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Die finanzierte Maßnahme richtet sich an schulpflichtige Kinder und Jugendliche an allgemeinbildenden Schulen in Hannover unabhängig ihres Geschlechts.
Der Vorgang wird als klimaneutral bewertet.
Im Haushalt für 2026 sind im Produkt 36303 Jugendschutz für das Projekt „KonneX“ Zuwendungsmittel in Höhe von 85.662,00 Euro vorgesehen. Für das „Präventionsprojekt zur Vermeidung von schulverweigerndem Verhalten“ wurden im Projekt 36301 Verwaltung der Jugendhilfe ordentliche Aufwendungen für die Kooperationen mit der Arbeiterwohlfahrt Region Hannover e. V. in Höhe 302.400,00 Euro berücksichtigt. Der Aufwand für das aus den beiden Projekten entwickelte stadtweite Angebot soll ab 2027 den bisherigen Gesamtaufwand in Höhe von 388.062,00 Euro zunächst nicht überschreiten. Die Auswirkungen auf den Haushalt werden daher als neutral bewertet.
Durch Beschluss der Drucksache H-0190/2023 durch den Verwaltungsausschuss wurde die Verwaltung unter anderem beauftragt gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt Region Hannover e. V. (AWO) zu prüfen, inwieweit das Angebot der Fachstelle für Schulvermeidung konzeptionell weiterentwickelt und die Teile Station Glashütte, KonneX und das Präventionsprojekt zur Vermeidung von schulverweigerndem Verhalten (Präventionsprojekt) zu einem Projekt zusammengeführt werden können.
Der außerschulische Lernort Station Glashütte ist als teilstationäres Angebot konzeptionell grundlegend anders angelegt als die beiden Beratungs- und Begleitangebote und soll weiterhin separat betrachtet werden (siehe auch Drucksachen 1869/2024 und 1084/2025).
Ausgangslage, grundlegende Einführung
Alle Schulen sind regelmäßig mit schulvermeidendem Verhalten konfrontiert. Mit dem Einsatz des Präventionsprojektes sollte ursprünglich an besonders betroffenen Schulstandorten eine sozialpädagogische Beratung und Unterstützung angeboten werden, die bis dahin wenig oder nur mit anderem Schwerpunkt (z. B. Übergang Schule/Beruf) zur Verfügung stand. Heute ist an allen teilnehmenden Schulen Soziale Arbeit in schulischer Verantwortung des Landes Niedersachsen und/oder KSD Schulsozialarbeit vorhanden. Alle Schüler*innen und deren Sorgeberechtigten haben am Schulstandort Zugang zu sozialpädagogischer Beratung und können bei Bedarf an ein spezialisiertes Unterstützungsangebot weitervermittelt werden. Das Gros der Schulen wird über das Startchancen-Programm des Bundes und des Landes Niedersachsen gefördert, was sie zusätzlich in die Lage versetzt, die Schulsozialarbeit weiter auszubauen oder Präventionskonzepte auch in Bezug auf Schulvermeidung zu entwickeln. Das Vorhalten des Präventionsprojektes am Schulstandort hat daher an Bedeutung verloren.
Künftig können Lehrkräfte, Schüler*innen (und deren Sorgeberechtigte) der bisherigen Kooperationsschulen, wie alle anderen Schüler*innen an allgemeinbildenden Schulen in Hannover, sich direkt an die Fachstelle für Schulvermeidung wenden. Der Zugang zum Projekt bleibt für sie gewahrt.
Das Angebot kann stadtweit in Anspruch genommen werden. Der Fokus kann stärker auf den Einzelfall gerichtet werden und ist weniger abhängig von der Häufigkeit der Nutzung des Angebots durch Lehrkräfte einzelner Schulstandorte. Die vorhandenen Ressourcen können zielgerichtet eingesetzt werden.
Auch wenn eine regelmäßige Präsenz in Schulen im künftigen Projekt nicht vorgesehen ist, werden im Rahmen der Einzelfallarbeit weiterhin nach Bedarf Beratungen an Schulen ggf. gemeinsam mit Lehrkräften und/oder anderen an den Schulen tätigen Fachkräften angeboten. Eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen ist entscheidend für eine erfolgreiche Beratung und Unterstützung.
Die künftige Fallarbeit wird sich wie bisher auf die Schuljahrgänge des Sekundarbereichs I der allgemeinbildenden Schulen fokussieren. In der Vergangenheit hat sich jedoch häufig herausgestellt, dass bereits während der Grundschulzeit Tendenzen zur Schulvermeidung erkennbar waren. Um den präventiven Ansatz zu stärken, soll daher künftig auch eine Begleitung von Schüler*innen aus dem Primarbereich möglich sein.
Aktueller Stand
Der regelmäßige Schulbesuch ist eine zentrale Voraussetzung für die positive Entwicklung individueller Lebenschancen und gesellschaftlicher Teilhabe. Schulvermeidendes Verhalten hat vielfältige Ursachen und kann ein Hinweis sein für schulische, psychosoziale oder psychische Probleme und entsprechenden Unterstützungsbedarf. Schulvermeidung ist kein auf weiterführende Schulen beschränktes Phänomen, sondern beginnt bereits an Grundschulen.
Das Projekt KonneX bietet schulvermeidenden Kindern, Jugendlichen und deren Sorgeberechtigten Beratung, Information und Unterstützung an. Das Angebot kann bereits stadtweit von Schüler*innen von allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Anspruch genommen werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die präventive Arbeit mittels Beratung und Information von Fachkräften und Schulen zum Thema Schulvermeidung. Das Projekt wird seit Jahren erfolgreich umgesetzt und mittels Gewährung von Zuwendungsmitteln gefördert.
Im Rahmen des Präventionsprojektes zur Vermeidung von schulverweigerndem Verhalten wurden in den zurückliegenden fünfzehn Jahren Kooperationsvereinbarungen mit aktuell acht ausgewählten Schulen im Stadtgebiet und der AWO geschlossen, um den Schüler*innen an den entsprechenden Schulen nach einem vereinbarten Verfahren eine mit dem Projekt KonneX vergleichbare Beratung und Unterstützung anbieten zu können. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Schüler*innen im Sekundarbereich I. Eine gleichlautende Vereinbarung wurde mit der Jugend- und Familienhilfe „Die Leine-Lotsen“ des Diakonischen Werks gGmbH für eine weitere Schule geschlossen. Der Aufwand für die neun Schulstandorte wird aus Projektmitteln der Schulsozialarbeit bestritten.
Durch gesetzliche Regelungen im SGB VIII und auf Grundlage des Modernisierungsprojektes Prävention des KSD sollen vermehrt präventive Angebote zur Vermeidung hochschwelliger Einzelfallhilfen gefördert werden. Durch den Ausbau Sozialer Arbeit in schulischer Verantwortung durch das zwischen Bund und Ländern 2024 vereinbarte Startchancen-Programm wurde die sozialpädagogische Ausrichtung der KSD-Schulsozialarbeit Anfang 2025 an der Schnittstelle von Prävention und den Hilfen zur Erziehung angepasst: Eine stärkere Fokussierung auf die Themen der Jugendhilfe sowie eine Profilschärfung gegenüber der Sozialen Arbeit in schulischer Verantwortung waren erforderlich. Die Ausrichtung erfolgt nicht mehr an den klassischen Arbeitsfeldern der Schulsozialarbeit (Vergl. Speck S.83 ff in Schulsozialarbeit eine Einführung 5.Auflage München 2022), sondern konzentriert sich auf das Angebot von niedrigschwelligen und frühzeitigen Unterstützungsangeboten der Jugendhilfe am Standort Schule.
Die konzeptionelle Weiterentwicklung der beiden Angebote KonneX und Präventionsprojekt soll einhergehen mit der Qualitätsentwicklung der Schulsozialarbeit im Rahmen des Modernisierungsprojektes Prävention im Kommunalen Sozialdienst. Hinsichtlich des Handlungsfeldes Schulvermeidung sind gemeinsame Arbeitsgrundlagen zwischen den beiden Trägern vereinbart, um eine einheitliche sozialpädagogische Praxis in Bezug auf Schulvermeidung anzubieten.
Vorhaben
Für einen stadtweit einheitlichen Umgang mit Schulabsentismus wird zunächst eine Stärkung des stadtweit zugänglichen Beratungsangebotes für notwendig gehalten. Der Focus soll künftig nicht mehr auf der Förderung von Angeboten an wenigen besonders belasteten Schulen liegen. Die vorhandenen Ressourcen werden entsprechend für eine Ausweitung des stadtweiten Angebots genutzt. Zu diesem Zweck sollen die im Rahmen des Präventionsprojektes mit der AWO, dem Diakonischen Werk gGmbH und den Kooperationsschulen geschlossenen Vereinbarungen zum 31.12.2026 gekündigt werden.
Die ab dem Haushaltsjahr 2027 dadurch freiwerdenden Mittel sollen für die verlässliche Finanzierung einer Weiterentwicklung des Angebotes KonneX verwendet werden. Das Projekt KonneX ist ein ambulantes Angebot im Rahmen der Jugendsozialarbeit nach § 13 Abs. 1 Sozialgesetzbuch VIII. Die Förderung soll, wie bislang für entsprechenden Angebote üblich, durch Gewährung einer Zuwendung zur Finanzierung eines Anteils an den Gesamtausgaben (Anteilsfinanzierung) erfolgen.