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Antrag der SPD-Fraktion und Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu einem Konzept zum Thema Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transexuelle und Transgender im Alter
Antrag zu beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, in Kontakt zu treten mit den hannoverschen Alten- und Pflegeheimen, ambulanten Pflegediensten, Trägern von Wohnprojekten und der Gruppe 40plus. Dabei soll gemeinsam ein Konzept zum Thema Homosexualität Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und Transgender im Alter erarbeitet werden. Ziel ist ein verbessertes Verständnis auf allen beteiligten Seiten (ältere Lesben und SchwuleMenschen mit anderen sexuellen Orientierungen selbst, MitbewohnerInnen, MitarbeiterInnnen und Angehörige).
Folgende Maßnahmen sollten diskutiert werden:
- Unterrichtseinheiten zu dem Thema bei der Ausbildung, bei Schulungen und Fortbildungen
- Aufnahme des Themas in der Biographiearbeit und im Stammblatt (z.B. indem beim Familienstand, neben „verheiratet“, „ledig“ etc. „verpartnertLebenspartnerschaft“ eingefügt wird).
- Öffentliches Bekenntnis zur toleranten Haltung zum Thema (z.B. im Leitbild, auf Homepages oder in Infomaterialien).
Begründung:
Unsere Gesellschaft ist aus vielen Individuen mit unterschiedlichen Lebenswegen- und planungen zusammengesetzt. Dies gilt sowohl für Alten- und Pflegeheime und Wohnprojekte, in denen sowohl heterosexuelle und homosexuelle Bewohnerinnen und Bewohner leben, als auch für Kundinnen und Kunden der ambulanten Pflegedienste. Homosexualität Eine anders gelebte sexuelle Identität darf auch im Alter kein Tabu Thema sein. Im Gegenteil, häufig sind ältere Menschen nicht geoutet, lebten versteckt oder haben bereits schlechte Erfahrungen hinter sich. Die Zeit der Verfolgung während des Nationalsozialismus und danach haben teilweise traumatische Erlebnisse mit sich gebracht. Bis 1994 waren sexuelle Handlungen zwischen Männern durch § 175 Strafgesetzbuch verboten. Gefängnisstrafen, Zwangstherapien und Diskriminierungen gehören zu den negativen Erfahrungen. Das muss bei der Pflege berücksichtigt werden. Es geht auch um einen respektvollen toleranten Umgang der Bewohner und Bewohnerinnen miteinander, bei dem das Thema Homosexualität Sexuelle Orientierung (auch die offen gelebte Homosexualitätsexuelle Orientierung) nicht zu Ausgrenzung führt.
Aus Angst vor Diskriminierungen in einer auf Heterosexuelle ausgerichteten Einrichtung vermeiden es viele alte Menschen ihre Homosexualität andere Sexualität offen zu leben. Ob sie in eine Einrichtung kommen, in der sie nach ihren Bedürfnissen leben können, hängt immer noch vom Zufall ab. Diese Situation ist besonders für Menschen in Pflegeeinrichtungen, die in ihrer Lebenssituation von anderen Menschen abhängig sind, eine enorme Belastung.
Christine Kastning Lothar Schlieckau
Fraktionsvorsitzende Fraktionsvorsitzender