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Verkauf des Deutschen Pavillons
Mit dieser Drucksache informiert die Verwaltung über den geplanten Verkauf der Immobilie "Deutscher Pavillon", siehe Anlage 1.
Berücksichtigung von Gender-Aspekten
Es handelt sich um eine städtische Grundstücksangelegenheit. Gender-Aspekte wurden geprüft, werden hier aber nicht berührt, da der geplante Ankauf alle Geschlechter gleichermaßen betrifft.
Kostentabelle
Die entstehenden finanziellen Auswirkungen sind der entsprechenden Beschlussdrucksache zu entnehmen.
Verkauf des Deutschen Pavillons
Der Deutsche Pavillon wurde im Jahr 2015 von der Stadt Hannover zur Unterbringung von Geflüchteten erworben. Die entsprechende Nutzung endete bereits im Jahr 2017; seit dem Frühjahr 2020 wird der Deutsche Pavillon nicht mehr als Reservekapazität für Unterbringungszwecke benötigt.
Da eine städtische Nutzung des Deutschen Pavillons nicht in Betracht kam, startete die Verwaltung ein Interessenbekundungsverfahren um eine geeignete Nachnutzung zu finden. Von November 2020 bis Januar 2021 war es interessierten Bieter*innen möglich, im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens ein Gebot für eine mögliche Nachnutzung des Deutschen Pavillons abzugeben.
Über das Ergebnis des Interessenbekundungsverfahrens und die Auswahl der Bene-Stiftung als beste Bieterin hat die Verwaltung mit der Drucksache 1974/2021 bereits informiert.
Das Konzept sah neben dem Erhalt des Deutschen Pavillons samt seiner markanten Glasfassade einen Nutzungsmix aus Kunst, Kultur, Gastronomie und Büro vor. Im Vordergrund stand dabei die Ausstellung bedeutender Exponate aus der umfassenden Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bene-Stiftung.
Der Bene-Stiftung wurde die Immobilie im Anschluss an das Interessenbekundungsverfahren anhand gegeben, um die Ergebnisse aus der Technischen Due Diligence auf das Konzept anwenden und dieses näher konkretisieren zu können – insbesondere im Hinblick auf die bauordnungsrechtliche Genehmigungsfähigkeit wurde die Immobilie intensiv untersucht.
Die zum Zeitpunkt des Beginns des Interessenbekundungsverfahrens nicht absehbaren Ergebnisse aus den vorgenannten Untersuchungen der Immobilie ergaben, dass auf Grund der technischen Einschränkungen des Objektes eine Anpassung des Konzeptes zur Umsetzbarkeit unumgänglich ist.
Zum einen bedeutet dies, dass die maximale Besucher*innenzahl begrenzt werden muss, da andernfalls eine umfassende Erweiterung der Brandmelde- und Feuerlöschanlagen erforderlich wäre, die erhebliche, unwirtschaftliche Investitionen erfordern würden.
Zum anderen verursacht die zu erhaltende Glasfassade in der Heizperiode massive Wärmeverluste und in den Sommermonaten ein starkes Aufheizen des Gebäudes. Vor dem Hintergrund gestiegener Energiekosten und einer klimabewussten Gebäudenutzung ist es nicht tragbar, den fassadenbedingten Temperaturunterschieden durch massives Heizen und Kühlen des Gebäudes entgegenzuwirken. Nicht zuletzt haben vorhandene Heiz- und Kühlgeräte das Ende ihrer technischen Lebenszeit bereits überschritten.
Als Lösung wird das Konzept dahingehend angepasst, dass die Glasfassade als "Wetterhülle" verstanden wird und ein ganzjähriger Betrieb der Ausstellung nicht stattfindet.
Zusammengefasst bedeutet die vorbeschriebene Anpassung, dass der wesentliche Kern des Konzeptes, nämlich der Erhalt des Deutschen Pavillons und die Nutzung zu Ausstellungszwecken, weiterhin umgesetzt werden. Der Rahmen der Nutzung wird allerdings reduziert: die Kunstausstellung wird sich auf das Erdgeschoss beschränken. Zudem wird auf den Einbau der ursprünglich vorgesehenen Kuben verzichtet und durch das Einbringen von entsprechenden messebauähnlichen Einbauten zusätzliche Ausstellungsfläche geschaffen.
Die Bene-Stiftung hat intensiv geprüft, wie die wesentliche Idee des ursprünglichen Konzeptes unter den geänderten Bedingungen umgesetzt werden kann. Es wurde hinreichend erklärt, dass das ursprüngliche Konzept finanziell nicht darstellbar ist, da das Investitionsvolumen deutlich überschritten worden wäre und der ursprünglich geplante Betrieb wirtschaftlich nicht tragbar wäre.
Die Bene-Stiftung war über den gesamten Zeitraum hinweg sehr engagiert, trotz der geänderten Bedingungen an der Bewerbung festzuhalten und einen Weg zu finden, die Idee eines Ausstellungsbetriebes für den Deutschen Pavillon zu ermöglichen.
Mit der Bene-Stiftung wurde eine Käuferin für den Deutschen Pavillon gefunden wurde, die trotz der besonderen Herausforderungen dieser Spezialimmobilie an dem Erwerb und der Konzeptidee festhält und den Deutschen Pavillon einer nachhaltigen Nutzung zuführen kann.
23.13
Hannover / Oct 26, 2023