Protokoll:
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Landeshauptstadt Hannover - 18.62.3-10 - Datum 23.04.2008
NIEDERSCHRIFT
17. Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am Mittwoch, 2. April 2008,
Freizeitheim Linden, Windheimstr. 4
Beginn 19.00 Uhr
Ende 21.45 Uhr
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Anwesend:
(verhindert waren)
Bezirksbürgermeisterin Knoke (SPD)
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Bezirksratsfrau Baumgart (SPD)
(Bezirksratsfrau Bolzek) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Bezirksratsherr Drömer (SPD)
(Bezirksratsherr Eggers) (CDU)
Bezirksratsherr Frank (SPD)
Bezirksratsherr Hadasch (BSG)
Bezirksratsherr Horstmann (SPD)
Bezirksratsfrau Kleinhückelkotten (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Bezirksratsherr Köhn (CDU) ab 19.20 Uhr
Bezirksratsherr Kuntze (FDP)
(Bezirksratsherr Mallast) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Bezirksratsherr Meyer (DIE LINKE.)
Bezirksratsfrau Otte (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Bezirksratsfrau Rose (DIE LINKE.)
Bezirksratsfrau Schlätel (SPD)
(Bezirksratsfrau Schweingel) (SPD)
Bezirksratsfrau Steingrube (CDU)
Bezirksratsfrau Tholen (SPD) ab 19.10 Uhr
Bezirksratsherr Zielke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Beratende Mitglieder:
(Ratsfrau Edenhuizen) (SPD)
(Beigeordnete Kastning) (SPD)
(Ratsherr List) (Gruppe Hannoversche Linke)
Ratsherr Mineur (SPD)
Ratsherr Nikoleit (Gruppe Hannoversche Linke)
(Beigeordneter Schlieckau) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
(Ratsherr Seidel) (CDU)
Verwaltung:
Frau Bergerstock (Fachbereich Umwelt und Stadtgrün) bis 19.15 Uhr
Herr Flohr (Fachbereich Wirtschaft) bis 19.25 Uhr
Herr Göbel-Groß (Fachbereich Planen und Stadtentwicklung) bis 19.25 Uhr
Herr Pohl (Fachbereich Tiefbau) bis 20.00 Uhr
Herr Vinken (Fachbereich Tiefbau) bis 20.00 Uhr
Herr Meyer-Hublitz (Fachbereich Gebäudemanagement) bis 19.30 Uhr
Frau Cordes (Fachbereich Steuerung, Personal und Zentrale Dienste)
Herr Wescher (Fachbereich Steuerung, Personal und Zentrale Dienste)
1. Eröffnung der Sitzung, Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und Beschlussfähigkeit sowie Feststellung der Tagesordnung
2. Genehmigung der Niederschrift über die Gemeinsame Sitzung des Stadtbezirksrates Mitte und des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 18.02.2008
3. Genehmigung der Niederschrift über die Sitzung am 20.02.2008
4. V E R W A L T U N G S V O R L A G E N
4.1. Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen in der Landeshauptstadt Hannover, Teilmaßnahme Vorlandabgrabungen an der Ihme
(Drucks. Nr. 0293/2008 N1 mit 2 Anlagen)
4.1.1. Gemeinsamer Änderungsantrag der Fraktionen/Einzelvertreter
von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, BSG zur Drucksache Nr. 0293-2008 N1
(Drucks. Nr. 15-0820/2008)
4.2. Sondernutzungssatzung
(Drucks. Nr. 0388/2008 N1 mit 2 Anlagen)
4.2.1. A N T R A G von Bezirksratsherrn Kuntze (FDP)
4.2.1.1. Zulassung von Fahrradständern in dem Bereich der City
(Drucks. Nr. 15-0587/2008)
4.3. Nachhaltige Gebäudesanierung / Sanierungsprogramm 2008 ff
IGS Linden,
Teilsanierung der Sporthallen und der Tribünenanlage
(Drucks. Nr. 0477/2008 mit 4 Anlagen)
4.4. Ausbau Stichkanal Linden (SKL) einschließlich Variantendiskussion
Neubau Schleuse Linden
(Informationsdrucks. Nr. 0730/2008 mit 16 Anlagen)
5. I N F O R M A T I O N E N
5.2. Informationen über Bauvorhaben
5.3. Bericht aus der Interfraktionellen Arbeitsgruppe Freizeitheim Linden
5.1. Beabsichtigte Schließung der Postfiliale am Kötnerholzweg
6. A N T R Ä G E
6.1. Interfraktionell
6.1.1. Antrag zum Erhalt der Postfiliale Kötnerholzweg 26 / Limmerstraße
(Drucks. Nr. 15-0648/2008)
6.1.1.1. Antrag zum Erhalt der Postfiliale Kötnerholzweg 26 / Limmerstraße
(Drucks. Nr. 15-0648/2008 N1)
6.1.2. Sanierung und Umgestaltung des Spielplatz Albertstraße/Stärkestraße
(Drucks. Nr. 15-0634/2008)
7. A N T R Ä G E zum Öffentlichen Personennahverkehr in der Limmerstraße
7.1. der SPD-Fraktion
7.1.1. Behindertengerechte Einstiegsmöglichkeiten
in die Busse des ÖPNV in der Limmerstraße
(Drucks. Nr. 15-0618/2008)
7.2. der CDU-Fraktion
7.2.1. Herstellung von Borden im Bereich der Limmerstraße an den Haltestellen, die von der Bus-Linie 700 angefahren werden
(Drucks. Nr. 15-0638/2008)
7.3. Gemeinsam von SPD- und CDU-Fraktion
7.3.1. Behindertengerechte Einstiegsmöglichkeiten
in die Busse des ÖPNV in der Limmerstraße
(Drucks. Nr. 15-0618/2008 N1)
8. A N T R Ä G E
8.1. der SPD-Fraktion
8.1.1. Gefährliche Ampelanlage Wunstorferstraße / Tegtmeyerstraße / Bushaltestellen
(Drucks. Nr. 15-0617/2008)
8.1.2. Wegekennzeichnung vor der Lodemannbrücke / Stammestraße
(Drucks. Nr. 15-0619/2008)
8.1.3. Küchengartengestaltung nach Abriss der Brücke
(Drucks. Nr. 15-0620/2008)
8.2. der CDU-Fraktion
8.2.1. Aufstellung von Behältern mit Tüten zur Aufnahme von Hinterlassenschaften von Hunden
(Drucks. Nr. 15-0639/2008)
8.2.1.1. Änderungsantrag von Bezirksratsherrn Kuntze (FDP) „Aufstellung von Behältern mit Tüten zur Aufnahme von Hinterlassenschaften von Hunden“
(Drucks. Nr. 15-0726/2008)
8.2.2. Erneuerung von Sitzbänken im neuen Teil des von-Alten-Garten
(Drucks. Nr. 15-0640/2008)
8.3. der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
8.3.1. Austausch beschädigter Poller vor dem Kulturzentrum Faust
(Drucks. Nr. 15-0649/2008)
8.3.2. Zur Attraktionssteigerung des Üstra – Angebots
die Buslinien der Linie 100 & 200 besser zu vertakten
(Drucks. Nr. 15-0650/2008)
8.3.3. Zur Attraktionssteigerung des Üstra – Angebots
die Funktion der neuen Fahrkartenautomaten der Üstra zu erweitern
(Drucks. Nr. 15-0651/2008)
9. EIGENE MITTEL des Stadtbezirksrates
(Interfraktionelle bzw. Gemeinsame Anträge)
9.1. Zuwendungen aus den Eigenen Mitteln des Stadtbezirksrates Linden-Limmer
(Drucks. Nr. 15-0793/2008 mit 8 Anlagen)
10. A N F R A G E N
10.1. der Fraktion DIE LINKE.
10.1.1. Kulturführer durch Linden-Limmer
(Drucks. Nr. 15-0635/2008)
10.1.2. Aufgaben des Stadtbezirksrates
(Drucks. Nr. 15-0636/2008)
10.2. der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
10.2.1. Baufortschritt bei der Grunderneuerung der Erderstraße
(Drucks. Nr. 15-0653/2008)
10.2.2. Ersatzstandortsuche / -entscheidung für die heutige Stadtteilbücherei Linden – Nord und fehlende Nutzer/innenbeteiligung
(Drucks. Nr. 15-0654/2008)
10.2.3. Baumfällung Wilhelm-Bluhm- Straße / Berdingstraße
(Drucks. Nr. 15-0655/2008)
10.2.4. Mangelhafte Umsetzung des Pflegekonzepts „Grünstreifen mit Gleistrasse zwischen Bardowicker Str. und Dieckbornstr.“
(Drucks. Nr. 15-0656/2008)
10.2.5. Probleme in den Sozialwohnungen des "Elisen Carré"
(Drucks. Nr. 15-0657/2008)
10.2.6. Linden-Park: Ruhen die Bauaktivitäten im Ihme-Zentrum?
(Drucks. Nr. 15-0664/2008)
11. EINWOHNER- und EINWOHNERINNENFRAGESTUNDE gegen 20.00 Uhr, nach abschließender Beratung eines Tagesordnungspunktes
Eröffnung der Sitzung, Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und Beschlussfähigkeit sowie Feststellung der Tagesordnung
Bezirksbürgermeisterin Knoke eröffnete die Sitzung und stellte die ordnungsgemäße Einladung sowie die Beschlussfähigkeit fest. Entschuldigt fehlten Bezirksratsfrau Bolzek, Bezirksratsherr Eggers, Bezirksratsherr Mallast und Bezirksratsfrau Schweingel. Bezirksbürgermeisterin Knoke teilte mit, dass TOP 5.1 nach TOP 5.3 behandelt werden solle; da kein Vertreter der Deutschen Post AG anwesend sei, werde Herr Wescher dann eine schriftliche Erklärung des Unternehmens verlesen. TOP 4.4 werde abgesetzt, da die Drucksache den Bezirksratsmitgliedern erst sehr kurzfristig zugegangen sei und noch Beratungsbedarf bestehe. Mit diesen Änderungen wurde die Tagesordnung einstimmig genehmigt.
TOP 2.
Genehmigung der Niederschrift über die Gemeinsame Sitzung des Stadtbezirksrates Mitte und des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 18.02.2008
Die Niederschrift wurde einstimmig genehmigt.
TOP 3.
Genehmigung der Niederschrift über die Sitzung am 20.02.2008
Die Niederschrift wurde einstimmig genehmigt.
TOP 4.
V E R W A L T U N G S V O R L A G E N
TOP 4.1.
Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen in der Landeshauptstadt Hannover, Teilmaßnahme Vorlandabgrabungen an der Ihme
(Drucks. Nr. 0293/2008 N1 mit 2 Anlagen)
TOP 4.1.1.
Gemeinsamer Änderungsantrag der Fraktionen/Einzelvertreter
von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, BSG zur Drucksache Nr. 0293-2008 N1
(Drucks. Nr. 15-0820/2008)
Zu der Drucks.-Nr. 0293/2008 N1 mit 2 Anlagen wurde das Wort nicht gewünscht.
Antrag,
dem Einleiten der Planfeststellung für die Vorlandabgrabungen, wie in der Begründung dargestellt, zuzustimmen.
Finanzielle Auswirkungen:
Für die o. g. Teilmaßnahme sind in der MifriFi 2007 – 2011 Mittel vorgesehen:
HMK 6040.007-950100 Hochwasserschutz, Vorlandabgrabungen, 13,0 Mio. Euro
Mittelfreigabe und Baubeginn werden nach der Planfeststellung in einer gesonderten Drucksache zur Beschlussfassung vorgelegt.
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube trug den Änderungsantrag (Drucks.-Nr. 15-0820/2008) vor:
Antrag,
der Bezirksrat beschließt die o. g. Drucksache mit folgenden Änderungen:
Das Planfeststellungsverfahren wird erst eingeleitet wenn folgende Rahmenbedingungen erfüllt sind:
- Ein weitgehender Erhalt der Flora und Fauna im Plangebiet sollte stärker als in der vorgestellten Drucksache als Planungsziel definiert werden, vorhandene Pläne werden entsprechend überarbeitet und eventuell notwendige Ausgleichsmaßnahmen werden im Plangebiet selbst, oder nur in unmittelbarer Nähe vorgenommen. – Angeregt wird daher eine Neuplanung mit gleichberechtigtem interdisziplinärem Planungsansatz der Bereiche Hydraulik und Landschaftsplanung.
- Eine einvernehmliche Lösung der Verlagerung der Kinderspielflächen des Horts, des Spielplatzes und des Glockseeforts wird vorgelegt. – Ein Ausgleich der Flächen erfolgt nur in mindestens gleicher Beschaffenheit, Größe & Lage.
- Für die Ihme und die Leine wird mit den Anrainerkommunen ein überörtlich abgestimmtes Hochwasserschutzkonzept erarbeitet.
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube ergänzte, dass im Planfeststellungsverfahren keine weitere Beteiligung mehr möglich sein werde; daher hätten die Unterzeichner des Antrags diesen zum jetzigen Zeitpunkt gestellt. Damit verbunden werde allerdings auch die Erwartung, dass die genannten Schritte vor dem Planfeststellungsverfahren stattfinden würden.
Bezirksratsherr Kuntze vertrat die Auffassung, dass es beim Hochwasserschutz um höherwertige Güter, nämlich den Schutz der Bürger vor nachhaltigen Schäden, als um den Erhalt einer – an dieser Stelle nicht einmal sehr schönen – Grünverbindung gehe. Hochwasserschäden vor einigen Jahren in Sachsen hätten gezeigt, dass solche Maßnahmen notwendig seien. Deshalb werde die FDP den Änderungsantrag nicht unterstützen.
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube erwiderte, dass man nicht gegen Hochwasserschutz sei. Die Auffassung der Antragsteller komme aber in dem Satz aus der Begründung „... so wichtig der Hochwasserschutz für die Bevölkerung in Hannover ist, so wichtig ist aber auch eine behutsame Planung, die sich nicht gegen die Menschen und ihr Wohnumfeld richtet und Raum für eine Beteiligung ermöglicht …“ zum Ausdruck.
Bezirksratsherr Kuntze meinte, man solle dann einmal die Betroffenen im Bereich der Calenberger Neustadt fragen, denen die Keller voll laufen würden, ob
ihnen der Hochwasserschutz oder der Erhalt der Grünanlage wichtiger sei.
Bezirksratsfrau Steingrube teilte mit, dass sie in Wien von Hochwasser betroffene Gebiete besichtigt habe. Dort seien auch Schutzmaßnahmen durch terrassenförmige Aufweitungen geschaffen worden und es hätten Bäume gefällt werden müssen, weil diese ein Gefährdungspotenzial dargestellt hätten. Sie habe auch in den zurückliegenden Jahren Hochwasserschäden in anderen Bundesländern gesehen und könne dem Änderungsantrag so nicht folgen. Zu den Ausführungen von Stellv. Bezirksbürgermeister Grube wies sie darauf hin, dass die Begründung nicht mit beschlossen werde; im Übrigen vermisse sie eine Abstimmung mit dem in erster Linie betroffenen Stadtbezirksrat Mitte.
Bezirksratsherr Meyer bezog sich auf die Anhörung in der gemeinsamen Sitzung der Stadtbezirksräte Mitte und Linden-Limmer, bei der klar geworden sei, dass die Abgrabungen so nicht umgesetzt werden dürften. Gerade im Hinblick auf die dort gewonnenen Erkenntnisse von Hochwasserschutzmaßnahmen „vor der Stadt“ mache dieser Änderungsantrag Sinn. Die Verwaltung selbst habe auf den Vortrag in der Anhörung nicht reagiert; unklar bleibe, weshalb die Verwaltung nicht auf andere Möglichkeiten zur Planung – an Stelle eines Planfeststellungsverfahrens im Sinne eines Verwaltungsaktes – zurückgegriffen habe.
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube teilte mit, dass es sein ursprüngliches Ziel gewesen sei, einen gemeinsamen Änderungsantrag zu initiieren, der von allen Fraktionen und Einzelvertretern – auch im Bezirksrat Mitte – hätte mitgetragen werden können. Dies sei jedoch letztlich nicht gelungen. Beim Bezirksrat Mitte, der erst in zwei Wochen tage, sei möglicherweise sogar noch mit schärferen Formulierungen zu rechnen.
Bezirksratsfrau Steingrube wies darauf hin, dass die Anrainerkommunen bereits an einem Konzept - wie in dem Änderungsantrag ausgeführt – arbeiten würden. Bezirksratsherr Kuntze habe Recht, wenn er sage, dass die Probleme durch das Heranbauen an die Flüsse und die damit verbundene Behinderung ihres natürlichen Laufs entstanden seien. Der Harz, wo die Flüsse entspringen würden, sei ein großes Naturschutzgebiet; hier habe die Stadt auf den Bau von Stauseen o.ä. praktisch keine Einwirkungsmöglichkeiten.
Mit 14 Ja- bei 2 Nein-Stimmen und 0 Enthaltungen stimmte der Bezirksrat dem Änderungsantrag (Drucks.-Nr. 15-0820/2008) zu. Anschließend beschloss der Bezirksrat die Drucks.-Nr. 0293/2008 N1 mit 2 Anlagen in der durch die Drucks.-Nr. 15-0820/2008 geänderten Fassung ebenfalls mit 14 Ja-, 2 Nein-Stimmen und 0 Enthaltungen .
In die Verwaltung (66)
In die Ratsgremien
TOP 4.2.
Sondernutzungssatzung
(Drucks. Nr. 0388/2008 N1 mit 2 Anlagen)
TOP 4.2.1.
A N T R A G von Bezirksratsherrn Kuntze (FDP)
TOP 4.2.1.1.
Zulassung von Fahrradständern in dem Bereich der City
(Drucks. Nr. 15-0587/2008)
Zu der Drucks.-Nr. 0388/2008 N1 mit 2 Anlagen wurde das Wort nicht gewünscht.
Antrag,
1. die in Anlage 1 beigefügte Sondernutzungssatzung sowie
2. die in Anlage 2 beigefügte Sondernutzungsgebührensatzung zu beschließen.
Bezirksratsherr Kuntze trug den von ihm vorgelegten Antrag (Drucks.-Nr. 15-0587/2008) vor:
Antrag,
der Bezirksrat möge beschließen:
Den Rat der Landeshauptstadt Hannover aufzufordern, dass in dem Entwurf zur Sondernutzungssatzung vorgesehene Verbot der Aufstellung von Fahrradsständern im Bereich der Zone I (Innenstadt Hannover) nicht einzuführen.
Bezirksratsherr Frank gab zu bedenken, dass die „Zone I“ den Stadtbezirk Mitte beträfe. Es stelle sich die Frage, ob der dortige Bezirksrat nicht in der Lage sei, einen solchen Antrag zu stellen.
Bezirksratsherr Kuntze verwies auf die Begründung zu seinem Antrag, nach der es für die Bürgerinnen und Bürger aus Linden-Limmer wichtig sei, dass sie die Möglichkeit haben müssten, ihre Fahrräder in der „Zone I“ – in der Innenstadt – abzustellen. Daraus ergäbe sich die Betroffenheit für diesen Stadtbezirk.
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube teilte mit, dass er beide Drucksachen ablehnen werde. Das in der Verwaltungsvorlage formulierte Ziel, eine zeitgemäße Rechtsgrundlage schaffen zu wollen, erkenne er in dieser - im Hinblick auf eine viel zu starke Reglementierung durch Eingriffe in die Anliegerrechte - nicht. Dass es einer Regelung bedürfe, fände er richtig, aber hier würde nicht dezidiert entschieden, sondern über einen Kamm geschert.
Bei 2 Ja- und 13 Nein-Stimmen sowie 1 Enthaltung lehnte der Bezirksrat den Antrag von Bezirksratsherrn Kuntze (Drucks.-Nr. 15-0587/2008) ab.
Anschließend lehnte der Bezirksrat den Verwaltungsvorschlag zur Sondernutzungssatzung (Drucks.-Nr. 0388/2008 N1 mit 2 Anlagen) mit 0 Ja-, 4 Nein-Stimmen und 13 Enthaltungen ebenso ab.
In die Ratsgremien
TOP 4.3.
Nachhaltige Gebäudesanierung / Sanierungsprogramm 2008 ff
IGS Linden,
Teilsanierung der Sporthallen und der Tribünenanlage
(Drucks. Nr. 0477/2008 mit 4 Anlagen)
Herr Meyer-Hublitz stellte die Inhalte der Drucksache anhand eines Planes vor.
Auf Nachfrage von Stellv. Bezirksbürgermeister Grube, ob es während der Bauphase Einschränkungen beim Sportbetrieb geben werde, ergänzte Herr Meyer-Hublitz, dass diese soweit wie möglich minimiert werden sollten, sich unter Sicherheitsaspekten bei Maßnahmen an den Dächern aber nicht völlig ausschließen lassen würden.
Auf Rückfrage von Bezirksratsherrn Horstmann zu der planerischen Darstellung bestätigte Herr Meyer-Hublitz dass die Variante mit der Treppe zu den Stehplätzen gewählt worden sei. Das begrünte Dach sei begehbar, solle aber grundsätzlich nicht dem Sitzen von Zuschauern dienen. Eine solche vereinzelte Nutzung sei sicher tolerierbar, bei einem Übergreifen müsse aber aus Sicherheitsgründen eingeschritten werden.
Antrag,
Sanierung der Sporthallendächer einschl. Tribünenanlage in Höhe von insgesamt
2.576.000,-- € sowie
2. der Mittelfreigabe und
3. dem sofortigen Baubeginn
zuzustimmen.
In die Ratsgremien
TOP 4.4.
Ausbau Stichkanal Linden (SKL) einschließlich Variantendiskussion
Neubau Schleuse Linden
(Informationsdrucksache Nr. 0730/2008 mit 16 Anlagen)
- abgesetzt -
TOP 5.
I N F O R M A T I O N E N
TOP 5.2.
Informationen über Bauvorhaben
Neubau der Benno-Ohnesorg-Brücke
Herr Pohl teilte mit, dass die Baumaßnahmen - erkennbar an der Sperrung je einer Fahrspur über die Brücke - angelaufen seien. Ab 28.04.2008 solle mit der Gleisverlegung begonnen werden - dann werde die stadteinwärtige Fahrtrichtung bis Anfang Juni gesperrt. Nach der Entfernung von Leitungen werde mit dem eigentlichen Abbruch/Neubau begonnen; in dieser Phase werde der Kraftfahrzeugverkehr jeweils einspurig über den verbleibenden Teil geführt. Vollsperrungen des Verkehrs werde es – derzeit absehbar – nicht geben; allein bei der Herstellung der Gleisanschlüsse sei eine Sperrung für den Stadtbahnverkehr in zwei Nächten (ca. 20.00 Uhr bis 4.30 Uhr) erforderlich. Dabei werde ein Schienenersatzverkehr aufrechterhalten.
Baumaßnahmen im Bereich Küchengarten
Herr Vinken bezog sich auf seinen Vortrag vom 17.11.2007, bei dem er auf folgende Fixpunkte der Planung hingewiesen habe:
- Verlegung der Lage der Bushaltestelle
- Aufpflasterung Stephanusstraße
- Querung Blumenauer Straße (bereits fertig gestellt)
- Rückbau des Rechtsabbiegers / Dreiecksinsel Fössestraße / Ecke Blumenauer Straße.
Die fortgeschrittenen Überlegungen stellte Herr Vinken anhand einer Power-Point-Präsentation dar: Bei der Überquerung der Fössestraße habe sich die Verwaltung für eine „trompetenförmige Aufweitung“ entschieden, bei der über den Platz durch Schaffung einer Querung südlich der Einmündung des Marianne-Adrian-Wegs eine Fußgängerverbindung in das Wohngebiet geschaffen werden solle. Die Ausgestaltung
– einschließlich der Aufpflasterungen – sei mit roten Klinkern vorgesehen. Die Überlegungen, möglicherweise einen Teil des Brückenfußes stehen zu lassen, seien fallen gelassen worden; an Stelle der damals noch sehr dunkel skizzierten Begrünung sei nunmehr eine Einfassung des Platzes mit Zierkirschen vorgesehen. Zu Irritationen im politischen Raum habe offenbar der Kontakt der Verwaltung mit dem Wirtschaftsforum geführt; dabei sei es allerdings - im Vorfeld der Erstellung einer Drucksache - nur darum gegangen, dass die Verwaltung dort abgefragt habe, ob Sponsoren für Pflanzkübel oder deren Unterhaltung aus der Wirtschaft hätten gefunden werden können. Nachdem darauf eher ablehnend reagiert worden sei, würden die Zierkirschen nunmehr in die Erde gepflanzt.
Auf die Frage von Bezirksratsherrn Horstmann – bezogen auf mögliche Verschmutzungen – ob die Zierkirschen Früchte tragen würden, wurde dies von Herrn Vinken verneint.
Ratsherr Nikoleit bezweifelte die Funktionalität des vorgestellten Konzepts. Die längeren Rotphasen würden bereits jetzt häufig missachtet; die derzeitige Querung stelle die Hauptrichtung zur IGS dar, und er könne sich nicht vorstellen, dass die neue Wegeverbindung angenommen werde.
Herr Vinken widersprach dem; er gehe davon aus, dass die neue Wegeverbindung – wenn erst einmal der ablenkende „Treppenblock“ entfernt sei – die bessere Lösung darstellen werde.
Auf die Verständnisfrage von Stellv. Bezirksbürgermeister Grube, ob die Aufpflasterung in der Stephanusstraße nach der Einmündung in das Grundstück des Gilde-Carré’s aufgebracht werden solle, bestätigte Herr Vinken dies und stellte dazu die Querungsströme über den Platz dar.
Auf Frage von Bezirksratsherrn Zielke nach der Bushaltestelle der Linie 200 in Richtung der Innenstadt, heute beim Ihme-Zentrum, teilte Herr Vinken mit, dass die Lage der Haltestelle bestehen bleiben solle.
Bezirksratsfrau Otte fragte, ob auf der Querung der Stephanusstraße ein Zebrastreifen angelegt werden könne. Dies sei aus ihrer eigenen Erfahrung eine sehr gefährliche Stelle; deshalb wären zusätzliche Sicherungsmaßnahmen wünschenswert.
Herr Vinken meinte, dass ein Zebrastreifen in Verbindung mit dem geplanten Klinkerpflaster schlecht vorstellbar wäre. Er unterstrich, dass es sich um eine klare Querung mit großflächiger Aufpflasterung handeln werde; bereits durch deren optische Hervorhebung und durch die Aufpflasterung wäre eine deutliche Reduzierung der Geschwindigkeiten im Fahrbahnbereich zu erwarten.
Dafür, dass laut Hinweis von Ratsherrn Nikoleit auf der Brücke – kurz vor deren Abriss, den er bedauere – die Rolltreppen wieder funktionieren würden, hatte Herr Vinken auch keine Erklärung.
Herr Vinken führte fort, dass beim Abgang der Rampe zur Elisenstraße und zur Apotheke hin der Belag im Bereich dieser Querbeziehung abgetragen werden solle. Ein Abtrag des „Bergs“ insgesamt sei unter finanziellen Erwägungen derzeit nicht möglich; deshalb solle dieser begrünt werden.
Bezirksratsfrau Steingrube richtete an Herrn Vinken – im Hinblick auf das in den nächsten Wochen bei der Region Hannover anlaufende Planfeststellungsverfahren für den Hochbahnsteig – die Frage, welche Informationen er dazu habe. Im Übrigen sehe sie beim Wegfall des Rampenaufganges ein ganz erhebliches, zusätzliches Gefährdungspotenzial für Fußgänger im Kurvenbereich der Stadtbahn.
Herr Vinken verwies auf die erforderliche Beteiligung der Stadt Hannover im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens; zusätzliche Informationen hierzu habe er derzeit nicht. Eine höhere Gefährdung von Fußgängern, die – wie von Bezirksratsfrau Steingrube näher beschrieben – von der Fössestraße kommend auf die Stadtbahn zulaufen würden, sei seines Erachtens nicht gegeben. Durch die Öffnung der Sichtbeziehung bei Wegfall des „Blocks“ würde die Situation für Fußgänger und Radfahrer eher entschärft werden.
Bezirksratsfrau Steingrube konnte sich dieser Auffassung nicht anschließen und betonte, dass sie in dieser Situation schon ein erhebliches Gefahrenpotenzial sehen würde.
Herr Vinken meinte, dass eine solche Situation durch die Nähe von Fußgängern zur Stadtbahn dann aber in der gesamten Limmerstraße gegeben sei.
Bezirksratsherr Meyer teilte - bezogen auf den von Herrn Vinken angesprochenen „Berg“ zwischen Elisenstraße und Limmerstraße - mit, dass hier seines Wissens kontaminierte Materialien vorhanden seien. Im Sinne der Platzerweiterung plädierte er nachhaltig dafür, diesen „Berg“ ganz abzutragen. Herr Vinken verwies noch einmal auf seinen Vortrag, nach dem unter Kostengesichtspunkten derzeit nur ein Abtrag des oberen Belags angedacht sei; die Frage einer Kontamination sei bisher nur eine Vermutung, allerdings werde die Verwaltung das Material untersuchen lassen.
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube regte an, den „Berg“ - soweit er nicht kontaminiert sei - vom Eigentümer des Geländes der Wasserstadt Limmer abtragen zu lassen; hier würde viel Boden benötigt. Weiterhin gab Stellv. Bezirksbürgermeister Grube zusätzliche Anregungen für eine Aufweitung des Platzes und fragte, ob ggf. auch ein Wegfall des Taxenstandes denkbar wäre.
Herr Vinken räumte die Möglichkeit solcher Aufweitungen ein, hob aber hervor, dass ein Taxenstand an dieser Stelle auch eine gewisse „Sicherheitsfunktion“ nachts ausübe.
Bezirksratsfrau Otte kam zurück auf die Ausführungen von Bezirksratsfrau Steingrube und berichtete aus eigener Erfahrung, dass sie die Situation im Fußgänger-/Stadtbahnbereich jetzt als gefährlicher einstufe als wenn – nach dem Abbau – eine bessere Sicht gegeben sein werde.
Ratsherr Mineur schloss sich dieser Auffassung an. Wenn man der Auffassung von Bezirksratsfrau Steingrube folgen wolle, müsse man an ganz vielen Stellen im Stadtgebiet Sicherheitsgitter aufbauen; er könne sich - rückblickend - auch nicht an nennenswerte Straßenbahnunfälle in der Limmerstraße erinnern. Im Übrigen sei der Anregung von Stellv. Bezirksbürgermeister Grube, dem Eigentümer des Geländes der Wasserstadt Limmer abzutragenden Boden anzudienen, durchaus ernsthaft zu folgen. Der Abtrag des „Bergs“ insgesamt, der einen freien Platz schaffen würde, könnte doch zu einer deutlichen Verschönerung des Küchengartenplatzes insgesamt beitragen. Auch wenn es kostenmäßig in dieser Maßnahme nicht machbar sei, solle dieses Potenzial doch Beachtung finden.
Herr Vinken sagte Untersuchung des Materials zu und dass die Verwaltung das Thema nicht aus den Augen verlieren werde.
TOP 5.3.
Bericht aus der Interfraktionellen Arbeitsgruppe Freizeitheim Linden
Bezirksratsfrau Steingrube berichtete, dass die Arbeitsgruppe vor den Osterferien noch einmal getagt und Eckpunkte festgelegt habe, wie sie sich die Entwicklung des Freizeitheims vorstellen könne. In der nächsten Zusammenkunft am morgigen Donnerstag solle über die Vorbereitung einer Präsentation dazu für die Öffentlichkeit gesprochen werden, weiterhin sei auch noch ein Antrag zu formulieren. Deshalb bat Bezirksratsfrau Steingrube um Verständnis dafür, dass sie Näheres erst in der nächsten Bezirksratssitzung berichten könne.
TOP 5.1.
Beabsichtigte Schließung der Postfiliale am Kötnerholzweg
Auf Bitte von Bezirksbürgermeisterin Knoke verlas Herr Wescher in den wesentlichen Inhalten ein Schreiben der Deutschen Post AG, Service, Niederlassung Filialen, Regionaler Politikbeauftragter, vom 02.04.2008 mit dem Hinweis, dass es sich hierbei um eine schriftliche Darstellung des Unternehmens handele, die weder die Haltung der Verwaltung widerspiegele noch von dieser bewertet werde.
- Das Schreiben ist dieser Niederschrift als Anlage beigefügt. -
Nach dem Verlesen des Schreibens bezeichnete es Stellv. Bezirksbürgermeister Grube als Frechheit, dass kein Vertreter der Deutschen Post AG persönlich in die Bezirksratssitzung gekommen sei, um das Thema dort mit dem Stadtteil zu kommunizieren. Aus dem Vortrag eines Unternehmensvertreters im interfraktionellen Arbeitskreis am 31.03.2008 zitierte er, dass dieser dort ausgeführt habe, die Filiale am Kötnerholzweg sei nicht defizitär, aber es gehe dennoch darum, durch die Umstrukturierung mehr Gewinne zu erwirtschaften. Ihm stelle sich die Frage, welcher Laden in der Lage sein sollte, die Frequenz dieser Poststelle künftig aufzunehmen. In diesem Zusammenhang bemängelte er zudem die mangelhafte Ortskenntnis des Postvertreters. Der Verweis auf die Postfiliale am Lindener Markt, die er im Hinblick auf die Entfernung per Luftlinie gegeben habe, stelle insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen ein großes Hindernis dar. Die Aussagen, in den neuen Postfilialen den kompletten Service – einschließlich Bankdienst – anzubieten, würden ihm als zu vage erscheinen. Er befürchte, dass diese Dienstleistung letztlich auf der Strecke bleibe, sodass es sich für Kunden der Cash-Group schon jetzt empfehlen würde, sich nach Geldautomaten zu erkundigen. Er könne insoweit nur hoffen, dass sich möglichst viele an einer bereits initiierten Unterschriftenkampagne gegen die Schließung der Post am Kötnerholzweg beteiligen würden. Als hilfreich bezeichnete Stellv. Bezirksbürgermeister Grube das Engagement der Bundestagsabgeordneten Edelgard Bulmahn gegen das Vorhaben der Deutschen Post AG. Im Übrigen laufe derzeit eine Untersuchung des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes durch eine Befragung der Mitgliedskommunen, wie in ihnen Postdienstleistungen abgewickelt und wie diese bewertet würden. Ziel sollte es sein, aus dieser Befragung heraus die von der Post angekündigte großflächige Schließung eigener Filialen nicht stattfinden zu lassen. Zusätzlich könne ggf. die Verwaltung – auch in der nächsten Bezirksratssitzung – noch aufgefordert werden, sich über den Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund dafür einzusetzen, dass die in Hannover – nicht nur in Linden-Limmer – vorgesehenen Schließungen nicht im vorgesehenen Umfang erfolgen mögen.
Bezirksratsfrau Otte wies auf die Diskrepanz in dem vorgelegten Schreiben vom 02.04.2008 der Deutschen Post AG zum Erhalt und Ausbau von Service-Leistungen im Hinblick auf die bekannt gewordenen Umfrageergebnisse des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes hin: diesen sei zu entnehmen, dass dort, wo bereits Umwandlungen stattgefunden hätten, keine Zufriedenheit gegeben sei. Dies gelte insbesondere für das Postbankgeschäft.
Bezirksratsherr Hadasch fügte hinzu, dass sich hier die Ergebnisse einer falschen Politik im Postgeschäft der letzten zehn Jahre zeigen würden. Die vorgebliche Bestandsgarantie sei eine „Kannbestimmung“, die durchaus eine Aufgabe von Dienstleistungen zur Folge haben könne, wenn sich kein geeigneter Partner fände oder ein Vertrag zwischen Post und Anbieter gekündigt würde. Es bleibe jetzt nur noch die Möglichkeit, zu protestieren – was es helfe, bleibe abzuwarten.
Bezirksratsfrau Steingrube bezeichnete das Ansinnen der Post als mehr als ärgerlich. Da kein Vertreter der Post anwesend sei, bestehe auch keine Möglichkeit, auf die Ausführungen einzugehen. Zu bedenken sei, dass der private Vertragspartner der Post die verkauften Dienstleistungen versteuern müsse; dies allein führe schon zu einer Wettbewerbsverzerrung. Für den Postbankkunden gelte, dass er ggf. einen Wechsel seines Geldinstituts in Frage ziehen könnte. Auf einen diesbezüglichen Einwurf von Bezirksratsfrau Schlätel meinte Bezirksratsfrau Steingrube, dass heute die wenigsten Rentner darauf angewiesen wären, ihr Geld bar von der Postbank abholen zu müssen.
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube gab noch den Hinweis, dass die Cash-Group, der außer der Postbank mehrere deutsche Großbanken angehören würden, die zweitgrößte Gruppe in Europa im Bereich des Privatkundenbankgeschäftes darstelle. Nachdem bereits mehrere andere, dieser Gruppe angeschlossene Banken ihre Filialen im Bereich der Limmerstraße geschlossen hätten und Geldautomaten abgebaut worden seien, würde eine Schließung der Postfiliale am Kötnerholzweg für die Einwohnerinnen und Einwohner ganz erhebliche Nachteile mit sich bringen.
Bezirksbürgermeisterin Knoke schloss den Tagesordnungspunkt mit dem Hinweis auf den nun zu dem Thema anstehenden Interfraktionellen Antrag.
TOP 6.
A N T R Ä G E
TOP 6.1.
Interfraktionell
TOP 6.1.1.
Antrag zum Erhalt der Postfiliale Kötnerholzweg 26 / Limmerstraße
(Drucks. Nr. 15-0648/2008)
- ersetzt durch Neufassung (Drucks. Nr. 15-0648/2008 N1) -
TOP 6.1.1.1.
Antrag zum Erhalt der Postfiliale Kötnerholzweg 26 / Limmerstraße
(Drucks. Nr. 15-0648/2008 N1)
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube brachte folgenden Antrag ein:
Antrag,
der Bezirksrat beschließt:
1. Der Oberbürgermeister und die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover werden aufgefordert, sich in Verhandlungen mit der Deutschen Post AG dafür einzusetzen, dass die Postfiliale Kötnerholzweg 26 (Limmerstr.) - mit den derzeitigen Öffnungszeiten und Dienstleistungen - auf Dauer erhalten bleibt.
2. Sollte die Schließung dieser Filiale (z.B. aus rechtlichen Gründen) nicht zu verhindern sein, wird die Verwaltung weiterhin aufgefordert, unverzüglich in Verhandlungen mit der Deutschen Post AG sicherzustellen, dass mit einer Postagentur im Stadtteil der Umfang und die Qualität des bisherigen Leistungsangebots voll erhalten bleibt. - In diesen Verhandlungen ist ebenso sicherzustellen, dass - entsprechend der Vorschriften der Regulierungs-behörde - der vorgeschriebene Abstand zur nächsten Postfiliale nicht überschritten wird.
3. Zum Leistungsangebot soll in jedem Fall auch ein Briefmarkenautomat gehören, der am alten Standort, auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten einer Postagentur, frei zugänglich ist.
4. Ebenso muss am bisherigen Standort auch ein Geldautomat erhalten bleiben, der zeitlich und räumlich uneingeschränkt zur Verfügung steht
Einstimmig
In die Verwaltung (61.12)
TOP 11.
EINWOHNER- und EINWOHNERINNENFRAGESTUNDE gegen 20.00 Uhr, nach abschließender Beratung eines Tagesordnungspunktes
Bezirksbürgermeisterin Knoke eröffnete die Einwohner- und Einwohnerinnen-Fragestunde um 20.20 Uhr. Es wurden folgende Themen angesprochen:
Hafenerweiterung / Stichkanal und Schleuse Linden
Ein Anwohner der Dieselstraße stellte – bezogen auf die bevorzugte Variante 4. – folgende Fragen:
- Weshalb haben die Anwohner vom Abbruch ihrer Häuser als existenzbedrohender Maßnahme aus der Zeitung erfahren?
- Warum konnte auf der Fläche vor sieben Jahren auf der Grundlage eines rechtsverbindlichen Bebauungsplans gebaut werden?
- Was kann der Bezirksrat tun, um sich für die Bewohner einzusetzen?
Bezirksbürgermeisterin Knoke betonte nochmals, dass dem Bezirksrat die Unterlagen sehr kurzfristig zugegangen seien. Dieser werde sich deshalb erst in seiner Sitzung am 30.04.2008 mit der Angelegenheit beschäftigen; dann werde auch die Fachverwaltung anwesend sein. Sie fände es allerdings nicht richtig, wenn die Anwohner von den Planungen nur aus der Zeitung erfahren hätten.
Bezirksratsherr Horstmann erklärte, dass er die Empörung der Anwohner verstehen könne, bat aber zugleich um Verständnis, dass die umfangreichen Unterlagen zunächst ausgewertet werden müssten, bevor sich die SPD-Fraktion eine abschließende Meinung bilden könne. Zudem verwies er auf die zunächst am 14.04.2008 anstehende Beratung in der Sanierungskommission.
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube erklärte, dass er am Vortag mit vier vom Abbruch der Häuser betroffenen Familien gesprochen und diese alle in die Sanierungskommission eingeladen habe. Die Erörterung in der Sanierungskommission habe den Vorteil, dass sich alle Anwesenden – anders als im Bezirksrat oder den weiteren Ratsgremien – an der Diskussion beteiligen könnten. Er kritisierte zugleich Aussagen von Ratspolitikern in der Presse, die sich offenbar bereits auf eine Variante festgelegt hätten, bevor in den Gremien darüber befunden worden sei. Ebenso schädlich sei es, wenn die Presse den Betroffenen nur einen Plan von insgesamt sieben verschiedenen Varianten in die Hand drücke und damit ebenso Verunsicherung schaffe. Er plädiere dafür, dass sich die Betroffenen alle Varianten ansehen mögen, da hierüber überhaupt noch keine Entscheidung getroffen worden sei.
Ratsherr Mineur erklärte, dass er – als Vorsitzender der Sanierungskommission und Mitglied des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses – die Drucksache am Vortag erstmalig in die Hand bekommen habe. Im für den Hafen zuständigen Werksausschuss sei im Jahr 2007 zudem erstmalig darauf hingewiesen worden, dass aus Gründen der Wirtschaftlichkeit für die Nutzung durch Europaschiffe Erweiterungsmaßnahmen erforderlich würden. Dann habe die Verwaltung Ende letzten Jahres eine Drucksache zum Ausbau des Spielplatzes am Schleusengrund vorgelegt, die sie sodann mit dem Hinweis auf die Ausbauüberlegungen zurückgezogen habe. Daraufhin hätten die Politiker die Planungsvarianten eingefordert. Dass dabei Häuser abgebrochen werden sollten, sei bis dato in keiner Weise signalisiert worden. Diese Aussage erfordere sicherlich ein sensibles Umgehen mit dem Thema. Dass in der Presse der Eindruck erweckt werde, die Häuser der Anwohner würden kurzfristig abgerissen, sei dem Thema sicherlich nicht angemessen. Insofern gehe es jetzt zunächst einmal darum, auf der Grundlage der vorliegenden Informationsdrucksache Szenarien abzuwägen und Prioritäten zu werten.
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube erklärte, er würde es gut finden, wenn in der Sanierungskommission auch noch einmal Aussagen aus Ratskreisen, notfalls könne es zu einer Enteignung kommen, gerügt würden.
Auf Nachfrage von Ratsherrn Mineur, wer dies gesagt habe, verwies Stellv. Bezirksbürgermeister Grube auf die Presseberichterstattung.
Ratsherr Nikoleit nahm hierzu auf die Beratung im Werksausschuss Bezug. Hieraus hätten sich solche Aussagen - für den Notfall - ableiten lassen.
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube meinte, dass unbedingt klar gestellt werden müsse, dass dieses überhaupt kein gangbarer Weg sein könne.
Hochwasserschutz
Ein Einwohner aus Linden-Mitte bezog sich auf das von ihm vor 11 Jahren im Rahmen eines Kunstsymposiums geschaffene Kunstobjekt am Ihmeufer vor der Leinertbrücke. Er fragte, ob seine Mail dazu Berücksichtigung gefunden hätte.
Bezirksratsherr Hortsmann bestätigte, dass die Mail umverteilt worden sei.
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube sagte, er habe mit der Verwaltung darüber gesprochen und die Aussage erhalten, das Objekt werde von den geplanten Maßnahmen nicht tangiert; deshalb sei dieser Punkt nicht in den Antrag mit aufgenommen worden.
Ein Vorstandsmitglied der SG Limmer wies auf die heute schon starke Überschwemmungsgefahr im Bereich der Sportflächen hin und äußerte die Befürchtung, dass sich dieses Problem künftig noch verstärken könne.
Ratsherr Mineur erklärte, dass es sich hier insoweit um ein Missverständnis handele als auch künftig – nach der geplanten Aufweitung im Bereich des Ihme-Zentrums – nicht mehr Wasser durch das Wehr fließen werde als bisher. Er erläuterte die vorgesehenen Maßnahmen, die für den Bereich Limmer keine Verschlechterungen, allerdings auch keine Verbesserung der Situation bringen würden. Diese entstehe lediglich im Bereich Calenberger Neustadt, Nordstadt, Ricklingen, Linden-Mitte und Linden-Nord.
Bezirksratsherr Meyer schloss an diese Ausführungen mit dem Hinweis an, dass er bereits in der gemeinsamen Sitzung der Bezirksräte Mitte und Linden-Limmer gesagt habe, dass die Überlegungen der Verwaltung keine Hochwasserschutzmaßnahmen seien, weil sie gerade in Herrenhausen und Limmer für die Überflutung der Sportplätze und Kleingärten nichts bringen würden. Die Unterzeichner des Änderungsantrags hätten ihre Position dort deutlich gemacht.
Bezirksbürgermeisterin Knoke schloss die Einwohner- und Einwohnerinnen-Fragestunde
um 20.35 Uhr und unterbrach die Sitzung bis 20.50 Uhr.
TOP 6.1.2.
Sanierung und Umgestaltung des Spielplatz Albertstraße/Stärkestraße
(Drucks. Nr. 15-0634/2008)
Bezirksratsherr Horstmann trug vor:
Antrag,
der Bezirksrat möge beschließen:
Die Verwaltung wird gebeten, in einem Ausbildungsprojekt „Sanierung des Spielplatzes Albertstraße/Stärkestraße“ in Zusammenarbeit des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün mit dem Verein Kargah die Sanierung des Platzes durchführen zu lassen. Dabei sollen im Rahmen eines Spielplatzfestes am 24.05.2008 auf die bevorstehende Sanierung aufmerksam gemacht werden und interessierte Stadtteilbewohner zu einer Teilnahme bewegt werden, um so deren Ideen und Vorstellungen einfließen zu lassen.
Einstimmig
In die Verwaltung (67)
TOP 7.
A N T R Ä G E zum Öffentlichen Personennahverkehr in der Limmerstraße
TOP 7.1.
der SPD-Fraktion
TOP 7.1.1.
Behindertengerechte Einstiegsmöglichkeiten
in die Busse des ÖPNV in der Limmerstraße
(Drucks. Nr. 15-0618/2008)
- durch TOP 7.3.1 (Drucks. Nr. 15-0618 N1) erledigt -
TOP 7.2.
der CDU-Fraktion
TOP 7.2.1.
Herstellung von Borden im Bereich der Limmerstraße an den Haltestellen, die von der Bus-Linie 700 angefahren werden
(Drucks. Nr. 15-0638/2008)
- durch TOP 7.3.1 (Drucks. Nr. 15-0618 N1) erledigt -
TOP 7.3.
Gemeinsam von SPD- und CDU-Fraktion
TOP 7.3.1.
Behindertengerechte Einstiegsmöglichkeiten
in die Busse des ÖPNV in der Limmerstraße
(Drucks. Nr. 15-0618/2008 N1)
Bezirksratsherr Horstmann teilte mit, dass sich die Fraktionen von CDU und SPD verständigt hätten, die Drucks.-Nr. 15-0618/2008 zur selben Thematik als einzigen und gemeinsamen Antrag einzubringen.
Nach Hinweis von Stellv. Bezirksbürgermeister Grube, dass er dies etwas bedauere, weil der Bezirksrat sonst sein Anliegen mit zwei unterschiedlichen Varianten hätte unterstreichen können, trug Bezirksratsfrau Tholen den Antrag vor:
Antrag,
die Verwaltung wird gebeten, in Zusammenarbeit mit üstra und RegioBus in der Limmerstraße behindertengerechte Einstiegsmöglichkeiten zu realisieren.
Eine Möglichkeit sind ca. 10 Zentimeter hohe Aufpflasterungen an den Haltestellen, auf denen die Rampen der Busse von RegioBus aufgelegt werden können.
Alternativ kann die Linienführung der üstra-Linie 120 und der RegioBus-Linie 700 so getauscht werden, dass die Linie 120 durch die Limmerstraße fährt. Diese Busse verfügen über längere Rampen, die ohne Aufpflasterung nutzbar sind.
Ratsherr Nikoleit verwies auf die Diskussionen in den zurückliegenden Jahren, bei denen es immer das Ziel des Bezirksrates gewesen sei, die Buslinie 700 aus der Fußgängerzone der Limmerstraße herauszuhalten. Insoweit sähe er in diesem Antrag eine Kehrtwende. Am Küchengartenplatz seien Borde vorhanden; er halte es für besser, den Bus dort halten als durch die Fußgängerzone fahren zu lassen.
Bezirksratsherr Hadasch erinnerte an die Anhörung eines Vertreters der Regiobus GmbH Hannover in der letzten Sitzung; dieser habe weder von Borden noch von einer Aufpflasterung, sondern von einer Anrampung gesprochen. Mit einer 10 cm hohen Anrampung wäre seines Erachtens das Problem lösbar.
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube meinte, dass auch dies schon eine Aufpflasterung sein würde. Ratsherrn Nikoleit gab er bezüglich seiner Ausführungen zu den Beschlüssen Recht; jedoch sei darauf hinzuweisen, dass diese alle mit dem Hinweis, dass für die Buslinie 700 eine Beschleunigungsmöglichkeit notwendig sei, abgelehnt worden wären. Deshalb sei es sinnvoll, diesen Antrag jetzt zu beschließen; sollte dieser abgelehnt werden, könne man auch wieder andere Vorschläge unterbreiten.
14 Ja-, 0 Nein-Stimmen, 3 Enthaltungen
In die Verwaltung (66)
TOP 8.
A N T R Ä G E
TOP 8.1.
der SPD-Fraktion
TOP 8.1.1.
Gefährliche Ampelanlage Wunstorferstraße / Tegtmeyerstraße / Bushaltestellen
(Drucks. Nr. 15-0617/2008)
Bezirksratsherr Horstmann erläuterte, dass der vorliegende Antrag das Ergebnis einer Begehung mit der Kindertagesstättenleitung, Vertretern der Regiobus Hannover GmbH und des Fachbereichs Tiefbau, dem Kontaktbeamten der Polizei sowie Bezirksratsfrau Schweingel sei. Folgende Überlegungen seien somit vor Ort erarbeitet worden:
Antrag,
der Bezirksrat möge beschließen:
1. „Rotlichtsünder“ sind durch ein Blitzgerät zu überführen.
2. Die Ampelanlage ist so neu zu schalten, dass
a. die „Sekundenschaltung“ an dieser Stelle aufgegeben wird.
b. wenn der Bus hält, die Ampel für die Fußgänger rot zeigt
Einstimmig
In die Verwaltung (66)
TOP 8.1.2.
Wegekennzeichnung vor der Lodemannbrücke / Stammestraße
(Drucks. Nr. 15-0619/2008)
Bezirksratsfrau Schlätel stellte folgenden Antrag:
Antrag,
die Verwaltung wird gebeten, Fahrrad- und Fußweg von der Stammestrasse über die Lodemannbrücke in Richtung Stadionpark neu und verkehrssicher ( z.B. durch auf die Fahrbahn aufgebrachte Symbole ) zu kennzeichnen.
Einstimmig
In die Verwaltung (66/67)
TOP 8.1.3.
Küchengartengestaltung nach Abriss der Brücke
(Drucks. Nr. 15-0620/2008)
Bezirksratsfrau Baumgart stellte den Antrag:
Antrag,
die Verwaltung wird gebeten, dem Bezirksrat Linden – Limmer umgehend mitzuteilen, welche Alternativen die Verwaltung für die Gestaltung des Küchengartenplatzes nach Abriss der Brücke ausgearbeitet hat. Dabei sind Planungsvarianten für beide Enden der jetzigen Brücke und Rampen darzustellen. Außerdem bitten wir mitzuteilen, welche Form der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie des Bezirksrates geplant ist.
Einstimmig
In die Verwaltung (66)
TOP 8.2.
der CDU-Fraktion
TOP 8.2.1.
Aufstellung von Behältern mit Tüten zur Aufnahme von Hinterlassenschaften von Hunden
(Drucks. Nr. 15-0639/2008)
TOP 8.2.1.1.
Änderungsantrag von Bezirksratsherrn Kuntze (FDP) „Aufstellung von Behältern mit Tüten zur Aufnahme von Hinterlassenschaften von Hunden“
(Drucks. Nr. 15-0726/2008)
Bezirksratsfrau Steingrube brachte den Antrag ein (Drucks. Nr. 15-0639/2008):
Antrag,
der Bezirksrat möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird gebeten, zu prüfen an welchen Stellen im Stadtbezirk die o.g. Behälter aufgestellt werden können.
2. Nach dieser Prüfung werden diese Behälter dort aufgestellt.
Bezirksratsherr Kuntze stellte den Änderungsantrag (Drucks. Nr. 15-0726/2008):
Antrag,
der Bezirksrat möge beschließen:
Die Verwaltung zu bitten die Schwerpunkten für Verunreinigungen durch Hundekot im Stadtgebiet Linden – Limmer zu ermitteln, um dann durch Hinweisschilder an den ermittelten Schwerpunkten die Hundebesitzer aufzufordern, die Hinterlassenschaften mit eigens hierzu von ihnen mitgeführten Tüten aufzunehmen und anschließend in öffentliche Abfallsammler zu geben. Zudem möge die Verwaltung nochmals mit der aha das Gespräch suchen, um die im Jahre 2007 angekündigte Aufklärungskampagne auch im Stadtgebiet Linden – Limmer vorzustellen.
Bezirksratsherr Meyer teilte mit, dass vergleichbare Anträge auch in anderen Bezirksräten gestellt worden seien. Die Verwaltung habe diese stets abgelehnt. Deshalb hätten sich Privatinitiativen gebildet, um „Dog Stations“ aufzustellen. Er würde den CDU-Antrag unterstützen. Er bezeichnete es im Übrigen als Unverschämtheit, dass von den Hundebesitzern 1,5 Mio. € an Hundesteuern kassiert, aber keine Gegenleistungen dafür erbracht würden.
Bezirksratsherr Frank zitierte die Rechtslage, nach der jede Hundebesitzerin und jeder Hundebesitzer verpflichtet sei, die Hinterlassenschaften seiner Tiere zu beseitigen.
Bei 1 Ja- und 5 Nein-Stimmen sowie 10 Enthaltungen lehnte der Bezirksrat zunächst den Änderungsantrag von Bezirksratsherrn Kuntze (FDP) gemäß Drucks.-Nr. 15-0726/2008 und anschließend mit 5 Ja- und 7-Nein-Stimmen sowie 4 Enthaltungen den Antrag der CDU-Fraktion (Drucks.-Nr. 15-0639/2008) ab.
(Bezirksratsherr Köhn war bei der Abstimmung nicht anwesend.)
TOP 8.2.2.
Erneuerung von Sitzbänken im neuen Teil des von-Alten-Garten
(Drucks. Nr. 15-0640/2008)
Bezirksratsfrau Steingrube stellte den Antrag:
Antrag,
der Bezirksrat möge beschließen:
Die Verwaltung wird gebeten, die Sitzbänke im neuen Teil des von-Alten-Garten, welche sich vor der ehemaligen Schlosstreppe befinden zu erneuern.
Einstimmig
(Bezirksratsherr Köhn war bei der Abstimmung nicht anwesend.)
In die Verwaltung (67)
TOP 8.3.
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
TOP 8.3.1.
Austausch beschädigter Poller vor dem Kulturzentrum Faust
(Drucks. Nr. 15-0649/2008)
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube verwies auf den Vorspann seines Antrags, in dem er darauf hingewiesen habe, dass die Poller aufgrund von Beschädigungen ihre eigentliche Funktion nicht mehr erfüllen würden. Er trug vor:
Antrag,
der Bezirksrat möge beschließen:
Die beschädigten Poller auf dem Fußweg der Straße „Zur Bettfedernfabrik“ vor der Zufahrt zum Kulturzentrum Faust werden durch eine „solidere“ Ausführung erneuert!
Einstimmig
(Bezirksratsherr Köhn war bei der Abstimmung nicht anwesend.)
In die Verwaltung (66)
TOP 8.3.2.
Zur Attraktionssteigerung des Üstra – Angebots
die Buslinien der Linie 100 & 200 besser zu vertakten
(Drucks. Nr. 15-0650/2008)
Bezirksratsfrau Kleinhückelkotten stellte den Antrag:
Antrag,
der Bezirksrat möge beschließen:
Die Üstra wird gebeten die Buslinien der Linie 100 & 200 an der Stadionbrücke besser zu vertakten!
Einstimmig
(Bezirksratsherr Köhn war bei der Abstimmung nicht anwesend.)
In die Verwaltung (üstra)
TOP 8.3.3.
Zur Attraktionssteigerung des Üstra – Angebots
die Funktion der neuen Fahrkartenautomaten der Üstra zu erweitern
(Drucks. Nr. 15-0651/2008)
Bezirksratsfrau Kleinhückelkotten trug den weiteren Antrag vor:
Antrag,
der Bezirksrat möge beschließen:
In den neuen Fahrkartenautomaten der Üstra wird auch das Niedersachsenticket angeboten!
Einstimmig
In die Verwaltung (üstra)
TOP 9.
EIGENE MITTEL des Stadtbezirksrates
(Interfraktionelle bzw. Gemeinsame Anträge)
TOP 9.1.
Zuwendungen aus den Eigenen Mitteln des Stadtbezirksrates Linden-Limmer
(Drucks. Nr. 15-0793/2008 mit 8 Anlagen)
Herr Wescher stellte die zur Beschlussfassung vorgesehenen Zuwendungen vor:
Antrag,
die nachstehenden Zuwendungen zu beschließen:
· Empfänger: Förderverein der IGS Linden e. V.
· Zuwendungsbetrag: 1.500,00 €
· Verwendungszweck: Publikationsprojekt zum Thema „Umweltschutz im Alltag“
(Anlage 1)
· Empfänger: Die Kirchenmäuse e. V.
· Zuwendungsbetrag: 1.050,00 €
· Verwendungszweck: Umbau des Badezimmers
(Anlage 2)
· Empfänger: TSV Limmer e. V.
· Zuwendungsbetrag: 3.000,00 €
· Verwendungszweck: Neubeschaffung eines Allradschleppers
(Anlage 3)
· Empfänger: Netzwerk 10
· Zuwendungsbetrag: 500,00 €
· Verwendungszweck: Informationstag am 26.04.2008
· Empfänger: Schützengesellschaft Limmer von 1894 e. V.
· Zuwendungsbetrag: 3.000,00 €
· Verwendungszweck: Erneuerung der Elektroanlage für den Innenbereich des Vereinshauses, Reparaturarbeiten des Daches und Einbau einer neuen Decke im Aufenthaltsraum
(Anlage 5)
· Empfänger: Kulturpalast Linden e. V.
· Zuwendungsbetrag: 1.500,00 €
· Verwendungszweck: Konzertreihe „Neue junge Musik“
(Anlage 6)
· Empfänger: Krabbelstube „Hoppetosse“ e. V.
· Zuwendungsbetrag: 500,00 €
· Verwendungszweck: Anschaffung Tastgeländer
(Anlage 7)
·
Empfänger: Lindener Bürgerverein e. V.
· Zuwendungsbetrag: 1.000,00 €
· Verwendungszweck: Festlichkeiten / Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum
(Anlage 8)
Einstimmig
In die Verwaltung (18.62.3-10)
TOP 10.
A N F R A G E N
TOP 10.1.
der Fraktion DIE LINKE.
TOP 10.1.1.
Kulturführer durch Linden-Limmer
(Drucks. Nr. 15-0635/2008)
Bezirksratsherr Meyer trug vor:
lm Herbst 2006 hatte der jetzige Oberbürgermeister Weil auf einer
Wahlkampfveranstaltung im ,,Theater am Küchengarten" angeregt, einen Kulturführer
für Linden zu erstellen.
Motto: Roter Faden durch die Lindener und Limmeraner Kultur.
In diesem Kulturführer sollte die reichhaltige Kulturszene in Linden und Limmer
dargestellt werden.
,,Freie" und städtische kulturelle und soziokulturelle Einrichtungen und
Organisationen, Vereine und Verbände sollten erfasst werden.
Wir fragen die Verwaltung:
1. Wird an einem Kulturführer für Linden und Limmer gearbeitet?
2. Gibt es vorhandene Vorarbeiten, welche schon für die Arbeit des
Stadtbezirksrates genutzt werden können?
Frau Cordes antwortete:
Zu 1. und 2.:
An einem Kulturführer für Linden und Limmer wird derzeit nicht gearbeitet. Herr Oberbürgermeister Weil erinnert sich, dass er einen Kulturführer als eine gute Anregung bezeichnet habe, jedoch habe er keine städtischen Aktivitäten diesbezüglich zugesagt. Gleichwohl gilt dieses Stichwort als so attraktiv, dass die Verwaltung bis Ende des Jahres überlegen wird, ob so ein Vorhaben realisiert werden kann.
TOP 10.1.2.
Aufgaben des Stadtbezirksrates
(Drucks. Nr. 15-0636/2008)
Bezirksratsherr Meyer stellte die Anfrage:
Nach § 55 c (1) 2. legt der Stadtbezirksrat die Reihenfolge der Arbeiten zum Um- und
Ausbau sowie zur Unterhaltung von Straßen, Wegen und Plätzen fest, deren
Bedeutung nicht über den Stadtbezirk hinausgeht, einschließlich der
Beleuchtungsanlagen.
Wir fragen die Verwaltung:
1. Welche Hemmnisse gibt es, den Stadtbezirksrat an den Festlegungen zu
beteiligen?
2. Warum wurden in den Jahren 2007 und 2008 dem Stadtbezirksrat Linden-
Limmer keine Entscheidungshilfen oder Beschlussdrucksachen vorgelegt?
3. Wie will die Verwaltung in Zukunft den Stadtbezirksrat an den Entscheidungen
beteiligen?
Sinngemäß erläuterte Herr Wescher:
Das Entscheidungsrecht des Bezirksrats nach § 55 c Abs. 1 Ziffer 2. wurde durch den Rat der Stadt im Rahmen der Hauptsatzung – zu § 9 Abs. 1 Ziffer 2 d) - wie folgt modifiziert: „Um- und Ausbau, Unterhaltung und Instandsetzung von Straßen, Wegen und Plätzen einschließlich der Beleuchtungseinrichtungen, deren Bedeutung nicht wesentlich über den Stadtbezirk hinausgeht. Ausgenommen sind die Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht und Maßnahmen, die durch Satzung oder Planfeststellungsbeschluss festgelegt sind.“ Dieses Recht gilt, soweit es sich nicht um Maßnahmen im Rahmen der Geschäfte der laufenden Verwaltung handelt. Auf dieser Grundlage beantwortet die Verwaltung die Fragen:
Zu 1.:
Bei den Aufgaben der Straßenerhaltung handelt es sich überwiegend um Arbeiten zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit. Die daraus folgenden Arbeiten müssen in aller Regel unverzüglich erledigt werden, sie dulden keinen Aufschub und sind auch nicht diskutierbar. Die Arbeiten der Deckenerhaltung („Deckenprogramm“) werden mit einer Informationsdrucksache den Ratsgremien bekannt gegeben, Vorschläge und Wünsche der Bezirksräte werden, soweit möglich mit aufgenommen und umgesetzt.
Zu 2.:
Auch im Jahr 2007 hat es eine Informationsdrucksache für die Abwicklung des Deckenprogramms gegeben. Auch hier wurden Wünsche und Anregungen der Bezirksräte, soweit möglich, berücksichtigt. Für das Jahr 2008 ist eine entsprechende Drucksache in Vorbereitung.
Zu 3.:
Die Beteiligung soll in der bisherigen, bewährten Form erfolgen.
Herr Wescher ergänzte, dass im vergangenen Jahr die Baumaßnahme Ritter-Brüning-Straße - zwischen Abzweigung Kaiser-Gabel und Einmündung Fischerhof (West) - fertig gestellt worden sei. Das Deckenprogramm 2008 würde für den Stadtbezirk Linden-Limmer Baumaßnahmen in der Fröbelstraße - zwischen Windheimstraße und Pestalozzistraße - sowie in der Dieckbornstraße - vom Pariser Platz bis zur Wittekindstraße - vorsehen. Für den Fall, dass eine dieser Maßnahmen nicht zum Tragen käme oder noch finanzielle Mittel vorhanden sein sollten, ständen als Ersatzmaßnahme der Kötnerholzweg - von der Ungerstraße bis zur Otto-Wels-Straße / Offensteinstraße - und die Badenstedter Straße - zwischen der Straße Am Lindener Berg und dem Westschnellweg - an. Nach den Wertgrenzen handele es sich dabei (Ausnahme evtl.: Badenstedter Straße) sämtlichst um Geschäfte der laufenden Verwaltung. Zu einem späteren Zeitpunkt solle die Baumaßnahme Wilhelm-Bluhm-Straße - zwischen Ungerstraße und Salzmannstraße - umgesetzt werden.
TOP 10.2.
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
TOP 10.2.1.
Baufortschritt bei der Grunderneuerung der Erderstraße
(Drucks. Nr. 15-0653/2008)
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube stellte die Anfrage:
Mit der Drucksache 15-0503/2005 wurde die Grunderneuerung der Erderstraße angekündigt und dort „für Frühsommer 2005 vorgesehen“. – Nachdem die Baumaßnahme im Spätherbst 2007 begonnen wurde, liegt die Baustelle nun im Teilstück zwischen Limmerstraße und Otto-Wels-Straße unfertig brach.
Wir fragen daher die Verwaltung:
1. Warum wurde die Straßenbaumaßnahme in der Erderstraße unterbrochen?
2. Wann ist mit einer Fertigstellung (auch des beschädigten Kreuzungsbereiches Otto-Wels-Straße) zu rechnen?
Frau Cordes trug die Antwort vor:
Zu 1.:
Die Witterungsverhältnisse ließen einen Weiterbau nicht zu, da für das Aufbringen der Schwarzdecke bestimmte Temperaturen erforderlich sind.
Zu 2.:
Die Arbeiten sollen Anfang April 2008 abgeschlossen werden, sofern die Wetterlage dies zulässt.
TOP 10.2.2.
Ersatzstandortsuche / -entscheidung für die heutige Stadtteilbücherei Linden – Nord und fehlende Nutzer/innenbeteiligung
(Drucks. Nr. 15-0654/2008)
Bezirksratsfrau Kleinhückelkotten richtete folgende Fragen an die Verwaltung:
Mit der Drucksache 15-0877/2004 S1 wurde dem Bezirksrat bereits 2004 mitgeteilt: „Der Standort für eine Zusammenlegung der beiden Bibliotheken in Linden ist noch nicht bestimmt worden.“ Und weiter: „Hinsichtlich eines neuen Standortes für die beiden Bibliotheken bedarf es eines erneuten Ratsbeschlusses, an dessen Entscheidungsfindung der Stadtbezirksrat Linden-Limmer beteiligt wird.“
Unlängst wurde dem Bezirksrat indirekt mitgeteilt, dass die Zusammenlegung nun im Rathaus am Lindener Rathaus erfolgen soll (eine offizielle Drucksache zu diesem Thema steht weiter aus). – Die seinerzeit mit der Drucksache 15-0877/2004 beschlossene Nutzer/innenbeteiligung bei der Standortsuche hat es allerdings bis heute nicht gegeben.
Wir fragen daher die Verwaltung:
1. Wann ist mir der Umsetzung der seinerzeit geforderten und beschlossenen Nutzer/innenbeteiligung für die Suche eines neuen Büchereistandorts zu rechnen?
2. Wann ist mit der seinerzeit beschlossnen vergleichenden Darstellung verschiedener „Alternativstandorte unter Angabe der Einspar- und Umbaukosten“ zu rechnen?
3. Wann ist mit der Erstellung einer Drucksache zu diesem Thema zu rechnen?
Die Antwort gab Herr Wescher:
Zu 1.:
Ein genauer Realisierungszeitpunkt für die geplante Zusammenführung der beiden Stadtteilbibliotheken in Linden und Limmer kann noch nicht genannt werden. Die räumliche Unterbringung der gemeinsamen Bibliothek im Lindener Rathaus befindet sich derzeit noch im verwaltungsinternen Abstimmungsprozess. Die Zusammenlegung an einem Standort entspricht dem Beschluss des Rates zu HK V. Der Standort im Lindener Rathaus am Lindener Marktplatz erfüllt alle Anforderungen, die an eine zusammen gelegte Lindener Stadtteilbibliothek gestellt werden:
• zentrale Lage im Stadtteil, d.h. gute Erreichbarkeit sowohl für die Bewohner/innen von Linden-Süd, -Mitte, -Nord und Limmer und Lage an den Stadtteilverkehrswegen,
• ausreichende Größe (mit einem Flächenbedarf von 1.250 qm),
• gute Zugänglichkeit, behindertengerecht, Anlieferungsmöglichkeiten,
• ein Umfeld, das Kindern den Besuch auch ohne Begleitung der Eltern ermöglicht.
Da alle Argumente – bei Abwägung der o. g. Gesichtspunkte – für den Standort „Lindener Rathaus“ sprechen, ist eine Nutzer/innenbeteiligung, wie sie zunächst auch von der Verwaltung erwogen wurde (Drucks. Nr. 15-0877/2004 S1), im weiteren Verfahren nicht weiterverfolgt worden; auch diese hätte im Rahmen der Gesamtabwägung nach Auffassung der Verwaltung nicht zu einer vertretbaren Alternative zu der gewählten Standortentscheidung geführt.
Zu 2.:
Verwaltungsintern wurden - im Zusammenhang mit den Anfang 2005 begonnenen, aber noch nicht abgeschlossenen Überlegungen zu den Planungen zum Lindener Rathaus – folgende Objekte im Bereich Linden-Limmer unter Berücksichtigung der fachlichen Anforderungen und der Wirtschaftlichkeit untersucht:
· Ihmezentrum
· Ladenlokal auf Limmerstraße (jetzt Plus-Markt)
· Standort Gilde-Carré
· Polizeigebäude in der Gartenallee
· Verwaltungsgebäude in der Minister-Stüve-Straße
· Lindener Rathaus.
Aus Sicht der Verwaltung hat kein anderer der untersuchten Standorte die erforderlichen Bedingungen erfüllen können; insoweit wird auf die Antwort zu Frage 1. Bezug genommen. Nach heutigem Kenntnisstand wird es deshalb auch keine vergleichende Darstellung verschiedener Alternativstandorte geben.
Zu 3.:
Die Verwaltung geht davon aus, dass dem Stadtbezirksrat im Laufe des Jahres 2008 eine Drucksache zum Standort Lindener Rathaus vorgelegt wird.
TOP 10.2.3.
Baumfällung Wilhelm-Bluhm- Straße / Berdingstraße
(Drucks. Nr. 15-0655/2008)
Bezirksratsfrau Kleinhückelkotten trug vor:
In der Wilhelm-Bluhm-Straße / Ecke Berdingstraße wurde unlängst ein Straßenbaum gefällt. – Anwohnerinnen haben auf Nachfragen keine Antwort für den Grund erhalten und möchten auch erfahren, wann eine Ersatzpflanzung vorgenommen wird.
Wir fragen daher die Verwaltung:
1. Warum wurde der Straßenbaum in der Wilhelm-Bluhm-Straße / Ecke Berdingstraße gefällt?
2. Wird eine Ersatzpflanzung erfolgen, die dem vorherigen Erscheinungsbild gerecht wird?
3. Wann geschieht das (oder ggf. warum nicht)?
Die Antwort gab Frau Cordes:
Zu 1.:
Auf der Ecke Wilhelm-Bluhm-Straße / Ecke Brackebuschstraße wurde Anfang dieses Jahres eine Robinie gefällt, da ihre Verkehrssicherheit durch Pilzbefall und Schiefstand nicht mehr gewährleistet war.
Zu 2.:
Ja, es ist eine kleinkronige Winterlinde (Tilia cordata ‚Rancho’) für diesen Standort vorgesehen, die sich auf Grund ihrer Eigenschaften und ihres Erscheinungsbilds besser an die Gegebenheiten anpasst als die gefällte Scheinakazie (Robinie pseudoacacia).
Zu 3.:
Wenn der Baumstubben entfernt worden ist, wird der neue Baum im kommenden Herbst gepflanzt.
TOP 10.2.4.
Mangelhafte Umsetzung des Pflegekonzepts „Grünstreifen mit Gleistrasse zwischen Bardowicker Str. und Dieckbornstr.“
(Drucks. Nr. 15-0656/2008)
Stellv. Bezirksbürgermeister fragte:
Mit den Drucksachen 15-0008-2007 N1 S1, S2 & S3 wurde dem Bezirksrat auch ein Konzept zur Pflege des „Grünstreifen mit Gleistrasse zwischen Bardowicker Str. und Dieckbornstr.“, der sogenannten Hafenbahn vorgelegt.
Hier wird festgestellt: „Der Grünzug ... ist aufgrund seines wildwüchsigen Charakters und seiner Artenvielfalt (Pflanzen und Tiere) als ökologisch wertvoll zu betrachten. Er dient als Lebensraum schützenswerter Vögel und Säugetiere. Außerdem trägt er zur Verbesserung des Mikroklimas bei und wirkt als „grüne Lunge“ für den eng besiedelten Stadtteil Linden. ... Diese Idylle und den naturnahen Zustand gilt es zu erhalten und eine weitere Zweckentfremdung ... zu verhindern.“
Nun wurde unlängst erneut, zum Teil radikal, „gepflegt“; unter anderem wurden Buschgruppen und Bäume entfernt, die unter die Baumschutzsatzung fallen.
Wir fragen daher die Verwaltung:
1. Ist der zuständigen Abteilung des Pflegebereichs das oben genannte Konzept bekannt und entsprechen die unlängst durchgeführten Maßnahmen den Empfehlungen des Konzeptes?
2. Wann und wo werden die (lt. Baumschutzsatzung vorgeschriebenen) Ersatzpflanzungen für die entfernten Bäume und Büsche erfolgen?
3. Wann ist mit den anderen im Konzept unter „Maßnahme 1“ genannten (Neu-) Pflanzungen zu rechnen?
Die Antwort trug Frau Cordes vor:
Zu 1.:
Das Pflegekonzept ist der zuständigen Stelle bekannt. Die Umsetzung der Maßnahmen kann jedoch nur schrittweise erfolgen. Es gab bereits erste Reinigungsgänge. Weiterhin sollen die Gehölze entlang der Kohlenbahn für Naturschutzzwecke weiter entwickelt werden. Hierbei ist vorgesehen, die Lücken (z. B offene Böschung an der Brücke Nieschlagstraße), sowie weitere Bereiche mit gebietsheimischen Gehölzen zu bepflanzen und damit die Flächen dauerhaft aufzuwerten. Die Rückschnittmaßnahmen, die im Winterhalbjahr 2007/2008 durchgeführt wurden, beinhalteten die Entfernung von abgestorbenen Gehölzen (wie z.B. einer vertrockneten größeren Ulme) sowie Rückschnitt von teilweise sehr stark vergreisten Sträuchern (insbesondere Schneebeeren, die aus Naturschutzsicht als nicht wertvoll betrachtet werden, und deshalb abschnittsweise gegen gebietsheimische Sträucher ab Herbst 2008 ausgetauscht werden sollen). Ebenfalls soll durch den Hafenbetrieb am Zugang von der Bardowicker Straße noch das vorgesehene Tor installiert werden.Zu 2.:
Ein Ersatz ist nicht erforderlich für die abgestorbenen Gehölze (keine Ersatzpflicht gemäß Baumschutzsatzung). Die benannten Schneebeeren sollen teilweise im Herbst durch gebietsheimische Gehölze wie z. B. Weißdorn und Schlehe ersetzt werden. Die infolge Leitungsbaumaßnahmen der Stadtwerke offenen Bereiche der Böschung an der Brücke sollen ebenfalls im Herbst 2008 bepflanzt werden.Zu 3.:
Hierzu wird auf die Antworten zu den Ziffern 1. und 2. Bezug genommen.
TOP 10.2.5.
Probleme in den Sozialwohnungen des "Elisen Carré"
(Drucks. Nr. 15-0657/2008)
Stellv. Bezirksbürgermeister Grube bezog sich auf folgende Fragestellung:
Bereits im letzten Jahr musste sich der Bezirksrat mit Bewohnerbeschwerden aus dem „Elisen Carré“ auseinandersetzen. Dort werden ca. 100 Sozialwohnungen von der Gagfah Immobilien-Management GmbH (vormals Nileg) verwaltet.
Die Bewohner/innen beklagten eklatante Instandhaltungsmängel und Probleme in der Verwaltung der Immobilie, die auch in das Umfeld ausstrahlen (Rattenplage, Drogenkonsum & -handel, Vermüllung, ...). – Versuche seitens des Bezirksrates mit der Wohnungsgesellschaft ins Gespräch zu kommen, sind gescheitert, da man von dort scheinbar kein Interesse an konstruktiven Lösungen zu haben scheint.
Nun wurden die alten Vorwürfe in der Presse erneuert (HAZ West, 28.02 2008).
Die Gagfah erhält von der Stadt Hannover laufend Aufwendungszuschüsse, soll damit die Mieten niedrig halten und so für untere Einkommensgruppen öffnen.
Wir fragen in diesem Zusammenhang die Verwaltung:
1. Ist es möglich die Aufwendungszuschüsse zu kürzen oder einzustellen, da der Bauträger seinen Verpflichtungen scheinbar nicht (mehr) nachkommt?
2. Welche anderen Möglichkeiten sieht die Verwaltung „von außen“ Einfluss auf eine, dem Objekt und der Bewohnerschaft angemessene, Verwaltung der Immobilie zu nehmen?
3. Welche Möglichkeiten bieten z. B. Vorschriften zu Gesundheit und Hygiene um die Wohnungsbaugesellschaft zum Handeln zumindest gegen die Rattenplage zu zwingen?
Herr Wescher teilte mit:
Zu 1.:
Die Verwaltung sieht zu einer Kürzung oder Einstellung von öffentlichen Fördermitteln aus folgenden Gründen keine Veranlassung:
Die Förderung erfolgt unter der Voraussetzung, dass die Stadt Belegrechte (an 94 der 100 Wohnungen) erhält, die Wohnungen nur an Wohnungssuchende vermietet werden, die von ihrem Einkommen und der Haushaltsgröße zum Bezug einer geförderten Wohnung berechtigt sind, und bestimmte Mietobergrenzen nicht überschritten werden. Diesen Verpflichtungen kommt die Eigentümerin in vollem Umfang nach. Aus anderen Gründen könnte eine Kürzung der Zahlungen nur erwogen werden, wenn - nachweislich - durch Verschulden des Eigentümers die Substanz des Objektes so schwerwiegend geschädigt wird, dass es dadurch erheblich an Wert verliert und die Absicherung der Fördermittel nicht mehr gegeben ist. Dies ist nicht der Fall.
Bei mehreren unangemeldeten Besichtigungen durch die Verwaltung – Bereich Stadt-erneuerung und Wohnen - sind keine besonderen Auffälligkeiten festgestellt worden. Nachfragen bei der Wohnungsgesellschaft ergaben, dass die Wohnanlage regelmäßig kontrolliert und Schäden (Beleuchtung, Türschlösser, Aufzug usw.) so schnell wie möglich beseitigt werden. Die im HAZ-Artikel erwähnte Hotline für Schadensmeldungen kostet lediglich - vom Festnetz aus - 3,9 Cent/Minute. Ein Aufzug war im Oktober letzten Jahres für einige Tage außer Betrieb, weil ein Ersatzteil bestellt werden musste. Im Februar wurde er für einen Tag stillgelegt, da Unbefugte einen Störfall vorgetäuscht hatten und der Betrieb erst nach Klärung des Sachverhaltes wieder aufgenommen werden konnte. Eine Treppenhausreinigung findet zweimal wöchentlich statt. Die im HAZ-Artikel angeführte Säuberung der Treppenhäuser mit Hochdruckreinigern wurde durchgeführt.
Es ist zu berücksichtigen, dass die Anlage und der Innenhof von den Bewohnern der 100 Wohnungen und deren Besuchern genutzt werden. Zusätzlich muss der die Anlage querende Weg aufgrund eines öffentlichen Wegerechts für die Allgemeinheit zugänglich sein. Die Eigentümerin trägt dieser großen Frequentierung Rechnung. Eine Fremdfirma ist täglich vor Ort, sammelt Müll in den Außenanlagen auf und nimmt Mülltrennung und -verdichtung bei den Containern vor. Der Müll wird zweimal wöchentlich abgefahren.
Probleme mit Drogenkonsum sind kein Phänomen, das speziell diese Wohnanlage betrifft. Durch den oben beschriebenen öffentlichen Weg besteht aber eine einfachere Zugänglichkeit des Objektes für „Nichtmieter“. Von Seiten der Eigentümerin wurden Überwachungskameras installiert, um eine bessere Kontrolle zu gewährleisten. Die Eigentümerin steht mit der Polizei in Kontakt, die auch schon einige Male die Aufzeichnungen ausgewertet hat. Für zusätzliche Sicherheit können die Mieterinnen und Mieter selbst sorgen, indem die Haustüren geschlossen gehalten werden, um den Zugang zu den Wohnungen zu verhindern.
Das Rattenproblem ist kein Problem speziell der Anlage Elisen-Carré. Von Seiten des Eigentümers findet eine kontinuierliche Bekämpfung statt, Fallen sind aufgestellt.
In Bezug auf Bewohnerstruktur und nachbarschaftliches Zusammenleben ist anzumerken, dass Stadt und Wohnungsgesellschaft daran interessiert sind, bei Neuvermietungen eine sozialverträgliche Belegung vorzunehmen. Sollte es trotzdem im Laufe eines Mietverhältnisses zu Problemen kommen, kann die von der Stadt initiierte Mobile Wohnbegleitung genutzt werden und ein neutraler, fachlich ausgebildeter „Wohncoach“ eingesetzt werden. Die Kosten teilen sich die Vermieterin, die Region und die Stadt. Auch in diesem Bereich gibt es aber keine, das übliche Maß übersteigenden Auffälligkeiten zu beobachten.
Zu 2.:
Solange er seinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommt, bleibt es dem Vermieter überlassen, wie er die Verwaltung seiner Wohnungen organisiert und ausübt. Die Mieter haben aus ihrem Mietvertrag heraus das Recht auf eine uneingeschränkte vertragsgemäße Nutzung ihrer Wohnung. Bei nachweislicher, vom Vermieter nicht abgestellter Beeinträchtigung der Nutzung kann der Mieter Mietminderung geltend machen, deren Höhe bei Nichteinigung zwischen Vermieter und Mieter letztendlich in einem gerichtlichen Verfahren festgestellt werden muss. Die Verwaltung wird die Entwicklung in der Wohnanlage weiterhin beobachten und mit der Eigentümerin im Gespräch bleiben.
Zu 3.:
Wie unter Ziffer 1. ausgeführt, ergreift die Eigentümerin nach Kenntnis der Verwaltung bereits Maßnahmen zur Rattenbekämpfung.
Die Rechtslage stellt sich im Übrigen wie folgt dar: Aufgrund der Verordnung über die Rattenbekämpfung im Lande Niedersachsen vom 29.07.1977 sind die Personen, die die tatsächliche Gewalt über Grundstücke ausüben (Besitzer), zur Rattenbekämpfung auf ihre Kosten verpflichtet. Wenn der Verwaltung - dem Fachbereich Recht und Ordnung - gemeldet wird, dass ein Rattenbefall vorhanden ist, der von dem Verantwortlichen nicht bekämpft wird und sich dies durch Inaugenscheinnahme bei einem Ortstermin bestätigt, wird der Eigentümer schriftlich aufgefordert, seinen Verpflichtungen nachzukommen. In der Regel reicht diese Aufforderung schon aus. Als Nachweis für die Bekämpfung wird eine Bescheinigung einer beauftragten Schädlingsbekämpfungsfirma vorgelegt. Sollten keine Maßnahmen durchgeführt werden, wird eine Beauftragung einer Firma durch die Stadt Hannover im Rahmen einer Ersatzvornahme angedroht. Die Kosten würden dem Verantwortlichen in Rechnung gestellt werden.
Hinsichtlich einer „Vermüllung“ wird die Untere Abfallbehörde der Region Hannover informiert, damit von dort Maßnahmen ergriffen werden können.
Die Verwaltung nimmt die Bezirksratsanfrage – unbeschadet vorgenannter Ausführungen – zum Anlass, den Hinweisen nachzugehen.
TOP 10.2.6.
Linden-Park: Ruhen die Bauaktivitäten im Ihme-Zentrum?
(Drucks. Nr. 15-0664/2008)
Bezirksratsfrau Otte stellte die Anfrage:
Im Herbst 2008 sollen eigentlich die Arbeiten für das geplante Einkaufszentrum „Linden-Park“ abgeschlossen sein. Dann sollen auf 35.000 Quadratmetern rund 100 Geschäfte ihre Türen öffnen. Das verspricht der Eigentümer, die US-Beteiligungsfirma Carlyle, auf Fassaden großen Plakaten. Das US-Unternehmen hatte die Fläche 2006 vom damaligen Besitzer, der Firmengruppe Engel, erworben und plante bislang, das Ihme-Zentrum bis zum Herbst dieses Jahres zu revitalisieren. Entstehen soll eine mit viel Glas und hochwertigen Baumaterialien ausgestattete Ladenpassage im Erdgeschoss. Auch die darüber liegende Passage soll erneuert werden. Seit Wochen scheinen die Bauarbeiten im Ihme-Zentrum nun allerdings zu ruhen. Unabhängig davon war in den Medien zu lesen (Manager-Magazin 13. März 2008 und HAZ 14. März 2008), dass einer der Fonds der US-Firma, die Carlyle Capital Corporation (CCC), kurz vor dem Zusammenbruch steht. Die Aktie sei um bis zu 95 Prozent gefallen. Der Umbau des Ihme-Zentrums zum Linden-Park wird aus einem zweiten Fonds Carlyles finanziert, dem Carlyle Europe Real Estate
Partners II.
Wir fragen die Verwaltung:
1. Seit Wochen scheinen die Bauarbeiten im Ihme-Zentrum zur Fertigstellung des Linden-Parks zu ruhen – was sind die Gründe dafür bzw. hat der drohende Zusammenbruch des einen Fonds der US-Firma Carlyle mittelbar oder unmittelbar Auswirkungen auf den zweiten Fonds und damit auf die Fertigstellung und den geplanten Eröffnungstermin des Einkaufszentrums?
2. Für die Fertigstellung des Linden-Parks sind aufwendige Arbeiten nötig – wann werden welche Bauabschnitte abgeschlossen sein und ist der Eröffnungstermin Herbst 2008 überhaupt noch zu halten?
3. Wie viel Geschäftsfläche ist vertraglich verpflichtend an wie viel und welche Geschäfte zu wann vermietet?
Herr Wescher nahm dazu Stellung:
Zu 1.:
Die Revitalisierung des Ihme-Zentrums wird von Carlyle Europe Real Estate, vertreten durch den Projektleiter, finanziert. Nach Unternehmensangaben gibt es keinerlei finanzielle Verpflichtungen dieses europäischen Fonds gegenüber dem vor der Auflösung stehenden Fonds Carlyle Capital Corp. (CCC), sodass die Fortsetzung der Arbeiten finanziert ist. Deutliches Zeichen für den Fortgang der Arbeiten ist die gerade laufende Fassadensanierung des Stadtwerketurmes.
Zu 2.:
In Kürze wird ein Gespräch zwischen Carlyle und der Verwaltung stattfinden, um den aktuellen Stand der Bauarbeiten zu bewerten und die nächsten Schritte abzustimmen (z. B. Details zum Abbruch der Brücke am Küchengarten, Überdachung der Mall, Neugestaltung des Ihme-Uferweges mit den Anschlüssen nach Norden und Süden). Danach kann die Frage detaillierter beantwortet werden. Eine Eröffnung im Herbst 2008 erscheint aus Sicht der Verwaltung äußerst ambitioniert.
Zu 3.:
Nach Darstellung von Carlyle sind nahezu alle Flächen im neuen Erdgeschoss und große Flächenanteile auf der Mall–Ebene vermietet. Seit Kurzem steht fest, dass die Polizei ca.
3000 m² Fläche im Ihme–Zentrum anmieten wird. Detailliertere Auskünfte wurden mit Verweis auf laufende Gespräche nicht erteilt.
Bezirksbürgermeisterin Knoke schloss die Sitzung um 21.45 Uhr.
Für die Niederschrift:
Knoke Wescher
Bezirksbürgermeisterin Koordinator,
zugl. Sachbearbeiter
