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Stadtbahnstrecke D-West
- Barrierefreier Ausbau der Haltestelle Wunstorfer Straße
Antrag,
dass die Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH (infra) die Stadtbahnhaltestelle Wunstorfer Straße barrierefrei gemäß den als Anlagen 1 bis 3 beigefügten Planunterlagen ausbaut.
- Anhörungsrecht des Stadtbezirksrates gem. § 93 (1) NKomVG i.V. mit der Hauptsatzung der LHH
- Entscheidungsrecht des Verwaltungsausschusses gemäß § 76 (2) NKomVG i.V. mit der Hauptsatzung der LHH.
Berücksichtigung von Gender-Aspekten
Frauen sind im besonderen Umfang auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen und im Rahmen der Begleitmobilität mit Kindern und älteren Menschen in stärkerem Umfang gefordert. Unter diesem Aspekt stellt der barrierefreie Ausbau von Stadtbahnhaltestellen eine wesentliche Verbesserung beim Ein- und Ausstieg in die Stadtbahnfahrzeuge dar.
Die vorgelegte Planung berücksichtigt das besondere Sicherheitsbedürfnis von Frauen. Der geplante Hochbahnsteig erhält barrierefreie Zugänge, ferner werden Notruf- und Informationssprechzellen eingebaut.
Kostentabelle
Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro:
Teilfinanzhaushalt 66 - Investitionstätigkeit
Investitionsmaßnahme 54101902 | Gemeindestraßen, nicht beitragsfähiger Straßenbau |
| Einzahlungen | Auszahlungen |
|---|
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| | Baumaßnahmen |
€90,000.00 |
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| Saldo Investitionstätigkeit |
(€90,000.00) |
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Teilergebnishaushalt 66 - Investitionstätigkeit
Produkt 54101 | Gemeindestraßen |
| Angaben pro Jahr |
| Ordentliche Erträge | Ordentliche Aufwendungen |
|---|
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| | Abschreibungen |
€2,250.00 |
| Zinsen o.ä. (TH 99) |
€2,250.00 |
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| Saldo ordentliches Ergebnis |
(€4,500.00) |
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| Außerordentliche Erträge |
€2,577.00 |
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| | Außerordentliche Aufwendungen |
€4,955.00 |
| Saldo außerordentliches Ergebnis |
(€2,378.00) |
| Saldo gesamt |
(€6,878.00) |
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Bezüglich des barrierefreien Ausbaus der Haltestelle Wunstorfer Straße entstehen keine finanziellen Auswirkungen, da die Stadt nicht Maßnahmenträger ist.
In Ergänzung soll auf Kosten der Stadt der stadtauswärtsführende Radweg von der Stadtbahnhaltestelle bis zur Straße Zur Schwanenburg ausgebaut werden.
Begründung des Antrages
1. Ausgangssituation
Der Nahverkehrsplan der Region Hannover sieht vor, in den kommenden Jahren die Haltestellen der Stadtbahnlinie 10 auf der Strecke D-West in Linden und Limmer barrierefrei auszubauen. Für das Jahr 2018 ist der Umbau der Haltestelle Wunstorfer Straße vorgesehen. Hier soll sowohl ein Hochbahnsteig für die Stadtbahnlinie 10 errichtet werden als auch ein barrierefreier Ausbau der Haltestelle der Buslinie 700 erfolgen.
Die Haltestelle Wunstorfer Straße befindet sich in Mittellage der Wunstorfer Straße nördlich der Zimmermannstraße. Die Haltestelle wird durch die Stadtbahnlinie 10 (Ahlem – Aegidientorplatz) bedient. Am Fahrbahnrand befinden sich die Haltepositionen der gleichnamigen Haltestelle der Buslinie 700 (Wunstorf/ZOB – Hannover/ZOB). Die Stadtbahnhaltestelle wird nach einer Erhebung der üstra aus dem Jahr 2014 von insgesamt rund 3.000 Fahrgästen je Werktag genutzt. Der Ein- und Ausstieg in bzw. aus den Stadtbahnen erfolgt heute über nicht barrierefreie Seitenniedrigbahnsteige. Auch die Bushaltepositionen sind heute noch nicht barrierefrei gestaltet.
Das von der infra mit der Planung des Vorhabens beauftragte Büro TransTecBau hat zwischenzeitlich eine Entwurfsplanung erstellt, auf deren Basis die infra den Antrag zur Einleitung der Planfeststellungsverfahren stellen wird.
Für den barrierefreien Ausbau der Stadtbahnhaltstelle war ursprünglich geplant zwei Seitenhochbahnsteige zu errichten. Durch den Aufbau des Gymnasiums Limmer auf dem östlich angrenzenden Grundstück mit 1360 Schülern ist mit ausgeprägten Verkehrsspitzen zu rechnen. Die Prüfung der Kapazitätsauslastung der Bus- und Straßenbahnhaltestellen zu den Stoßzeiten (Schulbeginn, morgendliche Hauptverkehrszeit/ Berufsverkehr) hat ergeben, dass eine Zusammenlegung der Seitenhochbahnsteige zu einem Mittelbahnsteig erforderlich wird. Damit kann bei insgesamt gleichbleibender Breite der Stadtbahn- und Straßenanlagen sowie Vermeidung von zusätzlichem Grunderwerb eine Abwicklung der Verkehrsströme mit Sicherstellung der gebotenen Bewegungsfreiheit gewährleistet werden.
2. Beschreibung der Maßnahme
Als Standort des zukünftigen Hochbahnsteiges für die Haltestelle Wunstorfer Straße bietet sich die heutige Haltestellenlage zwischen der Einmündung der Franz-Nause-Straße in die Wunstorfer Straße und der Einmündung der Wunstorfer Straße in den Straßenzug Zimmermannstraße - Limmerstraße an (Übersichtsplan Anlage 1). Mit dem barrierefreien Ausbau erhält die Haltestelle Wunstorfer Straße einen 45 m langen Mittelhochbahnsteig für den Einsatz von Zwei-Wagen-Zügen der Serien TW2000 und TW3000. Die Bahnsteighöhe liegt 82 cm über der Schienenoberkante. Die Breite des Bahnsteiges liegt zwischen 5,09 und 5,16 m. Der Hochbahnsteig wird mit Witterungsschutz, Sitzmöglichkeiten, Fahrkartenautomaten, Notruf- und Infosäulen sowie Zugzielanzeigern ausgestattet.
An beiden Bahnsteigenden werden Rampen angeordnet. Sowie der nördliche Zugang an der Einmündung der Franz-Nause-Straße als auch der südliche Zugang unmittelbar am Knotenpunkt Wunstorfer Straße/Zimmermannstraße/Limmerstraße sind über Fußgängerfurten mit LSA barrierefrei zu erreichen. Die Querung der Gleisanlage erfolgt für Menschen mit Sehbehinderung zusätzlich mit Hilfe barrierefreier Signalanlagen mit Akustik und taktilen Freigabezeichen (Lageplan Anlage 2, Querschnitt Anlage 3).
An allen Zugängen zu den Bahnsteigen der Stadtbahn werden an geeigneten Stellen auf den Seitenanlagen Fahrradabstellmöglichkeiten vorgesehen. Die genaue Lage der Fahrradbügel wird in der Ausführungsplanung festgelegt.
Die Fahrbahnen der Wunstorfer Straße haben im Bereich der Haltestelle eine Breite von 6,0 m und müssen aufgrund der Gleisverschiebung ebenfalls angepasst werden. Die beiden am Fahrbahnrand der Wunstorfer Straße liegenden Haltepositionen für die Buslinie 700 der RegioBus werden im Bereich der heutigen Standorte ebenfalls barrierefrei mit 16 cm hohen Bord, Haltestellenschild, Witterungsschutz sowie taktilen und visuell wahrnehmbaren Leitelementen ausgebaut. Die Wartebereiche haben eine Nutzlänge von 18 m und eine Breite von mindestens 2,80 m. In beiden Seitenanlagen sind separate Rad- und Gehwege geplant. Damit wird die Planung der für den vorgesehenen westlich angrenzenden Ausbau der Wunstorfer Straße (Beschlussdrucksache-Nr. 0123/2015 N1) im Haltestellenbereich fortgesetzt. Die Radwege verlaufen hinter dem Wartebereich für die Busfahrgäste, um mögliche Konfliktsituationen zu vermeiden. Die Seitenanlagen werden dem heutigen Standard entsprechend baulich angepasst. Es entfallen aufgrund des Hochbahnsteigumbaus zwei Bäume.
Aufgrund der Trassierungsanpassung der Gleise, der Verschiebung von Fahrbahnborden und der Verbreiterung der östlichen Seitenanlage durch die neue Radwegführung werden Grundstückseingriffe notwendig. Ebenfalls werden in den nordwestlichen Seitenanlagen neue Flächen für zusätzliche Aufstellflächen in Anspruch genommen, wodurch auch hier die Gehwegführung angepasst werden muss.
Da die Einrichtung eines weiteren Zugangs in das Gymnasium auf der Gebäudesüdseite nicht realisierbar ist, erfolgt die Anbindung der Schule im Wesentlichen über das nördliche Bahnsteigende und die nordöstliche Fußgängerfurt. Dem starken Schülerstrom entsprechend wird diese Furt mit 8,00 m Überbreite ausgeführt. Auf dem Schulgelände werden die Wegeführungen entsprechend darauf ausgerichtet.
3. Kosten und Finanzierung
Für den barrierefreien Ausbau der Haltestelle Wunstorfer Straße hat die infra im Mai 2015 bei der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) einen Finanzierungsantrag zur Förderung nach dem Entflechtungsgesetz gestellt. Danach sollen 75 % der zuwendungsfähigen Kosten vom Land getragen werden. Die verbleibenden 25 % der zuwendungsfähigen sowie 100 % der nicht zuwendungsfähigen Kosten (größtenteils Planungskosten) stellen den Finanzierungsanteil der Region Hannover dar.
Die Gesamtkosten für die Nachrüstung von Hochbahnsteigen für die Haltestelle Wunstorfer Straße betragen gemäß Kostenschätzung der infra von April 2015 insgesamt rund 3,7 Mio. €. Davon sind voraussichtlich bis zu 1,5 Mio. € von der Region zu tragen.
Der Bau des stadtauswärtsführenden Radweges und Anpassung der Fahrbahn sowie des Gehweges von der Stadtbahnhaltestelle bis zur Straße Zur Schwanenburg ist stadtbahnbedingt nicht erforderlich. Daher müssen die Kosten in Höhe von 90.000 € von Stadt übernommen werden.
4. Beteiligung der Behindertenbeauftragten
Die Behindertenbeauftragte der Stadt Hannover wurde an der Planung beteiligt. Die ÖPNV-Erschließungsqualität für mobilitätseingeschränkte Menschen wie z. B. Rollstuhlfahrende, Rollatorfahrende, Senioren und Personen mit Kinderwagen wird durch den Bau von Hochbahnsteigen erheblich verbessert. Aber auch blinden und sehbehinderten Personen wird durch entsprechend ausgerüstete Fußgängerfurten an Lichtsignalanlagen (Blindensignalgeber) sowie durch taktile Leitstreifen an den Furten und auf den Bahnsteigen der Einstieg erleichtert.
5. Weiteres Verfahren, Realisierung
Der Regionsausschuss hat in seiner Sitzung am 14.07.2015 den Beschluss über die Einleitung der Planfeststellung gefasst. Am 23.08.2016 hat der Regionsausschuss beschlossen, dass die Stadtbahnhaltestelle statt zwei Seitenbahnsteigen einen Mittelbahnsteig erhält. Die Infrastrukturgesellschaft Region Hannover (infra) als Bauherr hat die TransTecBau mit der Planung und der Umsetzung beauftragt.
Die Planfeststellungsunterlagen liegen in der Zeit vom 08.11.2016 bis 07.12.2016 öffentlich aus. Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, kann im Rahmen des Verfahrens seine Einwände vorbringen. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) wird in ihrer Funktion als Planfeststellungsbehörde ggf. eine Anhörung durchführen und im Planfeststellungsbeschluss über die Einwände entscheiden. Sollten sich im Verfahren grundlegende Änderungen ergeben, werden die politischen Gremien erneut beteiligt.
Die Planung der infra sieht vor, Ende 2017 mit den Bauarbeiten zu beginnen. Die Inbetriebnahme der umgebauten Haltestelle soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 erfolgen.
6. Anlagen
Anlage 1: Übersichtsplan D-West mit der Haltestelle Wunstorfer Straße
Anlage 2: Lageplan Haltestelle Wunstorfer Straße
Anlage 3: Querschnitt Haltestelle Wunstorfer Straße
66.1
Hannover / Nov 24, 2016