Drucksache Nr. 1630/2025 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage der AfD-Fraktion zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit von Dezernenten und Ratsherren der Stadt Hannover
in der Ratssitzung am 25.09.2025, TOP 2.3.

Inhalt der Drucksache:

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1630/2025 F1
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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage der AfD-Fraktion zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit von Dezernenten und Ratsherren der Stadt Hannover
in der Ratssitzung am 25.09.2025, TOP 2.3.

Die historische Verantwortung gegenüber den Verbrechen des Nationalsozialismus endet nicht mit dem Jahr 1945. Gerade auf kommunaler Ebene ist eine kritische Auseinandersetzung mit der Nachkriegsgeschichte notwendig, um Versäumnisse bei der Aufarbeitung transparent zu machen.

Wir bitten daher um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Welche ehemaligen Dezernenten und Ratsherren der Stadt Hannover waren nachweislich während des Zweiten Weltkriegs Mitglieder oder Funktionsträger in nationalsozialistischen Organisationen? (Um den Schutz persönlicher Daten zu gewährleisten reichen uns geschwärzte Namen mit Parteizugehörigkeit, Funktion und Zeitraum der Tätigkeit.)


2 Zu welchen der folgenden Organisationen bestand bei diesen Personen eine nachgewiesene Mitgliedschaft oder aktive Beteiligung?
(Bitte ggf. ergänzen, falls weitere bekannt sind)
  • Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)
  • Schutzstaffel (SS)
  • Sturmabteilung (SA)
  • Tätigkeiten in Konzentrationslagern
3. Welche dieser Personen haben nach dem Krieg öffentliche Auszeichnungen oder Ehrenbezeichnungen der Stadt Hannover erhalten und um welche Auszeichnungen handelte es sich? (Um den Schutz persönlicher Daten zu gewährleisten reichen uns geschwärzte Namen mit Parteizugehörigkeit, Funktion und Zeitraum der Tätigkeit.)

Text der Antwort

Die Fragen aus der Drucksache Nr. 1630-2025 werden zusammenfassend beantwortet:

In der Schriftenreihe des Stadtarchivs Hannover – Band 10 – erschien bereits im Januar 2006 eine umfangreiche Veröffentlichung. Unter dem Titel „Stadtverwaltung im Dritten Reich. Verfolgungspolitik auf kommunaler Ebene am Beispiel Hannovers“ hat der Autor Rüdiger Fleiter auf insgesamt 385 Seiten eine gründliche Untersuchung für die Stadt Hannover vorgelegt.

Unterlagen und Informationen über zurückliegende Zeitgeschehnisse werden in der Regel beim Stadtarchiv der Landeshauptstadt Hannover aufbewahrt. Nach Auskunft des Stadtarchivs liegt gegenwärtig eine Übersicht über Mitgliedschaften und Funktionen ehemaliger Dezernent*innen und Ratsmitglieder in nationalsozialistischen Organisationen nicht vor.

Wenn es der Wunsch des Rates ist, kann eine weitere Erforschung relevanter Fragestellungen erfolgen:


- Erstellung einer Übersicht des relevanten Personenkreises (ehemalige Dezernent*innen und Ratsmitglieder)

- Recherche zu Mitgliedschaften und Tätigkeiten in nationalsozialistischen Organisationen in Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv, dem Niedersächsischen Landesarchiv sowie weiterer Archive

- Fachliche Auswertung und Bewertung der Ergebnisse

- Prüfung von Auszeichnungen und Ehrungen durch die Stadt in der Nachkriegszeit


Mit ihrem Engagement für Demokratie und dem ZeitZentrum Zivilcourage macht die Landeshauptstadt deutlich, wie wichtig eine Erinnerungs- und Bewusstseinskultur sind.