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Die Inhalte der Fortschreibung des Masterplans Mobilität wirken sich in gleichwertiger Weise auf die Belange von Männern und Frauen bzw. auf alle gesellschaftlichen Gruppen aus. Den besonderen Bedürfnissen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen wird durch die gewählten Handlungsschwerpunkte und Handlungsansätze bei der Verkehrsentwicklungsplanung Rechnung getragen.
Der Masterplan Mobilität 2035 definiert die grundsätzlichen Leitlinien der Mobilitätsplanung für die nächsten zehn Jahre. Das vom Rat beschlossene Klimaneutralitätsziel war für die Fortschreibung des Masterplans Mobilität maßgebend. Im integrierten Handlungskonzept werden konkrete Lösungsansätze aufgezeigt, die eine Verkehrsvermeidung bzw. Verlagerung auf die Verkehrsmittel des Umweltverbundes erwarten lassen. Mit der Umsetzung des Handlungskonzeptes werden positive Effekte für den Klimaschutz erzielt.
Masterplan Mobilität 2035
Fortschreibung des Masterplans Mobilität 2025 der Landeshauptstadt Hannover
Ausgangssituation:
Als Grundlage für die Verkehrsentwicklungsplanung der Landeshauptstadt Hannover wurde im Jahr 2011 mit großer Ratsmehrheit ein integrierter Verkehrsentwicklungsplan mit dem Titel „Masterplan Mobilität 2025“ beschlossen. Der zeitliche Zielhorizont des Masterplans ist inzwischen erreicht. Große Teile des Handlungskonzeptes wurden umgesetzt. Zudem haben sich in den letzten Jahren Rahmenbedingungen und Anforderungen an die Mobilität wesentlich verändert. Beispielhaft zu nennen sind hierbei gesellschaftliche Entwicklungen wie der demographische Wandel sowie die vielfältigen und komplexen Herausforderungen des Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung. Erste Weichen für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung hat der Rat der Stadt u. a. mit dem Beschluss zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 sowie dem daran anschließenden Klimaschutzprogramm 2035 gestellt. Zahlreiche Beschlüsse des Rates sind in die Textfassung des Masterplans Mobilität 2035 eingeflossen.
Viele Ziele und Handlungsansätze aus dem Masterplan Mobilität 2025 sind weiterhin aktuell. Die veränderten Rahmenbedingungen erfordern jedoch eine Ausrichtung und Ergänzung der Zielsetzung des übergeordneten Strategiepapiers. Auch der Verkehrsentwicklungsplan der Region Hannover wurde 2023 mit ambitionierten Zielen neu aufgestellt, der Verwaltungsausschuss der Landeshauptstadt Hannover hat diesen in einer Stellungnahme einstimmig begrüßt.
Prozess zur Fortschreibung des Masterplans Mobilität:
Mit der Fortschreibung des Masterplans Mobilität wurde im Herbst 2023 begonnen. Die Bearbeitung erfolgte gemeinsam mit dem beauftragten Planungsbüro shp Verkehrsplanung.
Der Planungsprozess sah folgende Arbeitsbausteine vor:
· Bestands- und Potentialanalyse (Betrachtung Ausgangssituation sowie Ausarbeitung von heutigen Mängeln, Herausforderungen und Chancen)
· Weiterentwicklung des Planungsleitbildes aus dem Masterplan Mobilität 2025
· Betrachtung der einzelnen Verkehrsarten und übergeordneter Mobilitätsthemen wie Verkehrssicherheit und Mobilitätsmanagement
· Überführung der sektoralen Überlegungen in ein integriertes Gesamtkonzept
· Herausstellung von Handlungsschwerpunkten und Handlungsansätzen
· Ausblick auf die Umsetzung und den Aufbau eines Monitorings
Die Fortschreibung des Masterplans Mobilität wurde durch ein umfassendes Beteiligungsverfahren mit verschiedenen Formaten begleitet.
Neben einem regelmäßigen inhaltlichen Austausch in einer verwaltungsinternen, fachbereichsübergreifenden Arbeitsgruppe erfolgte die Beteiligung der Fachöffentlichkeit im prozessbegleitenden Arbeitskreis Mobilität. Der ca. 40 Personen umfassende Arbeitskreis Mobilität bestand aus Vertretungen von Organisationen und Interessenverbänden, der Polizei, den Ratsfraktionen sowie Mitgliedern aus der Verwaltung der LHH und Region. Der kontinuierliche fachliche Austausch in dem Gremium fand in insgesamt sechs Sitzungen statt.
Die Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgte über einen Mobilitätsrat als erstem losbasierten Einwohner*innenrat (Mobilitätsrat) der Landeshauptstadt Hannover. Durch den Mobilitätsrat, der sich aus 40 repräsentativ ausgewählten Bürger*innen der Landeshauptstadt Hannover zusammensetzte, konnten in insgesamt vier Sitzungen die persönlichen Erfahrungen, Meinungen und Interessen der Bürger*innen als Alltagsexpert*innen und als Teilnehmer*innen im Verkehr in den Arbeitsprozess eingebracht werden. Zum Abschluss des Prozesses wurden aus dieser Perspektive Empfehlungen zur Entwicklung der Mobilität im Handlungsrahmen der Masterplanfortschreibung erarbeitet, die wiederum in die Entwicklung der Handlungsansätze – und schwerpunkte des Masterplans Mobilität 2035 eingeflossen sind.
Eine Vorstellung der Zwischenstände zum Leitbild und den Handlungsschwerpunkten wurde vor finaler Fertigstellung des Masterplans Mobilität 2035 für die Stadtbezirksräte im Rahmen einer Informationsveranstaltung durchgeführt. Hingewiesen wurde dabei auch auf die Funktion der Masterplanung, insbesondere ihre gesamtstädtische Ausrichtung. Der Masterplan Mobilität 2035 ersetzt nicht die verkehrsplanerischen Überlegungen bzw. Maßnahmen auf Stadtteilebene, sondern setzt für diese den Rahmen und beschreibt die programmatischen Handlungsfelder der nächsten Jahre.
Gliederung und Kernergebnisse der Fortschreibung des Masterplans Mobilität:
Nach Abschluss der Bestands- und Potentialanalyse zu Beginn des Planungsprozesses (vgl. Kap. 1 bis 4 im Endbericht) wurde das Planungsleitbild aus dem Masterplan Mobilität 2025 weiterentwickelt. Das in Kap. 5 aufgeführte zukunftsfähige Planungsleitbild, erarbeitet in der Verwaltungsinternen Arbeitsgruppe und im Arbeitskreis Mobilität abgestimmt, nimmt eine zentrale Position innerhalb der Masterplanung ein. Es formuliert die grundsätzlichen Ziele der Planung als ökologische, soziale und ökonomische Leitsätze und Anforderungen an die Verkehrssysteme.
Als übergeordneter Leitsatz wurde formuliert: „Die Landeshauptstadt Hannover gestaltet eine zukunftsfähige und klimafreundliche Mobilität für alle.“ Dem Leitsatz wurden sechs allgemeine Werte zugeordnet, die sich an den Grundsätzen des gesellschaftlichen Lebens und deren Wandel orientieren. Beispielhaft zu nennen sind hierbei die Ziele Klimaschutz und –anpassung sowie Sicherheit und Teilhabe. Aus diesen sechs Werten wurden sechs planerische Ziele mit Mobilitätsbezug abgeleitet, z. B. die Themen „Selbstständige und sichere Mobilität fördern“, „Lebenswerte Stadt- und Straßenräume entwickeln“ sowie „Umweltfreundliche, attraktive Mobilitätsangebote ausbauen“.
Bereits aus den Planungszielen des Leitbildes geht hervor, dass die zukünftige Mobilität in der Landeshauptstadt Hannover nicht nur durch die sektorale Entwicklung der nachhaltigen Verkehrsträger geprägt sein wird, sondern aus der integrativen Perspektive heraus Themen wie die Verknüpfung der Verkehrsträger untereinander (Multi- bzw. Intermodalität) sowie die Herstellung von Flächengerechtigkeiten zugunsten der Verkehrsträger des Umweltverbundes (Fuß- und Radverkehr, ÖPNV) im Fokus stehen werden, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen begegnen zu können.
Basierend auf der umfassenden Bestands- und Potentialanalyse sowie dem neuen Planungsleitbild wurde unter Berücksichtigung der Anregungen aus dem Arbeitskreis Mobilität sowie der Empfehlungen des Mobilitätsrates das integrierte Handlungskonzept erarbeitet (vgl. Kap. 7). Das integrierte Handlungskonzept umfasst nachfolgende zehn gleichrangig nebeneinanderstehende Handlungsschwerpunkte, die die strategische Ausrichtung der Mobilitätsplanung der Landeshauptstadt Hannover für die nächsten zehn Jahre hervorheben:
- Ein durchgängiges und qualitätvolles Fußverkehrsnetz bereitstellen
- Lebenswerte Straßenräume und Plätze für alle schaffen
- Das Radverkehrsnetz weiterentwickeln
- Sichere und attraktive Fahrradabstellanlagen schaffen
- Mobilitätsmanagement aufbauen
- Weiterentwicklung des ÖPNV durch die Region unterstützen
- Flexible Mobilitätsangebote ausweiten und verknüpfen
- Das städtische Parkraummanagement etablieren
- Das funktionale Straßennetz überprüfen
- Wirtschaftsverkehr stadtverträglich weiterentwickeln
Den in Kap. 8 zusammengefassten Handlungsschwerpunkten sind eine Vielzahl an Handlungsansätzen und Maßnahmen zugeordnet, die in einem thematischen Zusammenhang stehen und miteinander verknüpft sind. Der integrierte Ansatz des Masterplans Mobilität 2035 stellt dabei eine direkte Verbindung der Handlungsansätze bzw. Maßnahmen mit dem zu Beginn des Planungsprozesses entwickelten neuen Leitbild sicher. So sind die jeweiligen Handlungsansätze bzw. Maßnahmen im integrierten Handlungskonzept den verschiedenen Planungszielen des Leitbildes zugewiesen (vgl. Kap. 7). Viele von ihnen sind möglichst gemeinsam umzusetzen, um die formulierten Ziele zu erreichen und Dynamiken und Synergien freizusetzen.
Der Masterplan Mobilität 2035 der Landeshauptstadt Hannover stellt dabei keinen Abschluss der Mobilitätsstrategie für die nächsten zehn Jahre dar, er versteht sich vielmehr als lebendiges strategisches Steuerungsinstrument. Da viele der umzusetzenden Maßnahmen erst über Jahre hinweg ihre volle Wirkung entfalten werden, ist es wichtig, ihre Umsetzung und den Fortschritt zu evaluieren und gegebenenfalls aufgrund bestehender Erfordernisse bzw. Entwicklungen zielgerichtete Anpassungen vorzunehmen. Darüber hinaus kann so auf weitere, sich ggf. verändernde Rahmenbedingungen reagiert werden.
Der Drucksache ist als Anlage der Endbericht zum Masterplan Mobilität 2035 angefügt. Es ist vorgesehen, aus diesem Bericht eine inhaltsgleiche, um Fotos angereicherte Broschüre zu erstellen.