Informationsdrucksache Nr. 2713/2017:
Evaluationsprojekt: Interkulturelle Schulassistenz

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverInformationsdrucksacheInformationsdrucksache
In den Ausschuss für Integration, Europa und Internationale Kooperation (Internationaler Ausschuss)
In den Verwaltungsausschuss
An den Schul- und Bildungsausschuss (zur Kenntnis)
An den Gleichstellungsausschuss (zur Kenntnis)
 
Nr.
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2713/2017
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Evaluationsprojekt: Interkulturelle Schulassistenz

Mit dieser Drucksache informiert die Verwaltung über das Evaluationsprojekt „Interkulturelle Schulassistenz“ und präsentiert in der Anlage den abschließenden Evaluationsbericht. Das Projekt wurde vom Landessozialamt Niedersachsen im Rahmen der Richtlinie Migration, Teilhabe und Vielfalt finanziert. Die Landeszuwendung betrug 14.822,05 €. Im Bewilligungszeitraum (7. Juni 2016 bis 31. Januar 2017) wurden nach den Sommerferien drei interkulturelle arabischsprachige Schulassistentinnen in den Sprachlernklassen von drei (ehemaligen) Hauptschulen mit jeweils durchschnittlich neun Wochenstunden eingesetzt. Beteiligt waren die Peter-Ustinov-Schule, die Ada-Lessing-Schule und die Pestalozzischule. Ein abschließendes Fachgespräch fand im September 2017 statt.


Ziele des Projektes
1) Erprobung innovativer Methoden zur schulischen Elternarbeit mit geflüchteten Familien (insbesondere aus dem arabischsprachigen Raum)
2) Informationstransfer zu der Zielgruppe / Bedarfsermittlung (welche Inhalte sind besonders nachgefragt)
3) Datenerhebung zur Relevanz dieses Unterstützungsinstrumentes
Das Projekt wurde aufgrund des hohen Bedarfes an Unterstützung initiiert, den Schulen wegen steigender Zahlen von geflüchteten Schüler_innen meldeten und hatte zum Ziel, schulische Unterstützungsmöglichkeiten für geflüchtete Familien zu erproben. Die Assistentinnen dienten als Brücke zwischen Schule und Elternhaus bzw. bei den unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten als Bindeglied zwischen Heim und den Schüler_innen. Das Projekt war als Evaluationsprojekt angelegt, um Daten zum Wirkungsfeld der interkulturellen Schulassistentinnen zu erheben und somit Grundlagen für die Fortführung der Diskussion über eine institutionelle Verankerung muttersprachlicher interkultureller Assistent_innen zur Unterstützung der schulischen Integration von geflüchteten Jugendlichen zu sammeln. Die Datenerhebung fand in Kooperation mit der Leibniz Universität, Arbeitsstelle Diversitas, statt.

Der in der Anlage beigefügte Evaluationsbericht ist das Ergebnis der ethnografisch angelegten Studie und gibt dementsprechend in narrativer Weise einen Einblick in das Tätigkeitsfeld der interkulturellen Schulassistentinnen. Er begutachtet sowohl deren Potential als auch deren Grenzen.

Hintergrund


Die Landeshauptstadt Hannover hat schon frühzeitig mit dem Lokalen Integrationsplan (2008) auf neue Bedarfe im Rahmen der schulischen Elternarbeit reagiert und als einen Handlungsansatz die Idee der interkulturellen Bildungslots_innen entwickelt. Aufgrund fehlender Finanzierung konnte das Instrument nicht in das Regelgeschäft übergehen. Vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl von Geflüchteten in 2015 wurde vom Sachgebiet Integration aufgrund des gemeldeten Unterstützungsbedarfes einiger Schulen dieses Instrument wiederbelebt und ab Oktober 2015 der Einsatz von drei interkulturellen Bildungslotsinnen in den Sprachlernklassen der genannten Hauptschulen finanziert. Im Januar 2016 wurde in einem Fachgespräch mit Vertreter_innen des Landes von allen Anwesenden die Idee begrüßt, kurzfristig ein Evaluationsprojekt mit wissenschaftlicher Begleitung zu starten, um ein nachvollziehbares Fundament für eine mögliche institutionelle Verankerung muttersprachlicher Assistenz zu entwickeln.

Das vorliegende Projekt „Interkulturelle Schulassistenz“ fußt demnach auf den Vorerfahrungen mit dem Bildungslotsinnenprojekt, hatte aber den Anspruch, auch auf neue zielgruppenspezifische Bedarfe geflüchteter Familien zu reagieren.



Fazit
Der Bedarf an Unterstützung, wie sie durch die interkulturellen Schulassistentinnen geleistet wird, wurde von den Schulleiter_innen der beteiligten Schulen mehrfach bekräftigt und ist in dem abschließenden Fachgespräch erneut begründet vorgetragen worden. Der vorliegende Evaluationsbericht zeigt, dass das untersuchte Unterstützungsinstrument geeignet ist, eine gravierende Lücke im System Schule zu schließen. Damit bietet es Anstöße für die grundsätzliche Debatte über neue Unterstützungsinstrumente für Schulen in der Migrationsgesellschaft.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Das Projekt richtete sich grundsätzlich an alle geflüchteten Familien, Schülerinnen und Schüler in Sprachlernklassen.

Kostentabelle

Das Projekt ist abgeschlossen. Es entstehen keine finanziellen Auswirkungen.

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Hannover / Nov 7, 2017