Drucksache Nr. 1934/2008:
Sanierungsprogramm 2008
Gymnasium Ricarda-Huch-Schule, Sanierung und Anbau

Informationen:

Inhalt der Drucksache:

Bitte beachten Sie, dass der folgende Text eventuell medienbedingte Formatabweichungen aufweisen kann. Eine formatgetreue Abbildung des Inhalts finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".
Landeshauptstadt HannoverBeschlussdrucksacheBeschlussdrucksache
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In den Verwaltungsausschuss
 
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1934/2008
6
 

Sanierungsprogramm 2008
Gymnasium Ricarda-Huch-Schule, Sanierung und Anbau

Antrag,

  1. der Haushaltsunterlage Bau gem. § 10 GemHVO zur Sanierung der Ricarda-Huch-Schule in Höhe von insgesamt 10.120.000 € sowie
  2. der Mittelfreigabe in Höhe von 1.000.000 € und
  3. dem Baubeginn

zuzustimmen.

Finanzierung

Mittel stehen im Vermögensplan des Fachbereiches Gebäudemanagement aus dem Wirtschaftsjahr 2008 zur Verfügung:
  • Position 2SB.08-01 (Schulen, Sanierungsmaßnahmen) in Höhe von 1.000.000 €.

Die Fortführung der Maßnahme erfolgt in den Jahren 2009 mit 2.000.000 €, 2010 mit 3.500.000 € und 2011 mit 3.595.000 € aus der Position 2SB.08-01 (Schulen, Sanierungsmaßnahmen) im Wirtschaftsplan des Fachbereiches Gebäudemanagement.

Dazu kommen Mittel in Höhe von 25.000 € aus dem Vermögenshaushalt des Jahres 2009 der Landeshauptstadt Hannover für IuK-Maßnahmen im Schulverwaltungsbereich aus der Haushaltsmanagementkontierung 0610.013-935300 (Leasing Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung)

Zudem werden 2009 und 2010 Mittel in Höhe von insgesamt 110.000 € bei HMK 2300.901-935400 für neue Einrichtungsgegenstände eingesetzt.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten


Der in dieser Drucksache dargestellte Vorgang ist im Wesentlichen finanzieller Art und nicht geschlechterspezifisch zu betrachten. Durch den Ganztagsbetrieb wird Eltern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht.

Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen:
Investitionenin €bei HMK
(Deckungsring)/
Wipl-Position
Verwaltungs-
haushalt;
auchInvestitions-
folgekosten
in € p.a.bei HMK
(Deckungsring)/
Wipl-Position
EinnahmenEinnahmen
Finanzierungsanteile von DrittenBetriebseinnahmen
sonstige EinnahmenFinanzeinnahmen von Dritten
Einnahmen insgesamt€0.00 Einnahmen insgesamt€0.00 
AusgabenAusgaben
ErwerbsaufwandPersonalausgaben
Hoch-, Tiefbau bzw. Sanierung€10,095,000.002 SB.08-01Sachausgaben€656,200.002300.000-535000
Einrichtungsaufwand€135,000.000610.013-935300 2300.901-935400Zuwendungen
Investitionszuschuss an DritteKalkulatorische Kosten€10,800.00FiStl 0610.000 und Einzelplan 9
Ausgaben insgesamt€10,230,000.00 Ausgaben insgesamt€667,000.00 
Finanzierungssaldo(€10,230,000.00) Überschuss / Zuschuss(€667,000.00) 
Kosten

Die Gesamtkosten der Baumaßnahme betragen 10.120.000 € einschließlich der spezifischen Auslagerungs-, Umzugskosten in Höhe von 142.000 €, der Kosten für die Sanierung der Außenanlagen in Höhe von 163.000 € sowie für die Umsetzung der Ganztagsanforderungen (Mensa) sowie neuer Fachunterrichtsräume im Anbau in Höhe von 2.780.000 €.

Für die Gebäudesanierung einschl. der umfangreichen Umbaumaßnahmen ergibt sich somit eine Investitionssumme von rund 973 € /m² Nettogrundfläche (NGF).

Für den Gebäudeneubau incl. abgesenktem Bereich mit Treppen und Rampen ergibt sich eine Investitionssumme von 3.382 € /m² NGF.

Weiteres ist der als Anlage 2 beigefügten Kurzfassung der Kostenberechung zu entnehmen.

Begründung des Antrages

Mit Beschluss der Drucksache 2198/2007 hat die Verwaltung den Auftrag für ein mehrjähriges Sanierungsprogramm (2008-2011) an Schulen und Kindertagesstätten erhalten.

Ziel der Gebäudesanierung ist die nachhaltige Instandsetzung des Schulgebäudes und die Wiederherstellung in einen gebrauchsfähigen Zustand nach heutigen energetischen Anforderungen und die Umsetzung weiterer Maßnahmen wie die Berücksichtigung von Sicherheitsanforderungen (Feuerwehr, Gemeindeunfallversicherungsverband), Barrierefreiheit, Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) sowie Umwelt- und Klimaschutzanforderungen.

Das Gymnasium (Gy) Ricarda-Huch-Schule wurde wegen seines dringenden Sanierungsbedarfes in das Sanierungsprogramm aufgenommen. Bestandteil der Baumaßnahme ist neben der Umsetzung von Ganztagsschulanforderungen zudem die Schaffung der erforderlichen Räume nach Standardraumprogramm.

Schulentwicklung
Das Gy Ricarda-Huch-Schule befindet sich im Stadtbezirk Vahrenwald-List. Derzeit werden auf dem Gymnasium 862 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Im Rahmen der künftigen Schulentwicklung ist bei dem Standort von einer Gesamtschülerzahl von 960 auszugehen. Dieses entspricht 24 Klassen in der Sekundarstufe I sowie 12 Lerngruppen in der Sekundarstufe II und somit einer 4-Zügigkeit.

Von Seiten der Schulleitung ist ein Antrag auf Ganztagsschule geplant. Dieser Antrag wird von der Verwaltung positiv unterstützt und durch eine Beschlussdrucksache gesondert ins Verfahren gegeben werden.

Nach den derzeitigen Prognosen zur Schulentwicklung ist der Erhalt des Standortes langfristig gesichert.

Terminplanung
Die vorbereitenden Maßnahmen, wie Ausführungs-, Detail- und Werkplanung, Ausschreibungen und Auftragsvergaben, sollen ab Herbst 2008 erfolgen. Die Umsetzung der Baumaßnahme ist im Zeitraum ab Frühjahr 2009 bis Frühjahr 2011 vorgesehen.

Auslagerung
Die Bauausführung erfolgt in Bauabschnitten. Somit werden Auslagerungen nur innerhalb des Gebäudes und in die Außenstelle in der Edenstrasse erfolgen. Auf mobile Klassenraumelemente kann somit nach derzeitigem Planungsstand verzichtet werden.

Baubeschreibung
Das Gymnasium Ricarda-Huch-Schule befindet sich am Bonifatiusplatz 15 in der List.

Das Gebäude ist in eine Blockrandbebauung eingefasst und bildet den Winkel zwischen Bonifatiusplatz und Ulrichstraße. 1908 wurde der größte Teil des Gebäudes als Bürgerschule und Präparandenanstalt am Bonifatiusplatz errichtet. Im 2. Weltkrieg wurde der Sporthallen- / Aulatrakt und Teile des Daches zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte Anfang der 1950er Jahre. 1965 wurde die Baulücke auf der östlichen Seite durch einen 3-geschossigen Anbau geschlossen.

Einzelheiten der beabsichtigten Baumaßnahme können der als Anlage 1 beigefügten
Baubeschreibung entnommen werden.

Besonderheiten:

Barrierefreiheit
Im Rahmen der Planung wurden die Aspekte der Barrierefreiheit untersucht und die
durchzuführenden Maßnahmen mit der Behindertenbeauftragten der LHH abgestimmt. Der im Anbau befindliche Mensabereich der Schule und die vorhandene untere Sporthalle werden künftig barrierefrei zu erreichen sein. Außerdem werden zusätzlich behindertengerechte WC-Anlagen im Bereich der Mensa und im Bereich der unteren Sporthalle geschaffen. Ein Aufzug von der Mensa in das Erdgeschoss erschließt die beiden Chemieräume, einen Allgemeinen Unterrichtsraum und den Computerraum. Die restlichen Schulbereiche im Altbau können aufgrund der Vielzahl von Ebenenversprüngen nicht behindertengerecht ausgebildet werden.

Sicherheit
Die Forderungen von Feuerwehr, Bauordnung und Gemeindeunfallversicherungsverband (GUV) sind in die Sanierungsplanung eingeflossen. Unter anderem wird ein zusätzliches Treppenhaus im Aula-/Sporthallentrakt angebaut und es erfolgt die Verlängerung des Haupttreppenhauses bis ins Dachgeschoss.

Umweltverträglichkeit
Zur Bewertung der Umweltverträglichkeit wurde im Vorfeld ein Schadstoffgutachten
beauftragt. Den Empfehlungen des Gutachters wird gefolgt. Im Zuge der Sanierung werden
schadstoffbelastete Materialien fachgerecht ausgebaut und umweltverträglich entsorgt.

Akustik
Für eine Minderung des internen Geräuschpegels sind akustische Maßnahmen im Bereich der Decken vorgesehen. Neben den Klassenräumen werden auch Fachunterrichtsräume und die untere Sporthalle den heutigen akustischen Anforderungen angepasst. Die Vorgaben der DIN 18041 werden dadurch eingehalten.

Energetische Verbesserung gegenüber dem Ist-Zustand
Eines der wichtigsten Ziele des Sanierungsprogramms ist die Senkung des Energiebedarfs
und damit eine langfristige Reduzierung der Energiekosten und der Umweltbelastungen. Im Bereich der Gebäudehüllfläche des Altbaus werden die Fenster, die obersten Geschossdecken bzw. Dachflächen und die Außenwände des 60er Jahre Anbaus dem Standard EnEV - 30 % entsprechen. Da es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, werden Teile der Außenwände des Altbaus von 1908 jedoch nicht gedämmt, eine Innendämmung wäre hier bauphysikalisch problematisch.

Die geplanten Maßnahmen im Altbaubereich reduzieren den Verbrauch dort um 62 % und somit die jährlichen Heizenergiekosten von zurzeit 65.367 € auf 24.839 €.

Wegen der oben beschriebenen Besonderheiten muss auf den Tabellenvergleich EnEV - 30 % gegenüber Passivhausbauweise verzichtet werden.

Der Anbau wird im Passivhausstandard erstellt. Hier wird in der Bilanz ein Jahresheizwärmebedarf von 11 kWh/m² und Jahr erreicht. Die generelle Passivhausanforderung an einen Primärenergiekennwert von maximal 120 kWh/m² und Jahr kann durch die spezielle Nutzung als Mensa mit hohem Anteil an technischer Ausrüstung nur schwer erreicht werden. Da die Mensa die gesamte Schule bedient, z.B. die Lüftungsanlagen und ihre sonstigen Einrichtungen auf die gesamte Schülerzahl ausgelegt werden, müssen die Energieverbräuche hier auch auf die gesamte Schulfläche rechnerisch verteilt werden.

Der Restwärmebedarf erfolgt wie die Wärmeversorgung des Altbaus über Fernwärme.

Durch die Vergrößerung der Flächen um 822 m² (NGF) durch den Anbau sowie durch den
höheren Stromverbrauch u.a. durch den Mensabereich und die Lüftungsanlagen wird sich trotz energieeffizienter Technik der gesamte Stromverbrauch gegenüber dem Ist-Zustand erhöhen.


Die tatsächlichen Energie- und Wasserverbrauchsdaten sind auch nach der Sanierung entscheidend vom Nutzerverhalten abhängig.

Solarenergie
Für den Anbaubereich wurde die Nutzung von Solarmodulen geprüft und aufgrund der doch geringen Dachflächengröße verworfen. Der Anbau wird mit einem Gründach versehen. Bei den vorhandenen Dächern ist die Belegung mit Solarmodulen auf Grund des Denkmalschutzes eingeschränkt.
19 .11
Hannover / Aug 25, 2008