Drucksache Nr. 1555/2022:
Umbenennung des Stadtbezirks Buchholz-Kleefeld

Inhalt der Drucksache:

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In den Stadtbezirksrat Buchholz-Kleefeld
In den Verwaltungsausschuss
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1555/2022
1
 

Umbenennung des Stadtbezirks Buchholz-Kleefeld

Antrag,

zu beschließen, den Antrag des Stadtbezirksrats Buchholz-Kleefeld zur Umbenennung des Stadtbezirks 04 von „Buchholz-Kleefeld“ in „Groß-Buchholz-Kleefeld“ (DS 15-2798/2021) abzulehnen.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Gender-Aspekte werden nicht berührt.

Kostentabelle

Es entstehen keine finanziellen Auswirkungen.

Begründung des Antrages

Von einer Umbenennung des Stadtbezirks 04 von „Buchholz-Kleefeld“ in „Groß-Buchholz-Kleefeld“ sollte aus Sicht der Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Stadtarchiv aus den folgenden Gründen abgesehen werden:

· Anders als im Antrag der PARTEI vom 14. Dezember 2021 (Anlage 1) dargestellt, ging der ehemalige Stadtteil Klein-Buchholz nicht komplett im heutigen Stadtbezirk 03 Bothfeld-Vahrenheide auf, sondern erstreckte sich darüber hinaus auch auf das Gebiet des heutigen Stadtbezirks 04 Buchholz-Kleefeld. Klein-Buchholz, das auf eine vielhundertjährige Geschichte als eigenständige Gemeinde zurückblickte, wurde 1907 nach Hannover eingemeindet und 1980 auf die Stadtteile Bothfeld und Groß-Buchholz und somit auf die ebenfalls 1980 gebildeten Stadtbezirke 03 und 04 aufgeteilt (Beschlussdrucksache des Rates 1236/80). Von Seiten der Verwaltung wurde damals angeführt, dass der Bereich um den Klein-Buchholzer Kirchweg und somit der alte Siedlungskern des ehemaligen Stadtteils Klein-Buchholz sozialräumlich „in erster Linie nach Bothfeld tendiere“ (VA-Sitzung vom 1. November 1979, Beitrag Büscher, Archivsignatur 1.NR.0.01 Nr. 798). In der damaligen Beschlussvorlage wurde daher der diesem Bereich entsprechende statistische Zählbezirk 231 (entspricht dem heutigen Statistischen Bezirk 225 Klein-Buchholzer Kirchweg) geschlossen zu Bothfeld geschlagen. Da der verbleibende Klein-Buchholzer Zählbezirk 232 (heute Statistischer Bezirk 255 In den Sieben Stücken) nicht die für einen eigenständigen Stadtteil notwendige Größe hatte, wurde dieses Gebiet dem Stadtteil Groß-Buchholz zugeschlagen.

· Ein erheblicher Teil von Groß-Buchholz nördlich des Kanals trägt heute noch die Gemarkungsbezeichnung Klein-Buchholz. Somit besteht der Name des ehemaligen Stadtteils in den Grundbüchern der Stadt Hannover und der Eigentümer*innen weiter. Eine Umbenennung des Stadtbezirks wäre somit nicht nur nicht treffend, sondern für die betroffenen Grundbesitzer*innen zudem verwirrend.

· Die Benennung des Stadtbezirkes Buchholz-Kleefeld erfolgte 1982 vermutlich ganz bewusst aus der Überlegung heraus, dass sich auch das ehemalige Klein-Buchholz in der Namensgebung wiederfinden sollte (Beschlussdrucksache des Rates 903/82). Falls die Unterscheidung zwischen Klein- und Groß-Buchholz im Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld noch heute eine Bedeutung für die Identifikation der Bewohner*innen mit ihrem Stadtteil bzw. Stadtbezirk hat, könnte somit angenommen werden, dass eine Änderung des Bezirksnamensteils vom neutralen „Buchholz“ auf „Groß-Buchholz“ die verbleibende Klein-Buchholzer Identität in gleichem Maße beeinträchtigen würde, wie sie die Groß-Buchholzer stärken würde.

· Einige öffentliche Einrichtungen (z.B. die Grundschule Buchholz-Kleefeld II) haben sich nach dem Stadtbezirk benannt. Eine Umbenennung würde den Wiedererkennungswert schmälern und Kosten verursachen, die wir nicht abschätzen können. Der CDU Ortsverband hingegen hat für sich den Namen „Groß-Buchholz/Kleefeld“ gewählt, was die im Antrag der PARTEI geschilderte Verwirrung ob der Namensgebung in den Anträgen der CDU erklären mag.

· Hinsichtlich der Schreibweise des Bezirksnamens wäre ferner anzumerken, dass die Stadtbezirksnamen ganz überwiegend aus mit Bindestrich verbundenen Stadtteilnamen bestehen (auch wenn natürlich zahlreiche Stadtteile fehlen). Eine Benennung „Groß-Buchholz-Kleefeld“ würde diese Regel durchbrechen. Ob allerdings eine alternative Schreibweise „Großbuchholz-Kleefeld“ im Stadtbezirk eine mehrheitliche Zustimmung findet, ist sicherlich fraglich.

· Ob und in welcher Höhe Kosten für die Verwaltung durch eine Umbenennung des Stadtbezirkes „Buchholz-Kleefeld“ entstehen, lässt sich kaum abschätzen, da nicht bekannt ist, welche organisatorischen Folgen eine Umbenennung nach sich ziehen würde (z.B. Änderungen im Kartenwerk, mögliche weitere Namensänderungen kommunaler Einrichtungen und Betriebe, Änderungen von Briefköpfen etc.).

18.04 
Hannover / May 30, 2022