Drucksache Nr. 15-2439/2020 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Öffentliche Toilette am Marstall
Sitzung des Stadtbezirksrates Mitte am 09.11.2020
TOP 10.2.3.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt Hannover
An den Stadtbezirksrat Mitte (zur Kenntnis)
 
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Antwort
15-2439/2020 F1
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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Öffentliche Toilette am Marstall
Sitzung des Stadtbezirksrates Mitte am 09.11.2020
TOP 10.2.3.

Die Nutzung der öffentlichen Toilettenanlage durch Prostituierte als Verrichtungsbox, durch Drogensüchtige als Konsumraum oder durch Obdachlose als Übernachtungsstelle führt fortdauernd zu Beschwerden.
Der lokalen Presse war zu entnehmen, dass die WC-Anlage über eine „thermostatisch geregelte Elektro-Fußbodenheizung“ verfügen soll.

Wir fragen die Verwaltung:

1) Wie hoch waren die Kosten für den Bau/ die Errichtung der Toilettenanlage insgesamt?

2) Wie hoch waren die Kosten für die thermostatisch geregelte Elektro-Fußbodenheizung?

3) Wie hoch sind die durchschnittlichen monatlichen Kosten für den Unterhalt inkl. Reinigung?

Die Verwaltung beantwortet die Anfrage wie folgt:

Vorbemerkungen:

Die Probleme in dem Quartier bestehen nicht, weil es dort eine öffentliche Toilettenanlage gibt, sondern weil dort komplexe soziale Herausforderungen bestehen. Diese zeigen sich durch die aufgezeigten Probleme rund um die WC-Anlage. Diese Probleme existierten bereits vor der baulich notwendigen Verlegung der Toilettenanlage Am Marstall, Ecke Reitwallstraße in Richtung Scholvinstraße. Würde man eine Toilette in diesem Bereich jedoch schließen, so verlagern sich die Probleme in die Hauseingänge und Hausflure der dort lebenden Menschen. Am 11. Juni wurde unmittelbar nach Information über die Probleme ein Ortstermin mit Vertretern*innen der zuständigen Polizei Dienststelle, dem städtischen Ordnungsdienst und Vertretern*innen der Stadtentwässerung sowie Vertretern*innen des Konzessionärs DSM Ströer durchgeführt.
Im Rahmen dieses Termins wurden folgende Maßnahmen vereinbart:
· Die Polizei wird den Bereich im Rahmen ihrer Arbeit regelmäßig kontrollieren und so die Bemühungen nachhaltig unterstützen.
· Der städt. Ordnungsdienst kontrolliert im Rahmen der regelmäßigen Streifengänge mehrmals täglich die WC-Anlage und erhält von der Stadtentwässerung dafür Schlüssel, damit dieser im Verdachtsfalle und nach erfolglosem Aufruf zum Verlassen die Räume öffnen kann.
· DSM Ströer und Stadtentwässerung vereinbaren ausreichende tägliche Reinigungen der WC-Anlage (gegenwärtig zwei- bis dreimal pro Tag).
· Mitarbeiter der Stadtentwässerung sind ebenfalls regelmäßig vor Ort, insbesondere zur Kontrolle der Betriebsbereitschaft der Anlage.

Alle Beteiligten sind sich darin einig, dass die Corona-Pandemie ein deutlicher Treiber der Problematik ist und es dazu keine einfachen Lösungen gibt. Grundsätzliche Probleme in diesem Quartier können nicht anhand eines abweichenden Standortes oder der baulichen Beschaffenheit einer WC-Anlage am Marstall gelöst werden.
1) Am Standort Marstall wurde eine vandalismushemmende City-WC-Anlage der Firma HERING Sanikonzept GmbH, Typ O 200 B aufgestellt. Hierbei handelt es sich um modulare Systemlösungen für öffentliche Sanitärräume die in Fertigteil-Kompaktbauweise hergestellt werden und ausgerichtet sind, auf die hohen Anforderungen im öffentlichen Bereich. Hierzu gehört ein Höchstmaß an Funktionalität und Langlebigkeit. Um mutwilliger Zerstörung oder Beschädigung vorzubeugen, sind alle Bauelement serienmäßig vandalismushemmend ausgestaltet. Aufgrund der diesbezüglich negativen Erfahrungen bei der vorigen Bedürfnisanstalt Am Marstall, Ecke Reitwallstraße, wurden diese Vorkehrungen als notwendig erachtet.

Die Gesamtkosten der WC-Anlage einschließlich aller Arbeiten, der notwendigen Anschlussleitungen, Fundamente usw. belaufen sich auf 252.377,70 €.

Hierzu gehört eine thermostatisch geregelte Elektro-Fußbodenheizung, da eine herkömmliche Beheizung (Heizkörper) permanent beschädigt sein würde und sich dadurch die Unterhaltungskosten vervielfachen dürften. Ferner werden hierzu die unter dem Systembauwerk verlaufenden Wasserleitungen vor dem Einfrieren im Winter geschützt.
2) Nach Auskunft der Firma HERING Sanikonzept GmbH belaufen sich die Kosten für die thermostatisch geregelte Elektro-Fußbodenheizung auf etwa 4.000 €. Es handelt sich um eine Fußbodenerwärmung, welche ausschließlich bei Bodenfrost aktiviert ist und somit die Wasserleitungen vor dem Einfrieren im Winter schützt.

3) Die Bewirtschaftung der öffentlichen Toilettenanlagen wurde vertraglich an die Firma DSM Ströer vergeben, welche für die Unterhaltung und Reinigung zuständig ist. Die monatlichen Kosten für Reinigung und Instandhaltung belaufen sich auf netto ca. 2.300,- € zuzüglich Reparaturmaterial.