Drucksache Nr. 15-2406/2024 F1:
Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der SPD-Fraktion
Der Märchensee im Sahlkamp - beinahe eine ökologische Tragödie
Sitzung des Stadtbezirksrates Bothfeld-Vahrenheide am 11.12.2024
TOP 8.1.1.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverDrucksachen-Zeichen
An den Stadtbezirksrat Bothfeld-Vahrenheide (zur Kenntnis)
 
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15-2406/2024 F1
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Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der SPD-Fraktion
Der Märchensee im Sahlkamp - beinahe eine ökologische Tragödie
Sitzung des Stadtbezirksrates Bothfeld-Vahrenheide am 11.12.2024
TOP 8.1.1.

Vor wenigen Wochen hat die Landeshauptstadt Hannover mit umfangreichen Maßnahmen, immensem Personal- und Materialeinsatz ein vollständiges „Kippen“ des Märchensees gerade noch verhindern können. Dennoch kam es u.a. in Folge des Sauerstoffabfalls im Gewässer leider zu einem Absterben von hunderten von Fischen. Gründe dafür liegen etwa in der Vermüllung, Überfütterung oder einer Überpopulation der Fische im Märchensee. Diese Situation ist nicht über wenige Wochen, sondern über mehrere Monate, gar Jahre entstanden. Zu Recht fragen sich die Anwohnerinnen und Anwohner und auch wir, warum ein früheres Eingreifen nicht möglich war bzw. wie die Überwachung eines solchen Gewässers sichergestellt wird. In der Folge wurden zahlreiche Fische durch den Anglerverband Niedersachsen e.V. entnommen. Mittlerweile wurden auf dem Teich schwimmende Solarbelüfter installiert, wobei letztere mal mehr und mal weniger Aktivität zeigen.
Hierzu fragt die SPD-Bezirksratsfraktion die Verwaltung:

1. Wie hoch sind schätzungsweise die Kosten der gesamten Rettungsaktion der bislang durchgeführten Maßnahmen?
2. Warum führt die Stadt keine regelmäßigen und enger getakteten Kontrollen des Märchensees durch und ist erst aktiv geworden, nachdem die Situation fast außer Kontrolle zu geraten drohte?
3. Welche konkreten Maßnahmen ergreift die Landeshauptstadt in Zukunft, damit solch eine Situation nicht mehr entstehen kann?

Die Verwaltung beantwortet die Anfrage wie folgt:

Zu 1. Die Kosten, um das biologische Gleichgewicht des gekippten Märchensees wiederherzustellen, beliefen sich bislang auf rund 7.000 €. Diese Summe setzt sich zusammen aus:

· 2.500 € für Teichbelüfter,
· 200 € für die Entsorgung der Kadaver,
· 1.000 € für eingeleitetes Wasser sowie
· 3.300 € für die Abfischung der überlebenden Tiere.

Zu 2. Die Kolleg*innen des Pflegebezirks im Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün haben den Zustand des Gewässers im Blick. Wird das umgebende Parkgelände gepflegt, gehört auch diese Sichtkontrolle zu den Aufgaben. In den zurückliegenden Jahren gab es dort jedoch keinerlei Auffälligkeiten. Diesen Sommer änderte sich die Situation drastisch. Hierzu führten wohl vielfältige Faktoren. Dazu gehörten unter anderem illegaler Fischbesatz und somit immer größer werdende Populationen. Ebenso trugen auch extreme klimatische Bedingungen dazu bei. Darüber hinaus ist das Verhalten der Bevölkerung ein großes Problem, da Lebensmittelreste in großen Mengen in dem Gewässer entsorgt werden und es somit zu einer Eutrophierung und dem damit einhergehenden Sauerstoffmangel kommt.

Zu 3. Durch das Abfischen und den dadurch verzögerten Eintrag von Biomasse wurde die Problematik zunächst gestoppt. Die solarbetriebenen Teichbelüfter werden auch ab Frühsommer 2025 wieder zum Einsatz kommen, um für kontinuierlichen Sauerstoffeintrag in das Gewässer zu sorgen.
Darüber hinaus ist die LHH mit einem Ingenieurbüro in Kontakt getreten, um ein Gewässermonitoring für den Märchensee und alle weiteren stehenden Gewässer im Zuständigkeitsbereich der Grünflächenpflege durchzuführen, da es zu erwarten ist, dass die Folgen der klimatischen Entwicklungen zunehmend Einfluss auf diese nehmen. Das Monitoring soll Auskunft darüber geben, in welchem Umfang und welcher Dringlichkeit Maßnahmen notwendig sind, um das Gleichgewicht der Seen zu erhalten. Die hierfür notwendigen finanziellen Mittel müssen dann nach Vorliegen der Ergebnisse angemeldet werden. Eine Umsetzung kann je nach Finanzlage und personellen Kapazitäten erfolgen.