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Das Sprengel Museum hat vom Jüdischen Museum in Amsterdam das Angebot einer Ausstellung mit Werken der Künstlerin Charlotte Salomon (1914 - 1943) erhalten. Das Werk dieser in Auschwitz ermordeten Künstlerin ist in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich:
- Charlotte Salomon hat zwischen 1940 und 1942 im südfranzösischen Exil in hunderten von Gouachen eine Art persönliches, gemaltes Tagebuch verfasst, das in beeindruckender Weise ihre Hoffnungen und Ängste, ihre Liebe zu Kunst und Musik sowie die geschichtlichen Ereignisse dokumentiert.
- Fast alle Bilder dieses Tagebuchs sind mit Texten versehen. Bilder und Texte bilden eine Einheit, eine für die damalige Zeit einmalige Form der Darstellung und der künstlerischen Auseinandersetzung.
Die Ausstellung ist mit überwältigendem Erfolg in London (Royal Academy) und in Frankfurt (Städel) gezeigt worden. Sie geht nach einer möglichen Station in Hannover nach Paris ins Centre Pompidou. Diese Ausstel-lung in Hannover zu zeigen, wäre auch ein Stück Wiedergutmachung an einer zu Unrecht weitgehend in Vergessenheit geratene Künstlerin, die in Auschwitz ein Opfer des Nationalsozialismus geworden ist. Gleichzeitig wäre die Ausstellung ein guter Beitrag zur Erinnerung an den 60. Jahrestag der Befreiung Deutschlands.
Rainer Lensing
(Vorsitzender)