Bitte beachten Sie, dass der folgende Text eventuell medienbedingte Formatabweichungen aufweisen kann. Eine formatgetreue Abbildung des Inhalts finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".
Neufassung aufgrund der Erweiterung der beteiligten Ausschüsse Communities That Care (CTC)
Antrag zu beschließen,
1. den Fachbereich Schule mit der Konzeptentwicklung und Umsetzung des Programms Communities That Care (CTC) zu beauftragen und eine entsprechend geeignete Projektstruktur zu erarbeiten,
2. eine Bewerbung für die Durchführung des Programms in der kommenden Förderperiode beim Landespräventionsrat abzugeben (Frist: 30.09.2024),
3. die für die Umsetzung des Programms notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen für die Projektlaufzeit von zunächst vier Jahren zur Verfügung zu stellen.
Berücksichtigung von Gender-Aspekten
Eltern und Erziehungsberechtigte, Lehrende sowie Schüler*innen sind gleichermaßen berücksichtigt.
Ergebnis der Klimawirkungsprüfung
Das Ergebnis der Klimawirkungsprüfung wird als neutral bewertet.
Kostentabelle
Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro:
Teilergebnishaushalt 40 - Investitionstätigkeit
Produkt 24304 | Schulformübergreifende Programme und Projekte |
| Angaben pro Jahr |
| Ordentliche Erträge | Ordentliche Aufwendungen |
|---|
| Kostenerstattungen |
€69,560.00 |
| |
|
| |
|
| | Personalaufwendungen |
€86,950.00 |
| Sach- und Dienstleistungen |
€15,000.00 |
| |
|
| Saldo ordentliches Ergebnis |
(€32,390.00) |
|
|
|
|
Die in der Kostentabelle dargestellten Personal- und Sachkosten beziehen sich auf den jährlichen Bedarf ab dem Haushaltsjahr 2025 und reduzieren sich, sofern der beim
Landespräventionsrat zu stellende Förderantrag positiv beschieden wird. Angestrebt wird hierbei eine Förderung von 80% der anfallenden Personalkosten (s. Kostenerstattungen).
Die Deckung der Personalkosten – beginnend mit zunächst einer zusätzlichen Stelle – erfolgt aus dem Teilhaushalt 40.
Begründung des Antrages
Bereits in der Drucksache Nr. 1265/2024 (Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum – Ergebnisse Sicherheitsbefragung und Maßnahmenvorschläge), die sich aktuell im Gremienlauf befindet, wird die Einführung des Programms Communities That Care (CTC = Gemeinschaften, die sich kümmern) vorgeschlagen.
Die Umsetzung dieses zielführenden Programms soll im Fachbereich Schule verortet werden mit dem Fokus, von hieraus bestmöglich gemeinsam mit den Schulen in Trägerschaft der Landeshauptstadt Hannover sowohl konzeptionell als auch in der konkreten Umsetzung tätig zu werden. Ein multiprofessioneller und nachhaltiger Ansatz ist dabei aufzugreifen und in das Projekt einzubinden, ebenso ist eine enge Abstimmung und Einbindung aller an diesem Thema beteiligten Dezernate, Fachbereiche und Externe (z.B. Präventionsbereich der Polizeidirektion Hannover) zu gewährleisten.
Für die Vorbereitung und Durchführung einer stadtweiten Befragung der Schüler*innen weiterführender Schulen und weiterer mit einem Erziehungsauftrag verbundenen Akteur*innen, die damit einhergehenden Prozesse der Planung, Auswertung und Netzwerkarbeit sowie die fachlich inhaltliche Verknüpfung zur sozialräumlichen Betrachtung und Ausarbeitung eines Aktionsplans werden – nach aktueller Recherche und Vergleich mit Städten ähnlicher Größenordnung – für Hannover voraussichtlich ein bis zwei Vollzeitstellen benötigt, befristet für die Dauer des Projekts – zunächst ausgehend von einer Projektlaufzeit von vier Jahren.
Die erforderliche fachliche Expertise für die Aufgabenwahrnehmung rechtfertigt einen Stellenwert von E 11 / A 12).
Über eine Antragstellung beim Landespräventionsrat kann eine anteilige Förderung der Personalaufwendungen erreicht werden, dies würde die für die Landeshauptstadt Hannover entstehenden Kosten mindestens reduzieren.
Sachkosten entstehen z.B. für die Erstellung von Informations-, Auswertungs- und Bearbeitungsmaterial sowie für notwendige (Info-)Veranstaltungen in Schulen und anderen Gremien.
Das Programm CTC ist bestens geeignet, um evidenzbasierte Daten zu erhalten und so die vorhandenen bzw. noch auszugestaltenden Präventionsangebote wirksam steuern zu können. Es handelt sich hierbei um eine Arbeitsmethode, deren Erkenntnisse Kommunen, Gemeinden und Stadtteile in die Lage versetzt, die Rahmenbedingungen für ein sicheres und gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern.
Die kommunale Durchführung der Planungsmethode CTC wird durch den Landespräventionsrat Niedersachsen gefördert und vielfältig unterstützt. Neben Trainings und Fortbildungen für kommunale Koordinationskräfte und der Bereitstellung von Materialien begleitet das LPR die Kommune bis zum Ende der Projektlaufzeit. Zusätzlich zur fachlich-inhaltlichen Expertise bietet die enge Zusammenarbeit mit dem LPR zudem auch wertvolle Erkenntnisse und Best-Practice-Austausche über die Durchführung in anderen Kommunen.
Mittlerweile haben Kommunen in zahlreichen Bundesländern begonnen, ihre Präventionsarbeit mit Hilfe von CTC weiterzuentwickeln, zu stärken und strategisch zu implementieren – ansetzend u.a. an der Stärkung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens, am schulischen Bildungserfolg, an der Lernatmosphäre sowie an der Stärkung von Familien.
An Hand von detailliert vor Ort erhobenen Daten, die die Verteilung von sogenannten „Risiko- und Schutzfaktoren“ aufzeigen, werden abgestimmte und wirkungsorientierte Aktivitäten, auf Basis von spezifischen Bedarfen und Ressourcen entwickelt und umgesetzt. Die Methode ersetzt nicht die Jugendhilfeplanung oder die Arbeit mit dem städtischen Sozialindex, sondern liefert weitere, ergänzende Impulse und wertvolle Verzahnungsmöglichkeiten.
40.1
Hannover / Sep 5, 2024