Drucksache Nr. 15-2039/2010 S1:
Statistische Angaben nach Stadtteilen differenziert
Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 10.11.2010
TOP 7.1.1.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt Hannover
An den Stadtbezirksrat Linden-Limmer (zur Kenntnis)
An den Verwaltungsausschuss (zur Kenntnis)
 
Nr.
Anzahl der Anlagen
Zu TOP
1. Entscheidung
15-2039/2010 S1
0
 
Stellungnahme der Verwaltung zu einem Initiativantrag eines Stadtbezirksrates

Statistische Angaben nach Stadtteilen differenziert
Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 10.11.2010
TOP 7.1.1.

Beschluss

Die Verwaltung wird gebeten, in künftigen Drucksachen die Zahlen nicht ausschließlich auf Stadtbezirke bezogen anzugeben, sondern nach Stadtteilen differenziert.

Entscheidung

Der Bereich Wahlen und Statistik nimmt allgemeingültig wie folgt Stellung:

Statistische Daten werden in der Regel auf Stadtteilebene veröffentlicht:
(siehe unter anderem: Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2010
http://www.hannover.de/de/buerger/wahlen/statistikstelle_LHH/strukturdaten1/index.html oder Sozialbericht 2008http://www.hannover.de/data/download/lhh/buerger/sozialplanung/Sozialbericht_2008.pdf)

Einer Veröffentlichung entgegen stehen können:
  • Geheimhaltungsgründe (zum Beispiel: zu geringe Fallzahlen)
  • Erhebungstechnische Gründe (zum Beispiel: Stadtteilübergreifende Einzugsbereiche)
  • Praktische Gründe (zum Beispiel Immissions- und Witterungsdaten)

Wenn wegen der besseren Lesbarkeit oder wegen der Vergleichbarkeit (zum Beispiel bei Vergleichen mit Umlandgemeinden) nur Stadtbezirksdaten veröffentlicht werden, wird wie bisher darauf geachtet, dass die Originaldaten auf Stadtteilebene zumindest im Internet oder sonst geeignet verfügbar sind.

Unter Berücksichtigung dieser allgemein gültigen Bestimmungen nehmen folgende Dezernate / Fachbereiche - welche vermehrt Veröffentlichungen von Daten vornehmen - zu dem beschlossenen Antrag Stellung:

Dez. III Jugend- und Sozialdezernat / Koordinationsstelle Sozialplanung

Die Koordinationsstelle Sozialplanung veröffentlicht sozialstrukturelle Daten auf Stadtteilebene, so z.B. in den Sozialberichten oder in „Kinderarmut in Zahlen“ (Drucks.-Nr. 0698/2010). Dieser Standard soll auch zukünftig fortgesetzt werden. Daten aus den Fachplanungen stehen in der Regel auch für die Stadtteile für die Veröffentlichung zur Verfügung, in einigen Ausnahmen wurden Planungsräume allerdings aus inhaltlichen Gründen anders definiert, so dass in diesen Fällen keine Darstellung auf Stadtteilebene erfolgt. In allen Fällen gilt, dass die Geheimhaltungspflicht, z.B. bei zu geringen Fallzahlen in einem Stadtteil der Veröffentlichung entgegen steht.

Dez. VI Baudezernat / Bereich Stadtentwicklung

Der Bereich Stadtentwicklung erarbeitet und veröffentlicht Informationen zur Stadtentwicklung, die über die statistischen Daten hinausgehen oder aus anderen Quellen herrühren. Bezüglich der Kleinräumigkeit der vom Bereich Stadtentwicklung veröffentlichten Informationen sind unterschiedliche Aussagen zu machen:
  • Im Rahmen der Wohnungsmarktbeobachtung veröffentlicht der Bereich Stadtentwicklung stadtteilbezogene Daten - sofern die Datenlage dies zulässt (zuletzt in der Schriften zur Stadtentwicklung Band 107: Kleinräumige Entwicklung des Wohnungsmarktes in der Landeshauptstadt Hannover).
  • In der vom Bereich Stadtentwicklung gerechneten Bevölkerungsprognose werden die Ergebnisse auf der Ebene der Prognosebezirke veröffentlicht (zuletzt in Schriften zur Stadtentwicklung Band 102: Einwohnerentwicklung 2007 bis 2015/2020). Prognosebezirke sind insgesamt 30 Raumeinheiten, welche die 13 Stadtbezirke in bis zu 4 Raumeineinheiten differenzieren. Auf eine Darstellung der Prognoseergebnisse auf noch kleinräumiger Ebene muss aus methodischen Gründen verzichtet werden.
  • Bei den Ergebnissen der repräsentativen Erhebungen, die vom Berich Stadtentwicklung veröffentlicht werden, ist folgendes zu beachten: Aus methodischen Gründen muss für die Herstellung einer Differenzierbarkeit von Befragungsdaten nach Stadtteilen eine sehr hohe Zahl an Fragebögen verschickt werden. Die Zahl der zu verschickenden Fragebögen und der damit verbundene Mitteleinsatz liegen dabei sehr deutlich über der Variante, die nur eine Differenzierbarkeit für Stadtbezirke anstrebt. Aus diesem Grund ist die Differenzierbarkeit von Befragungsdaten nur anzustreben, wenn dies inhaltlich notwendig ist und hierfür ausreichende Mittel zur Verfügung stehen. Die repräsentative Erhebung „Leben und Wohnen im Alter“ wurde auf Stadtteilebene ausgewertet und 2009 veröffentlicht (Schriften zur Stadtentwicklung Band 100: Leben und Wohnen im Alter). Auch die Ergebnisse der Repräsentativerhebung 2008 (Schriften zur Stadtentwicklung Band 106: Repräsentativerhebung 2008, Sonderauswertung – Ergebnisse in Differenzierung nach Sozio-Demografie und Stadtteilen) liegen auf Stadtteilebene vor.


  • Dez. V Wirtschafts- und Umweltdezernat

    Fachbereich Gebäudemanagement
    Der Fachbereich erstellt regelmäßig Informationsdrucksachen zu den Sanierungsmaßnahmen an Schulen und Kitas. Die Informationen sind nach Stadtbezirken geordnet und die Gebäude, an denen Maßnahmen durchgeführt wurden, werden namentlich genannt. Der Fachbereich sieht daher keine Notwendigkeit, diese Daten differenziert für die Stadtteile darzustellen.

    Fachbereich Umwelt- und Stadtgrün
    Unter folgenden Voraussetzungen wird der Fachbereich Umwelt- und Stadtgrün statistische Angaben in künftigen Drucksachen nach Stadtteilen differenziert angeben:
    • Eine stadtteilbezogene Darstellung muss im Einzelfall sinnvoll sein; dies ist z.B. nicht der Fall, wenn Daten sich auf stadtteil- bzw. stadtbezirksübergreifende Strukturen beziehen (z.B. Pflegebezirke des Bereiches Grünflächen, Forstreviere, Eilenriede, Altwarmbüchener Moor).
    • Die Daten müssen stadtteilbezogen vorliegen oder mit vertretbarem Aufwand den Stadtteilen zugeordnet bzw. nach Stadtteilen erhoben werden können (hinsichtlich der Häufigkeit der stadtübergreifenden, umfangreichen Infodrucksachen zu Straßenbäumen, Gehölzschnitten, Parkrangereinsätzen etc. würde eine Datenerhebnung nach Stadtteilen einen erheblichen personellen Mehraufwand bedeuten, der in der Regel nicht zu leisten ist.)
    • Die Übersichtlichkeit der Darstellung soll durch eine stadtteilbezogene Darstellung nicht beeinträchtigt werden (ein Gliederung nach 51 Stadtteilen statt nach 13 Bezirken ist unter Umständen unüberschaubar und wenig leserfreundlich).
    • Einer stadtteilbezogenen Darstellung dürfen keine datenschutzrechtliche Hindernisse entgegenstehen.
Dez. IV Kultur- und Schuldezernat

Unter Berücksichtigung der vom Fachbereich Wahlen und Statistik ausgeführten formalen Vorgaben werden statistische Angaben durch die Fachbereiche des Dezernates IV stadtteilbezogen erhoben und veröffentlicht, soweit dies möglich und aus fachlichen Gründen sinnvoll ist.
So ist z.B. die Schulstatistik als eine der wichtigen Statistikreihen des Kultur- und Schuldezernates nicht stadtteilbezogen darstellbar, da die Einzugsgebiete der Grundschulen durch die festgelegten Grundschulbezirke nicht deckungsgleich mit den Grenzen des Stadtteils sind, in denen die Grundschulen jeweils ansässig sind. Das Einzugsgebiet der weiterführenden Schulen hingegen umfasst das gesamte Stadtgebiet, womit auch hier eine stadtteilbezogene Auswertung der Statistiken nicht möglich ist.