Drucksache Nr. 3095/2017:
Zuwendung Projekt KoPro für Werk-statt-Schule e. V.

Inhalt der Drucksache:

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3095/2017
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Zuwendung Projekt KoPro für Werk-statt-Schule e. V.

Antrag,


der Werk-statt-Schule e. V. (WsS) für die Fortsetzung des Projektes „KoPro“ eine Zuwendung in Höhe von

10.000,00 €

im Haushaltsjahr 2017 aus den Zuwendungen des Produktes 11132 (Städtische Beschäftigungsmaßnahmen), zu gewähren.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Geschlechtliche, kulturelle, religiöse oder sonstige Einschränkungen der Zielgruppe gibt es nicht. Angesprochen sind Männer wie Frauen, junge Mütter und Alleinerziehende, Arbeitslose und Langzeitarbeitslose jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie Menschen mit Behinderungen.

Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro:
Teilfinanzhaushalt 50 - Investitionstätigkeit
Bezeichnung
EinzahlungenAuszahlungen
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €0.00
Beiträge u.ä. Entgelte für Investitionstätigkeit €0.00
Veräußerung von Sachvermögen €0.00
Veräußerung von Finanzvermögensanlagen €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
  
  
Erwerb von Grundstücken und Gebäuden €0.00
Baumaßnahmen €0.00
Erwerb von bewegl. Sachvermögen €0.00
Erwerb von Finanzvermögensanlagen €0.00
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
Saldo Investitionstätigkeit €0.00
€0.00

Teilergebnishaushalt 50 - Investitionstätigkeit
Produkt 11132
Städtische Beschäftigungsmaßnahmen
Angaben pro Jahr
Ordentliche ErträgeOrdentliche Aufwendungen
Zuwendungen und allg. Umlagen €0.00
Sonstige Transfererträge €0.00
Öffentlichrechtl. Entgelte €0.00
Privatrechtl. Entgelte €0.00
Kostenerstattungen €0.00
Auflösung Sonderposten (anteilige Zuwendungen) €0.00
Sonstige ordentl. Erträge €0.00
  
Außerordentliche Erträge €0.00
  
Erträge aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Personalaufwendungen €0.00
Sach- und Dienstleistungen €0.00
Abschreibungen €0.00
Zinsen o.ä. (TH 99) €0.00
Transferaufwendungen €10,000.00
Sonstige ordentliche Aufwendungen €0.00
  
Saldo ordentliches Ergebnis (€10,000.00)
Außerordentliche Aufwendungen €0.00
Saldo außerordentliches Ergebnis €0.00
Aufwendungen aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo gesamt (€10,000.00)

Begründung des Antrages


Die Werk-statt-Schule (WsS) und die Leonore-Goldschmidt-Schule (LGS) haben seit November 2016 den Aufbau einer Kooperativen Produktionsschule (KoPro) betrieben, um die Chancen von jungen Geflüchteten auf Ausbildung bzw. Beschäftigung und damit auf nachhaltige gesellschaftliche Integration zu verbessern. Durch die Zusammenarbeit der zwei Einrichtungen aus dem Bildungsbereich sind vielfältige Synergieeffekte entstanden.
Das Projekt wurde in dem laufenden, ersten Jahr ständig weiterentwickelt und weist gute Teilnehmerzahlen und Erfolge auf. Die Beteiligung der fördernden Institutionen wird über den installierten Beirat gesichert.

Zielsetzungen und Gegenstand der Kooperativen Produktionsschule
Die Werk-statt-Schule e. V., ein seit vielen Jahren in der Jugendberufshilfe tätiger Träger, und die Leonore-Goldschmidt-Schule (LGS) beabsichtigen, das eingereichte Projekt Kooperative Produktionsschule KoPro“ fortzuführen 01.11.201731.10.2018.Das innovative Angebot richtet sich an die Zielgruppe der jungen Geflüchteten zwischen 14 und 25 Jahren aus der Region Hannover. Mit diesem Angebot sollen Flüchtlinge beruflich und sprachlich auf die Anforderungen des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes in technisch-handwerklichen Bereichen vorbereitet werden. Die neue Kooperation des Trägers der Jugendberufshilfe mit der Leonore-Goldschmidt-Schule und dem schuleigenen Verein Energie - LAB bringt die jeweiligen unterschiedlichen Kompetenzen und Lernorte im Projekt zusammen. Aus der Zusammenarbeit können vielfältige Synergieeffekte geschaffen, Bildungsketten aufgebaut und strukturierte Übergänge geschaffen werden. Durch den Träger Werk-statt-Schule e. V. wird den jungen Geflüchteten im Anschluss an dieses Projekt die Möglichkeit geboten, sich z. B. durch die vielfältigen Angebote von der Produktionsschule, über weiterführende produktionsorientierte Berufsvorbereitungsmaßnahmen und außerbetriebliche Berufsausbildungen in mehreren Gewerken, weiter zu orientieren und zu qualifizieren. Das übergeordnete Ziel ist die Vermittlung in Ausbildung und Arbeit.

Teilnehmer

Es sind 24 Plätze für Jugendliche aus den Rechtskreisen SGB II und SGB VIII vorgesehen. Es wird von durchschnittlichen Verweilzeiten von ca. sechs Monaten ausgegangen.

Im Bereich der Jugendhilfe kommen für das Angebot auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Frage, die neben der Erfüllung der Schulpflicht in Sprachförderklassen (z. B. in der LGS) eine Berufsvorbereitung und berufliche Orientierung im Rahmen der Kooperativen Produktionsschule Solar erhalten. Über die Verbesserung der Sprachkompetenz hinaus sollen durch die Mitarbeit in den Arbeitsbereichen der Produktionsschule vor allem die beruflich relevanten Handlungskompetenzen (Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz) erfahrbar und gefördert werden.

Ein Zugang ergibt sich über die Sprachförderklassen (z. B. an der LGS). Der Eintritt junger Erwachsener durch die Zuweisung des Jobcenters Region Hannover ist ebenfalls möglich. Außerdem besteht noch eine Zugangsmöglichkeit über die beiden Erstberatungsbüros First Step, die die Werk-statt-Schule für die Stadtbezirke Linden/Limmer und Ahlem/Badenstedt/Davenstedt eingerichtet hat.

Der Zugang der Jugendlichen, die dem SGB VIII zuzuordnen sind, wird durch die entsprechenden Fachdienste (Jugendhilfe) der Region und Stadt Hannover unterstützt.

Das Projekt geht dabei von zwei Arbeitsgruppen aus. Eine Gruppe ist schulpflichtig und befindet sich in einer Sprachförderklasse, die zweite Gruppe steht am Anfang des Weges in eine Berufs- oder Beschäftigungsperspektive. Vormittags befinden sich eine Gruppe im Unterricht (der LGS) und die zweite Gruppe im Sprachtraining oder anderen Projekten der Werk-statt-Schule in der Kniestraße. Beide Gruppen werden nach einer Unterbrechung in der Mittagszeit sich in unterschiedlichen Zusammensetzungen an den Lernorten wieder zusammenfinden.

Da ein erheblicher Teil der angesprochenen Zielgruppe noch nicht direkt in Ausbildung oder im Rahmen höherschwelliger berufsorientierenden Bildungsmaßnahmen qualifiziert werden kann, ist das primäre Ziel des Pilotprojektes, die jungen Menschen für eine Ausbildung oder für eine berufliche Qualifizierung zu motivieren und schrittweise an den Ausbildungsmarkt heranzuführen. Hierzu soll den jungen Flüchtlingen Orientierung im deutschen Ausbildungs- und Beschäftigungssystem gegeben werden, so dass sie eine eigenständige Entscheidung bezüglich der Berufswahl treffen können und in die für sie passende Ausbildung einmünden können.

Inhalte

Produktionsorientierte Tätigkeiten

Für die praktischen Elemente werden die zwei Lernorte, an dem zentralen Standort der Werk-statt-Schule in Hannover Nordstadt und in den Räumlichkeiten vom Energie-LAB der IGS Mühlenberg genutzt. Die Werkstätten für die produktionsorientierten Tätigkeiten beim Energie-LAB umfassen die Bereiche (Solar-/Energie-/Elektrotechnik) und in der WsS die Bereiche Zweirad- und Metallwerkstatt. Die angebotenen praxisorientierten Tätigkeiten sind in einem hohen Maß sinnstiftend und bieten einen Mehrwert sowohl für die Zielgruppe selbst als auch für die Gesamtgesellschaft.

Es werden drei Gewerke angeboten:

1. Herstellung von Solar-Experimentiersets für hannoversche Kindergärten
2. Reparatur von Fahrrädern aus Flüchtlingsunterkünften bzw. Zusammenbau / Aufarbeitung von Fahrrädern für Flüchtlinge
3. Herstellung und Bepflanzung/Pflege von Pflanzkästen aus Recyclingprodukten
Vermittlung und Erweiterung der berufsbezogenen Sprachkenntnisse

· Im Mittelpunkt steht ein handlungsorientierter Spracherwerb. Die Didaktik und Methodik soll praxisorientiert mit konkreten Arbeits- und Alltagserfahrungen der Teilnehmenden verknüpft sein und sowohl in Form von Einzel-, Klein- und Großgruppen erfolgen.
Kompetenzfeststellung

· Es werden mehrere Verfahren zur Kompetenzfeststellung genutzt (biografisch-orientierte Interviews, Potentialanalyse bzw. das vom Berufsorientierungszentrum der Werk-statt-Schule entwickelte und von der Region Hannover geförderte einwöchige Verfahren „komPASS“ (Kompetenzcheck für Sprachanfänger/innen).
Kurzpraktika

· Während des Projektzeitraums sollen bis zu drei Kurzpraktika (max. zwei Wochen pro Praktikum) durchgeführt werden, um den eigenen Berufswunsch mit der beruflichen Realität zu überprüfen.
Darüber hinaus erfolgen Bewerbungstrainings als auch Exkursionen und betriebliche Erkundungen, die im Rahmen einer vertieften Berufsorientierung das Kennenlernen verschiedener Berufsfelder ermöglichen sollen.

Projektdauer: 01.11.2017 – 31.10.2018


Der Träger möchte aufgrund des Modellcharakters einen Beirat installieren, der die Programmumsetzung fachlich-inhaltlich begleitet und die Ergebnisse auswertet. Eine Verlängerung des Projektes für weitere drei Jahre wird vorgesehen.


Finanzierung

Die Maßnahmekosten belaufen sich auf 74.400,00 €, davon entfallen 48.000,00 € auf Personalkosten und 26.400,00 € auf Sachkosten. An der Finanzierung beteiligen sich die Region Hannover mit 30.000,00 € (40%), proKlima mit 14.250,00 € (19%) und die VHV mit 5.000,00 € (7%). Der Träger setzt Eigenmittel in Höhe von 15.150,00 € (20 %) ein.

Die Förderung durch die Stadt Hannover ist erforderlich, da das Projekt ohne die beantragte Zuwendung nicht durchgeführt werden könnte.

Die Verwaltung schlägt vor, den Betrag von 10.000,00 € als Anteilsfinanzierung (bis zu 13,4 % der Kosten) entsprechend den Förderrichtlinien zu bewilligen.

Diese Mittel stehen im Ergebnishaushalt 2017, Teilhaushalt 50, Produkt 11132, (Städtische Beschäftigungsmaßnahmen) durch Rückforderungen von Überzahlungen bei der Verwendungsnachweisprüfung zur Verfügung.
50.4 
Hannover / Dec 7, 2017