Anfrage Nr. 2597/2023:
Anfrage von Ratsherrn Böning (Die Hannoveraner): Auch eine Form von cancel culture (?):
Wenn Kitas aus falsch verstandener "Rücksicht" christliche Feste streichen...

Inhalt der Drucksache:

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Anfrage von Ratsherrn Böning (Die Hannoveraner): Auch eine Form von cancel culture (?):
Wenn Kitas aus falsch verstandener "Rücksicht" christliche Feste streichen...

In einer Hamburger Kita wurden Eltern in einem Schreiben der Kita-Leitung über eine neue Regelung informiert: Es gebe keine christlichen Fette mehr, der Weihnachtsbaum als „Symbol" würde gestrichen.


Als Begründung wurde angeführt, ein solches Vorgehen sei „Im Sinne der Religionsfreiheit"...(!)

Das „Hamburger Abendblatt" zitiert aus dem Brief: „Wir haben uns im Team dagegen entschieden, da wir kein Kind und seinen Glauben ausschließen wollen."Deshalb werde in diesem Jahr die Dekoration rund um die Feiertage „angepasst".

Da die Stadt Hannover immer wieder gerne betont, wie „weltoffen" und „tolerant" wir hier in der niedersächsischen Landeshauptstadt sind, ist leider nicht auszuschließen, dass dieses Beispiel aus Hamburg womöglich auch bald in den (städtischen) Kitas unserer Stadt Einzug halten könnte.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:

1. Ist von Seiten der Stadt Hannover geplant, in städtischen Kitas aus Gründen der „Religionsfreiheit" dem Beispiel der o. g. Kita aus Hamburg zu folgen und zur Weihnachtszeit (oder auch zu Ostern) auf christliche Feierlichkeiten und Symbole, wie zum Beispiel einen Weihnachtsbaum, zu verzichten? Wenn ja: Ist ein solches Vorgehen in allen städtischen Kitas geplant oder nur in einzelnen Einrichtungen?

2. Wie steht die Verwaltung generell dazu, auf traditionelle religiöse Feierlichkeiten und Symbole -wie eben Weihnachten oder auch das Osterfest- in Kitas und anderen öffentlichen Einrichtungen aus Gründen der Religionsfreiheit zu verzichten?


3. Die Kritik am Vorgehen der Hamburger Kita ist deutlich und unserer Meinung nach auch berechtigt: Wir haben Religionsfreiheit und somit kann selbstverständlich jeder und jede seine Religion frei ausleben (sofern er/sie damit niemanden benachteiligt o.ä !).
Hält es die Verwaltung für richtig, wenn unter dem Vorwand der sog. "Religionsfreiheit" jedoch fast ausschließlich nur Rücksicht genommen wird auf die Wünsche und Bedürfnisse der nicht-christlichen Kinder (und deren Eltern)? Indem nicht nur das Essen in vielen Einrichtungen komplett "angepasst" wurde, sondern indem wie in Hamburg nun auch auf christliche Feste (welche in unserem Land eine jahrhundertelange Tradition darstellen!) verzichtet wird?
"Religionsfreiheit" und "Rücksichtnahme" ist für uns als Fragesteller jedenfalls nicht gleichbedeutend damit, dass man sich zu fast 100% nach den Wünschen und Bedürfnissen einer bestimmten Gruppe zu richten hat. Stimmt die Verwaltung der Aussage zu, dass solch ein Vorgehen wie in Hamburg den gesellschaftlichen Frieden massiv gefährden könnte. Wenn nein, warum nicht?

Jens Böning

Die Hannoveraner