Informationsdrucksache Nr. 1639/2020:
Bericht über die Bearbeitung des Ratsauftrages zur Entwicklung eines Pedelec- und Lastenfahrrad-Verleihsystems (Haushalts-Begleitantrag Nr. H-0165/2019) und zur Evaluation des Verleihsystems PedsBlitz (gemäß Auftrag aus der Drucksache Nr. 1895/2018)

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverInformationsdrucksacheInformationsdrucksache
An den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss (zur Kenntnis)
An den Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen (zur Kenntnis)
An den Verwaltungsausschuss (zur Kenntnis)
An die Ratsversammlung (zur Kenntnis)
 
Nr.
Anzahl der Anlagen
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1639/2020
2
 
BITTE AUFBEWAHREN - wird nicht noch einmal versandt

Bericht über die Bearbeitung des Ratsauftrages zur Entwicklung eines Pedelec- und Lastenfahrrad-Verleihsystems (Haushalts-Begleitantrag Nr. H-0165/2019) und zur Evaluation des Verleihsystems PedsBlitz (gemäß Auftrag aus der Drucksache Nr. 1895/2018)

Mit dem zum Haushaltsplan 2019/2020 beschlossenen Begleitantrag Nr. H-0165/2019 war der Auftrag erteilt worden, ein einheitliches regionsweites Pedelec- und Lastenfahrrad-Verleihsystem zu entwickeln, und zwar zusammen mit der Region Hannover, dem ADFC Hannover und dem VCD Landesverband Niedersachsen sowie gegebenenfalls mit weiteren Beteiligten.

Die Verwaltung hat mit den drei genannten Institutionen einzelne Gespräche über die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines einheitlichen regionsweiten Verleihsystems geführt und darüber hinaus mit allen im Antrag genannten Institutionen in zwei Gesprächsrunden erörtert, welche Anforderungen an einen Verleih und welche Möglichkeiten für den Betrieb und die Finanzierung des Verleihs in Frage kommen. Die Erfahrungen aus dem Pedelec-Verleih „PedsBlitz“ und aus dem Lastenfahrradverleih „Hannah“ wurden hierbei einbezogen.

Ferner hat die Verwaltung die Region Hannover, den ADFC Hannover und den VCD LV Niedersachsen schriftlich um eine Stellungnahme zu der Frage gebeten, ob der Betrieb und die Finanzierung eines regionsweiten Pedelec- und Lastenfahrradverleihsystems für die drei genannten Beteiligten in Frage kommt.

In den schriftlichen Stellungnahmen der drei genannten Institutionen wurde die Bereitschaft erklärt, sich an der Entwicklung eines solchen Verleihsystems zu beteiligen. Die Bereitschaft, die Betreiberschaft für ein regionsweites Verleihsystem zu übernehmen, wurde dagegen nicht erklärt. Ebenso wenig wurde zur Finanzierung Stellung bezogen.

Die Auswertung der Stellungnahmen und das Fazit, wonach sich die Landeshauptstadt Hannover unter diesen Gegebenheiten nicht in der Lage sieht, den Auftrag aus dem Antrag Nr. H-0165/2019 umzusetzen, hat die Verwaltung der Region Hannover, dem ADFC Hannover und dem VCD LV Niedersachsen schriftlich mitgeteilt. Im Antwortschreiben erklärt die Region Hannover, sich an der Entwicklung, der Finanzierung und dem Betrieb eines öffentlichen Verleihsystems zu beteiligen, die Federführung bei der Entwicklung und Inbetriebnahme eines solchen Systems aber bei der Landeshauptstadt Hannover gesehen wird.

Die vorgenannten Gespräche zur Umsetzung des Ratsauftrages haben dazu geführt, dass ADFC und VCD mit dem Unternehmen Stadtmobil ein Konzept für einen Lastenfahrradverleih entwickelt haben. Über dieses Konzept haben sich die genannten Institutionen mit der LHH ausgetauscht. Der Verein Kommunen e.V. der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg, der das Eigentum an den PedsBlitz-Verleihpedelecs hat, wurde ebenfalls in den Austausch einbezogen. Alle Beteiligten sind sich einig, dass ein einheitliches Lastenfahrradverleihsystem für Hannover aufgebaut werden soll und die bisherigen Verleihsysteme Hannah (ADFC) und PedsBlitz in dieses neue Projekt aufgenommen werden.

Die Eckpunkte der Zusammenarbeit sind in einem „Memorandum of Understanding“ zusammengefasst. Das Memorandum ist als Anlage 1 beigefügt.

Bei der Erarbeitung des Memorandums waren sich die Beteiligten einig, dass unter Kostengesichtspunkten der Einsatz von normalen Lastenrädern für den Verleihbetrieb (im Vergleich zu Lastenpedelecs) günstiger ist. Das Verleihangebot wird also vorwiegend normale Lastenfahrräder umfassen. Eine Ausnahme sind die auf Antrag von Stadtbezirksräten beschafften Lastenpedelecs (im Rahmen von PedsBlitz). Diese sollen in den neuen Verleihbetrieb aufgenommen werden, sofern das von allen Beteiligten für sinnvoll erachtet wird.

Sofern sich Stadtmobil dazu entschließt, den öffentlichen Verleihbetrieb auszuweiten (Vergrößerung der Flotte, Erhöhung der Zahl der Verleihstationen) und das nachweislich nicht aus dem Verleihbetrieb erwirtschaftet werden kann, ist zu prüfen, ob dafür Fördermittel zur Verfügung gestellt werden können. Haushaltsmittel der Stadt kommen dafür nur dann in Frage, wenn dies die Haushaltslage zulässt. Für den kommenden Haushaltsplan 2021/2022 ist eine maximale Förderung bis zur Höhe der bisherigen Finanzierung des PedsBlitz-Verleihs von ca. 120.000 € (gemäß Haushaltsbegleitantrag Nr. H-0165/2019) pro Jahr vorstellbar. Ob diese Mittel zur Verfügung stehen, wird im Rahmen der Aufstellung des Haushaltsplans sowie im Rahmen der Beratung und Beschlussfassung durch die Gremien entschieden.
Der PedsBlitzverleih läuft entsprechend dem VA-Beschluss vom 20.9.2018 (Drucksachen Nr.1478/2018 und 1895/2018) zum 31.8.2020 aus.

Die STEP gGmbH beabsichtigt, das im Rahmen des Projekts PedsBlitz an den Fahrradstationen am Hauptbahnhof vorgehaltene Verleihangebot mit normalen Pedelecs als eigenständiges System fortzuführen und dafür eine Überlassung von Pedelecs aus dem Pedsblitzkontingent des Vereins Kommunen der Metropolregion ab dem 1.9.2020 in Anspruch zu nehmen. Damit wäre ein öffentliches Verleihangebot auch in diesem Segment der Fahrradmobilität in Hannover gewährleistet.

Im Ergänzungsantrag zur Fortführung des Projektes PedsBlitz, Drucksache Nr. 1895/2018 wurde der Auftrag erteilt, eine umfassende Evaluation vorzulegen. Dem Auftrag entsprechend wird der Drucksache ein vom VCD erstellter Bericht beigefügt (Anlage 2). Die Autoren kommen zu einem differenzierten Fazit. Die wachsende Beliebtheit der elektrounterstützten Fahrradmobilität hat sich auch im Verleihbetrieb gezeigt. Insbesondere das Segment der Lastenpedelecs wird durchgängig stark nachgefragt und wurde vor allem von Personen und Betrieben aus Hannover genutzt. Die konstant hohe Nutzung kann aber auch darauf zurückgeführt werden, dass auf eine Verleihgebühr für Ausleihe von Lastenpedelecs verzichtet wurde, um diese Art der klimafreundlichen Mobilität zu fördern. Dagegen wurden die normalen Pedelecs in unterschiedlichem Maße in Anspruch genommen. Hier war die Gebühr (17,50 € pro Tag) ein limitierender Faktor, wobei die Höhe dieser Gebühr deutlich unter dem Marktniveau angesiedelt ist. Nicht zu unterschätzen ist, dass nicht nur der Anschaffungspreis von Pedelecs gegenüber konventionellen Rädern höher ist, sondern auch die Unterhaltungskosten stärker zu Buche schlagen, nicht zuletzt für die Pedelec spezifischen Komponenten (Motor, Akku, Steuerungssoftware). Dazu kommt, dass für den Gebrauch dieser Fahrzeuge eine Einführung zu empfehlen ist, um den Kund*innen ein verkehrssicheres Fahren nahezubringen. Dank des guten Service der Verleihstellen STEP gGmbH am Hauptbahnhof, hanova im Parkhaus Osterstraße und VCD im Pedelec-Café der Hochschule Hannover in der Bismarckstraße konnte ein überwiegend reibungsloser Verleih mit einer geringen Schadensquote und ohne Unfälle geleistet werden.

Das Projekt PedsBlitz ist im Rahmen des Programms Schaufenster Elektromobilität, das von der Bundesregierung zur Förderung der Elektromobilität durchgeführt wurde, entwickelt worden. Die LHH und weitere Partner*innen hatten mit dem Projekt eRad in Freizeit und Tourismus am Schaufenster Elektromobilität teilgenommen, um einen Verleih mit Pedelecs zu erproben.

Über die Ergebnisse des Projekts wurde ein Abschlussbericht erstellt. Dieser Bericht ist online unter folgendem Link veröffentlicht: https://www.tib.eu/de/suchen?tx_tibsearch_search%5Baction%5D=download&tx_tibsearch_search%5Bcontroller%5D=Download&tx_tibsearch_search%5Bdocid%5D=TIBKAT%3A873490622&cHash=638ac0fe3880ff122e8da77c08b47800#download-mark
Darin enthalten ist eine Evaluation des Projekts. Der Bericht ist für die Ratsmitglieder im Cara-Ratsinformationssystem dieser Drucksache als Begleitmaterial beigefügt.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Der Inhalt dieser Drucksache betrifft Belange von Männern und Frauen bzw. alle gesellschaftlichen Gruppen in gleichwertiger Weise.

Kostentabelle

Durch diese Drucksache entstehen keine finanziellen Auswirkungen.

61.15 
Hannover / Jul 30, 2020