Antrag Nr. 1618/2024:
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei:
Weiterbildungsexkursion zu Berliner Schulstandorten

Informationen:

verwandte Drucksachen:

1618/2024 (Originalvorlage)
2023/2024 (Änderungsantrag)

Beratungsverlauf:

Antragsteller(in):

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei

Inhalt der Drucksache:

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Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei:
Weiterbildungsexkursion zu Berliner Schulstandorten

Antrag, zu beschließen:


Die Verwaltung wird beauftragt,

für eine Delegation bestehend aus Mitgliedern des Schul- und Bildungsausschusses und des Kinder- und Jugendhilfeausschusses, Ende 2024 oder Anfang 2025 eine Fahrt nach Berlin zu organisieren. Die Fahrt soll an Werktagen stattfinden und folgende Begehungen beinhalten:

  • Besuch des Rütli-Campus: Der Rütli-Campus ist eine innovative Schule in Berlin-Neukölln, die sich durch ein reformpädagogisches Konzept und einen hohen Grad an Inklusion auszeichnet. Sie ist als eine sogenannte Turn-around-Schule bekannt geworden, die aufgrund massiver Gewalt im Schulalltag, erfolgreich progressive Lösungen wählte, um dieser zu begegnen.

  • Besuch der Quinoa-Schule: Die Quinoa-Schule eine Schule in freier Trägerschaft in Berlin-Kreuzberg, die durch individuelle und sprachliche Förderung, Beziehungs- und Familienarbeit den Bildungserfolg und Berufseinstieg ihrer Schülerinnen und Schüler erfolgreich unterstützt.

Begründung


Laut aktuellem Sozialbericht der Landeshauptstadt Hannover weisen Oberschulen und Realschulen einen überproportional hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern aus sozio-ökonomische schwierigen Verhältnissen auf. Für Oberschulen in Hannover weist das Landesamt für Statistik Niedersachsen mit 28% den höchsten Anteil an Schülerinnen und Schülern aus, die ohne Abschluss die Schule verlassen (Sozialbericht 2023, S. 117). Im Rahmen der Anhörung zur Gewalt an Schulen wurde der Blick auf Standorte und Kommunen, die den schulischen "Turnaround" zu mehr Bildungserfolg und gelingenden Schulgemeinschaften geschafft und vollzogen haben, gerichtet. Der Rütli-Campus und die Quinoa-Schule in Berlin haben sich durch progressive pädagogische Konzepte bundesweit einen Ruf erarbeitet, Jugendlichen ungeachtet ihrer sozialen und kulturellen Herkunft die Chance auf einen Schulabschluss und - anschluss zu ermöglichen und so die Abschlussquote erheblich zu erhöhen. Die Historie des Rütli Campus hat hierbei einen besonders aktuellen Bezug zu den Herausforderungen einzelner hannoverscher Schulen mit einer Gewaltthematik.

Gemeinsam mit Mitgliedern des ASchuBi und des AJHA können aus den Besichtigungen wichtige Impulse für die Arbeit zur perspektivischen Verbesserung der individuellen Bildungsverläufe an einzelnen Schulstandorten erwachsen.

Um nachhaltig handeln zu können, ist es unabdingbar, aus den Erfahrungen einzelner Kommunen zu lernen und diese im Sinne von Best-Practice lernen auf die Situation in Hannover zu adaptieren. Hierfür ist es wichtig Kinder- und Jugendhilfe eng mit Schule und Bildung zu vernetzen, da es sich um dieselbe Gruppe von Heranwachsenden handelt.


Dr. Daniel Gardemin/Dr. Elisabeth Clausen-Muradian
Fraktionsvorsitz