Informationsdrucksache Nr. 2191/2008:
Gutachterliche Untersuchungen zum Ausbau Stichkanal Linden

Informationen:

Beratungsverlauf:

Nachrichtlich:

  • Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen
  • Stadtentwicklungs- und Bauausschuss
  • Ausschuss für Arbeitsmarkt- Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten
  • Ausschuss für Haushalt Finanzen und Rechnungsprüfung
  • Stadtbezirksrat Linden-Limmer
  • Stadtbezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt
  • Kommission Sanierung Limmer
  • Verwaltungsausschuss

Inhalt der Drucksache:

Bitte beachten Sie, dass der folgende Text eventuell medienbedingte Formatabweichungen aufweisen kann. Eine formatgetreue Abbildung des Inhalts finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".
Landeshauptstadt HannoverInformationsdrucksache-ZeichenInformationsdrucksache
In den Werksausschuss Städtische Häfen
An den Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen (zur Kenntnis)
An den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss (zur Kenntnis)
An den Ausschuss für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten (zur Kenntnis)
An den Ausschuss für Haushalt Finanzen und Rechnungsprüfung (zur Kenntnis)
An den Stadtbezirksrat Linden-Limmer (zur Kenntnis)
An den Stadtbezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt (zur Kenntnis)
An die Kommission Sanierung Limmer (zur Kenntnis)
An den Verwaltungsausschuss (zur Kenntnis)
 
Nr.
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2191/2008
1
 

Gutachterliche Untersuchungen zum Ausbau Stichkanal Linden

Mit dem Antrag 0414/2007 wurde die Verwaltung vom Rat beauftragt, bei Bund und Land darauf hinzuwirken, dass der Stichkanal Linden umgehend ausgebaut wird. Die Umsetzung dieses Antrages hat die Neubewertung der Ausbauprioritäten durch die Baulastträger zur Folge.
Mit der Erarbeitung einer qualifizierten Entscheidungsgrundlage für die Neubewertung wurden zwei Beratungsunternehmen beauftragt. Im Zuge der parallel laufenden öffentlichen Diskussionen zum Ausbau SKL und Lindener Hafen wurde der Gutachtenauftrag ausgeweitet, um möglichst viele Fragestellungen, die nicht einem später zuzuordnenden Planfeststellungsverfahren zuzuordnen sind, in die Untersuchungen einzubeziehen.
In das Untersuchungsspektrum wurde der gesamte Stichkanal Linden unter Beteiligung der Region sowie der Stadt Seelze einbezogen.
Die Beratungsunternehmen PLANCO Consulting GmbH, Essen und LNC GmbH, Hannover legten im August ihr gemeinsames Ergebnis vor.
Unter dem Titel
Ausbau des Stichkanal Linden (SKL)
Standortanalyse, Regionalwirtschaftliche Bedeutung
und Nutzen-Kosten-Untersuchung für einen weiteren Ausbau des Stichkanals


wurde ein Gutachten vorgelegt, welches aus dem
Modul I: Nutzen-Kosten-Untersuchung für einen Ausbau des Stichkanals
Hannover-Linden für das Großmotorgüterschiff
Modul II: Mikro- und makroskopische Standortanalyse zum Wirtschafts- und Logistikstandort Hafen Linden sowie zur Region Hannover
ergänzt um eine übergreifende Kurzfassung besteht.
Die Kurzfassung ist dieser Drucksache als Anlage beigefügt.


Für den weiteren Klärungs- und Entscheidungsprozess mit Bund und Land ist das Modul I (PLANCO)besonders relevant. Die Nutzen-Kosten-Bewertung erfolgte nach dem standardisierten Verfahren gemäß Bundesverkehrswegeplan 2003.
Ausgehend von einer Analyse der zu erwartenden Verkehrsmengen/-struktur sowie der Entwicklung der Binnenschifffahrt (Verkehrswege, Flottenstruktur) wurden die von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes erarbeiteten Investitions- und Folgekosten den folgenden Nutzenkategorien gegenübergestellt:

· Nutzen aus Verbilligung des Schiffsbetriebs durch Reduzierung von Vorhalte-
kosten der Schiffe
· Nutzen aus Verbilligung des Schiffsbetriebs durch Reduzierung der Betriebs-
kosten der Schiffe
· Nutzen aus intermodalen (Schiff/Bahn) Verkehrsverlagerungen
· Nutzen aus vermiedenen Erweiterungskosten
· Nutzen aus veränderten Unterhaltungskosten
· Nutzen aus regionaler Beschäftigung während der Bauphase
· Nutzen aus verminderten CO2- und NOx-Emissionen
· Förderung des internationalen Leistungsaustauschs
(Bonus dafür, das die Vertiefung zu einem Teil dem internationalen Handel zugute kommt)


Für die Ausbaumaßnahme wird ein Lebenszyklus von 80 Jahren ab Beginn der Fertigstellung ( ca. 2025) zugrunde gelegt. Auf dieser Zeitachse sind die erwarteten Investitions- und Unterhaltungskosten aktuell mit einem abgezinsten Barwert von rd. 80 Mio. € anzusetzen.
Die Gegenüberstellung von Nutzen und Kosten führt bei einer sehr konservativen Betrachtung –das derzeitige Verkehrsaufkommen im Lindener Hafen wird lediglich fortgeschrieben- zu einem Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,12. Unter Berücksichtigung aktuell erkennbarer Verkehrspotenziale, die sich aus der Weiterentwicklung des Lindener Hafens eröffnen, beträgt das Nutzen-Kosten-Verhältnis im Minimum1,14 bis 1,19.


Modul II (LNC)setzt sich mit dem Standort Lindener Hafen, den anderen Hafenstandorten in Hannover, den Entwicklungen im Verkehrs- und Logistikbereich sowie den Auswirkungen auf die Umwelt auseinander.
Basis der Erhebungen und Analysen waren insbesondere
- eine sehr breit angelegte und umfassende Befragung der Unternehmen im
Lindener Hafen sowie
- das Aufgreifen von unterschiedlichen Fragestellungen aus der öffentlichen
Diskussion um den Ausbau des SKL.
Daraus wurden Entwicklungsszenarien 2025 erarbeitet, die sich in den Varianten „Kein Ausbau des Stichkanals“ und „Ausbau des Stichkanals“ widerspiegeln.
Die Gutachter von LNC kommen zu dem Ergebnis, dass eine rasche Realisierung der Ausbaumaßnahme notwendig ist. Sie ist für den Wirtschaftsstandort Hannover elementar.


Zusammenfassend führen beide Beratungsunternehmen unter Fazit und Handlungsempfehlungen folgende Argumente auf:

· Der Ausbau des Stichkanals weist ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis auf
und ist damit volkswirtschaftlich sinnvoll.
· Der Hafen und das Industriegebiet Linden bleiben mittel- bis langfristig eine
leistungsfähige trimodale (Schiff/Bahn/LKW) Logistikdrehscheibe für die
Region und können ihre Position weiter ausbauen.
· Die Standortbetreiber und die Unternehmen am Standort erhalten eine
ausreichende Planungs-, Investitions- und damit Standortsicherheit. Dies
beinhaltet auch Werterhaltungseffekte auf städtischen Immobilien und
Hafenanlagen.
· Der gesamte Industriestandort Linden wird stabilisiert und gestärkt. Auch Un-
ternehmen, die nicht das Binnenschiff nutzen, profitieren vom Ausbau (Wert-
sicherung, Investitions- und Zukunftssicherheit).
· Potenziellen Abwanderungen von Unternehmen, vor allem aus der ersten
Reihe, wird entgegen gewirkt, da sich die komparativen Wettbewerbsbedin-
gungen zu Gunsten des Standortes Linden verbessern.
· Durch den effektiven Einsatz von größeren Schiffseinheiten wird die Wettbe-
werbsfähigkeit des Verkehrsträgers erhöht und sowohl die Attraktivität des
Binnenschiffs als auch des Standortes verbessert.
· Arbeit und Beschäftigung können durch einen konkurrenz- und leistungsfähi-
gen Hafenstandort gesichert und neue Marktpotenziale können erschlossen
werden.
· Durch das geringere Risiko von Unternehmensverlagerungen können fiskali-
sche Ausgaben und Mindereinnahmen durch Arbeitslosigkeit vermieden wer-
den, Einnahmen durch Steuern und Investitionen verbleiben in der Region.
· Durch den Ausbau wird zudem ein Verkehrsträger gestärkt, der sich durch
vergleichsweise niedrige volkswirtschaftliche Kosten (Luftschadstoffe, Lärm,
Treibstoffverbrauch, Unfälle) auszeichnet.


Auf der Basis dieser Ergebnisse wird die Verwaltung nach Abschluss der Informationsphase den Ratsgremien die erforderlichen Beschlussvorlagen zuleiten.
Die gemäß Drucksache Nr. 15-1555/2008 geforderte Beauftragung eines weiteren unabhängigen und ergebnisoffenen Fachgutachtens ist aus Sicht der Verwaltung damit entbehrlich.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

- keine Auswirkungen -

Kostentabelle

- keine Auswirkungen -

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Hannover / Sep 11, 2008