Drucksache Nr. 2059/2004:
Neugestaltung des Küchengartenplatzes

Informationen:

Beratungsverlauf:

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverBeschlussdrucksacheBeschlussdrucksache
In den Stadtbezirksrat Linden-Limmer
In den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss
In den Verwaltungsausschuss
 
Nr.
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2059/2004
1
 

Neugestaltung des Küchengartenplatzes

Antrag,

der Neugestaltung des Küchengartenplatzes wie in Anlage 1 dargestellt, zuzustimmen.

Finanzielle Auswirkungen:

Vermögenshaushalt
Haushaltsstelle 2.6300.950000.7-213 411.000,-€ Jahr 2003 (HHR)
294.000,-€ Jahr 2004

Bezeichnung Stadtplätze

Die Gesamtbaukosten betragen ca. 705.000,- € und werden aus den Mitteln des Stadtplatzprogramms finanziert.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Im Rahmen des Stadtplatzprogramms wurden genderspezifische Aspekte bei der Beteiligung der Bürger und der verwaltungsinternen Abstimmung beachtet. Dies gilt in besonderem Maße für die Einsehbarkeit des Platzes, die Wegeführung und die Beleuchtung.

Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen:
Investitionenin €bei der Hsh-Stelle
(im Budget Nr.)/
Wipl-Position
Verwaltungs-
haushalt;
auchInvestitions-
folgekosten
in € p.a.bei der Hsh-Stelle
(im Budget Nr.)/
Wipl-Position
EinnahmenEinnahmen
Finanzierungsanteile von Dritten€0.00Betriebseinnahmen€0.00
sonstige Einnahmen€0.00Finanzeinnahmen von Dritten€0.00
Einnahmen insgesamt€0.00 Einnahmen insgesamt€0.00 
AusgabenAusgaben
Erwerbsaufwand€0.00Personalausgaben€0.00
Hoch-, Tiefbau bzw. Sanierung€705,000.00Sachausgaben€0.00
Einrichtungsaufwand€0.00Zuwendungen€0.00
Investitionszuschuss an Dritte€0.00Kalkulatorische Kosten€56,400.00-Einzelplan 9
Ausgaben insgesamt€705,000.00 Ausgaben insgesamt€56,400.00 
Finanzierungssaldo(€705,000.00) Überschuss / Zuschuss(€56,400.00) 
Vermögenshaushalt
Haushaltsstelle 2.6300.950000.7-213 411.000,-€ Jahr 2003 (HHR)
294.000,-€ Jahr 2004

Bezeichnung Stadtplätze

Begründung des Antrages

1. Ausgangslage und Ziele
1999 wurde das Programm “ Hannover schafft Platz” für die Landeshauptstadt Hannover ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Programms wurden alle Plätze bewertet und in Kategorien eingestuft. Der Küchengartenplatz wurde auf Grund der Arbeitsergebnisse der AG Küchengartenplatz, des Vereines “Lebendiges Linden” und des politischen Beschlusses des Bezirksrates Linden-Limmer vom 24.4.2003 als Nachrückprojekt in die Projektplanung 2003/2004 des Stadtplatzprogrammes aufgenommen worden.

Der Küchengartenplatz stellt in seiner städtebaulichen und verkehrlichen Lage und Geschichte einen zentralen Punkt zwischen den Stadtteilen Linden-Mitte, Linden-Nord und dem Ihme-Zentrum dar. Diese Funktion kann er in seiner heutigen Nutzung und Gestalt nur ungenügend erfüllen. Ausschlaggebend hierfür sind u.a. seine Gestaltung, der bauliche Zustand der Flächen sowie des Mobiliars, seine heterogene bauliche Fassung, ein schlecht gestalteter Anschluss an den Grünzug Rampenstraße und eine erhebliche Belastung durch den umgebenden Verkehr. Die Ausstattung des Platzes mit Pflanzwällen und unansehnlichem Mobiliar ist mangelhaft, wichtige Sichtverbindungen sind gestört.

Gleichzeitig befinden sich angrenzende Bereiche wie das Gilde-Carree, das Ihmezentrum, sowie die öffentlichen Räume Stephanusstraße, Blumenauer Straße und Schwarzer Bär im Umbruch, was eine gestalterische und funktionale Neubewertung der Platzfläche erforderlich macht:

· Durch die Öffnung der Sichtachsen soll die Orientierung auf der Platzfläche für Fußgänger und Radfahrer verbessert und dadurch sicherer werden.
· Der Bezug des Platzes zum Theater am Küchengarten als architektonisch markantes Gebäude soll gestärkt werden.
· Um eine stärkere Belebung des Platzes von den Rändern her zu erreichen, soll die Ausstattung des Platzes verbessert werden.
· Der Grünzug Rampenstraße soll, unter Berücksichtigung des vorhandenen Kiosks, besser an den Küchengartenplatz angebunden werden.
· Eine Verbesserung der Querbarkeit des Platzes für Fußgänger und Radfahrer wird angestrebt.
· Der vorhandene Baumbestand soll, soweit eine Integration in das neue Konzept möglich ist, erhalten bleiben.
· Die Stephanusstraße soll unter Berücksichtigung der erforderlichen Verkehrsbeziehungen gestalterisch in die Platzfläche einbezogen werden.
· Die Aufenthaltsfunktion des Platzes soll durch die Umgestaltung gestärkt werden.

Für die Planung zur Umgestaltung des Küchengartenplatzes wurde das interdisziplinäre Planungsbüro foundation 5+ aus Kassel beauftragt.

Für die Umgestaltung des Platzes wurde eine umfangreiche Bürgerbeteiligung durchgeführt.

Am 19. und 20. September 2003 hat die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Bürgerbüro Stadtentwicklung eine Ideenwerkstatt durchgeführt, bei der die Vorstellungen und Wünsche der Bürger gesammelt und strukturiert wurden. Auf der Basis der Ergebnisse dieser Veranstaltung wurden vom Planungsbüro mehrere konzeptionelle Entwürfe erarbeitet, die im Rahmen der 2. Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung am 28.10. vorgestellt und kontrovers diskutiert wurden

Die Hauptdiskussionspunkte waren die Verkehrssituation der Stephanusstraße, die Integration des Platzes in das Umfeld, d.h. das gestalterische Einbeziehen der Ränder zum Ihmezentrum, Limmerstraße sowie u.a. die Situation des ÖPNV.

Die Verwaltung hat in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung ausgewertet und in einem Entwurf konkretisiert, der in einer 3. Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung am 25.11.2003 vorgestellt wurde.

Der Entwurf wurde erneut diskutiert und unter Berücksichtigung der vorgetragenen Anregungen und Bedenken sowie den Ergebnissen der verwaltungsinternen Abstimmung überarbeitet. Die Überprüfung der verkehrlichen Situation hat ergeben, dass eine wesentliche Beibehaltung der derzeitigen Verkehrsführung sowohl für den Individualverkehr als auch für den öffentlichen Personennahverkehr die beste Lösung darstellt. Eine Umgestaltung der Stephanusstraße mit Integration in die Platzfläche, wie im Rahmen der Bürgerbeteiligung besprochen und bei der Vorstellung der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung im Bezirksrat dargestellt, wird im Rahmen der Platzumgestaltung aufgrund der angespannten Haushaltssituation nicht vorgenommen. Die Umgestaltung der Stephanusstraße soll im Rahmen einer Grunderneuerung der Stephanusstraße nach Abschluss der Bautätigkeit auf dem Gildegelände durchgeführt werden.


Um der derzeitigen Haushaltssituation gerecht werden zu können, wurde im Rahmen der Ausbauplanung darüber hinaus geprüft, welche Möglichkeiten im Platzbereich bestehen, Kosten zu sparen, ohne die vorgesehene Gestaltung in Frage stellen zu müssen. Zur Kostenreduzierung sollen die vorhandenen Klinker wieder verwendet werden und die Höhenlage des Platzes, soweit wie dies möglich ist, beibehalten werden, um so den Unterbau und die Entwässerung erhalten zu können.

Der überarbeitete Entwurf ist die Grundlage der vorliegenden Planung und ist in der beigefügten Anlage dargestellt.


2. Beschreibung des Vorhabens

Der Küchengartenplatz wird von den unansehnlichen Pflanzwällen befreit und orientiert sich deutlich auf das Gelände des Theaters am Küchengarten.

Der Gehölzwall zwischen Küchengarten und Grünzug wird zurückgebaut. Engpässe – wie auch im Bereich des Pavillons - werden aufgehoben, wodurch die Wegeverbindungen für Radfahrer und Fußgänger übersichtlicher werden.

Das stark beschädigte und verschmutzte Kunstwerk “YaYaYolcu” wird abgebaut und eingelagert, da eine Sanierung aufgrund der ermittelten Kosten nicht im Rahmen des Stadtplatzprojekts durchgeführt werden kann.

Eine Mauerskulptur kennzeichnet den Platzeingang im Bereich der Fössestraße und bietet Sitzgelegenheiten entlang der fußläufigen Verbindung zum Platzbereich.

Der Übergangsbereich zwischen der Grünverbindung entlang der Kohlebahn und der Platzfläche wird als Tor dargestellt, an das sich in Richtung Grünzug ein 7m breiter Grünstreifen anschließt, der, mit einer Bank bestanden, als Aufenthaltsfläche zum Boule- und Kinderspiel einlädt.

Kinderspielgeräte, eine Sitz-, Kletter- und Balanciermauer aus Naturstein und Schatten spendende Bäume erhöhen die Aufenthaltsqualität in diesem Bereich zusätzlich. Der Spielstreifen wird zu der benachbarten Tankstelle durch eine Hecke abgegrenzt.

Die Vorfläche des Pavillons steht für eine Ausweitung der Außenbewirtschaftung zur Verfügung.

Der Rahmen der inneren Platzfläche wird unter Berücksichtigung bestehender Sichtbeziehungen und Gehölzgruppen in grünem Granitstein ausgeführt, der sich in Teilbereichen als ebenerdiger Bodenbelag oder als Mauer, Podest und Bank darstellt und gleichermaßen zum Sitzen, Spielen oder Skaten einlädt. Die innere Platzfläche erhält einen Belag aus Betonsteinplatten mit hellem Matursteinvorsatz (40x40 cm) mit einer kugelgestrahlten bzw. geschliffenen Oberfläche (Farbgestaltung wie Ernst-August-Platz).

Bestehende Baumgruppen, unterschiedliche Möblierung wie Natursteinmauern, Sitzbänke und frei positionierte Drehstühle und ein Trinkbrunnen bieten auf dem Platz unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten für verschiedene Nutzergruppen. Weiterhin werden Fahrradbügel angeboten.

Die äußeren Platzbereiche erhalten unter Berücksichtigung der Hauptwegebeziehungen einen Belag aus Klinkerpflaster (11.5x24x7 cm), der in Anlehnung an die vorhandenen Pflasterflächen im Blockverband verlegt wird. Es soll Klinkerpflaster mit einer, gegenüber dem bisher verwendeten Material, verbesserten Oberflächenbeschaffenheit (Mikrorauhigkeit) verwendet werden, was durch Modifikationen im Herstellungsprozess erreicht werden kann.
In den Bereichen vor dem Pavillon, unter der Fußgängerbrücke und TAK bleibt das vorhandene Material liegen und wird punktuell ausgebessert.

Aufgrund der vorhandenen und geplanten Höhenverhältnisse wird die vorhandene Oberflächenbefestigung ( Klinker, 11,5x24x7,1 cm) aufgenommen und bei entsprechendem Höhenausgleich in Teilbereichen wieder eingebaut.

Das geplante Beleuchtungskonzept schafft auf der Platzfläche eine bessere Orientierung und mehr Sicherheit. Hierzu werden 5 Pilzleuchten (Lichtpunkthöhe 4m) auf der äußeren Platzfläche und 4 Hellux Leuchten “Bügeleisen” (Lichtpunkthöhe 7-10m) im Randbereich der inneren Platzfläche angeordnet.

Der im Rahmen der Bürgerbeteiligung gewünschte Rückbau des platzseitig angrenzenden Rechtsabbiegers im Bereich Fössestraße/Blumenauer Straße wird nicht im Rahmen des Stadtplatzprojekts ausgeführt. Dieser Bereich wird planerisch und haushaltstechnisch bei der Umgestaltung der Blumenauer Straße berücksichtigt.

Die Stephanusstraße sowie die Nebenanlagen vor dem Gilde Gelände werden gestalterisch in die Platzfläche integriert. Die Umsetzung dieser Maßnahme erfolgt jedoch erst im Rahmen einer Grunderneuerung der Stephanusstraße, nachdem die Hochbaumaßnahmen auf dem Gilde Gelände abgeschlossen sind.

Eine Untersuchung zur Leistungsfähigkeit des Kreuzungsbereiches Küchengarten unter Berücksichtigung des ÖPNV und der Anordnung der erforderlichen Haltestellen in der Stephanusstraße, wie in der Bürgerbeteiligung gewünscht, hat ergeben, dass eine Bündelung der Bushaltestellen im Platzbereich nicht möglich ist, da bei einer solchen Lösung die Leistungsfähigkeit im unmittelbar angrenzenden Knotenpunkt Fösse-/Blumenauer-/Elisen-/ Spinnereistraße nicht mehr gewährleistet ist.

Die Bushaltestelle an der Westseite der Stephanusstraße bleibt erhalten, wodurch soziale Sicherheit im öffentlichen Raum und eine Anbindung des neuen Quartier des Gilde Carree durch den ÖPNV gewährleistet werden soll. Die übrigen Haltestellen bleiben an ihren heutigen Standorten erhalten.

Die Radwegeführung wird im Bereich Fössestraße und im Einmündungsbereich Blumenauer Straße/Stephanusstraße an den vorhandenen Radweg angeschlossen.

Eine Verbesserung der Querbarkeit für Fußgänger und Radfahrer wird im Bereich der Fössestraße durch eine Vergrößerung der Aufstellflächen auf der Mittelinsel und eine damit verbundene Verkürzung der Furtlängen im Fahrbahnbereich erreicht.

Der Platz ist insgesamt im Sinne der Barrierefreiheit gestaltet.


3. UVP

Durch den Umbau des Platzes wird die städtebauliche Qualität des gesamten Bereiches gesteigert.


4. Bauzeit / Bauablauf

Die Arbeiten werden voraussichtlich im Januar 2005 mit dem vorbereitenden Leitungsbau begonnen und im Sommer 2005 abgeschlossen sein.
 66.41
Hannover / Oct 5, 2004