Informationsdrucksache Nr. 1994/2026:
Zwischenbericht zur Drucksache Nr. 2376/2025 N1 „Nutzungsmix stärken – Leerstandsaktivierung für die Innenstadt“

Inhalt der Drucksache:

Bitte beachten Sie, dass der folgende Text eventuell medienbedingte Formatabweichungen aufweisen kann. Eine formatgetreue Abbildung des Inhalts finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".
Landeshauptstadt HannoverInformationsdrucksache-ZeichenInformationsdrucksache
In den Ausschuss für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten
In den Ausschuss für Haushalt, Finanzen, Rechnungsprüfung, Feuerwehr und öffentliche Ordnung
In den Verwaltungsausschuss
An die Ratsversammlung (zur Kenntnis)
 
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1994/2026
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Zwischenbericht zur Drucksache Nr. 2376/2025 N1 „Nutzungsmix stärken – Leerstandsaktivierung für die Innenstadt“

Mit dieser Drucksache legt die Verwaltung den in der Drucksache Nr. 2376/2025 N1 „Nutzungsmix stärken – Leerstandsaktivierung für die Innenstadt“ unter 2. c. geforderten Sachstandsbericht vor. Mit dem Sachstandsbericht wird über den aktuellen Umsetzungsstand verschiedener Maßnahmen informiert. Die Maßnahmen fügen sich in das Innenstadtkonzept „Mitte neu denken“ (Antrag Nr. 1554/2024) ein. Da es sich um eine fortlaufende Bearbeitung handelt, erfolgt der Bericht in Form eines Zwischenstands. Ziel ist die kurze Darstellung aktueller Entwicklungen.

a. Leerstandsaktivierung und Mischnutzung



In Hannovers Innenstadt befinden sich verschiedene leerstehende Immobilien, die in privatem Eigentum stehen. Die Gründe des Leerstands sind dabei vielfältig und liegen u. a. im strukturellen Wandel, insbesondere dem Online-Handel, und damit einhergehenden veränderten Nutzungs- und Konsumgewohnheiten sowie den insgesamt gestiegenen Kosten. Die immobilienbezogenen Faktoren wie Eigentümer*innenstruktur, Sanierungsstau oder das Halten der Immobilie als Kapitalanlage dürfen dabei nicht außer Acht gelassen werden. Auch muss zwischen den verschiedenen Arten von Leerstand unterschieden werden. Die Verwaltung bearbeitet kontinuierlich in Bezug auf die unterschiedlichen Belange das Thema Leerstand in der gebotenen Differenzierung.

Als Instrument zur Erfassung, Vermittlung und (temporären Zwischen-) Nutzung leerstehender privater und öffentlicher Flächen wird vornehmlich der kontinuierliche Dialog mit den verschiedenen internen und externen Akteur*innen genutzt. Das Netzwerk wird laufend gepflegt und erweitert. Dadurch werden in enger Zusammenarbeit die privaten Flächen ermittelt, durch Externe vermittelt und temporäre Zwischennutzung oder Nachnutzungen möglich gemacht. Leerstände werden somit durch stadtverträgliche Nutzungen, sowie kulturelle, soziale, gemeinwohlorientierte und gewerbliche Angebote zwischen- und neu bespielt. Ebenso werden im Rahmen verschiedenster Maßnahmen und Projekte und in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl an Akteur*innen und Stakeholdern, Leerstände wieder aktiviert sowie Pop-ups und Start-ups gefördert. Mischnutzungskonzepte bestehen und werden weiterentwickelt.

b. Finanzierung und Förderrahmen

Derzeit stehen keine geeigneten Förderprogramme oder andere Finanzierungsformen zur Verfügung. Die Verwaltung verfolgt die Entwicklung des Fördermittelmarktes fortlaufend und prüft regelmäßig mögliche Förderoptionen. Es ist nicht auszuschließen, dass künftig Programme neu aufgelegt oder geschaffen werden. Auch andere Finanzierungsformen werden stetig geprüft.

c. Umsetzungscontrolling und Bericht


1. Nr. 3 „Nutzungsmix für die City – Arbeitsplätze und Wohnraum schaffen“,
Die Stadtverwaltung unterstützt grundsätzlich und aktiv die Schaffung zusätzlicher Wohneinheiten und Arbeitsplätze in der Innenstadt, aktuell z. B. im Rahmen der Projekte Urban Q (Urbanes Quartier auf dem Gelände des früheren Postscheckamtes), Um- / Nachnutzung des städtischen Verwaltungsgebäudes an der Leinstraße oder Um- / Nachnutzung des ehemaligen Galeria Kaufhof an der Schmiedestraße. Nach dem durch die Stadtverwaltung organisierten Zwischennutzungsprojekt „aufhof“ und der Durchführung eines Fassadenwettbewerbs in Kooperation mit dem Eigentümer erfolgt derzeit eine intensive Abstimmung auf Basis der Bauantragsunterlagen.

Auch in die weitere Zukunft gerichtet arbeitet die Stadt am Thema, konkret an der städtebaulichen Neuausrichtung des nördlichen Bahnhofsumfeldes.

Als Hemmnisse eines grundsätzlich erwünschten Nutzungsmixes erweisen sich immer wieder die in Innenstadtlagen aufgerufenen Bodenpreise und die daraus resultierenden Mieten und Kaufpreise. Hinzu kommen Emissionskonflikte zwischen Gastronomie / Kultur einerseits und dem Anspruch von Bewohner*innen an ihre abendliche Wohnruhe andererseits. Ein anderes Hemmnis, der erforderliche Stellplatznachweis, konnte mit der Novellierung der NBauO für das Wohnen sowie die jüngst vom Rat beschlossene neue Stellplatzsatzung der LHH weitgehend beseitigt werden.


2. Nr. 9 „Keine ‚broken windows‘ – Leerständen entgegenwirken“

Im Dezember 2025 fand hierzu ein Austausch der Verwaltung mit der Agentur für kreative Zwischenraumnutzung und der HMTG statt. Im Ergebnis lässt sich feststellen, dass die Bewerbung einzelner Veranstaltungen sich als wenig nachhaltig erweist, weil Plakate o. ä. rasch veralten. Empfehlenswert ist stattdessen eine dauerhafte, zeitunabhängige Gestaltung der Schaufenster.
Im Januar 2026 erfolgte auf Basis dieses Ergebnisses eine erste temporäre Nutzung eines leerstehenden Geschäfts in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade. Die ursprüngliche Zwischennutzung musste beendet werden, da die Räumlichkeiten infolge eines Heizungsausfalls nicht mehr nutzbar waren.
Kurzfristig wurde die Anbringung von Plakaten zur Innenstadt-Sprechstunde im digital.KIOSK, für das Angebot „Sport im Park“ sowie der Agentur für kreative Zwischenraumnutzung veranlasst. Die Plakate hingen für etwa einen Monat in den Schaufenstern aus. Eine anschließende Bewertung ergab keine wahrnehmbaren Auswirkungen der Maßnahme.
Aus diesem Grund wurden ab März 2026 Ideen einer langfristigen Schaufenster-Beklebung des ehemaligen Horten-Gebäudes gemeinsam mit der HMTG entwickelt.

Im August 2026 wurde diese Beklebung bzw. Folierung am Horten-Gebäude final umgesetzt. Die Schaufenster der aktuell leerstehenden (sich im Umbau befindenden) Immobilie sind nun belebt und bilden Hannovers Highlights und Vielfältigkeit ab. Aus einem tristen Erscheinungsbild wird so eine temporäre Präsentationsfläche geschaffen, die Hannover positiv repräsentiert. Die leerstehenden Schaufenster werden nicht nur optisch aufgewertet, sondern gezielt zur Verbesserung des Stadtbildes und zur Stärkung des Innenstadtimages genutzt.

Die Maßnahme stellt ein gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit verschiedener Akteur*innen bzw. öffentlicher Hand und Privatwirtschaft dar und läuft mindestens bis zum Sommer 2027. Sie soll als Musterprojekt für die Bearbeitung weiterer Projekte dienen.
3. Nr. 11 „Zukunft gestalten – Start-Ups und Pop-up-Konzepte fördern
Hierzu finden seit Januar 2026 verschiedene Austauschformate zur Unterstützung sowie Vermittlung von Leerständen mit verschiedenen Akteur*innen der Immobilienwirtschaft, dem City-Gemeinschaft Hannover e. V. sowie Vereinen, die sich in Hannover aktiv für Zwischennutzung von Leerständen einsetzen (wie bspw. kreHtiv, Agentur für kreative Zwischenraumnutzung e. V., Cameo Kollektiv e.V. und FLINTA Residenz), statt.

In diesem Zusammenhang konnte kreHtiv und dessen Gründungskonzept VITRINE in der Grupenstraße ein Leerstand vermittelt werden. Dort wurde und wird, finanziert u. a. mit WIR 2.0 Mitteln, ein Experimentierraum für Wirtschaftsförderung, Coworking und Ausstellungen mit Projektförderung geschaffen. Durch wechselnde Teilnehmer*innen werden alle drei Wochen Ausstellungen von je zwei Gründer*innen möglich gemacht.
4. Nr. 12 „Hannover als ‚Best Practice‘ – Aufhof fortführen“.

Auf Basis des Beschlusses der Drucksache 0447/2024 hat die Verwaltung im August 2024 ein Büro zur „Prozessbegleitung aufhof 2.0“ beauftragt. Das Büro führt den Prozess der Willensbildung und der Interessenklärung, der Ermittlung der Möglichkeiten sowie der Ressourcenbedarfe innerhalb der Stadtverwaltung, der Hochschule Hannover sowie weiterer Externen durch. Es hat dabei zahlreiche Interviews (Verwaltung / Externe) sowie drei Workshops durchgeführt. Auf dessen Basis hat das Büro ein Konzept mit Handlungsempfehlungen erstellt, welches sich in Abstimmung befindet. Zuletzt hat die Verwaltung (unter Bezugnahme auf den Beschluss der DS H-0311-2025) den Auftrag an das Büro 2026 erweitert, um das Konzept zu ergänzen und zu präzisieren. Dabei geht es um die Konkretisierung der räumlichen Verortung eines potentiellen „aufhof 2.0“. Ziel ist es, die Konkretisierung im Laufe des Jahres 2026 abzuschließen, sodass die Verwaltung der Politik ein Gesamtpaket spätestens im ersten Quartal 2027 vorstellen kann.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Auswirkungen auf die Gleichbehandlung der Geschlechter im Zusammenhang mit dem Sachstandsbericht sind nicht ersichtlich.

Klimawirkungsprüfung

Der Sachstandsbericht hat keine Auswirkungen auf das Klima. Das Ergebnis der Klimawirkungsprüfung wird als neutral bewertet.

Kostentabelle

Es entstehen keine finanziellen Auswirkungen.

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Hannover / Oct 2, 2026