Drucksache Nr. 1905/2019 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage der Fraktion Die Hannoveraner zur Reaktion der Verwaltung auf das geplante EU-Verbot für Kunststoff-Granulat auf Kunstrasenplätzen
in der Ratssitzung am 29.08.2019, TOP 3.3.2.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt Hannover
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1905/2019 F1
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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage der Fraktion Die Hannoveraner zur Reaktion der Verwaltung auf das geplante EU-Verbot für Kunststoff-Granulat auf Kunstrasenplätzen
in der Ratssitzung am 29.08.2019, TOP 3.3.2.

Die EU plant für 2022 ein Verbot von Kunststoff-Granulat auf Kunstrasenplätzen.
Als Begründung wird angeführt, dass der Abrieb des Granulats das gefährliche Mikroplastik-Material ergibt, das extrem schädlich für die Umwelt, besonders für die Gewässer, sein soll. Auf vielen Fußballplätzen liegen jeweils 5-7 Tonnen Kunststoff-Granulat. Im Spielbetrieb findet ein ständiger Schwund dieses Materials statt und schädigt die Umwelt. Stark beanspruchte Zonen eines Sportplatzes, wie z.B. der Strafraum, müssen ständig nachgranuliert werden. Es gibt auch Alternativen (z.B. Kork) zu dem Füllmaterial Kunststoff-Granulat. Doch ist es nach Aussage von Fachleuten zum Teil erheblich teurer (laut Experten zwischen 100.000 und 500.000 Euro pro Platz). Laut SPIEGEL gibt es derzeit in Deutschland etwa 5000 Kunstrasenplätze. Auch Hannover hat ein Programm zur Erstellung von Kunstrasenplätzen aufgelegt.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:
1. Welches Granulat wird in Hannover für die Kunstrasenplätze verwendet?

2. Das EU-Verbot von Kunststoff-Granulat wird ein Problem darstellen. Hat die Verwaltung schon Pläne, um einen Verlust von Plätzen infolge eines EU-Verbots zuvor zu kommen?

3. An welches Material zur Verfüllung der Plätze in der Zukunft denkt die Verwaltung?

Gerhard Wruck
Stellv. Fraktionsvorsitzender

Text der Antwort

Frage 1: Welches Granulat wird in Hannover für die Kunstrasenplätze verwendet?

Auf städtischen Grundstücken gibt es derzeit 5,5 Kunststoffrasenplätze für Hockey, die unverfüllt sind. Zwei Kunststoffrasenspielfelder für Fußball sind mit Sand verfüllt. Lediglich die 4 sogenannten DFB-Minispielfelder, die nach der Fußball-WM 2006 errichtet worden sind, haben als Füllung ein Gemisch aus Sand und Kunststoffgranulat. Außerdem befinden sich auf dem Gelände des Nachwuchsleistungszentrums von Hannover 96 Kunststoffrasenplätze, die mit Granulat verfüllt sind.

Frage 2: Das EU-Verbot von Kunststoff-Granulat wird ein Problem darstellen. Hat die Verwaltung schon Pläne, um einen Verlust von Plätzen infolge eines EU-Verbots zuvor zu kommen?
Da in Hannover in der Regel keine mit Kunststoffgranulat verfüllten Plätze errichtet worden sind, bereitet das in Diskussion befindliche EU-Verbot der Verwaltung keine großen Sorgen. Die betroffenen DFB-Minispielfelder werden 2022 das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben.

Für die Kunststoffrasenplätze im Nachwuchsleistungszentrum ist die Hannover 96 GmbH& Co. KG aA als Erbbauberechtigte selbst verantwortlich.
Frage 3: An welches Material zur Verfüllung der Plätze in der Zukunft denkt die Verwaltung?
Zum Kunststoffrasenplatzprogramm ist von den Ratsgremien beschlossen worden, dass im Rahmen des Programmes nur unverfüllte oder mit Sand verfüllte Kunststoffrasenplätze gebaut werden.