Informationsdrucksache Nr. 2111/2010:
Förderung und Akzeptanz von Lesben und Schwulen in der Landeshauptstadt 2010

Inhalt der Drucksache:

Bitte beachten Sie, dass der folgende Text eventuell medienbedingte Formatabweichungen aufweisen kann. Eine formatgetreue Abbildung des Inhalts finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".
Landeshauptstadt HannoverInformationsdrucksacheInformationsdrucksache
In den Gleichstellungsausschuss
An den Jugendhilfeausschuss (zur Kenntnis)
An den Kulturausschuss (zur Kenntnis)
An den Sozialausschuss (zur Kenntnis)
An den Schulausschuss (zur Kenntnis)
 
Nr.
Anzahl der Anlagen
Zu TOP
 
2111/2010
0
 

Förderung und Akzeptanz von Lesben und Schwulen in der Landeshauptstadt 2010

Hörbilderbuch zur Ausstellung „Vom anderen Ufer…Hannovers verschwiegene Geschichten“
Vom März bis September war im vergangenen Jahr die Ausstellung im Historischen Museum zu sehen. Zum ersten Mal wurde damit eine Ausstellung über die Geschichte gleichgeschlechtlich lebender Männer und Frauen in der Landeshauptstadt Hannover gezeigt. Sie war und ist auch bundesweit ohne Vorläufer. Wegen ihrer nationalen Beachtung und auf vielfachen Wunsch wurde ein Hör-Bilder-Buch als Dokumentation produziert. Die DVD reiht die Forschungsergebnisse von Dr. Kirsten Plötz über lesbisch lebende Frauen in Hannover sowie die von Rainer Hoffschildt über schwule Männer auf. So gibt das Hör-Bilder-Buch einen Einblick aus unterschiedlichen Perspektiven in Hannovers Geschichte „Vom anderen Ufer…“. Zu sehen und hören ist eine Zeitreise durch 160 Jahre Geschichte, unter anderem mit einem Interview mit der Betreiberin der ehemaligen Kneipe „Die Freundin“ sowie Bildern der Ausstellung. Es gibt Hinweise auf die schwullesbische Lokalgeschichte sowie neue und alte Forschungsergebnisse, drei männliche Biografien zur NS-Zeit und die Geschichte der Denunziation einer Frau (Doris Reichmann) zur NS-Zeit.
Die DVD ist für eine Schutzgebühr in Höhe von 7,50€ ggf. zuzüglich Versandkosten bei 18.LS zu erwerben.

Fachtag vom 14. Juni 2010 „Bei uns doch nicht!? – Homosexualität in der Kinder- und Jugendarbeit
Dieser Fachtag fand über die Grenzen Hannovers Beachtung, so dass 7 Teilnehmende bspw. aus Verden, Detmold, Oldenburg angereist kamen. Aus der Region Hannover waren es 5 Personen, 13 Personen aus der Stadtverwaltung, eine Ratsfrau und 15 Personen aus den verschiedensten Einrichtungen Hannovers.
Die Rückmeldungen der abgegebenen Feedbackbögen ergab insgesamt eine hohe Zufriedenheit mit dem Inhalt der Teilnehmenden. Mehrheitlich haben die Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer über das Angebot des Fachtages aus der Dienststelle und über den Kollegenkreis erfahren. Einige erfuhren es über das Internet oder dem Freundeskreis.
77% haben Informationen aus dem Fachtag mitgenommen, die sie so nicht in Erfahrung gebracht hätten. Diese gingen von Sachinformationen, über konkrete Umsetzungsideen, Anregungen, wichtigen Erfahrungen bis hin zu wichtigen Kontakten. Alle würden den Fachtag weiter empfehlen, weil sie dadurch Anregungen bekamen, sich der Thematik zu widmen, da diese noch nicht im Arbeitsalltag der Kinder- und Jugendarbeit integriert ist.
Der Aufbau des Tages wurde von 77% als gelungen bewertet.
Niemand war der Meinung, den Fachtag nicht nötig gehabt zu haben und 15% reichten die Informationen für die Arbeit mit Kinder und Jugendlichen.
Eine Dokumentation des Fachtages wird nach Fertigstellung als Datei zur Verfügung gestellt.
60% wünschten sich Vertiefungswissen im Rahmen einer Fortbildung und Netzwerkes, daher werden wir zu einem Netzwerktreffen Anfang 2011 einladen.
Wir greifen Wunsch nach Vertiefungswissen und Netzwerkgründung auf und werden in der folgenden Zeit zu einem Netzwerktreffen einladen.
Dieser Fachtag fand in Kooperation mit dem Fachbereich Jugend- und Familie, der Hannoverschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e. V. und pro familia Beratungsstelle Hannover statt.

Workshop „Lesbisches Leben in Hannover heute und morgen“ im April 2010
Er begründete sich auf die Lesbenumfrage 2007 – 2008. Interessierte lesbische Frauen hatten hier die Möglichkeit, in verschiedenen Arbeitsgruppen Visionen für die Lebensbereiche Kultur- und Unterhaltung sowie Beratungszentren zu erarbeiten. Den Themen Antidiskriminierung, "Leben im Alter", Freizeit und Kultur sowie "Beratung" bildeten sich 4 Gruppen, die die Arbeit fortsetzen.Einen weiteren Workshop soll noch in diesem Jahr für die genannten Gruppen in diesem Jahr stattfinden. Hier sollen die zusammen getragenen Ergebnisse und das weitere Vorgehen besprochen werden.
Der Workshop fand als Kooperation des Lesbenzentrums e. V. und dem Fachbereich Steuerung, Personal und Zentrale Dienste – 18.LS statt.
Die Workshopergebnisse wurden am 27. Oktober 2010 demRunden Tisch Emanzipation und Akzeptanz von Lesben und Schwule vom Lesbenzentrum e. V. vorgestellt.

Arbeitskreis „Homophobie im Sport“
Am 22. Februar diesen Jahres wurde dieser Arbeitskreis konstituiert. Beabsichtigt ist, ein Konzept für die Vereine zu den Inhalten des Qualitätssiegels zu erarbeiten. Ebenso soll festgelegt werten welche Voraussetzungen die Verein zu erfüllen haben, um sich für das Siegel bewerben zu können. Angedacht wurden zum Beispiel die Sensibilisierung von Mitgliedern um diskriminierenden Verhalten zu begegnen, eine Enttabuisierung des Themas „Homosexualität“ im Verband sowie Zivilcourage, etwa beim möglichen Coming Out von Vereinsmitgliedern. Die Bewerber für das Qualitätssiegel sollen zusätzlich belohnt werden mit bspw. einem Satz Trikots für eine Mannschaft, Sportbällen oder einer C-Lizenz Übungsleiterkurs Gutschein (Fußball).
Der Arbeitskreis besteht aus Vertreterinnen und Vertretern einiger Sportvereine, dem Verein Niedersächsischer Bildung, dem Fachbereich Sport- und Eventmanagement, der Leibniz Universität, dem Nds. Sozialministerium und Schiedsrichtern.

Teilnahme am Qualitätszirkel Diversity des Fachbereiches Jugend und Familie seit Februar 2010
Teilnahme von 18.LS an einer Dienstbesprechung im Bereich „Fachberatung der Kindertagesstätten des Fachbereiches für Jugend und Familie“ zum Thema Regenbogenfamilien Februar 2011 und 2011 zu einer Dienstbesprechung der Bereichsleitungen der Kindertagesstätten.

Mitarbeit im Arbeitskreis „gleichgeschlechtliche Beziehungen im Alter“ des Fachbereiches Senioren
Am 17. Mai 2010 wurde der Arbeitskreis „gleichgeschlechtliche Beziehungen im Alter“ vom Fachbereich Senioren ins Leben gerufen. Ziel dieses Arbeitskreises ist, Maßnahmen zu entwickeln, damit sich homosexuelle Menschen in den Pflege- und Wohnheimen willkommen fühlen und ihre Bedarfe entsprechend Berücksichtigung finden.
Im Februar 2011 wird eine Veranstaltung World Café stattfinden, um die Bedarfe der Zielgruppe zu ermitteln.
Ein Fachtag für Fachpersonal aus Pflege- und Wohnheime und Pflegedienste wird im April 2011 folgen.

Informationsstand am Warmfrontfestival Mai 2010 auf dem Steintorplatz
Am Stand der „AnsprechpartnerInnen für Schwule und Lesben in der Stadtverwaltung Hannover“ konnten sich Lesben, Schwule, Bi- und Heterosexuelle über die Angebote der Stadtverwaltung Hannover informieren.



Laufende Tätigkeiten
Beratung und Weitervermittlung von ratsuchenden MitbürgerInnen und MitarbeiterInnen der Landeshauptstadt Hannover
Runder Tisch "Emanzipation und Akzeptanz von Lesben und Schwulen"
Stammtisch für homosexuelle MitarbeiterInnen
Bearbeitung von Zuwendungsanträgen freier Träger

Ausblick auf 2011
Mitwirkung an der Abendveranstaltung vom Fachbereich Senioren für LSBT Menschen mit dem Ziel einer Bedarfsrückmeldung, was wünschen wir uns wenn wir alt sind. Wohnen, Pflege, etc.
Mitwirkung am Fachtag vom Fachbereich Senioren beim Fachtag mit der Zielgruppe Heimleitungen, Pflegedienst Leitungen und Interessierte aus diesem Fachgebiet.
Aktion zum Thema Homophobie im Sport.
Öffentlichkeitsarbeit in Form eines Informationstands auf dem Warmfrontfestival zu Pfingsten 2011.
In Gründung befindet sich eine Gruppe für lesbische Frauen mit türkischem Migrationshintergrund

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Die Arbeit der AnsprechpartnerIn erfüllt die Anforderungen des Gender Mainstreaming. Projekte und andere Maßnahmen richten sich generationsübergreifend gleichermaßen an Lesben und Schwul. Der Gender Aspekt wird dabei auch durch die differenzierte Ansprache und gezielte Rückkoppelung mit den verschiedenen Gruppen innerhalb der lesbisch-schwulen Bevölkerungsgruppe gewährleistet.

Kostentabelle

Es entstehen keine finanziellen Auswirkungen.

18 
Hannover / 19.10.2010