Antrag Nr. 1825/2026:
Antrag der SPD-Fraktion zur Zukunftssichere Stadtplanung – Sport und Bewegung bei der Entwicklung neuer Wohngebiete ganzheitlich berücksichtigen

Informationen:

verwandte Drucksachen:

1825/2026 (Originalvorlage)

Beratungsverlauf:

Antragsteller(in):

SPD-Fraktion

Inhalt der Drucksache:

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Antrag der SPD-Fraktion zur Zukunftssichere Stadtplanung – Sport und Bewegung bei der Entwicklung neuer Wohngebiete ganzheitlich berücksichtigen

Antrag


  1. Die Verwaltung wird beauftragt, fachbereichsübergreifende Planungsgrundsätze und Prüfkriterien zur Berücksichtigung von Sport und Bewegung bei künftigen Quartiers- und Wohnbauentwicklungen zu erarbeiten und dem Rat zur Beschlussfassung vorzulegen. Dabei sollen externe Akteure, wie z. B. der Stadt Sport Bund, frühzeitig eingebunden werden.
  2. Die Ergebnisse sollen bei allen künftigen größeren Wohnungsbau- und Quartiersentwicklungen (ab 100 Wohneinheiten) Berücksichtigung finden.
  3. Für die Umsetzung soll ein erstes Modell-Quartier definiert werden.

Begründung



Die Landeshauptstadt Hannover berücksichtigt bereits heute im Rahmen der Bauleit-planung alle unterschiedlichen Belange, so auch die des Sports, und verfügt mit ihrer Sportentwicklungsplanung über eine wichtige fachliche Grundlage. Angesichts des an-haltenden Wohnungsbaubedarfs, des demografischen Wandels, veränderter Freizeit- und Bewegungsgewohnheiten sowie der Auswirkungen des Klimawandels müssen diese Belange künftig jedoch noch stärker und systematischer in die Stadtentwicklung einbezogen werden.

Dabei geht es nicht allein um zusätzliche Sportflächen, sondern zugleich um eine intelligentere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Vereinssport, Schulsport und vereinsunabhängiger Freizeitsport beanspruchen häufig dieselben Flächen und Anlagen, allerdings zu unterschiedlichen Tageszeiten. Diese Potenziale werden bislang nicht ausreichend genutzt. Durch eine abgestimmte Planung und Mehrfachnutzung können Synergien entstehen, Flächen effizienter genutzt und zusätzliche Angebote geschaffen werden, ohne dass in gleichem Umfang neue Flächen bereitgestellt werden müssen.

Ebenso müssen öffentliche Grün- und Freiräume künftig noch stärker als Orte für Bewegung und Gesundheit verstanden werden, so wie die Stadt Helsinki das bereits heute vorbildlich vorlebt. Niedrigschwellige Bewegungsangebote ergänzen den organisierten Sport und leisten einen wichtigen Beitrag zu Gesundheitsförderung, gesellschaftlicher Teilhabe und Lebensqualität.

Der Antrag verfolgt daher das Ziel, die bisherige Planungspraxis konsequent weiterzuentwickeln und Sport und Bewegung als selbstverständlichen Bestandteil einer nachhaltigen, flächeneffizienten und zukunftsfähigen Stadtentwicklung zu verankern.

Die hierfür zu formulierenden Planungsgrundsätze sollen deshalb sicherstellen, dass

-           Sport und Bewegung frühzeitig bei der Konzeptionierung neuer Wohngebiete berücksichtigt werden,

-           die Belange insbesondere organisierten Vereinssports, des vereinsunabhängigen Freizeit- und Individualsports, des Schulsports sowie niedrigschwellige Bewegungsangebote im öffentlichen Raum betrachtet werden,

-           bestehende Sportvereine in ihrer Entwicklung gesichert und bei Bedarf durch Er-weiterungen, Modernisierungen oder geeignete Ersatzlösungen gestärkt werden,

-           Sport-, Schul- und Freizeitsportflächen stärker als bislang gemeinsam geplant und genutzt werden, um Flächen effizienter zu nutzen und Synergien zwischen Vereins-, Schul- und Freizeitsport aufzuzeigen,

-           hierfür ein fachbereichsübergreifendes Konzept zur Mehrfachnutzung und Multi-kodierung von Sport- und Freiflächen entwickelt wird, das bestehende Ressort-grenzen überwindet und den unterschiedlichen Nutzungszeiten von Schule, Vereinssport und öffentlichem Freizeitsport Rechnung trägt und

-           Parks, Grünanlagen und öffentliche Plätze konsequent für niedrigschwellige Sport- und Bewegungsangebote mitgedacht werden.

Auf Basis der vorzulegenden Vorschläge sollen die Ausschüsse und der Rat der LHH beraten, wie – auch unter Kosten- und Finanzierungsgesichtspunkten – die weitere Umsetzung erfolgen soll (ggf. auch in einem Pilotprojekt).

 

 

Kerstin Klebe-Politze/ Dr. Bala S. Ramani

Co-Fraktionsvorsitzende