Gender stattgefunden, der gut besucht war und auch dokumentiert wurde. Man sei an dem Thema dran und bleibe dabei.
[Anmerkung: Die Dokumentation kann im Internet unter folgenden Link heruntergeladen werden:
http://www.hannover.de/data/download/lhh/ges_soz/Doku_Gender-Fachtag.pdf
oder
gegen Zusendung eines Din-A5-Umschlages mit Rückporto von 1,45 € unter folgender Adresse angefordert werden:
Stadt Hannover
Referat für Frauen und Gleichstellung (18 F)
Trammplatz 2
30159 Hannover
Frau Mücke-Bertram berichtete, dass sie selbst bei der Ausbildung von ErzieherInnen mitwirke und dabei etwa ein Drittel männlich sei. Bei Praktikumsbesuchen stelle sie fest, dass die Jungen überwiegend im Jugend- oder Heimbereich eingesetzt würden. Der Beruf werde nicht angemessen bezahlt. Wenn die Männer dabeiblieben, seien sie oft in Leitungsfunktionen, z.B. als Grundschulleiter eingesetzt.
Frau Broßat-Warschun führte aus, dass Männer nicht unbedingt in Leitungsfunktionen eingesetzt seien. Die Kitaleitungen seien überwiegend weiblich besetzt. Sie wisse nur von einem Mann als Kitaleiter.
Die genauen Zahlen könnten mit dem Protokoll nachgeliefert werden.
[Von 33 Kindertagesstätten in eigener Trägerschaft werden 30 von einer Frau und 2 von einem Mann geleitet, eine Kita-Leitung ist zur Zeit unbesetzt, in der stellvertretenden Leitung sind 25 Stellen mit einer Frau und 4 mit Männern besetzt, 3 Stellen sind zur Zeit unbesetzt.]
Frau Jakob griff die Idee mit der Werbekampagne auf und obwohl Erzieher nicht so gut bezahlt seien, gebe es immerhin 1/3 Männer, die sich für den Beruf interessieren und entscheiden.
Sie stelle die Frage an die Verwaltung, wie das Bewußtsein der Männer verändert werden könnte. Viele Kinder würden nur Erzieherinnen oder ihre Mütter als Vorbilder haben.
Der soziale Beruf als Erzieher finde sich eher in der Erwachsenenbildung als in Kitas. Dabei sei die Kindererziehung eine schöne Aufgabe.
Deshalb sollte überlegt werden, ob Aktionen in den Schulen durchgeführt werden können. Männliche Erzieher seien gerade für die Kinder gut, in deren Familien Väter fehlen. Es sei ein Anliegen der Gesellschaft, auch männliche Vorbilder für Jungen zu haben.
Frau Broßat-Warschun bestätigte, dass dies vollkommen richtig und fachlich angebracht sei, wenn es gelinge mehr männliche Erzieher in die Kitas zu bekommen. Es gebe viele Alleinerziehende, daher scheine es sinnvoll eine Kampagne für mehr Männer in Kitas durchzuführen.
Die Feuerwehr benötige Nachwuchskräfte und wollte gezielt Frauen ansprechen. Konkrete Ergebnisse seien noch nicht bekannt.
Früher seien an Wertstoffhöfen ausschließlich Männer beschäftigt gewesen, heute gebe es dort wahrnehmbar auch Frauen.
Es gebe einmal pro Jahr einen Fachtag und dort sei die Männergruppe bekannt.
Eine Öffentlichkeitskampagne für männliche Erzieher halte sie für denkbar.
Frau Dr. Vollmer-Schubert führte aus, dass Jugendliche bei dem jährlichen Zukunftstag geschlechtsuntypische Berufsfelder kennengelernen können, für Jungen gebe es Angebote den Tag in Kitas oder Bibliotheken zu verbringen. Die Bilder müßten langsam verändert werden.
Herr Böning bestätigte, dass seine Partnerin stellvertretende Kitaleiterin sei und die Kinder begeistert seien, wenn es männliche Praktikanten gebe.
Frau Jakob bestätigte, dass dies schon früher so war und befürwortete eine mögliche Kampagne, um mehr Erzieher zu gewinnen.
TOP 7.
Anfragen und Anträge
TOP 7.1.
Antrag von Ratsherrn Böning zur Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen nach Persönlichkeiten in Hannover
(Drucks. Nr. 2340/2008)
Herr Böning stellte den Antrag vor und sprach sich dagegen aus fast nur noch Straßen nach Frauennamen zu benennen. Es sollte ein ausgeglichenes Verhältnis geben und keine Diskriminierung der Männer.
Frau Lossin wies darauf hin, dass Anträge nicht aufgrund von Pressemeldungen gestellt werden sollten. Es sei so, dass immer noch wenige Strassen nach Frauen benannt würden.
Frau Ike betonte, dass die CDU den Antrag ablehnen werde. Mit dem Beschluss aus 1999 sei der Nachholbedarf der Frauennamen festgestellt worden und es sei richtig, dass die Bezirksräte vor Ort die Benennung beurteilen könnten. Frauen seien lange Zeit benachteiligt worden.
Herr Hexelschneider äußerte sich dahingehend, dass er einige Passagen aus dem Antrag sympatisch finde. Dies reiche jedoch nicht, dem Antrag zuzustimmen.
Eine Quote von 60-70% von Straßen, die nach Frauen benannt werden, fände er angemessen. Er werde den Antrag abgelehen.
Gleichzeitig appelliere er an die Fraktion der Grünen, nicht grundsätzlich nur Frauennamen zu akzeptieren, z.B. sollte der Platz vor dem Stadion den Namen eines Torwartes erhalten dürfen. Der Ratsbeschluss von damals müsse gelebt werden.
Frau Westphely lehnte den Antrag aus zwei Gründen ab:
In der Zeit von 1999-2007 seien 43 Straßen nach Männern benannt worden und 46 nach Frauen. Dies sei keineswegs vorrangig. Mittlerweile seien 80% der Straßen nach Männern benannt und solange dieses Ungleichgewicht bestehe, sollten weitere Straßen nach Frauen benannt werden.
Frau Fischer betonte ebenfalls, dass es wesentlich mehr Straßen gebe, die nach Männern benannt seien. Es müsse ein gleicher Level angestrebt werden.
Frau Lange betonte, dass sie um jeden Frauennamen für Straßen oder Plätze kämpfen werde. Die Frauen müßten sichtbar gemacht werden.
Herr List merkte an, dass er den Streit für kleinkariert halte.
Herr Böning räumte ein, dass er zu dem Antrag keine Begeisterungstürme erwartet hatte.
Herr Moormann bemerkte, dass er kein Politiker sei, sich aber als Bewohner dieser Stadt alle Facetten auch auf den Straßenschildern wünsche. Das Ungleichgewicht dürfe nicht so gravierend sein.
Herr Hexelschneider wünschte einen angemessenen Umgang mit den Thema. Es sollte kein Häuserkampf um jede Straße geführt werden. Es sei Tatsache, dass in der Historie mehr männliche Personen in der Öffentlichkeit standen und mit einem Straßennamen geehrt wurden. Aus heutiger Sicht sei es schwierig einen Gleichstand zu erreichen, auch in 200 Jahren werde es noch mehr nach Männern benannte Straßen geben.
Frau Mücke-Bertram wandte ein, dass auch Umbenennungen möglich seien und man sollte überlegen, dass die großen Straßen nach Männern benannt seien und kleine Wege wie der Hannah-Arendt-Weg nach Frauen.
Im Antrag sei der Beschlusstext nicht richtig formuliert, da der Bezirksrat die Namen vorschlage und es auch in der Politik keine paritätische Besetzung gebe. Daher wählten die Männer Namen aus ihren Netzwerken.
Frau Jakob bestätigte den Nachholbedarf an Frauennamen.
Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt.
TOP 7.2.
Antrag der SPD-Fraktion und Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu einem Konzept zum Thema Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transexuelle und Transgender im Alter
(Drucks. Nr. 2452/2008)
Frau Lossin stellte den Antrag vor, der aufgrund der Anhörung gestellt wurde und betonte die Biografiearbeit und erforderliche tolerante Haltung, dass auf Fragebögen und Stammblättern auch die Möglichket der Lebenspartnerschaft aufgenommen werden sollte.
Auf der Homepage der Alten- und Pflegeheime sollte die tolerante Haltung zu Homo-, Bi- und Transsexuellen und Transgender deutlich werden.
Der Antrag wurde einstimmig angenommen.
TOP 8.
Bericht der Verwaltung
Herr Härke hatte die Anregung gegeben, dass die Präsentation vorn Frau Schramme-Haacke dem Protokoll beigefügt werden sollte.
TOP 9.
Bericht der Gleichstellungsbeauftragten
Frau Dr. Vollmer-Schubert berichtete über die durchgeführten Veranstaltungen:
Die Sitzung Vereinbarkeit von Beruf und Familie -ein Instrument des Personalmarketings am 16.10. sei recht gut besucht gewesen.
Der Stadt Hannover Preis sei auf dem Wirtschaftsempfang verliehen worden. Es gebe noch die Broschüre mit allen Firmen, die sich beworben haben. Eine erste Idee zur Preisverleihung 2009 sei es Unternehmensnachfolgerinnen zu prämieren. Die neue Jury tage im nächsten Frühjahr.
Bei der Veranstaltung "Mobilität und Gender" seien etwa 50 Fauen und Männer vertreten gewesen. Es habe viele Diskussionen gegeben und ein großes Interesse an dieser einmaligen Untersuchung zur Verkehrsplanung. Es sei eine Dokumentation zur Veranstaltung geplant.
Die nächste größere Veranstaltung finde am 25.11. statt (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) bei kargah.
In dieser Woche werde zum Thema Gewalt und Trauma eine Ausstellung im Pavillon gezeigt, der Titel laute: Weil Leben mehr als gestern ist!
Frau Jakob lobte die Verleihung des Stadt Hannover Preises. Es sei das richtige Unternehmen ausgewälht worden, die Rede war sehr ansprechend und war später Diskussionsthema an den Tischen, wie es gewünscht sei. Sie dankte allen, die zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.
Frau Lossin bestätigte, dass die Preisverleihung zu Beginn des Wirtschaftsempfangs eine gute Idee gewesen sei. Sie wunderte sich, dass der Preis der Region trotz 40 Bewerbungen eingestellt wurde. Es komme nicht auf die Vielzahl, sondern die Qualität der Bewerbungen zu einem Schwerpunktthema an.
TOP 10.
Verschiedenes
Frau Mücke-Bertram erinnerte daran, dass eine der Sitzungen bei der Feuerwehr stattfinden sollte, um sich über den Umbau in Stöcken zu infomieren und den Erfolg zur Nachwuchsgewinnung.
Frau Dr. Vollmer-Schubert versicherte, dass dies 2009 beabsichtigt sei.
[Anmerkung: Auf Nachfrage bei der Feuerwehr erfolgt die Grundsteinlegung für das neue Gebäude erst am 2.12.2008.]
Eröffnung der Sitzung, Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und Beschlussfähigkeit sowie Feststellung der Tagesordnung
Frau Jakob eröffnete die Sitzung und stellte die ordnungsgemäße Einberufung und
Beschlussfähigkeit fest. Die vorliegende Tagesordnung wurde bestätigt.
TOP 2.
Genehmigung der Niederschrift über die Sitzung am 06.10.2008
Die Niederschrift wurde einstimmig genehmigt.
TOP 3.
Einwohner- und Einwohnerinnenfragestunde
Es gab keine Einwohnerinnen und Einwohner, die Fragen stellen wollten.
TOP 4.
Zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Väteraktivitäten - Möglichkeiten, Schwierigkeiten, Projekte und Perspektiven"
Frau Dr. Vollmer-Schubert berichtete, dass Herr Axel Hengst in Kooperation mit dem Referat für Frauen und Gleichstellung im Rahmen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf einige Projekte zur Aktivierung von Vätern durchgeführt hat, z.B. die Broschüre "Los, Papa!" mit erarbeitet habe und weitere Projekte durchgeführt werden sollen. Der Gleichstellungsausschuss soll aus der Sicht von aktiven Vätern darüber informiert werden.
Herr Hengst dankte für die Einladung und stellte sich als Mitarbeiter des Vereins mannigfaltig vor.
Nach der Erstellung der Broschüre "Los,Papa!" habe es ein Leseprojekt für Väter und Kinder an einer Grundschule gegeben, was gut angenommen wurde.
Seit 1996/97 sei er in der Väterarbeit und organisiere Vater-Kind-Wochenenden und Väter- bzw. Familienprojekte.
Hintergrund:
Die Einstellung habe sich gewandelt, Väter entdecken die Vaterschaft als wichtig und sicher habe das neue Elterngeldgesetz dazu beigetragen, dass sich Väter mehr bei der wichtigen Aufgabe der Kinderbetreuung engagieren.
Das traditionelle Bild sei eher der Vater als Ernährer der Familie. Väter in Elternzeit seien eher selten. In der kürzlich erschienenen HAZ-Beilage ("Wo ist Papas Geld" vom 25.10.2008) sei in Verbindung mit dem Bankwesen der Vater als derjenige definiert worden, der das Geld verdiene.
Gesellschaftliche Veränderungswünsche in Richtung Gleichstellung und mehr Beteiligung an der Erziehungsarbeit ermögliche Frauen die Berufstätigkeit.
Ein weiterer Aspekt sei, dass Kinder, die aktive Väter haben, gute positive Bindungen entwickeln und einen besseren Zugang zu Konflikten hätten.
Die Frage sei, wie man die Väter erreiche. Dies könne zum Beispiel bei der Arbeit sein, dazu müßten die Führungs- und Personalebenen geschult werden, um erst die Väterfreundlichkeit zu entdecken. Es sei eine Erweiterung der Familienfreundlichkeit, die in erster Linie von Müttern genutzt würde, z.B. durch Arbeitszeitflexibilisierung oder Teilzeitbeschäftigung.
Es müßten konkrete Maßnahmen und Angebote entwickelt werden und die Väter gezielt angesprochen werden. Es sei z.B. eine regelmäßige Beratung zu Elterngeld und Erziehungsfragen denkbar oder Vater-Kind-Wochenenden. In anderen Ländern werde dies bereits praktiziert. Zunächst sei die Bereitschaft erforderlich, sich mit Väterfreundlichkeit auseinanderzusetzen.
Der Chef der Firma Windwärts habe z.B. festgestellt, dass gemeinsame Zeit mit den Kindern zur Zufriedenheit und Wirtschaftlichkeit im Betrieb beiträgt. Oftmals gebe es noch die "Schere im Kopf", dass der Chef die Elternzeit nicht erlauben werde oder Sprüche der Kollegen erwartet werden.
Eine gemeinsame Idee mit der Gleichstellungsbeauftragten sei, z.B. einen Info-Nachmittag als Pilotprojekt anzubieten und zu überlegen, wie das Unternehmen profitiere, wenn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert würde.
Der klassische Weg, Väter z.B. in einer Familienbildungsstätte mit Vater und Kind-Angeboten zu erreichen, sei schwer, da man dort eher die Frauen anträfe. Er habe dort auch Gruppen geleitet, der Bedarf sei jetzt geringer.
In Oldenburg gebe es ein umfangreiches Bildungsangebot für Väter, auch der Verein mannigfaltig biete viele Angebote für Jungen und Männer, auch in Trennungssituationen oder wenn die Väter das Kind geschlagen hätten. Die Kurse müssen selbst bezahlt werden, daneben gebe es Beratung bei Krisen oder zur Erziehungszeit.
Vor der Geburt seien werdende Väter sehr interessiert. Werdende Väter bräuchten auch Raum für sich, insbesondere bei der Geburtsvorbereitung, da werdende Väter auch Ängste und Unsicherheiten mitbringen.
Finanzielle Förderung von Vätern trage zur Imagepflege bei und evtl. werde Hannover deshalb als Wohnort gewählt.
Es sei eine gezielte Ansprache, z.B. in der Kita erforderlich. Wenn in einem Elternbrief nur "Liebe Eltern" stünde, kämen die Mütter, deshalb sei die Anrede an Mütter und Väter besser.
Mannigfaltig biete Selbstbehauptungskurse für Jungen; wenn in der Einladung steht, dass besonders Väter eingeladen sind, würden überwiegend Männer mit ihren Söhnen teilnehmen. Gezielte Formulierungen seien wichtig.
Als letzter Punkt sei die Förderung von Väterarbeit als gesellschaftlich gewollter Aspekt hervorzuheben.
Frau Jakob dankte für den engagierten Vortrag und gab Gelegenheit Fragen zu stellen:
Frau Ike fragte, wie Herr Hengst zu dieser Arbeit gekommen sei und welche Rolle der wirtschaftliche Aspekt spiele, da die Männer in der Regel mehr verdienten und wirtschaftliche Einschnitte befürchtet werden, wenn die Väter eine gewisse Zeit eine Auszeit nehmen.
Frau Westphely dankte für den spannenden Vortrag und wünschte mehr Unterstützung aus den Chefetagen, wenn Väter Erziehungsverantwortung übernehmen.
Es gebe das Bedürfnis, die Vaterrolle wahrnehmen zu können und den gesellschaftlichen Zielkonflikt, dass der Arbeitgeber Flexibilität erwarte und Familienfreundlichkeit dem entgegenstehe. Immer mehr Frauen streben in den Beruf, die Väter übernehmen aber noch nicht den Familienanteil. Sie sei dankbar für die konkreten Beispiele.
Frau Jakob fragte, ob es Statistiken zu alleinerziehenden Vätern gebe.
Herr List stellte fest, dass die Rollenverteilung aufgebrochen werde und die Väter von Anfang an beteiligt würden. Er fragte, wie es mit Verbindungen zu anderen Einrichtungen aussehe und wo es Verbesserungsmöglichkeiten gebe.
Herr Hengst erläuterte, wie er als Mann dazu gekommen sei, sich für die Väterarbeit zu engagieren. Seine Tochter sei 1 Jahr alt gewesen, als er sich mehr um die Betreuung gekümmert habe und es ihm gut getan und Spaß gemacht habe.
Er arbeite im pädagogischen Bereich und habe Interesse an Gleichstellungsfragen.
Der Verein mannigfaltig sei ein Verein ohne feste Stellen mit Honorarprojekten.
Er habe Fortbildungen für Erzieher aus Kitas organisiert sowie Vater-Kind-Wochenenden.
Dies sei eine sinnvolle Arbeit, die Spaß mache.
Ein Vater, der diese Wochenenden eher kritisch sah, war zum Schluss überzeugt. Natürlich bestanden anfangs auch Ängste auf Seiten der Väter. Spannend sei der Austausch mit anderen Vätern gewesen.
Es sei eine Tatsache, dass Frauen sogar für die selbe Arbeit schlechter bezahlt würden, obwohl sie bessere Abschlüsse haben. Aber in der Regel blieben die Frauen nach der Geburt des Kindes zuhause. Anfangs gebe es noch Stillzeiten, wo die Frauen den direkteren Bezug zu den Kindern hätten.
Es wäre wünschenswert, wenn mehr Väter mehr Zeit in die Kinder investieren würden.
Oftmals seien es größere finanzielle Einbußen, wenn die Väter zuhause bleiben, es seien auch existenzielle Fragen, die man sich als Vater und Mutter stellen muß. Es bestätigte den gesellschaftlichen Widerspruch von Flexibilität und Familienfreundlichkeit.
Er kenne keine Statistik. Alleinerziehende Väter seien eine große Ausnahme, aber es werden langsam mehr. Er stimme zu, dass Väter von Anfang an dabei sein sollten.
Dabei gehe es um eine gezielte und bewußte Einbeziehung in die Vaterwerdung und dies habe eine positive Auswirkung auf die Entwicklung des Kindes.
Zum Punkt der Netzwerke bestätigte er, dass diese ausgebaut werden sollten, aufgrund der ehrenamtlichen Arbeit sei zur Zeit lediglich eine Bündelung der Ideen und Erfahrungen machbar. In anderen Städten wie Lauenau und Oldenburg gebe es Zusammenschlüsse von Vätergruppen diverser Organisationen, z.B. Kirchengemeinden.
Frau Lange gratulierte zu dem Namen des Vereins und den bisherigen Erfolgen des Vereines mannigfaltig und fragte, ob auch russische und türkische Väter erreicht würden, die oftmals als autoritärer wahrgenommen würden.
Herr Böning fragte, ob überwiegend intakte Familien an den Angeboten teilnehmen würden.
Er habe Kontakt zu dem Verein "Väteraufbruch" und dort gebe es Statistiken zu Alleinerziehenden.
Herr Hengst bestätigte, dass die Väter mit Migrationshintergrund jetzt bei dem Leseprojekt in der Alemannschule in Vahrenwald erreicht wurden. Es hätten 16 Väter und 17 Kinder teilgenommen. Darunter habe es etwa ein Drittel Väter mit Migrationshintergrund gegeben. Diese Väter könne man auch in Kitas oder der Schule erreichen. Die Angebote richten sich grundsätzlich an alle.
Es gebe regelmäßig Väter, die in Trennung leben, eine gezielte Ansprache mit KSD vormittags sei schwierig. Ein wichtiges Thema sei, nach einer Trennung das Recht, die Kinder zu sehen. Zu dem Verein "Väteraufbruch" gebe es keine festen Kontakte.
Herr Scholz berichtete aus seiner Sicht als Vater, dass bei Elternabenden und Gesprächen mit den Lehrerinnen eher die Mütter angesprochen würden. Es gebe traditionelle Bilder, dass es nicht üblich sei, mit den Vätern zu sprechen. Er besuche trotzdem die Elternabende.
Frau Jakob machte den Vorschlag, das Thema Väteraktivierung im nächsten Jahr erneut auf die Tagesordnung zu setzen.
Frau Mücke- Bertram bestätigte, dass der Wert der Erziehung ein gesellschaftliches Problem in Kitas und Grundschulen sei. Möglicherweise seien die Väterinteressen ein gutes Thema für Veranstaltungen wie den Wirtschaftsempfang, wo 95% oder mehr Männer seien.
Herr Hengst begrüßte diese gute Anregung.
Es sei wichtig Fortbildung für Väter anzubieten und Arbeitskreise für männliche Erzieher, die sich damit auseinander setzen müssen allein als Mann unter Frauen zu arbeiten.
Man müsse sich Gedanken machen wie Väter motiviert werden können, z.B. mit Krökeltischen, Kitafesten oder Laternenumzügen.
Er dankte für die Einladung in den Ausschuss und die Nachfragen.
Frau Jakob wünschte alles Gute für die weitere Arbeit. Sie bezog sich auf eine Drucksache zu Alleinerziehenden, in der nicht zwischen Müttern und Vätern unterschieden werde.
Anscheinend gebe es bisher keine Statistiken darüber. Deshalb gab sie die Anregung an die Verwaltung künftig nach Geschlechtern getrennte Statistiken zu führen.
[Anmerkung: Anfang 2006 gab es in Hannover 13.005 Haushalte von Alleinerziehenden, davon waren 12.297 (=94,6%) weiblich. Quelle: Frauen in der Landeshauptstadt Hannover, Strukturdaten 1986-2006]
TOP 5.
Regionales Bündnis für Familie und weitere familienfreundliche Maßnahmen in der Region Hannover
Frau Schramme-Haack, Gleichstellungsbeauftragte der Region Hannover, dankte für die Einladung und berichtete über die Arbeit des Regionalen Bündnisses:
Die Präsentation ist als Anlage beigefügt.
Das Regionale Bündnis war eine Idee der Familienministerin Renate Schmidt und sei 2004 noch vom damaligen Regionspräsidenten, Herrn Dr. Arndt, gegründet worden - mittlerweile gebe es 518 solcher Bündnisse, die sich für Familienfreundlichkeit einsetzen. Einbezogen wurden u.a. die IHK, die Handwerkskammer, die Kirchen, Wohlfahrtsverbände und der DGB.
Gemeinsame Ziele seien die Bündelung und Vernetzung der familienunterstützenden Kompetenzen und Erfahrungen sowie der Ausbau und die Bekanntmachung guter Beispiele und Ideen zur Förderung der Familienfreundlichkeit.
In der Region Hannover habe es diverse Projekte zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben.
Andere lokale Bündnisse hätten sich um die Verkehrssicherheit von Kindern gekümmert oder kleinere Projekte wie Wunschgroßeltern ins Leben gerufen.
Hervorzuheben sei das übergreifende Denken, unabhängig von geografischen Einzugsgebieten, wie bei der Flexibilisierung des Wohnortprinzips bei der Kita-Platzvergabe ab 2007.
Ein anderes Projekt war die Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit und der Internetauftritt unter www.hannover.de, wo besondere Projekte aus der ganzen Region vorgestellt werden. [Anmerkung. Von der Landeshauptstadt Hannover z.B. die Broschüre "Los, Papa!"]
2006 und 2007 wurden Preise für familienfreundliche Betriebe in der Region ausgelobt.
Daneben ging es um das Einwerben weiterer Kooperationspartner und Mitglieder, Beratung bei der Gründung, Mittagstalk für Unternehmen und Interessierte zum Thema "Familiencard", den Ausbau von Ferienbetreuungsangeboten mit Verknüpfung zu Betrieben, Fachberatung zur Einrichtung betriebsnaher Kinderbetreuung und die Einrichtung einer Kita-Platz-Börse. In allen Städten gab es dazu Veranstaltungen, auch hier im Rathaus.
Die Kita-Platz-Börse sei eingerichtet worden, da es in der Region 746 Einrichtungen gebe. An dem Rücklauf hätten sich 1/5 beteiligt. Einige kleine Kommunen hätten sich verweigert und so habe man diese Börse nicht weiter geführt.
Sehr aktive lokale Bündnisse gebe es in
Burgdorf (mit einem Familienwegweiser),
Hemmingen (mit dem Schwerpunkt familienfreundliches Wohnumfeld und Spielplatzgestaltung),
Isernhagen ( mit Durchführung eines Familientags) und
in der Wedemark
Daneben gebe es Projekte in Springe, Ronnenberg , Burgwedel und Langenhagen.
Als Resümee sei festzuhalten, dass die bundesweite Kampagne eine große Resonanz hatte.
Derzeit gebe es eine Vielzahl von politischen Entwicklungen mit Schubkraft (z.B. Elterngeldgesetz, öffentliche Debatte zum Thema Vereinbarkeit).
Dennoch müsse man bei dieser politischen Kampagne kritisch hinterfragen wer noch aktiv dabei sei oder wer eingebunden werden sollte, welche Ideen es für weitere Kooperationen oder welche Werbung es für große Ziele gebe.
Momentan gebe es eine aktive Ausbauphase von Kindertagesstätten mit unterschiedlichem Stand in den Kommunen
Frau Ike fragte nach dem Wettbewerb für familienfreundliche Betriebe. Diese seien eher wirtschaftlich orientiert und nehmen höchstens Rücksicht bei der Arbeitszeit.
Frau Tack erkundigte sich nach der Familiencard und warum diese gestoppt wurde bzw. ob eine Weiterarbeit beabsichtigt sei.
Frau Lossin fragte nach aktuellen Aktivitäten aus diesem Jahr.
Frau Schramme-Haack antwortet zu dem Wettbewerb, dass die Betriebe über die IHK und Handwerkskammer aufgefordert wurden, sich zu bewerben.
Die Resonanz sei mit 30-40 Rückmeldunen eher gering gewesen. In 2006 seien drei Preise nach Unternehmensgrößen verliehen worden, in 2007 habe es zu wenig Resonanz gegeben. Evtl. habe sich die Methode der Preisverleihung überholt.
Die Familiencard sei in Nürnberg und Düsseldorf eingeführt worden Der Erwerb erfolge gegen einen Kostenbeitrag und anschließend erhalte man im Handel und bei Dienstleistungen besondere Konditionen.
Es seien viele Händler und Einrichtungen angesprochen worden und für die Familienfreundlichkeit geworben geworden.
In Hannover waren die Marketinggesellschaft, Herr Ganseforth für ProHannover und die Wirtschaftsförderung beteiligt. Es gab die Anregung der Gleichstellungsbeauftragten, die Wirtschaftsförderung hatte Bedenken.
Zeitgleich habe Hannover die Hausmarke für Studierende eingeführt und es gab das Argument, dass es nicht genügend Händler gebe, die sich beteiligen würden.
In 2008 seien interne Beratungen zur Situation von Alleinerziehenden der Schwerpunkt gewesen. Ein konkretes Projekt habe es nicht gegeben.
Frau Westphely fraget nach den Gründen, weshalb die Stadt Hannover eher verhalten auf das regionale Bündnis reagiert habe, da Hannover nach der Prognosstudie und dem Internetauftritt viel Gutes in Richtung Familienfeundlichkeit tue, aber zu wenig darüber spreche. Deshalb sollte jede Gelegenheit genutzt werden.
Frau Jakob fragte, ob die Verwaltung dazu antworten könne, ansonsten könne dies auch in einer anderen Sitzung besprochen werden.
Sie dankte Frau Schramme-Haack für den engagierten Vortrag.
TOP 6.
Frauenförderung und Gleichstellung im Fachbereich 51 (Jugend und Familie)
Frau Broßat-Warschun, Leiterin des Fachbereiches Jugend und Familie, stellte zunächst die Basisdaten vor.
Der Fachbereich Jugend und Familie sei der größte Fachbereich der Stadtverwaltung und habe 1470 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 1183 Frauen und 287 Männer.
Im größten Bereich Kita und Heimverbund seien überwiegend Frauen als Erzieherinnen beschäftigt. Es gebe auch eine engagierte Männergruppe in diesem Bereich.
Die Unterrepräsentanz habe sicherlich finanzielle Gründe, denn es sei schwierig Männer einzustellen.
Bei der Erzieherinnen und Erziehern liegt der Frauenanteil bei 90%, bei den Wohngruppen im Heimverbund sind 64% der Beschäftigten weiblich und 36% männlich.
In der Kinder- und Jugendarbeit, wozu auch die Jugendzentren gehören, liege der Anteil bei 60% zu 40%.
Im Kita-Bereich seien viele Teilzeitkräfte eingesetzt. Hier würden auch viele gesundheitsfördernde Maßnahmen eingesetzt, z.B. für rückenschonendes Arbeiten an einem Wickeltisch mit Stufen für größere Kinder oder bauliche Veränderung zum Lärmschutz.
Im Heimverbund werde im Schichtdienst gearbeitet, weil die Wohngruppen rund um die Uhr betreut werden.
Der Fachbereich habe sieben Bereiche, die wie folgt besetzt sind:
Zentrale Fachbereichsangelegenheiten männlich (Herr Weinreich)
Unterhaltsrecht und Elterngeld weiblich (Frau Rieger)
Kommunaler Sozialdienst männlich (Herr Kunze)
Jugend- und Familienberatung weiblich (Frau Ebel)
Kindertagesstätten und Heimverbund männlich (Herr Rauhaus)
Kinder- und Jugendarbeit männlich (Herr Rohde)
Viele der Leitungspositionen seien erst kürzlich besetzt worden wegen Erreichens der Altersgrenze, die Position der Stellvertretung sei jeweils mit dem anderen Geschlecht besetzt, somit habe man ein ausgewogenens Verhältnis von Frauen und Männern und ein gutes Ergebnis zu Frauen in Führungspositionen.
Viele Erzieherinnen seien dagegen in niedrigen Entgeltgruppen beschäftigt.
Es gebe unterschiedliche fachliche Programme, über die viel berichtet werden könnte, doch das heutige Thema sei die Frauenförderung im Fachbereich. Evtl. könne zu einem späteren Zeitpunkt über die Inhalte berichtet werden.
Frau Jakob dankte für den Vortrag und bestätigte, dass es gute Projekte gebe, ein solcher Vortrag den Rahmen der Sitzung jedoch gesprengt hätte.
Frau Westphely fragte, ob es ähnlich wie bei der Feuerwehr zur Ermutigung von Frauen auch Werbekampagnen gebe, um den Anteil der Erzieher zu erhöhen.
Frau Broßat-Warschun antwortete, dass es keine Kampagne gebe, es bestehe aber eine Gruppe von männlichen Erziehern, die Berührungsängste nehme und dieser engagierte Kreis von Erziehern motiviere auch andere.
Das Problem sei die Finanzierung. Manche würden zur Aufbesserung des Gehaltes eine Nebentätigkeit ausüben, um eine Familie finanzieren zu können. Die finanzielle Situation bei der Feuerwehr sei deutlich besser.
Frau Lossin fragte welches Genderprojekt bis 2011 durchgeführt werde.
Frau Broßat-Warschun bestätigte, dass der Fachbereich Jugend und Familie einer der ersten war, der am Beispiel Feriencard erprobt hätte, Jungen und Mädchen mit veränderten Formulierungen gezielt anzusprechen. Dies sei ein gelungenes Projekt mit geringem Aufwand gewesen. Bereits die Gestaltung und einige Fotos hätten Vieles bewirkt.
Gender Mainstreaming sei ein Schwerpunktthema, deshalb sei der Fachbereich Pilotprojekt. Es gebe einen Qualitätszirkel Gender und Diversity, wo das Thema bearbeitet werde. Darüber würde sie gern berichten. Im letzten Jahr habe in Kooperation mit dem Referat für Frauen und Gleichstellung ein Fachtag zum Thema Gender stattgefunden, der gut besucht war und auch dokumentiert wurde. Man sei an dem Thema dran und bleibe dabei.
[Anmerkung: Die Dokumentation kann im Internet unter folgenden Link heruntergeladen werden:
http://www.hannover.de/data/download/lhh/ges_soz/Doku_Gender-Fachtag.pdf
oder
gegen Zusendung eines Din-A5-Umschlages mit Rückporto von 1,45 € unter folgender Adresse angefordert werden:
Stadt Hannover
Referat für Frauen und Gleichstellung (18 F)
Trammplatz 2
30159 Hannover
Frau Mücke-Bertram berichtete, dass sie selbst bei der Ausbildung von ErzieherInnen mitwirke und dabei etwa ein Drittel männlich sei. Bei Praktikumsbesuchen stelle sie fest, dass die Jungen überwiegend im Jugend- oder Heimbereich eingesetzt würden. Der Beruf werde nicht angemessen bezahlt. Wenn die Männer dabeiblieben, seien sie oft in Leitungsfunktionen, z.B. als Grundschulleiter eingesetzt.
Frau Broßat-Warschun führte aus, dass Männer nicht unbedingt in Leitungsfunktionen eingesetzt seien. Die Kitaleitungen seien überwiegend weiblich besetzt. Sie wisse nur von einem Mann als Kitaleiter.
Die genauen Zahlen könnten mit dem Protokoll nachgeliefert werden.
[Von 33 Kindertagesstätten in eigener Trägerschaft werden 30 von einer Frau und 2 von einem Mann geleitet, eine Kita-Leitung ist zur Zeit unbesetzt, in der stellvertretenden Leitung sind 25 Stellen mit einer Frau und 4 mit Männern besetzt, 3 Stellen sind zur Zeit unbesetzt.]
Frau Jakob griff die Idee mit der Werbekampagne auf und obwohl Erzieher nicht so gut bezahlt seien, gebe es immerhin 1/3 Männer, die sich für den Beruf interessieren und entscheiden.
Sie stelle die Frage an die Verwaltung, wie das Bewußtsein der Männer verändert werden könnte. Viele Kinder würden nur Erzieherinnen oder ihre Mütter als Vorbilder haben.
Der soziale Beruf als Erzieher finde sich eher in der Erwachsenenbildung als in Kitas. Dabei sei die Kindererziehung eine schöne Aufgabe.
Deshalb sollte überlegt werden, ob Aktionen in den Schulen durchgeführt werden können. Männliche Erzieher seien gerade für die Kinder gut, in deren Familien Väter fehlen. Es sei ein Anliegen der Gesellschaft, auch männliche Vorbilder für Jungen zu haben.
Frau Broßat-Warschun bestätigte, dass dies vollkommen richtig und fachlich angebracht sei, wenn es gelinge mehr männliche Erzieher in die Kitas zu bekommen. Es gebe viele Alleinerziehende, daher scheine es sinnvoll eine Kampagne für mehr Männer in Kitas durchzuführen.
Die Feuerwehr benötige Nachwuchskräfte und wollte gezielt Frauen ansprechen. Konkrete Ergebnisse seien noch nicht bekannt.
Früher seien an Wertstoffhöfen ausschließlich Männer beschäftigt gewesen, heute gebe es dort wahrnehmbar auch Frauen.
Es gebe einmal pro Jahr einen Fachtag und dort sei die Männergruppe bekannt.
Eine Öffentlichkeitskampagne für männliche Erzieher halte sie für denkbar.
Frau Dr. Vollmer-Schubert führte aus, dass Jugendliche bei dem jährlichen Zukunftstag geschlechtsuntypische Berufsfelder kennengelernen können, für Jungen gebe es Angebote den Tag in Kitas oder Bibliotheken zu verbringen. Die Bilder müßten langsam verändert werden.
Herr Böning bestätigte, dass seine Partnerin stellvertretende Kitaleiterin sei und die Kinder begeistert seien, wenn es männliche Praktikanten gebe.
Frau Jakob bestätigte, dass dies schon früher so war und befürwortete eine mögliche Kampagne, um mehr Erzieher zu gewinnen.
TOP 7.
Anfragen und Anträge
TOP 7.1.
Antrag von Ratsherrn Böning zur Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen nach Persönlichkeiten in Hannover
(Drucks. Nr. 2340/2008)
Herr Böning stellte den Antrag vor und sprach sich dagegen aus fast nur noch Straßen nach Frauennamen zu benennen. Es sollte ein ausgeglichenes Verhältnis geben und keine Diskriminierung der Männer.
Frau Lossin wies darauf hin, dass Anträge nicht aufgrund von Pressemeldungen gestellt werden sollten. Es sei so, dass immer noch wenige Strassen nach Frauen benannt würden.
Frau Ike betonte, dass die CDU den Antrag ablehnen werde. Mit dem Beschluss aus 1999 sei der Nachholbedarf der Frauennamen festgestellt worden und es sei richtig, dass die Bezirksräte vor Ort die Benennung beurteilen könnten. Frauen seien lange Zeit benachteiligt worden.
Herr Hexelschneider äußerte sich dahingehend, dass er einige Passagen aus dem Antrag sympatisch finde. Dies reiche jedoch nicht, dem Antrag zuzustimmen.
Eine Quote von 60-70% von Straßen, die nach Frauen benannt werden, fände er angemessen. Er werde den Antrag abgelehen.
Gleichzeitig appelliere er an die Fraktion der Grünen, nicht grundsätzlich nur Frauennamen zu akzeptieren, z.B. sollte der Platz vor dem Stadion den Namen eines Torwartes erhalten dürfen. Der Ratsbeschluss von damals müsse gelebt werden.
Frau Westphely lehnte den Antrag aus zwei Gründen ab:
In der Zeit von 1999-2007 seien 43 Straßen nach Männern benannt worden und 46 nach Frauen. Dies sei keineswegs vorrangig. Mittlerweile seien 80% der Straßen nach Männern benannt und solange dieses Ungleichgewicht bestehe, sollten weitere Straßen nach Frauen benannt werden.
Frau Fischer betonte ebenfalls, dass es wesentlich mehr Straßen gebe, die nach Männern benannt seien. Es müsse ein gleicher Level angestrebt werden.
Frau Lange betonte, dass sie um jeden Frauennamen für Straßen oder Plätze kämpfen werde. Die Frauen müßten sichtbar gemacht werden.
Herr List merkte an, dass er den Streit für kleinkariert halte.
Herr Böning räumte ein, dass er zu dem Antrag keine Begeisterungstürme erwartet hatte.
Herr Moormann bemerkte, dass er kein Politiker sei, sich aber als Bewohner dieser Stadt alle Facetten auch auf den Straßenschildern wünsche. Das Ungleichgewicht dürfe nicht so gravierend sein.
Herr Hexelschneider wünschte einen angemessenen Umgang mit den Thema. Es sollte kein Häuserkampf um jede Straße geführt werden. Es sei Tatsache, dass in der Historie mehr männliche Personen in der Öffentlichkeit standen und mit einem Straßennamen geehrt wurden. Aus heutiger Sicht sei es schwierig einen Gleichstand zu erreichen, auch in 200 Jahren werde es noch mehr nach Männern benannte Straßen geben.
Frau Mücke-Bertram wandte ein, dass auch Umbenennungen möglich seien und man sollte überlegen, dass die großen Straßen nach Männern benannt seien und kleine Wege wie der Hannah-Arendt-Weg nach Frauen.
Im Antrag sei der Beschlusstext nicht richtig formuliert, da der Bezirksrat die Namen vorschlage und es auch in der Politik keine paritätische Besetzung gebe. Daher wählten die Männer Namen aus ihren Netzwerken.
Frau Jakob bestätigte den Nachholbedarf an Frauennamen.
Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt.
TOP 7.2.
Antrag der SPD-Fraktion und Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu einem Konzept zum Thema Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transexuelle und Transgender im Alter
(Drucks. Nr. 2452/2008)
Frau Lossin stellte den Antrag vor, der aufgrund der Anhörung gestellt wurde und betonte die Biografiearbeit und erforderliche tolerante Haltung, dass auf Fragebögen und Stammblättern auch die Möglichket der Lebenspartnerschaft aufgenommen werden sollte.
Auf der Homepage der Alten- und Pflegeheime sollte die tolerante Haltung zu Homo-, Bi- und Transsexuellen und Transgender deutlich werden.
Der Antrag wurde einstimmig angenommen.
TOP 8.
Bericht der Verwaltung
Herr Härke hatte die Anregung gegeben, dass die Präsentation vorn Frau Schramme-Haacke dem Protokoll beigefügt werden sollte.
TOP 9.
Bericht der Gleichstellungsbeauftragten
Frau Dr. Vollmer-Schubert berichtete über die durchgeführten Veranstaltungen:
Die Sitzung Vereinbarkeit von Beruf und Familie -ein Instrument des Personalmarketings am 16.10. sei recht gut besucht gewesen.
Der Stadt Hannover Preis sei auf dem Wirtschaftsempfang verliehen worden. Es gebe noch die Broschüre mit allen Firmen, die sich beworben haben. Eine erste Idee zur Preisverleihung 2009 sei es Unternehmensnachfolgerinnen zu prämieren. Die neue Jury tage im nächsten Frühjahr.
Bei der Veranstaltung "Mobilität und Gender" seien etwa 50 Fauen und Männer vertreten gewesen. Es habe viele Diskussionen gegeben und ein großes Interesse an dieser einmaligen Untersuchung zur Verkehrsplanung. Es sei eine Dokumentation zur Veranstaltung geplant.
Die nächste größere Veranstaltung finde am 25.11. statt (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) bei kargah.
In dieser Woche werde zum Thema Gewalt und Trauma eine Ausstellung im Pavillon gezeigt, der Titel laute: Weil Leben mehr als gestern ist!
Frau Jakob lobte die Verleihung des Stadt Hannover Preises. Es sei das richtige Unternehmen ausgewälht worden, die Rede war sehr ansprechend und war später Diskussionsthema an den Tischen, wie es gewünscht sei. Sie dankte allen, die zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.
Frau Lossin bestätigte, dass die Preisverleihung zu Beginn des Wirtschaftsempfangs eine gute Idee gewesen sei. Sie wunderte sich, dass der Preis der Region trotz 40 Bewerbungen eingestellt wurde. Es komme nicht auf die Vielzahl, sondern die Qualität der Bewerbungen zu einem Schwerpunktthema an.
TOP 10.
Verschiedenes
Frau Mücke-Bertram erinnerte daran, dass eine der Sitzungen bei der Feuerwehr stattfinden sollte, um sich über den Umbau in Stöcken zu infomieren und den Erfolg zur Nachwuchsgewinnung.
Frau Dr. Vollmer-Schubert versicherte, dass dies 2009 beabsichtigt sei.
[Anmerkung: Auf Nachfrage bei der Feuerwehr erfolgt die Grundsteinlegung für das neue Gebäude erst am 2.12.2008.]
Frau Jakob schloss die Sitzung um 17.15 Uhr.
Harald Härke für das Protokoll
Leiter des Fachbereiches Gundula Müller
Steuerung, Personal und Zentrale Dienste
Leiter des Fachbereiches Gundula Müller
Steuerung, Personal und Zentrale Dienste
