Drucksache Nr. 1919/2026:
Einbau von Nebeldüsen zur Reduzierung der Hitzebelastung in der Schillerstraße

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverBeschlussdrucksache-ZeichenBeschlussdrucksache
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1919/2026
1 (nur online)
 

Einbau von Nebeldüsen zur Reduzierung der Hitzebelastung in der Schillerstraße

Antrag,

1. dem Einbau von insgesamt drei Bodendüsen und zwei Nebelstelen im Bereich der derzeit im Bau befindlichen Schillerstraße, wie in Anlage 1 dargestellt, mit Gesamtkosten i.H.v. 60.000 € zuzustimmen.
- Entscheidungsrecht des Stadtbezirksrates gemäß § 93 (1) Nr.2 NKomVG

2. dem Baubeginn sowie der Mittelfreigabe zuzustimmen.
- Entscheidungsrecht des Verwaltungsausschusses gemäß § 76 Abs. 2 NKomVG.

Finanzielle Auswirkungen

Finanzhaushalt
Investitionsmaßnahme 66000.901.2

Bezeichnung Einrichtungen

Die Finanzierung der Maßnahme wird in 2026 durch die Inanspruchnahme der gegenseitigen Deckungsfähigkeit im Teilfinanzhaushalt OE 66 sichergestellt.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Genderspezifische Aspekte und Belange wurden bei der geplanten Maßnahme beachtet. Die Einrichtung ist gleichermaßen von allen Geschlechtern nutzbar.

Ergebnis der Klimawirkungsprüfung

Durch die entstehende Verdunstungskälte bei der Vernebelung wird die Umgebungstemperatur gesenkt und so die Hitzebelastung in der Schillerstraße verringert. Dem gegenüber steht ein Wasserverbrauch der zwei Nebelstelen (mit jeweils 4 Düsen) und der drei Bodendüsen von insgesamt maximal 53 Liter/Stunde sowie ein Stromverbrauch der Gesamtanlage von ca. 0,28 kWh je Betriebsstunde bei 11 Düsen.

Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro:
Teilfinanzhaushalt 66 - Investitionstätigkeit
Investitionsmaßnahme 66000.901.2
Einrichtungen
EinzahlungenAuszahlungen
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €39,000.00
   
Baumaßnahmen €60,000.00
   
Saldo Investitionstätigkeit -€21,000.00

Teilergebnishaushalt 66 - Investitionstätigkeit
Produkt 66000
Einrichtungen
Angaben pro Jahr
Ordentliche ErträgeOrdentliche Aufwendungen
Auflösung Sonderposten (anteilige Zuwendungen) €3,000.00
   
   
Abschreibungen €4,615.00
Zinsen o.ä. (TH 99) €315.00
   
Saldo ordentliches Ergebnis -€1,930.00
   
  
Anmerkungen zu:

Einzahlungen
Die Maßnahme - Anschaffung der drei Bodendüsen und zwei Nebelstelen inkl. Technik, Einbau und Installation der Düsen – ist Teil der Smart City-Maßnahme „Hitze, Wasser, Management“ und wird über das Smart-City-Förderprojekt „Restart #HANnovativ“ der Landeshauptstadt Hannover aus dem Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) mit einer Förderquote von 65 % finanziert. Eine entsprechende Förderzusage für zuwendungsfähige Kosten des Fördermittelgebers liegt vor.

Auszahlungen
In den dargestellten Kosten sind Ausgaben für jährliche Bereitstellung von Trinkwasser nicht enthalten.

Nutzungsdauer
Es wird aus Erfahrungswerten von einer Nutzungsdauer von 13 Jahren ausgegangen.


Begründung des Antrages

Ausgangslage
Die Grunderneuerung der Schillerstraße zwischen Andreaestraße und Ernst-August-Platz befindet sich auf Grundlage der Drucksache 1248/2024 derzeit in der baulichen Umsetzung. Neben der Erneuerung der Fahrbahn wurden auch die angrenzenden Seitenanlagen sehr komfortabel im Sinne einer innerstädtischen Geschäftsstraße und zukunftsweisend mit einem modernen Regenwassermanagement geplant. Das Oberflächenwasser wird über begrünte Versickerungsmulden und versickerungsfähiges Pflaster in den Multifunktionsstreifen abgeführt. Für die Baumaßnahme sind aus den für die Landeshauptstadt Hannover reservierten Fördermitteln aus dem Förderprogramm „Resiliente Innenstädte“ des Landes Niedersachsen Zuwendungen in Höhe von maximal 40% der zuwendungsfähigen Kosten zugesagt – ein entsprechender Bewilligungsbescheid für das Projekt liegt vor. Nach derzeitigem Umsetzungsstand ist mit der Fertigstellung der Baumaßnahme zum Ende des Jahres 2027 zu kalkulieren.

Die Förderung aus dem Förderprojekt „Restart: #HANnovativ“ bezieht sich im Rahmen der Gesamtbaumaßnahme auf die Anschaffung der drei Bodendüsen und zwei Nebelstelen inkl. der Technik, Einbau und Installation.

Beschreibung des Vorhabens

Im Rahmen eines klimawandelangepassten Bauens insbesondere in den hitzebelasteten Innenstadtbereichen wurde nach Möglichkeiten gesucht, die Hitzebelastung zu reduzieren und dadurch die Aufenthaltsqualität in der Schillerstraße an Sommertagen (Tage mit Temperaturen über 25 °C) und Hitzetagen (Temperaturen über 30 °C) zu erhöhen.

Mit dem Einbau von Verneblungsanlagen im öffentlichen Raum wurden bereits in vielen europäischen Großstädten sehr gute Ergebnisse erzielt, die Erfahrungswerte und Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind durchweg positiv dokumentiert. Im näheren Umkreis wurden vergleichbare Anlagen in Hameln verbaut, die von den Fachverwaltungen besichtigt und umsetzungsfähig auch für Hannover in der Schillerstraße bewertet werden konnten.

Es ist geplant in den Flächen zwischen den Versickerungsmulden auf der Nordseite, die bereits mit Sitzgelegenheiten zum Aufenthalt einladen, insgesamt drei Bodennebeldüsen und in einer weiteren Sitzecke zwei Nebelstelen zu installieren.

Bei Temperaturen über 25 °C werden die Pumpen sensorgesteuert in regelmäßigen Abständen für einen kurzen Zeitintervall anspringen und die direkte Umgebung der Düsen und Stelen durch die entsprechende Benebelung herunterkühlen. Der Nebel wird beim Durchschreiten von den Menschen als wohltuend kühlend empfunden. Die Anlage wird an den warmen Tagen im Zeitraum von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr betrieben. Innerhalb dieses Zeitfensters erfolgt der Betrieb im Intervall von 3 Minuten Betrieb und 1 Minute Pause. Aufgrund der temperaturabhängigen Freigabe, des zeitlich begrenzten Betriebsfensters, des Intervallbetriebes sowie der zusätzlichen Bewegungssteuerung liegt der tatsächliche Wasser- und Stromverbrauch in der Praxis entsprechend unter den oben genannten Maximalwerten.
Mit dem Verbau der Nebeldüsen in unmittelbarer Nähe zu schattenspendenden Baumstandorten auf der Schillerstraße werden echte Klimaoasen geschaffen, die an Sommer- und Hitzetagen eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.

Die Einrichtung in der Schillerstraße soll als Pilotprojekt für die Innenstadt dienen, um für die Fachabteilungen die Technik, Pflege und den Unterhaltungsaufwand zu verifizieren.

Technik

Bei den Hochdrucknebelanlagen entsteht Nebel, in dem Wasser mit hohem Druck durch feine Öffnungen gepresst wird. Bei 70 bar entstehen dabei Wasserpartikel in der Größe von 5 my(= 0,005 mm). Dabei kommt es zu einer plötzlichen Verdampfung (=Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit), welche die Umgebungstemperatur senkt, da das Wasser dafür Energie benötigt (=Verdunstungskälte). Die Pumpentechnik, Frostwächter und Zeitschaltuhren werden in einem Schaltkasten auf der Tiefgaragenzufahrt zur Galeria Kaufhof aufgestellt.

Bauzeit

Der Einbau der Nebeltechnik erfolgt im Frühjahr 2027 sukzessive mit dem Straßenbau in der Schillerstraße.
66.2 
Hannover / Sep 21, 2026