Informationen:
Nachrichtlich:
- Stadtbezirksrat Nord
Antragsteller(in):
Bezirksratsfrau Kirsten Köpge
Bezirksratsfrau Kirsten Köpge
![]() | ![]() | |||||||||
An den Stadtbezirksrat Nord (zur Kenntnis) |
|
| ||||||||
Im Stadtbezirk Nord werden bereits seit geraumer Zeit auf Gebäuden und Fassaden Garaffiti angebracht. Neben einzelnen Auftragsarbeiten handelt es sich überwiegend um bildhafte Darstellungen und insbesondere um Tags, die ohne bzw. gegen den Willen der Hauseigentümer und Eigentümerinnen aufgetragen werden, was den Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllt. Da die Sprayerinnen und Sprayer in der Regel nicht ermittelt werden, müssen letztlich die Eigentümer die Beseitigungskosten tragen. Die hierdurch bundesweit entstehen jährlichen Kosten summieren sich lt. einer Studie des Deutschen Städtetags auf ca. 200 Millionen Euro.
Unter den Sprayerinnen und Sprayern dürften allerdings auch solche sein, die einen Qualitätsanspruch an die künstlerische Gestaltung ihrer Graffiti und Tags haben. Ein Ansatz, dieses Potential zu heben, die Entwicklung ihrer Kunst zu fördern und ihnen damit ggf. auch die Möglichkeit einer Kommerzialisierung der Werke zu ermöglichen könnte darin liegen, kostenfreie Angebote zu Schulungen und Weiterbildungen zu schaffen. Ihnen könnte die Möglichkeit eröffnet werden, sich mit kostenfrei zur Verfügung gestellten Materialien an Übungsflächen auszuprobieren. Denkbar ist es auch, dass städtische Fassaden bzw. öffentliche Flächen oder von Eignern zur Verfügung gestellte Fassaden hierfür Verwendung finden. Hier käme z.B. die Alte Kofferfabrik in Betracht, zumal dort bereits Künstler tätig sind.
Dieser Ansatz hätte möglicherweise den Effekt, dass sich die Anzahl der ungewollten Graffiti und Tags reduziert, da den Menschen neue, identitätsstiftende Perspektiven abseits der Illegalität eröffnet werden, was wiederum andere anspornen kann, es ihnen gleichzutun. Zudem werden künstlerisch gestaltete Flächen auch nicht mehr mit ungewollten Tags übersprüht. Es könnte also ein Vorteil für alle Seiten sein.
Dies vorausgeschickt fragen wir die Verwaltung:
1. Ist der Verwaltung bekannt, ob es im Stadtbezirk Nord oder auch in anderen Stadtbezirken bereits entsprechende Initiativen gibt und falls ja, werden diese Projekte bereits durch die Stadt selbst initiiert oder zumindest seitens der Stadt (wie?) unterstützt?
2. Falls nein, wäre es für die Verwaltung vorstellbar, ein entsprechendes Projekt zu initiieren bzw. zu unterstützen?