Drucksache Nr. 15-2721/2022 S1:
ENTSCHEIDUNG: Wasserhaltung in der Eilenriede
Sitzung des Stadtbezirksrates Mitte am 05.12.2022
TOP 10.1.2.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverDrucksachen-Zeichen
An den Stadtbezirksrat Mitte (zur Kenntnis)
An den Verwaltungsausschuss (zur Kenntnis)
 
Nr.
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Zu TOP
1. Entscheidung
15-2721/2022 S1
0
 
Stellungnahme der Verwaltung zu einem Initiativantrag eines Stadtbezirksrates

ENTSCHEIDUNG: Wasserhaltung in der Eilenriede
Sitzung des Stadtbezirksrates Mitte am 05.12.2022
TOP 10.1.2.

Beschluss

Der Bezirksrat möge beschließen:

Für den zum Stadtbezirk Mitte gehörenden Teil der Eilenriede wird, wenn sinnvoll auch in Zusammenarbeit mit der Stadtentwässerung, ein Maßnahmenkonzept erstellt, das zum Ziel hat, das Oberflächenwasser in der Eilenriede zu halten und vor Ort zu versickern.

Geeignete Maßnahmen könnten zum Beispiel sein:

1. Teileinstau der Gräben durch Einbau von Spundwänden etwa bis zur Mittelwasserlinie.
2. Anlage von Mulden zur Aufnahme von Wasser im Seitenraum der Gräben,
3. Einleitung von Regenwasser von Dächern im Randbereich der Eilenriede.

Die Stadtentwässerung Hannover nimmt wie folgt Stellung:

Die Wiedervernässung der Eilenriede ist eine beim Fachbereich Umwelt und Stadtgrün angesiedelte Aufgabe. Die Stadtentwässerung Hannover (SEH) verwaltet einige Gräben, welche der Eilenriede Regenwasser zuführen oder aus dieser ableiten. Diese Zuständigkeit ermöglicht es der SEH bei der Rückhaltung von Niederschlagswasser mitzuwirken. Dazu gehören aktuell kleinere Maßnahmen in der nördlichen Eilenriede.

Zu Maßnahmenbeispiel 1:
Es ist vorgesehen, den Wasserabfluss aus dem Waldgebiet durch Stauwehre zu verringern. Konkret soll dies kurz vor Ende der offenen Gräben stattfinden, bevor sie in die Regenwasserkanalisation in der Podbielskistraße und im Schiffgraben entwässern. Außerdem ist eine Reduzierung des Abflusses Richtung Mittellandkanal über den Schiffgraben (Schnellweg) vorgesehen, welches durch Veränderung der Wasserlenkung Nähe Steuerndieb bereits vollzogen wurde. Spundwände sind nicht vorgesehen, weil sie zu statisch sind. Stattdessen sollen flexible Stauwehre mit Regulierungsmöglichkeiten eingesetzt werden.

Zu Maßnahmenbeispiel 2:
Die Anlage von Mulden in Grabennähe wird begrüßt. Allerdings ist der immer der Einzelfall zu betrachten, da es mögliche Konflikte mit dem Wurzelbereich der Gehölze geben kann. Der sogenannte Ringgraben Nähe Hohenzollernstraße ist ein bereits existierendes Beispiel mit der angestrebten Funktion.

Zu Maßnahmenbeispiel 3:
Die Einleitung von Niederschlägen von den Dächern der Eilenriederandbebauung dürfte im Einzelfall schwierig sein, weil in der Regel noch Straßen zwischen den Häusern und dem Wald liegen.

Weiteres Vorgehen:
Die Verwaltung wird den Zufluss der Eilenriede aus dem Gebiet Breite und Nasse Wiese genauer untersuchen und überprüfen, ob dort Möglichkeiten bestehen, Wasserverlust in den Mittellandkanal zu reduzieren.
Zusätzlich zu den kleineren Rückhaltemaßnahmen ist es erforderlich, die Speisung der Eilenriede mit Regenwasser genauer zu untersuchen.

Die bisherigen Überlegungen und Maßnahmen sind zur schnellen Rückhaltung von Niedrig- und Mittelwasser gedacht. Darüber hinaus gehende Maßnahmen könnten dazu dienen, auch stärkere Regenfälle bis hin zu Starkregenereignissen zurück zu halten. Für diese ist aber ein zeitaufwendiger Vorlauf in Form von hydraulischen Berechnungen und möglicherweise wasserrechtlicher Absicherung nötig.