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Änderungsantrag der CDU-Fraktion zu Drucks. Nr. 1418/2026: Dringlichkeitsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei zur Entwicklung einer tragfähigen Lösung des Konflikts zwischen Jugendzentrum und Kulturtreff im Roderbruch
Antrag
Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit dem Jugendzentrum Roderbruch und dem Kulturtreff Roderbruch kurzfristig eine tragfähige und dauerhafte Lösung für die Nutzung des gemeinsamen Gebäudes zu entwickeln. Ziel ist eine möglichst klare räumliche und funktionale Trennung beider Einrichtungen. Dabei sind die Belange und fachlichen Anforderungen beider Einrichtungen angemessen zu berücksichtigen. Den besonderen Schutz- und Freiräumen von Kindern und Jugendlichen sowie den Anforderungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ist dabei Rechnung zu tragen. Gleichzeitig ist sicherzustellen, dass der Kulturtreff seine wichtige Arbeit im Stadtteil eigenständig und verlässlich fortführen kann.
Dabei soll Folgendes berücksichtigt werden:
- Die räumlichen und funktionalen Voraussetzungen des Jugendzentrums Roderbruch sind dauerhaft zu sichern. Die für die Offene Kinder- und Jugendarbeit erforderlichen Schutz- und Freiräume sind zu gewährleisten. Insbesondere ist sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche das Jugendzentrum selbstständig, sicher und niedrigschwellig nutzen können und pädagogisch notwendige Rückzugsräume erhalten bleiben.
- Für das Jugendzentrum und den Kulturtreff ist eine dauerhafte räumliche Lösung mit jeweils eigenen Sanitäranlagen zu entwickeln. Eine dauerhafte gemeinsame Nutzung der Sanitäranlagen soll vermieden werden. Die Toiletten müssen aus dem jeweiligen Bereich sicher und niedrigschwellig erreichbar sein, ohne dass hierfür die Räumlichkeiten der jeweils anderen Einrichtung durchquert werden müssen. Hierdurch sollen sowohl die pädagogischen Schutzräume des Jugendzentrums gewahrt als auch eine eigenständige Nutzung des Kulturtreffs sichergestellt werden.
- Die hierfür erforderlichen baulichen und räumlichen Veränderungen sind zu prüfen. Dabei ist neben einer Neuordnung oder veränderten Zuordnung der vorhandenen Flächen ausdrücklich zu prüfen, wo und auf welche Weise zusätzliche bzw. eigen-ständige Räumlichkeiten für die beiden Einrichtungen geschaffen werden können, sofern innerhalb der derzeitigen Raumaufteilung keine dauerhaft tragfähige Entflechtung möglich ist. Ziel der Prüfung ist eine klare Zuordnung der jeweiligen Nutzungsbereiche einschließlich eigener Sanitäranlagen. Dabei sind die bauliche Machbarkeit, der jeweilige Raumbedarf sowie die voraussichtlichen Kosten der verschiedenen Lösungsvarianten darzustellen.
- Bis zur Herstellung einer dauerhaften Lösung ist unverzüglich eine praktikable Übergangsregelung für die Sanitärnutzung zu schaffen. Diese muss sicherstellen, dass die Sanitäranlagen erreichbar sind, ohne die Räumlichkeiten der jeweils anderen Einrichtung durchqueren zu müssen. Des Weiteren soll diese in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 26.10. und des Kulturausschusses am 20.11. präsentiert werden. Bei der Lösung ist ausdrücklich zu berücksichtigen, dass keine unzumutbaren oder unsicheren Wege entstehen dürfen, keine dauerhafte zusätzliche Aufsicht notwendig sein soll und die pädagogische Arbeit nicht beeinträchtigt werden darf.
- Den zuständigen Ausschüssen ist zeitnah über die Ergebnisse zu berichten. Der Bericht soll insbesondere
- den jeweiligen Raumbedarf von Jugendzentrum und Kulturtreff,
- mögliche Varianten für eine räumliche Entflechtung einschließlich jeweils eigener Sanitäranlagen und gegebenenfalls zusätzlicher bzw. eigenständiger Räumlichkeiten,
- die technische und wirtschaftliche Bewertung der untersuchten Varianten sowie
- einen konkreten Umsetzungsvorschlag einschließlich Zeitplan
enthalten.
Begründung
Das Jugendzentrum und der Kulturtreff sind wichtige Anlaufstellen für die Menschen im Roderbruch und prägen mit ihren unterschiedlichen Angeboten das Leben im Stadtteil. Die seit längerem bestehende räumliche Situation führt jedoch zu wiederkehrenden Nutzungskonflikten und belastet die Arbeit beider Einrichtungen. Ein wesentlicher Konfliktpunkt ist dabei die Nutzung und Erreichbarkeit der Sanitäranlagen.
Die bisherige Situation zeigt, dass eine dauerhafte gemeinsame Nutzung zentraler Funktionsbereiche die bestehenden Konflikte nicht hinreichend löst. Ziel muss deshalb eine möglichst klare räumliche Entflechtung sein. Dazu gehört insbesondere, beiden Einrichtungen eigene Sanitäranlagen zuzuordnen und Wegeführungen zu schaffen, bei denen Besucher nicht auf die Räumlichkeiten der jeweils anderen Einrichtung angewiesen sind.
Für die CDU-Fraktion steht fest, dass die Bedürfnisse von Jugendzentrum und Kulturtreff nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Vielmehr braucht es eine Lösung, die beiden Einrichtungen gerecht wird.
Bis zur baulichen Umsetzung ist eine verbindliche Übergangsregelung erforderlich, die die derzeitige Situation kurzfristig entschärft. Dauerhaft kann jedoch nur eine klare räumliche und funktionale Zuordnung dafür sorgen, dass die bestehenden Konflikte beendet werden.
Felix Semper
Vorsitzender