Informationsdrucksache Nr. 2184/2009:
Stadtbibliothek Hannover;
Projekte zur Verbesserung der Besucherzahlen und
Konzepte zur räumlichen Verbesserung von Stadtteilbibliotheken

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverInformationsdrucksache-ZeichenInformationsdrucksache
In den Kulturausschuss
An die Stadtbezirksräte 01 - 13 (zur Kenntnis)
 
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2184/2009
1
 

Stadtbibliothek Hannover;
Projekte zur Verbesserung der Besucherzahlen und
Konzepte zur räumlichen Verbesserung von Stadtteilbibliotheken





Der Verwaltungsausschuss hat am 11.12.2008 im Rahmen eines Haushaltsbegleitantrags der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 12.11.08 (zur Drucksache 1843/2008 - Verwaltungshaushalt)

die Verwaltung beauftragt, Projekte zur Verbesserung der Besucherzahlen (insbesondere von Kindern und Jugendlichen) und Konzepte zur räumlichen Gestaltung von Stadtteilbibliotheken mit Kindern und Jugendlichen zu entwickeln.
- Anlage 8 zur Drucksache Nr. 2927/2008 -













1. Ausgangslage

Die Stadtbibliothek Hannover ist ein großstädtisches, leistungsfähiges und vernetztes Bibliothekssystem bestehend aus der zentralen Stadtbibliothek, 17 Stadtteilbibliotheken und einer Fahrbibliothek. Mit über 4 Mio. Entleihungen und 1,5 Mio. Besuchern im Jahr 2008 ist sie die am häufigsten genutzte kulturelle Einrichtung der Landeshauptstadt Hannover.

Über 32 % der 60.000 angemeldeten Nutzerinnen und Nutzer sind Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Weitere 12 % sind 15 bis 20 Jahre alt. Die Zahl der neu angemeldeten Leserinnen und Leser unter 15 Jahren lag im Jahr 2008 bei 5.000 Mädchen und Jungen. Das sind 40 % aller Neuanmeldungen. Die Stadtbibliothek erreicht in der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren fast 50 % der Bevölkerung, was im Vergleich zu anderen Kommunen ein erfreulich hoher Wert ist. Kinder und Jugendliche erhalten bis zum 20. Lebensjahr eine kostenfreie Lesekarte.

Die Zahl der Besuche von Kindern und Jugendlichen ist in den vergangenen Jahren aufgrund der erfolgreichen Aktivitäten im Bereich der Sprach- und Leseförderung gestiegen, während die Gesamtzahl der Besuche bei erhöhter Zahl der Entleihungen gesunken ist. Die Ursachen für den allgemeinen Besucherrückgang sind vielfältig. Um auf die Entwicklung zu reagieren, hat die Stadtbibliothek verschiedene Projekte zur Verbesserung der Besucherzahlen entwickelt, die auch die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen erfassen. Sie werden im Abschnitt 5 näher erläutert.

Die Attraktivität einer Bibliothek wird maßgeblich durch ein aktuelles und umfassendes Medienangebot bestimmt. Das Angebot konnte durch die Erhöhung des Medienetats 2008 deutlich verbessert werden. Die geplante Einführung von Selbstverbuchungsgeräten auf Basis von RFID-Technik im Rahmen des HSK 7-Projektes zur Modernisierung der Stadtbibliothek dient ebenfalls der Steigerung an Angebotsqualität.

Ebenso wichtig wie das Medienangebot und eine effiziente Abwicklung der Verbuchungsvorgänge ist eine ansprechende, funktionale räumliche Ausstattung
der Bibliotheken, die für hohe Aufenthaltsqualität sorgt. Hier bestehen bei vielen
der 17 Stadtteilbibliotheken in Hannover defizitäre bauliche und räumliche Bedingungen, die negative Auswirkungen auf Besucherzahlen haben:
  • Der bauliche Gesamtzustand vieler Einrichtungen ist stark sanierungswürdig.
  • Die Ausstattung mit Mobiliar (Regale, Lese- und Arbeitsplätze, Büroeinrichtung) ist in der Regel stark veraltet und stammt mitunter noch aus den 50er-/60er-Jahren.
  • Die technische Ausstattung (z.B. Anzahl und Zustand der Internet-Arbeitsplätze) entspricht nicht den Anforderungen an eine moderne Bibliothek.



Die Möblierung der Bibliotheken ist aufgrund des veränderten Medienangebotes und technischer Veränderungen an den meisten Standorten nicht mehr funktional. Die zur Verfügung stehenden laufenden Mittel zur Ergänzung und Modernisierung des Mobiliars und der technischen Geräte reichen nicht aus, um den Standard flächendeckend auf ein zeitgemäßes Niveau zu heben. Hier bestehen eindeutige Defizite, die durch einen Abgleich der allgemeinen Anforderungen an Stadtbibliotheken (Abschnitt 3) mit dem Ist-Zustand der Stadtteilbibliotheken in Hannover (Abschnitt 4) deutlich werden. Aufgrund der Priorisierung auf Schul- und Kitasanierungen sind die baulichen Belange für die Bibliotheken nur langfristig umzusetzen. Die Defizite können angesichts der aktuellen Haushaltssituation nur in zwei Stufen beseitigt werden:

Stufe 1
Im Rahmen von bereits in Planung befindlichen, zum Teil aber noch nicht finanzierten städtischen Projekten zur Sanierung bzw. zum Umbau/Neubau von Gebäuden (betrifft z.B. Kinder- und Jugendbibliothek Südstadt, Oststadtbibliothek im Raschplatzpavillon, Lindener Bibliotheken im Rathaus Linden, Schul- und Stadtbibliothek in der IGS Mühlenberg). Die Finanzierung dieser Maßnahmen ist nicht gesichert.

Stufe 2
Alle weiteren Standorte zu einem späteren Zeitpunkt nach einem zu definierenden Entwicklungsplan im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten und nach Prioritätensetzung.


Um die besondere Bedeutung der Stadtteilbibliotheken als Bildungspartner für Kindertagesstätten und Schulen sowie als Lernort und Treffpunkt für Kinder und Jugendliche zu benennen, wird in Abschnitt 2 der Auftrag der Stadtbibliothek näher erläutert.

Die räumlichen Gegebenheiten der Stadtteilbibliotheken entsprechen neben den bereits genannten grundsätzlichen Defiziten nicht durchgängig den Bedürfnissen der Zielgruppe Kinder und Jugendliche. Eine Steigerung der Attraktivität kann erreicht werden, indem die Zielgruppe bei der Erstellung von Konzepten zur räumlichen Gestaltung von Stadtteilbibliotheken aktiv beteiligt wird. Hierzu hat die Stadtbibliothek Ideen entwickelt, die im Abschnitt 6 vorgestellt werden.













2. Auftrag der Stadtbibliothek

Die Stadtbibliothek erfüllt für die Landeshauptstadt Hannover eine Vielzahl von Aufgaben, die in besonderem Maße auf die Förderung von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet sind:
  • Die Stadtbibliothek stellt allen Teilen der Bevölkerung ein aktuelles Medienangebot für Bildung, Freizeit und Unterhaltung sowie einen freien Zugang zu Informationen zur Verfügung. Dies umfasst auch einen kostenfreien Internetzugang.
  • Ein Schwerpunkt der Arbeit stellt neben der Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz die Lese- und Sprachförderung für Kinder und Jugendliche dar. Dabei kooperiert die Stadtbibliothek als verlässlicher Bildungspartner nach einem flächendeckenden und systematisch aufeinander aufbauenden Konzept mit nahezu allen Kindertagesstätten und Schulen der Landeshauptstadt Hannover.
  • Im Rahmen des „Kommunalen Bildungsplans“ wird ein besonderes Augenmerk auf Bildungsunterstützung und die Zielgruppe der bildungsschwachen Bevölkerungsschichten gelegt. Die Stadtbibliothek stellt dazu ein niedrigschwelliges Angebot zur Verfügung.
  • Sie ist Ort der Begegnung und kultureller Treffpunkt im Stadtteil. Dies wird durch ein umfangreiches Angebot an Einführungen und Veranstaltungen sowie durch zahlreiche Kooperationen mit verwaltungsinternen und externen Partnern gewährleistet. Die Stadtbibliothek wirkt dem Trend der Vereinsamung Zuhause entgegen, der alle Generationen betrifft.
  • Die Stadtbibliothek spricht mit ihren Angeboten gezielt Menschen mit Migrationshintergrund an. Sie hält Medien in ihrer Muttersprache, aber auch mehrsprachige Angebote sowie Medien zum Erlernen der deutschen Sprache bereit. Für Kinder und ihre Eltern werden spezielle Veranstaltungen wie z.B. mehrsprachige Bilderbuchkinos durchgeführt. Die Stadtbibliothek leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Integration.
  • Die Stadtteilbibliotheken sind nicht nur Orte der Begegnung, sondern auch Lernorte für Kinder und Jugendliche zur Erledigung von Hausaufgaben oder sicherer Aufenthaltsort am Nachmittag nach der Schule, wenn eine Betreuung Zuhause nicht gewährleistet werden kann.

Zur Auftragserfüllung arbeitet die Stadtbibliothek eng vernetzt mit anderen Einrichtungen in den jeweiligen Stadtteilen zusammen. Sie beteiligt sich an gemeinsam getragenen Projekten wie z.B. dem Lesementoring, das seit 2004 zusammen mit dem Fachbereich Bildung und Qualifizierung und den beteiligten Grund- und weiterführenden Schulen in Hannover sehr erfolgreich zur Förderung der Sprach- und Lesefähigkeit von Kindern und Jugendlichen durchgeführt wird.


3. Allgemeine räumliche Anforderungen an Stadtteilbibliotheken

Um die vorstehenden Aufgaben optimal erfüllen zu können, müssen bestimmte räumliche Anforderungen gegeben sein. Die Anforderungen werden im DIN-Fachbericht zur Bau- und Nutzungsplanung für Bibliotheken sowie in bibliothekarischen, auf Bundesebene entwickelten Grundsatzpapieren definiert (z.B. Bibliotheksentwicklungpläne 1973 und 1993):
  • Stadtteilbibliotheken sind wohnortnahe Informationszentren und kulturelle Treffpunkte für den jeweiligen Stadtteil. Sie sollten zentral gelegen, gut sichtbar und mit öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos zu erreichen sein.
  • Wichtig ist ein barrierefreier Zugang, um behinderten und älteren Menschen sowie Eltern mit Kleinkindern einen ungehinderten Zutritt zu ermöglichen. Eine ebenerdige Unterbringung der Bibliothek auf einer Etage ist aus diesem Grund ebenfalls anzustreben.
  • Stadtteilbibliotheken dienen der Deckung des Grundbedarfs an Informationen. Der Grundbedarf ist durch ein flächendeckendes Netz von öffentlichen Bibliotheken in angemessener Erreichbarkeit für jeden Bürger/jede Bürgerin zu decken. Die 17 Stadtteilbibliotheken in Hannover verteilen sich daher im gesamten Stadtgebiet. In allen 13 Stadtbezirken ist mindestens eine ortsfeste Einrichtung vorhanden. Ergänzt wird die Versorgung durch die städtische Fahrbibliothek mit ihren 17 Haltestellen, so dass auch die Stadtteile ohne eigene Stadtteilbibliothek vom Medienangebot erreicht werden.
  • Als Richtwert für den Gesamtflächenbedarf einer Stadtteilbibliothek hat sich ein Mindestbedarf von 30 m² pro 1.000 Medieneinheiten "Hauptnutzfläche" etabliert. Eine Bibliothek mit 30.000 Medieneinheiten benötigt demzufolge mindestens 1.000 qm Fläche. Hinzu kommt der Bedarf für Veranstaltungsräume und Nebenräume.
  • Die Räumlichkeiten der Stadtteilbibliotheken müssen verschiedene Funktionen erfüllen. Es sind getrennte Nutzungsbereiche für Erwachsene, Jugendliche und Kinder vorzusehen. Hinzu kommen Lese- und Arbeitsplätze (auch Internetarbeitsplätze) mit entsprechender technischer Ausstattung und Flächen für Ausstellungen und Veranstaltungen. Es ist ein separater Veranstaltungs- und Gruppenraum mit Präsentationstechnik für z.B. Klassenführungen erforderlich, der je nach örtlichen Gegebenheiten auch zusammen mit anderen Einrichtungen im Hause genutzt werden kann. Das Angebot an aktuellen Tageszeitungen und Zeitschriften muss entsprechend präsentiert werden. Weiterhin sind Flächen für den Auskunftsbereich, die Katalogrecherche und die Medienverbuchung vorzuhalten. Hinzu kommen ausreichende Räumlichkeiten für das Bibliothekspersonal (Sozial- und Arbeitsräume), Magazin- und Lagerflächen, Technikräume und getrennte Sanitärbereiche für Kunden und Mitarbeiter/innen.


Die Stadtbibliothek Hannover kann die genannten Anforderungen nur zum Teil erfüllen. Insbesondere die allgemeinen Flächenbedarfe, die Bedarfe an Veranstaltungs- und Gruppenräumen, Sanitärbereichen und angemessenen Räumlichkeiten für das Bibliothekspersonal werden in der Regel nicht erfüllt. Dies ergibt die Darstellung im Abschnitt 4 und in der Anlage.

4. Räumliche Ist-Situation der Stadtteilbibliotheken

Die baulichen und räumlichen Bedingungen der 17 Stadtteilbibliotheken sind sehr unterschiedlich. Zum Teil sind die Bibliotheken in städtischen Räumlichkeiten untergebracht, zum anderen Teil handelt es sich um angemietete Flächen. Größe und Ausstattung weichen stark voneinander ab, was in der Anlage im einzelnen aufgeführt wird.

Die Stadtteilbibliotheken wurden im Laufe des 20. Jahrhundert gegründet. Viele von ihnen sind im wesentlichen noch mit dem Mobiliar ihrer Ersteinrichtung aus den 50er- und 60er- Jahren ausgestattet. Ausnahmen davon sind jüngere Standorte wie die Jugendbibliothek und Stadtbibliothek List im Podbi-Park. Die Bibliothek wurde 2003 durch Zusammenlegung zweier Stadtteilbibliotheken im Rahmen der Haushaltskonsolidierung neu eingerichtet. Sie erfüllt als einzige der 17 Stadtteilbibliotheken alle räumlichen Anforderungen und erfährt seit 2003 einen großen Zuspruch durch steigende Besucher- und Ausleihzahlen.

Weitere Standorte mit relativ guten räumlichen Bedingungen sind die vier kombinierten Schul- und Stadtteilbibliotheken, die in den 70er- und 80er-Jahre gegründet wurden und sich in Schulgebäuden befinden (Mühlenberg, Bothfeld, Badenstedt und Roderbruch). Die Stadtbibliothek Am Kronsberg, zur Expo 2000 im Stadtteilzentrum KroKuS neu eingerichtet, weist zwar ein ansprechendes Ambiente mit modernem Mobiliar auf, ist jedoch flächenmäßig zu klein.
Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung mussten in den vergangenen Jahren Orts- und Stadtteilbibliotheken geschlossen bzw. zusammengelegt werden. Die Umsetzung von zwei Beschlüssen im Rahmen von HK V aus dem Jahre 2004 steht noch aus:
  • Die Südstadtbibliothek wird voraussichtlich 2010 als Kinder- und Jugendbibliothek am Standort Schlägerstraße in neu gestalteten Räumen weiter geführt.
  • Die beiden Lindener Bibliotheken werden im Bildungszentrum Lindener Rathaus auf 890 qm (im Schwalenberger Flügel) fusioniert und neu gestaltet. Ein konkreter Zeitpunkt zur Umsetzung steht noch nicht fest.

Die Veränderungen bieten die Chance, die räumliche Situation für diese Bibliotheken zu verbessern und ansprechende, moderne Einrichtungen für die Bürgerinnen und Bürger bzw. für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Wie das Beispiel der Jugendbibliothek und Stadtbibliothek List im Podbi-Park zeigt, geht die Verbesserung der räumlichen Infrastruktur mit einer Steigerung der Besucher- und Ausleihzahlen einher.

5. Projekte zur Verbesserung der Besucherzahlen

Die Stadtbibliothek Hannover hat verschiedene Projekte zur Kundenbindung und Gewinnung von neuen Leserinnen und Lesern entwickelt. Ziel ist die Erhöhung der Zahl von aktiven Lesekarteninhaberinnen und –inhabern und die Steigerung der Besucherzahlen. Die erfreulich hohe Anzahl von über 4 Mio. Entleihungen soll gehalten bzw. weiter verbessert werden.

Projekte zur Verbesserung der Besucherzahlen bei Kindern und Jugendlichen, die aus laufenden Haushaltsmitteln in Kooperation mit anderen Bildungseinrichtungen durchgeführt werden sind:


5.1 Ausbau der systematischen Arbeit mit Schulen und Kindertagesstätten

Die Stadtbibliothek arbeitet sehr erfolgreich nach einem flächendeckenden und systematisch für alle Altersgruppen aufeinander aufbauenden Konzept mit nahezu jeder Schule und Kindertagesstätte in Hannover zusammen. Hierzu gehört die Versorgung der Einrichtungen mit einem auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenem Medienangebot (z.B. Gruppenentleihungen, Handapparate, Klassensätze, Medienkisten) sowie Gruppenführungen und Veranstaltungen in der Bibliothek während der Betreuungs- bzw. Unterrichtszeit der Kinder und Jugendlichen. Die Termine finden nach Absprache mit den Erzieherinnen und Erziehern bzw. den Lehrkräften außerhalb der Öffnungszeiten der Bibliothek statt.

Durch die intensive Zusammenarbeit kann die hohe Zahl an aktiven Lesekarteninhaberinnen und -inhabern in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen erreicht werden. Ein kontinuierlicher Ausbau der Bildungspartnerschaft ist erforderlich, um die Zahlen zu steigern. Hierzu gehören verbindliche Absprachen der Zusammenarbeit durch den Abschluss von Kooperationsverträgen sowie Angebote der Bibliothek im Rahmen des Ganztagsunterrichts.


5.2 Erstklässleraktion

Seit dem Schuljahr 2008/09 führt die Stadtbibliothek eine flächendeckende Erstklässleraktion durch, bei der alle ersten Schulklassen der Grundschulen durch Bibliotheksbeschäftigte besucht werden. Die über 4.000 Erstklässlerinnen und Erstklässler erhalten dabei Informationsmaterial über ihre Stadtteilbibliothek und kleine Geschenke. Es wird ein Besuch der Schulklasse in der Bibliothek vereinbart, bei dem die Grundschülerinnen und Grundschüler eine Lesekarte erhalten. Die Zahl der neu angemeldeten Erstklässer konnte 2008 durch das Projekt deutlich gesteigert werden. Daraus folgt eine Erhöhung der Besucherzahlen dieser Gruppe. Das Projekt wird erneut zu Beginn des Schuljahres 2009/10 durchgeführt.





5.3 Lesestart

Die Stadtbibliothek beteiligt sich seit 2009 an dem bundesweiten Projekt „Lesestart“ der Stiftung Lesen. Dabei werden an Eltern von Kleinkindern im Rahmen der Untersuchung U06 Lesestart-Taschen mit Informationen zur frühkindlichen Sprach- und Leseförderung übergeben. Darin wird auch auf die Stadtbibliothek verwiesen. Der „Lesestart Hannover“ wurde am 01. Februar 2009 mit einem sehr erfolgreichen „Bilderbuch-Sonntag“ im Raschplatzpavillon eröffnet. Drei Stadtteilbibliotheken bieten seit März 2009 in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt Eltern-Kind-Gruppen im Rahmen des „Lesestarts“ an. Dabei besuchen Eltern mit ihren Kleinkindern die Bibliothek und werden von Fachkräften der Arbeiterwohlfahrt in die frühkindliche Sprachentwicklung eingeführt. Auch dieses Projekt führt zur Steigerung der Besucherzahlen. Die Realisierung erfolgt zum Großteil aus Mitteln für „Initiativen zu kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen“ der Fachbereiche 51 und 43.


5.4 Projekte für Jugendliche

Die Zielgruppe der Jugendlichen, insbesondere die der männlichen Jugendlichen, stellt für Bibliotheken eine besondere Herausforderung dar. In der Altersgruppe von 14-17 Jahren verliert die Bibliothek zahlreiche Leserinnen und Leser, da sich Interessen und Freizeitverhalten der Jugendlichen grundlegend verändern.

Um dem Verlust von jugendlichen Lesern entgegen zu wirken, führt die Stadtbibliothek Projekte wie „Wenn der Vater mit dem Sohne“ durch und erwirbt verstärkt Medien, die speziell auf die Interessen von Jugendlichen zugeschnitten sind. Die Medien werden im Rahmen des „Freestyle-Konzeptes“ jugendgerecht gekennzeichnet und präsentiert.


5.5 Kundenbefragungen

Ein Projekt zur allgemeinen Verbesserung von Besucherzahlen fand im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit dem Bereich Wahlen und Statistik statt:

Nach studentischen Befragungen in den Jahren 1995 und 2004 wurde im April 2008 im Rahmen der Pilotphase städtischer Kundenbefragungen eine Nutzerbefragung an vier Standorten der Stadtbibliothek durchgeführt. Einen besonderen Schwerpunkt der Fragen bildeten die Öffnungszeiten der Bibliothek. Der Wunsch nach veränderten Öffnungszeiten wurde von rd. 30 % der Befragten genannt. Derzeit wird eine Ausweitung von Öffnungszeiten in der zentralen Stadtbibliothek überprüft. Durch kundenfreundlichere und längere Öffnungszeiten ist zu erwarten, dass sich die Zahl der Besucherinnen und Besucher steigert. Eine Überprüfung der Öffnungszeiten der Stadtteilbibliotheken ist für das Jahr 2010 vorgesehen.





Folgende Projekte sind geplant, können jedoch zur Zeit finanziell nicht realisiert werden:


5.6 Befragung von Nichtnutzern und ehemaligen Nutzern

Während die vorstehende Kundenbefragung nur derzeitige Nutzerinnen und Nutzer der Bibliothek erfasste, ist eine Befragung von Nichtnutzerinnen/Nichtnutzern und ehemaligen Nutzerinnen/Nutzern geplant. Hier steht nicht die Frage nach der Kundenzufriedenheit mit angebotenen Dienstleistungen im Vordergrund, sondern die Frage, warum die Stadtbibliothek nicht bzw. nicht mehr aufgesucht wird. Hiervon erwarten wir Aussagen darüber, wie diese Personengruppe (wieder) als Besucherinnen und Besucher der Bibliothek gewonnen werden kann. Nach Rücksprache mit dem Bereich Wahlen und Statistik sind zur Durchführung der Befragung zusätzliche finanzielle Mittel erforderlich.


5.7 Entwicklung einer Marketingstrategie:
Einführung einer Identifikationsfigur für Kinder

Die Stadtbibliothek arbeitet an der Entwicklung einer Marketingstrategie, um die Marktdurchdringung zu erhöhen. Für die Zielgruppe der Kinder ist in diesem Zusammenhang geplant, eine Identifikationsfigur (ein Bibliotheksmaskottchen) für die Stadtbibliothek einzuführen, die als Handpuppe bei Kinderveranstaltungen eingesetzt wird und auf allem Werbematerialien der Bibliothek für Kinder als sympathische Wiedererkennungsfigur zu finden ist. Hierdurch wird die Kundenbindung erhöht.


5.8 Einrichtung von „Freestyle-Bibliotheken“ für Jugendliche in den Schul-
und Stadtbibliotheken

In der Schul- und Stadtbibliothek Mühlenberg konnte 2007 aus Sondermitteln das entsprechende Mobiliar dazu beschafft und eine „Freestyle-Bibliothek“ für Jugendliche in einem gesonderten Bereich der Bibliothek eingerichtet werden. Die „Freestyle-Bibliothek“ stößt bei der Zielgruppe auf große Resonanz und lässt die Besucherzahlen steigen.

Für die drei weiteren kombinierten Schul- und Stadtbibliotheken (Roderbruch, Bothfeld und Badenstedt) ist ebenfalls die Einrichtung von „Freestyle-Bibliotheken“ geplant. Allerdings fehlt es zur Zeit an entsprechenden Haushaltsmitteln.









6. Konzepte zur räumlichen Gestaltung mit Kindern und Jugendlichen

Die räumlichen Gegebenheiten der Stadtteilbibliotheken entsprechen nicht durchgängig den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen. Hier gibt es Verbesserungspotential, das zusammen mit Kindern und Jugendlichen erarbeitet werden kann. Die beiden Gruppen (Kinder und Jugendliche) sind dabei getrennt zu betrachten, da sich ihre Interessen und Anforderungen an eine Bibliothek stark voneinander unterscheiden.

6.1 Projektidee „Zukunftswerkstatt“

Es wäre beispielsweise möglich, in Kooperation mit einer Kindertagestätte oder Grundschule bzw. einer 9. oder 10. Schulklasse exemplarisch für einen Standort eine „Zukunftswerkstatt“ zur räumlichen Gestaltung einer Stadtteilbibliothek durchzuführen. Dafür bietet sich eine konkrete Neuplanung an, nämlich die fusionierte Stadtteilbibliothek Linden im Lindener Rathaus.

Im Rahmen der „Zukunftswerkstatt“ werden die Kinder und Jugendlichen aufgefordert, in spielerischer Art und Weise als Planer der Bibliothek ihre Wünsche und Ideen einzubringen. Sie basteln Modelle „ihrer“ Traum-Bibliothek und formulieren mit ihrem Experten-Wissen Anforderungen zur räumlichen Gestaltung der Bibliothek.

6.2 Projektidee zur Mitgestaltung einer „Freestyle-Bibliothek“

Eine weitere Möglichkeit zur Einbindung von Jugendlichen stellt die Neueinrichtung der Freestyle-Jugendbibliothek in der Schul- und Stadtbibliothek Roderbruch dar. Hier ist geplant, im Rahmen des Kunstunterrichts Fahnen-Banner für die neue Jugendbibliothek durch Schülerinnen und Schüler anfertigen zu lassen. Darüber hinaus sind weitere gestalterische Elemente denkbar, die die Jugendlichen selber entwerfen.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Männer und Frauen, Jungen und Mädchen sind gleichermaßen betroffen.

Kostentabelle

42 .2
Hannover / Oct 13, 2009