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Der aktuelle Nahverkehrsplan der Region Hannover sieht vor, in den kommenden Jahren den barrierefreien Ausbau der Haltestellen auf dem Streckenast A-West der Stadtbahnlinie 9 zu vollenden. Zwischen den Haltestellen Schwarzer Bär und Bauweg sind alle vier Haltestellen noch nicht mit Hochbahnsteigen ausgerüstet. Zunächst ist der barrierefreie Ausbau der Haltestelle Am Lindener Hafen vorgesehen.
Die von der infra mit der Planung des Vorhabens beauftragte Firma TransTecBau hat zwischenzeitlich eine Machbarkeitsstudie erstellt, in der Varianten für den zukünftigen Hochbahnsteig untersucht, bewertet und mit der Landeshauptstadt Hannover abgestimmt wurden. Die Ergebnisse sind in dieser Drucksache zusammengefasst.
Die infra hat für das Verfahren mit Schreiben vom 19.06.2026 die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) beantragt. Die Frist für Stellungnahmen zu den Planfeststellungsverfahren endet am 24.09.2026.
2. Beschreibung der Maßnahme
Die Haltestelle Am Lindener Hafen befindet sich auf der Stadtbahnstrecke A-West im Stadtteil Linden-Mitte.
Die stadtauswärtige Halteposition liegt in der Davenstedter Straße vor dem Kontenpunkt Am Lindener Hafen/Bauweg/Davenstedter Straße. Die stadteinwärtige Halteposition liegt im Bauweg vor dem Knotenpunkt Am Lindener Hafen/Bauweg/Davenstedter Straße. Der Ausstieg erfolgt aktuell auf der Straße und ist somit nicht barrierefrei. An den Fahrbahnrändern der Davenstedter Straße befindet sich die gleichnamige Haltestelle der Buslinie 120 (Ahlem - Kröpcke). Nach Erhebungen der Üstra aus dem 1. Quartal 2019 wird die Stadtbahnhaltestelle von insgesamt rund 1.600 Fahrgästen je durchschnittlichem Werktag genutzt.
Als Standort für den zukünftigen Hochbahnsteig an der Haltestelle Am Lindener Hafen hat sich die Variante 2 auf Höhe der heutigen stadtauswärtigen Halteposition im Rahmen der Abwägung als am Besten geeignet herausgestellt (vgl. Anlage 1 - Übersichtslageplan, Anlage 2 - Lageplan und Anlage 3 - Querschnitt).
Im Lageplan (Anlage 2) ist die Planfeststellungsgrenze eingetragen. Diese kennzeichnet auch den durch die infra umzubauenden Bereich. Alle darüber hinaus gehenden Darstellungen sind rein informativer Natur und nicht Gegenstand der hier beschriebenen Maßnahme sondern werden im Rahmen der Planungen zur Veloroute 10 ausgeplant und dann auch ausgeführt.
Mit dem barrierefreien Ausbau erhält die Haltestelle Am Lindener Hafen einen 70 m langen Mittelhochbahnsteig für den Einsatz von 3-Wagen-Zügen der Serie TW2000 und nach Ausbau der übrigen nicht barrierefreien Haltestellen auf der Linie 9 auch der Serien TW3000 sowie zukünftiger Fahrzeuggenerationen. Die Bahnsteighöhe liegt 82 cm über der Schienenoberkante. Der Bahnsteig wird mit einer Breite von 4,00 m ausgebaut. Der Hochbahnsteig wird mit Witterungsschutz, Sitzmöglichkeiten, Fahrkartenautomat, Notruf- und Infosäulen sowie Zugzielanzeigern ausgestattet.
An beiden Bahnsteigenden werden Rampen angeordnet. Der westliche Zugang liegt am Kontenpunkt Am Lindener Hafen/Bauweg/Davenstedter Straße und ist signalgesichert zu erreichen. Auch von dem östlichen Bahnsteigende aus werden die beiden Richtungsfahrbahnen über signalisierte Fußgängerquerungen gekreuzt werden können. Für Menschen mit Sehbehinderung erfolgt die Querung der Straßen- und Gleisanlage zusätzlich mit Hilfe einer akustischen und taktilen Signalanlage.
Die Lage der stadtauswärtigen Bushaltestelle der Linie 120 wird in Abstimmung zwischen der Region, der LHH, der infra und der Üstra um ca. 200 m in Richtung Osten verschoben, um die Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes nicht negativ zu beeinflussen.
Durch den Hochbahnsteig in Mittellage nimmt die Anlage künftig an dieser Stelle eine größere Fläche als die heutige Haltestelle ein. Die dafür benötigte Fläche wird durch Grunderwerb südlich der Davenstedter Straße gewonnen (vgl. Grunderwerbsplan Anlage 4).
Die in den Plänen nachrichtlich dargestellte Gestaltung der nördlichen Seitenräume kann sich im Zuge des Planungsverfahrens zur Veloroute 10 noch ändern. Dies ist nicht Inhalt des vorliegenden Planfeststellungsverfahrens. Die in den Planfeststellungsunterlagen exemplarisch dargestellte Variante berücksichtigt jedoch die für die Realisierung einer Veloroute notwendigen Breiten und die dafür notwendigen Flächen.
3. Kosten und Finanzierung
Für den barrierefreien Ausbau der Stadtbahnhaltestelle Am Lindener Hafen
hat die infra im Mai 2025 bei der LNVG den Finanzierungsantrag zur Förderung durch das Land Niedersachsen nach dem Entflechtungsgesetz gestellt. Danach sollen 75 % der zuwendungsfähigen Kosten vom Land getragen werden. Die verbleibenden 25 % der zuwendungsfähigen sowie 100 % der nicht zuwendungsfähigen Kosten (größtenteils Planungskosten) stellen den Finanzierungsanteil der Region Hannover dar.
Für den barrierefreien Ausbau der Haltestelle Am Lindener Hafen betragen die Gesamtkosten gemäß Kostenschätzung der infra von Mai 2025 insgesamt rund 12,8 Mio. €. Davon sind voraussichtlich bis zu 8,2 Mio. € von der Region zu tragen.
Die Neuordnung der Seitenräume und die Verbreiterung von Geh- und Radwegen sowie die Baumpflanzungen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität und aus städtebaulichen Aspekten sind keine unmittelbare Folge des Stadtbahnbaus, werden aber seitens der Stadt aus Gründen der Sicherheit, Barrierefreiheit und Stadtgestaltung perspektivisch als notwendig erachtet. Diese Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit der künftigen Veloroute 10 und werden daher in diesem Zusammenhang final geplant und nach Beschluss gebaut.
Aus der reinen Realisierung des Hochbahnsteigs entstehen der Stadt keine Kosten.
4. Weiteres Verfahren, Realisierung
Die Planung des Vorhabens erfolgt in enger Abstimmung zwischen der Region Hannover, infra, ÜSTRA und der Landeshauptstadt Hannover. Der Verkehrsausschuss der Region hat in seiner Sitzung am 19.09.2024 den Beschluss über die Einleitung des Planfeststellungsverfahren gefasst.
Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens durch die NLStBV erfolgte die öffentliche Auslegung der Planunterlagen im Zeitraum vom 20.07.2026 bis zum 19.08.2026. Die Inhalte der Stellungnahme der LHH sind Inhalt einer gesonderten Drucksache.
Vorbereitende Maßnahmen im Rahmen von Leitungsbauarbeiten beginnen nach derzeitigem Stand im Frühjahr 2027. Der barrierefreie Ausbau der Haltestelle Am Lindener Hafen schließt sich direkt an die Leitungsbauarbeiten an.