Drucksache Nr. 15-2932/2020 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Neubau/Nachfolgelösung Jugendzentrum Feuerwache
Sitzung des Stadtbezirksrates Nord am 14.12.2020
TOP 8.3.1.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverDrucksachen-Zeichen
An den Stadtbezirksrat Nord (zur Kenntnis)
 
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15-2932/2020 F1
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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Neubau/Nachfolgelösung Jugendzentrum Feuerwache
Sitzung des Stadtbezirksrates Nord am 14.12.2020
TOP 8.3.1.

Anfrage gem. § 10,47 der Geschäftsordnung des Rates der Landeshauptstadt Hannover in die nächste Sitzung des Stadtbezirksrat Nord am 14.12.2020

Die steigende Zahl an Kindern und Jugendlichen in der Nordstadt macht den dringenden Bedarf für ein zukunftsfähiges Jugendzentrum mehr als deutlich. Das Gebäude des Jugendzentrums Feuerwache in der Nordstadt ist aber dringend sanierungsbedürftig.

In der vom Verwaltungsausschuss am 05.02.2015 beschlossenen Drucksache Nr. 1336/2014 E1: Änderungsantrag zu DS Nr. 1336/2014 „Neuorganisation der Kinder- und Jugendarbeit in Hannover: Stadtteilkonzept Nord“ war beschlossen worden, dass das Gebäudemanagement aufgefordert wird, Maßnahmen zur Situationsverbesserung zu prüfen und vorzuschlagen. In der Begründung zu der Drucksache wurde seitens der Verwaltung ausgeführt, dass in der Projektprüfungsgruppe im Januar 2014 seitens der Verwaltung eine Sanierung des Objektes Jugendzentrum Feuerwache in der Nordstadt als unwirtschaftlich bewertet wurde.
Die derzeitige Nutzung im Jugendzentrum Feuerwache werde voraussichtlich bis Ende 2015 weiterbestehen. Parallel werde die Suche nach einem alternativen Standort für das Jugendzentrum in der Nordstadt fortgeführt, eine Umsetzung werde perspektivisch ab 2016 angestrebt.
Geschehen ist seither nach unserem Kenntnisstand nichts. Auch der gegenwärtige Haushaltsentwurf lässt nicht erkennen, dass konkrete Planungen zur Sicherstellung eines zukunftsfähigen Jugendzentrums in der Nordstadt bestehen. Im Entwurf der Haushaltssatzung 2021/2022 (DS 2384/2020) werden zur Sanierung des Jugendzentrums Feuerwache lediglich im Verwaltungsentwurf unter Investive Deckungsringe Haushalt 2021/2022 zu DR01900001 Fachbereich 19 zugehörige Investitionsmaßnahmen folgende Projekte benannt:
36601302 JZ Feuerwache, Mädchenzentrum
36601303 JZ FW, Mädchenzentrum, San.Umbau Seite - 2 -



Daher bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Welche Maßnahmen zur Situationsverbesserung beim Jugendzentrum Feuerwache sind seitens der Verwaltung mit welchem Ergebnis geprüft und vorgeschlagen worden?

2. Welche Art und Weise und welchen zeitlichen Umfang hat eine Sanierungsmaßnahme des JZ FW bzw. die Etablierung eines Ersatzstandortes in der Nordstadt und wann ist mit einer Umsetzung der Maßnahme zu rechnen?

3. Welche konzeptionellen Überlegungen sollen aus Sicht der Verwaltung für eine zukunftsfähige Ausrichtung des Jugendzentrums Feuerwache bzw. einer Nachfolgeeinrichtung im Stadtteil zugrunde gelegt werden?

Antwort der Verwaltung zu Frage 1:

Folgende Maßnahmen am denkmalgeschützten JZ Feuerwache wurden seitens der Verwaltung in den letzten Jahren geplant, geprüft, umgesetzt, vorbereitet oder zurückgestellt:

2013 Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur zukünftigen Nutzung des JZ Feuerwache als Mädchenhaus. Ergebnis der Studie war, dass es infolge des den Bestand deutlich übersteigenden Raumbedarfs nicht ohne umfangreiche Erweiterungen und Umbaumaßnahmen möglich ist, das Mädchenhaus in der Feuerwache unterzubringen. Von einer Umsetzung wurde daher abgesehen.

2016 Die Küche im EG des JZ Feuerwache wurde erneuert.

2017 Die Statik der Remise wurde geprüft und das Gebäude als nicht standsicher eingeschätzt. Eine Nutzbarkeit ist seitdem nicht mehr gegeben. Für eine umfassende Ertüchtigung sind derzeit keine Mittel vorhanden, daher sind aktuell kurzfristige Notmaßnahmen zur Stabilisierung des Gebäudes in Vorbereitung.

2018 Ein Brandschutzkonzept für das JZ Feuerwache wurde erstellt. Notwendige Umbauten zur Sicherstellung des Brandschutzes wurden umgesetzt.

2018 Auf Wunsch der Nutzer*innen des JZ Feuerwache wurde ein Antrag für die Umnutzung der Diskothek in einen Parkour-Raum gestellt. Eine wesentliche Auflage der dazu erteilten Baugenehmigung ist, die Decke über dem Erdgeschoss brandschutztechnisch zu ertüchtigen. Infolge des damit verbundenen Aufwands (Abbruch Unterdecke, Deinstallation Technik, Brandschutznachrüstung Bestandsdecke, Wiederherstellung Unterdecke und Neuinstallation Technik) konnte diese Maßnahme bislang nicht umgesetzt werden.

2020 Die Erneuerung der Blitzschutz- und Erdungsanlage sowie der Batterieanlage wird zurzeit umgesetzt.

Zur Sicherstellung des Betriebs fanden in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen im Bereich der Bauunterhaltung statt. Sie betrafen sowohl die Baukonstruktion als auch die technischen Anlagen im Bereich Elektro, Heizung und Lüftung.

Neben den oben genannten Maßnahmen wurde die Mitbenutzung von öffentlichen Einrichtungen wie beispielsweise Bibliotheken ebenso von der Verwaltung geprüft wie die Anmietungen von Flächen am Immobilienmarkt.

Die Mitbenutzung anderer öffentlicher Standorte wurde aufgrund der unterschiedlichen Nutzungskonzepte und den daraus resultierenden Anforderungen als konfliktbehaftet bewertet und von daher seitens der Verwaltung verworfen.

Bislang konnte keine Anmietung realisiert werden. Zum Teil waren die angebotenen Flächen für die erforderliche Nutzung nicht auskömmlich, das zugrundeliegende Raumprogramm hätte nicht umgesetzt werden können. Ebenso ließ der bauliche Zustand vieler Flächen eine Anmietung nicht zu. Auch in Bezug auf die Lage mussten Objekte wieder verworfen werden, da sie für die Zielgruppe keine adäquate Lage hatten.


Zu Frage 2:
Bis einschließlich 2025 ist mit investiven Mitteln keine Sanierung geplant. Die Auftragslage bei den Investitionen überschreitet für die kommenden Jahre deutlich das Volumen, welches sich über den Personalschlüssel abbauen ließe. Dabei werden zu rd. 90 % Pflichtaufgaben oder Aufgaben mit „Gefahr für Leib und Leben“ in Schulen abgearbeitet. Insofern müssten für eine schnellere Sanierung des JZ andere Projekte zurückgestellt werden.

Eine Aussage zur Dauer bzw. zu den Kosten einer möglichen Sanierung kann kurzfristig nicht getroffen werden.


Zu Frage 3:
Die Arbeit im Jugendzentrum Feuerwache basiert grundsätzlich auf drei Säulen:
- Offene-Tür-Arbeit
Vorhalten von Räumen zur unverbindlichen und freiwilligen Nutzung für jugendliche Besucher*innen.
- Angebote
Niedrigschwellig ausgerichtete Angebote, die sich durch Nähe zum Wohnort auszeichnen und die zeitlichen Bedürfnisse der Jugendlichen berücksichtigen.
- Beteiligung
Mitbestimmung an der Gestaltung der Räume sowie der inhaltlichen Angebotsstrukturen durch die jugendlichen Besucher*innen mit Unterstützung der Mitarbeitenden der Einrichtung.

Darüber hinaus verfügt das Jugendzentrum Feuerwache über folgende Schwerpunktbereiche:
- Breaking und Hip-Hop an bis zu sieben Tagen in der Woche unter Einbeziehung professioneller und pädagogischer Betreuung montags bis freitags
- DJ-ing und Graffiti Workshops
- Berufsbildung als wöchentliche Angebote in Kooperation mit PASE
- Erste Parkour-Halle in einem Jugendzentrum unter Begleitung professioneller Trainer*innen und Pädagog*innen. Aktuell ist noch die Ertüchtigung einer erforderlichen Brandschutzdecke ausstehend.









Die generelle Anerkennung von Flächen eines Jugendzentrums lässt sich wie folgt darstellen:

Jugendzentren
Zielgruppe
Jugendliche von 13 bis Anfang 20
MA-Anzahl
2
Funktion
Anzahl
gesamt m²
Erläuterungen
Offene-Tür-Bereich
120
1
120
OT-Raum (Offene-Tür-Raum) wird vielfältig genutzt, Eingangsbereich einbeziehen
Gruppenräume
30
3
90
für Schularbeitenhilfe, geschlechtsspezifische Arbeit und PC-Angebote
Werkstatt
70
1
70
Abstellraum
15
1
15
für bewegliches Material
Büro
20
1
20
nach Standardraumprogramm Verwaltungsgebäude
Küche
25
1
25
Bestandteil der pädagogischen Arbeit unter dem Aspekt der Gesundheitsförderung
WC Anlagen
nach aktuellen baulichen und gesetzlichen Vorgaben
Raum für
Reinigungskraft
Gesamt:
8
340


Für das Jugendzentrum in der Feuerwache kommt die beschriebene hohe Aktivität der Hip-Hop-Community hinzu. Es gibt aktuell einen großen Sport-/Tanzraum, der stark frequentiert ist – mit zunehmendem Bedarf. Demgegenüber hat sich der Bedarf in Bezug auf die Werkstatt deutlich verringert, da kaum noch Nachfrage an der Nutzung vorhanden ist. Wir schlagen daher vor, die vorgesehene Fläche einer Werkstatt entsprechend in einen Sport-/Tanzraum umzuwidmen. Die Option angeschlossener Duschen und Umkleiden wäre wünschenswert. Der aktuelle Sport-/Tanzraum umfasst ca. 180 qm und diese Größe sollte zukünftig im Idealfall aufrechterhalten werden.
Zusätzlich befindet sich im Erdgeschoss ein identisch großer Raum, der wie beschrieben für die Parkour-Szene hergerichtet wurde, aber aktuell wegen baulicher Fragen noch nicht freigegeben ist. Auch hier wäre eine Aufrechterhaltung der Angebotsstruktur generell wünschenswert.
Die Anerkennung für eine Nutzfläche in Höhe von 350 qm für das Jugendzentrum Feuerwache liegt auf Grundlage der PPG vom 23.01.2014 vor.