Informationsdrucksache Nr. 2088/2016 N1:
Ankommen - unterstützen - miteinander leben
Flüchtlingszuwanderung nach Hannover - Zwischenbilanz und Ausblick

Informationen:

Inhalt der Drucksache:

Bitte beachten Sie, dass der folgende Text eventuell medienbedingte Formatabweichungen aufweisen kann. Eine formatgetreue Abbildung des Inhalts finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".
Landeshauptstadt HannoverInformationsdrucksacheInformationsdrucksache
In den Ausschuss für Angelegenheiten des Geschäftsbereiches des Oberbürgermeisters
In den Sozialausschuss
In den Ausschuss für Integration, Europa und Internationale Kooperation (Internationaler Ausschuss)
In den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss
In den Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen
In den Ausschuss für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten
In den Gleichstellungsausschuss
In den Jugendhilfeausschuss
In den Kulturausschuss
In den Organisations- und Personalausschuss
In den Schul- und Bildungsausschuss
In den Sportausschuss
In den Ausschuss für Haushalt Finanzen und Rechnungsprüfung
In den Verwaltungsausschuss
In die Ratsversammlung
An die Stadtbezirksräte 01 - 13 (zur Kenntnis)
 
Nr.
Anzahl der Anlagen
Zu TOP
1. Neufassung
2088/2016 N1
1
 
Neufassung wegen erweiterter Beratungsreihenfolge

Ankommen - unterstützen - miteinander leben
Flüchtlingszuwanderung nach Hannover - Zwischenbilanz und Ausblick

„Ankommen – unterstützen – miteinander leben“ – unter diesem Titel berichtet die Landeshauptstadt Hannover (LHH) zum aktuellen Sachstand der Flüchtlingssituation, zieht eine Zwischenbilanz über die Entwicklung von 2010 (Beginn der erhöhten Flüchtlingszuwanderung) bis September 2016 und gibt einen Ausblick in die Zukunft.

Aktuell leben knapp 4.500 Flüchtlinge in der LHH. Seit 2012 hat sich damit deren Zahl mehr als versechsfacht.

Rückblick:

Insbesondere im zurückliegenden Jahr nahm die Zahl der Flüchtlinge, die der LHH zugewiesen wurden, signifikant zu. Teilweise kamen pro Woche bis zu 150 Menschen in die LHH.

Dabei war es die größte Herausforderung, die es zu bewältigen galt, alle Menschen vor Obdachlosigkeit zu bewahren und sie mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen. Mit der Drucksache 1003/2016 wurde das Drei-Säulen-Modell um eine vierte vorübergehende Säule der Notunterkünfte erweitert. Parallel begann der Aufbau innerer gesamtstädtischer Strukturen :


- Einsatz einer gesamtstädtischen Projektorganisation

- Betreiberkoordinierung

- Integrationsmanagement

- Flüchtlingskoordinierungsstelle

- Flüchtlingskommunikation


Die Verwaltung hat damit anpassungsfähige Strukturen geschaffen und kann sowohl auf sinkende als auch steigende Flüchtlingszahlen reagieren.

Ausblick:

Mit den einerseits sinkenden Flüchtlingszahlen und andererseits der steigenden Bleiberechtsperspektive für eine Großzahl der Flüchtlinge ist nun der Übergang von der Ausnahmesituation in den Alltag zu gestalten. Das bedeutet auch, dass von einer zentral gesteuerten Notunterbringung nun der geordnete Übergang in die Quartiere und die dortigen Integrationsstrukturen gestaltet werden muss. Mittelfristig sind die Notunterkünfte aufzulösen, die Rückkehr zum Drei-Säulen-Modell voranzutreiben und die mit der Wohnungsbauoffensive begonnene langfristige Wohnraumversorgung zu gewährleisten.

Sowohl die Aufgaben der Unterbringung, der Integration in Schule, Beruf, Sprache und Alltagskompetenzen, der Partizipation am kulturellen und politischen Leben als auch der Koordinierung und Stärkung der Ehrenamtlichen werden noch für mehrere, wenn nicht gar viele Jahre eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung sein.

An diesem Prozess hat sich auch die Organisation des Integrationsmanagements auszurichten. Die MitarbeiterInnen des Integrationsmanagements werden sich von der zentralen Integrationsarbeit in den Unterkünften zunehmend auf die Stadtteile und Quartiere konzentrieren. Ist heute noch eine der zentralen Aufgaben des Integrationsmanagements das Auszugsmanagement aus den Gemeinschaftsunterkünften, so wird es zukünftig die Begleitung und Beratung der Flüchtlinge bei ihrem eigenständigen Leben im Stadtteil sein. Dabei gilt es, die vielen stadtweit bereits vorhandenen Strukturen in den Quartieren zu nutzen und mit dem Integrationsmanagement intelligent zu verknüpfen, z.B. mit dem Stadtbezirksmanagement, dem Quartiersmanagement, der Gemeinwesenarbeit, den Stadtteilzentren, der Jugendarbeit usw..

Eng vernetzt wird die Arbeit des Integrationsmanagements auch mit der der Koordinierungsstelle Flüchtlingshilfe. Über deren Funktion als Service- und Informationsstelle soll sie die Schnittstelle zu den Ehrenamtlichen bilden und deren Netzwerke betreuen. Gemeinsam mit ihnen gilt es, Konzepte zu entwickeln, mit denen es gelingt, das ehrenamtliche Engagement Vieler zum Wohle der Flüchtlinge, aber auch der übrigen Bevölkerung in den Stadtteilen zu fördern und zu unterstützen. Dabei gilt es, verstärkt die Migrantenselbstorganisationen und Menschen mit Migrationshintergrund einzubinden und zu beteiligen.

Die Veränderung der bestehenden Arbeitsstrukturen innerhalb der Verwaltung unterliegt zudem aktuell der weiteren Überprüfung. Ziel einer möglichen Neustrukturierung wird sein, die genannten Kernaufgaben möglichst noch effizienter zu bearbeiten.

Ein erstes Fazit

In teilweise ungeordneten und in Windeseile geschaffenen Strukturen gelang es erfolgreich, mehrere tausend Flüchtlinge unterzubringen und gemeinsam mit unzähligen Ehrenamtlichen erste Integrationsmaßnahmen zu starten. Nun gilt es, die Arbeit zu verstetigen und weiter verlässliche Strukturen zu schaffen, damit die weiteren Aufgaben Unterbringung und Integration der hier lebenden Flüchtlinge fortgesetzt werden können und die LHH gut für den Fall aufgestellt ist, dass die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge noch einmal steigt.

Hannover nimmt sich dieser zentralen kommunalen Aufgabe der gesellschaftlichen Integration an und ist sich ihrer Verantwortung bewusst, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um allen EinwohnerInnen unserer Stadt ein Zuhause zu geben.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Die in diesem Bericht beschriebenen Maßnahmen richten sich generell an beide Geschlechter.

Kostentabelle

Eine unmittelbare Entscheidung über Haushaltsmittel ist mit diesem Bericht nicht verbunden.

Dez. III 
Hannover / Sep 26, 2016