Drucksache Nr. 1783/2023:
Sanierung der Leinebrücke Arthur-Menge-Ufer

Inhalt der Drucksache:

Bitte beachten Sie, dass der folgende Text eventuell medienbedingte Formatabweichungen aufweisen kann. Eine formatgetreue Abbildung des Inhalts finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".
Landeshauptstadt HannoverBeschlussdrucksache-ZeichenBeschlussdrucksache
In den Stadtbezirksrat Mitte
In den Stadtbezirksrat Südstadt-Bult
In den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss
In den Verwaltungsausschuss
 
Nr.
Anzahl der Anlagen
Zu TOP
 
1783/2023
3 (nur online)
 

Sanierung der Leinebrücke Arthur-Menge-Ufer

Antrag,

1. der Sanierung der Leinebrücke Arthur-Menge-Ufer, wie in Anlage 1 bis 3 dargestellt, mit Gesamtkosten von 2.500.000 € zuzustimmen.

2. dem Baubeginn sowie der Mittelfreigabe zuzustimmen.
- Anhörungsrecht des Stadtbezirksrates gem. § 94 Abs. 1 Nr. 4 i.V. mit § 12 Abs. 1 Nr. 8 der Hauptsatzung
- Entscheidungsrecht des Verwaltungsausschusses gemäß § 76 Abs. 2 NKomVG.
Finanzielle Auswirkungen

Ergebnishaushalt
Kostenstelle 66320541
Bezeichnung Gemeindestraßen, Brückenunterhaltung


Die Finanzierung wird in 2023/24/25 aus den vorhandenen Haushaltsansätzen im Teilergebnishaushalt OE 66 sichergestellt.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Genderspezifische Aspekte und Belange wurden bei der geplanten Maßnahme beachtet. Im Rahmen der Planung der Maßnahme wurden Fragen der sozialen Sicherheit (Beleuchtung) und die barrierefreie Gestaltung geprüft. Die Ergebnisse sind in die Planung eingeflossen.

Ergebnis der Klimawirkungsprüfung

Das Ergebnis der Klimawirkungsprüfung wird als neutral bewertet.

Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro:
Teilergebnishaushalt 66 - Investitionstätigkeit
Produkt 54101
Gemeindestraßen
Angaben pro Jahr
Ordentliche ErträgeOrdentliche Aufwendungen
   
   
Sach- und Dienstleistungen €2,500,000.00
   
Saldo ordentliches Ergebnis (€2,500,000.00)
   
  

Begründung des Antrages

Ausgangslage

Die im Jahr 1936 errichtete Stahlbrücke mit Betonfahrbahnplatte führt das Arthur-Menge-Ufer über die Mühlen-Leine mit Anschluss an die Robert-Enke-Straße zum Stadion. Die Brücke verbindet die Stadtbezirke Mitte und Südstadt-Bult miteinander.

Die Buslinien 100 und 200 verlaufen über die Brücke. Sie ist Teil einer zukünftigen Velo-Route. Zu Heimspielen von Hannover 96 wird die Brücke i.d.R. für den Kfz-Verkehr gesperrt.

Mit der Brücke werden Daten-, Strom, Gas- und Fernwärmeleitungen überführt.

Am Bauwerk wurden im Rahmen der turnusmäßigen Brückenprüfungen deutliche Risse und Betonschäden sowie Schäden am Korrosionsschutz festgestellt. Bei einer daraufhin beauftragten Nachrechnung wurden statische Defizite an der Fahrbahnplatte bestätigt, bei maximal 70-prozentiger Auslastung des Stahltragwerkes. Die Tragfähigkeit der Brücke ist demnach derzeit eingeschränkt. Insbesondere lokale Einzellasten z.B. aus Rädern von Lastkraftwagen sind durch die Platte nicht mehr aufzunehmen.

Zur Aufrechterhaltung der aktuellen oben beschriebenen Nutzung wurden die vorherigen drei Fahrspuren auf zwei reduziert. Zudem wurde durch die Einschränkung der Spurbreiten sichergestellt, dass sich die Schwerlastreifen exakt über den belastbaren Stahlträgern bewegen (vgl. Anlage 2). Gemäß Nachrechnung ist diese Übergangsnutzung bis 2025 vertretbar.

D.h. bis 2025 ist die Stahlbetonfahrbahnplatte auszutauschen und der Korrosionsschutz der Stahlträger zu erneuern.

Die bestehenden Flügelwände der Widerlager zeigten im Zuge der Bauwerksprüfung erhebliche Risse, so dass auch diese teilweise zu ersetzen sind.


Beschreibung des Vorhabens

Prämissen für den Austausch der Platte mit notwendigen Zusatzleistungen:

- Rückbau der Bestandsfahrbahnplatte

Hierzu wird der Verkehr vollständig umgeleitet. Diese Umleitung wird während der gesamten Baumaßnahme aufrecht erhalten. Der Belag, das Geländer und der Stahlbeton werden vollständig rückgebaut und entsorgt.

- Stahlbeschichtungserneuerung:

Die 40 Jahre alte Beschichtung ist in Stand zu setzen. Hierzu wird der gesamte Korrosionsschutz in einem geschlossenen Gerüst (sogenanntes Schwarz-Weiß-Gerüst), zur Vermeidung von Staub- und Gewässerbelastung gestrahlt und mit Unterdruck aufgenommen. Die neue Beschichtung wird nach aktuellen Vorschriften anschließend aufgebracht.

- Erneuerung der Auflager, Übergangskonstruktion und Geländer:

Die Lager sind teilweise zu ersetzen. Die Auflager werden unmittelbar im Anschluss an den Rückbau erneuert. Die Übergangskonstruktion und die Geländer folgen nach Herstellung der neuen Fahrbahnplatte.

- Neue Stahlbetonfahrbahnplatte:

Die Stahlbetonplatte wird auf Schalung in Ortbetonbauweise erstellt. Im Rahmen dieser Maßnahme werden auch die Kammerwände neu erstellt, um die Übergangskonstruktion einzubauen.

- Aufteilung des Brückenquerschnitts:

Der Kfz-Verkehr wird mit zwei Fahrstreifen im Gegenverkehr ohne Fahrbahnteiler über die Brücke geführt. Die Breite der Fahrbahn wird entsprechend der Verkehrsbelastung regelwerkskonform mit 6,50 m ausgebildet. Es entstehen insbesondere auf der Stadionseite deutlich breitere Nebenanlagen für den Fuß- und Radverkehr als heute (vgl. Anlage 3). Die Veloroute 09 kann zukünftig problemlos über die neue Brückenplatte geführt werden.

Entwurf
Mit diesen Kriterien wurde ein tragfähiger Nachbau entsprechend dem Bestand mit folgenden neuen Abmessungen und Ausbildungen geplant:

- Abmessungen (vgl. Anlage 3):


Länge: 31,70 m

Stützweiten: 30,27 m

gesamte Breite: 20,50 m

Brückenbreite zwischen den Geländern: 20,00 m


neue Breite der Fahrbahn: 6,50 m

neue Breite der Nebenanlagen: 5,62 m + 7,88 m

neue Höhe des neuen Geländers: 1,30 m

Längsgefälle: < 1,0 %

lichte Durchfahrtshöhe zur Leine im Sommer ≈ 1,60 m




- Brückenausstattung

Der Geh- und Radweg erhält einen Fahrbahnbelag aus Reaktionsharz gebundenem Dünnbelag. Den Fahrbahnbelag bilden eine Dichtungsschicht sowie eine jeweils ca. 35 mm starke Deck- und Schutzschicht aus Gussasphalt.

Es wird ein Standard-Aluminium-Geländer als seitliche Absturzsicherung von 1,30 m Höhe berücksichtigt.

Zwischen den Stahlträgern befinden sich zahlreiche Versorgungsleitungen, die während der Baumaßnahme aktiv bleiben und geschützt werden.

Die Brückenentwässerung erfolgt über Längs- und Querneigung zu den Brückenenden. Hier wird das Wasser in Abläufen gefasst, die an die Straßenentwässerung angeschlossen sind.

Zum nordöstlichen Pänner-Garbe-Weg wird der Flügelwandverlauf angepasst, um dem von dort kommenden Geh- und Radverkehr einen flüssigeren Verlauf zu ermöglichen.

Der technisch notwendige Eingriff in die Natur ist mit dem Fachbereich Umwelt- und Stadtgrün abgestimmt. Die bauzeitlichen und dauerhaften Eingriffe in den Gewässerverlauf werden von der unteren Wasserbehörde der Region Hannover genehmigt.

Bauablauf

Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2024 vorgesehen. Die Fertigstellung soll nach etwa 9 Monaten Bauzeit erfolgen.

Die Sanierung erfolgt unter Vollsperrung, so dass eine beschilderte Wegeumleitung über die Culemannstraße und Waterloostraße erfolgt. Auch die o.g. Buslinien werden entsprechend umgeleitet. Der Fuß- und Radverkehr wird über die 100 m südlich gelegene Spielbankbrücke umgeleitet (vgl. Anlage 1). Diese kann auch für Notfälle genutzt werden.

Eine Durchfahrt unter der Brücke für Kanuten ist während der Bauzeit nicht möglich. Dazu sollen vor und nach der Brücke temporäre Einrichtungen zum Aus- und Wiedereinstieg bereitgestellt werden.

66.3 
Hannover / Aug 31, 2023