Drucksache Nr. 3284/2019 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage von Ratsherrn Braune zu Gutachten zum Thema Straßenumbenennungen
in der Ratssitzung am 30.01.2020, TOP 3.6.2.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt Hannover
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3284/2019 F1
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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage von Ratsherrn Braune zu Gutachten zum Thema Straßenumbenennungen
in der Ratssitzung am 30.01.2020, TOP 3.6.2.

In den Jahren 2015-2019 gab es in Hannover sehr viele Diskussion um neue Straßennamen. Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:

Wie viele Gutachten zur Thematik Straßenumbenennung gab es in diesem Zeitraum?

Wie hoch waren die Kosten insgesamt für diese Gutachten?

Welche Kommission hat die Gutachter nach welchen Kriterien ausgewählt?

Mit besten Grüßen

Tobias Braune

Text der Antwort

Frage 1: Wie viele Gutachten zur Thematik Straßenumbenennung gab es in diesem Zeitraum?

Im Zeitraum 2015 bis 2019 wurden von der LHH keine „Gutachten zur Thematik Straßenumbenennung“ beauftragt. Im Rahmen des Projekts „Wissenschaftliche Betrachtung von namensgebenden Persönlichkeiten“ hatten gutachtliche Arbeiten schwerpunktmäßig das Handeln namensgebender Persönlichkeiten seit 1933 zum Gegenstand. In dem Zeitraum 2015 bis 2019 wurden von der Verwaltung unterschiedlich umfangreiche Expertisen zu den namensgebenden Persönlichkeiten von Straßen und anderen Ehrungen erstellt, um dem vom Rat eingesetzten Beirat Grundlagen für seine Empfehlungen (im Spektrum von Beibehalten und Umbenennen) an die Hand zu geben.

Das Projekt wurde im Dezember 2013 im Auftrag des Rates durch den Verwaltungsausschuss beschlossen (DS Nr. 1921/2013 N1). Der zunächst auf zwei Jahre angelegte Projektzeitraum wurde verlängert (siehe Abschlussbericht). Bewertet wurde die Rolle von etwa 600 Frauen und Männern während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Überprüfung war nicht auf Straßennamen begrenzt, sondern bezog sich auch auf Ehrenbürger*innen, Ehrengräber, Träger*innen von Stadtplaketten, Namen von Schulen und sonstigen kommunalen Einrichtungen. Das Projekt war federführend dem Bereich Zentrale Angelegenheiten Kultur, Städtische Erinnerungskultur zugeordnet. Der Abschlussbericht des Projekts empfiehlt, bezogen auf die Straßennamen, 476 beizubehalten und 17 umzubenennen. Er wurde im Oktober 2018 vorgelegt.

Frage 2: Wie hoch waren die Kosten insgesamt für diese Gutachten?

Für das Projekt „Wissenschaftliche Betrachtung von namensgebenden Persönlichkeiten“ wurden zwei Historiker*innen nach tariflicher Bezahlung befristet eingestellt. Die Mitarbeiter*innen haben in großem Umfang in Archiven, Bibliotheken und anderen Forschungseinrichtungen Quellen recherchiert, Materialien beschafft und überregional Kontakte zu anderen Projekten mit ähnlichem Arbeitsauftrag geknüpft. Der wesentliche Kostenaufwand ergab sich für den Einsatz der zwei Historiker*innen. Es lässt sich jedoch nicht aufschlüsseln, wieviel Kosten für die Einzelgutachten, welche im Rahmen des Projekts erstellt wurden, entstanden sind.

Frage 3: Welche Kommission hat die Gutachter nach welchen Kriterien ausgewählt.

Die Arbeiten wurden vom Personal der Städtischen Erinnerungskultur ausgeführt. Die zwei zusätzlich befristet eingestellten Historiker*innen wurden nach dem üblichen Bewerbungsverfahren der LHH ausgewählt.