Frauenrechtlerinnen sind schon etwas länger alarmiert:
Sind Toiletten und Umkleideräume doch seit langem Orte mit den meisten Übergriffen.
„Es ist irritierend und besorgniserregend zu sehen, dass Frauen-Toiletten, also Schutzräume für Mädchen und Frauen, preisgegeben werden sollen im Namen falschverstandener Antidiskriminierung", sagte die Menschenrechtsverteidigerin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Inge Bell von der Frauenrechtsorganisation „Terre de Femme".
Auch eine bereits etwas zurückliegende Untersuchung der britischen von 2018 (in diesem Fall in GB) kam zu dem Ergebnis, dass fast 90 Prozent der gemeldeten sexuellen Übergriffe, Belästigungen und voyeuristischen Akte in Umkleidekabinen von Schwimmbädern und Sporteinrichtungen in "Unisexinstallationen" passiert sind, obgleich diese weniger als die Hälfte der Gesamtzahl ausmachen würden.
In den zwei Jahren 2017 bis 2018 gab es im Vereinigten Königreich demnach 134 Berichte über sexuelle Übergriffe in Umkleidekabinen. Davon fanden 120 in geschlechtsneutralen Umkleidekabinen statt, verglichen mit nur 14 in geschlechtergetrennten Umkleidekabinen.
Man kann durchaus davon ausgehen, dass es in Deutschland nicht sehr viel anders aussieht, was diese Problematik betrifft.
Auch die Mandatsträger der sogenannten UN-Sonderverfahren erklärten in einem gemeinsamen Statement zum Welttoilettentag (den gibt es tatsächlich!) am 19. November 2020: „Tatsächlich sind Frauen und Mädchen am stärksten gefährdet, Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt, einschließlich Vergewaltigung, in und um Toiletten und Wasser- und Hygieneeinrichtungen zu werden", und zwar „insbesondere in öffentlich und gemeinsam genutzten Räumen."
Auch wenn viele der Zahlen nicht mehr ganz aktuell sind, so kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich die Situation in letzter Zeit verbessert hat.
Dabei scheint sich das Unisex-Klo keiner großen Beliebtheit zu erfreuen:
So lehnte in einer im August vorn britischen Meinungsforschungsinstitut YouGOV durchgeführten Umfrage eine Mehrheit von 88 Prozent von über 2000 Befragten eine Unisex-Toilette als einzige Option ab.
Die Einrichtung von Unisex-Toiletten an den Schulen und in öffentlichen Gebäuden in Hannover ist daher kontraproduktiv und sollte umgehend gestoppt werden.