Antrag Nr. 15-1959/2024:
Grundsätze für eine zukunftsgerechte Neugestaltung des Sahlkampmarktes - Erreichbarkeit, Aufenthaltsqualität und lokale Wirtschaft nachhaltig sichern und stärken

Inhalt der Drucksache:

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Grundsätze für eine zukunftsgerechte Neugestaltung des Sahlkampmarktes - Erreichbarkeit, Aufenthaltsqualität und lokale Wirtschaft nachhaltig sichern und stärken

Antrag

Der Bezirksrat beschließt:
Bei der bevorstehenden Sanierung des Sahlkampmarktes, finanziert u.a. aus Mitteln des seit 2009 laufenden Bund-Länder-Programmes, ist die Verwaltung aufgefordert folgende Vorgaben und Grundsätze umzusetzen:
1. Ein separater und sicherer Radweg, der den Märchenweg mit der Bahn-Endhaltestelle Alte Heide, wie auch die Stadtteile Sahlkamp und Bothfeld miteinander verbindet, bleibt erhalten. Dieser Radweg wird mit den Straßen Hägewiesen oder Elmstraße nicht vermengt und knüpft an die bisherige Radwegeführung am Sahlkampmarkt an.
2. Die aktuell bestehende Parkplatzorientierung unmittelbar am Sahlkampmarkt (Senkrechtaufstellung) und im weiteren Verlauf der Elmstraße bleibt erhalten. Der entsprechende Planungsbereich wird zur Realisierung angepasst. Der Wegfall von bis zu zwei Parkplätzen im Zuge der Sanierung ist möglich.
3. Für die am Sahlkampmarkt unmittelbar angrenzenden Stellplätze wird bis 18 Uhr eine Parkdauer von bis zu zwei Stunden erlaubt.
4. Die Elmstraße bleibt zu jeder Stelle in beiden Fahrtrichtungen befahrbar.
5. Ein Taxistand im unmittelbaren Umfeld des Sahlkampmarktes ist weiterhin vorhanden.
6. Für den Wochenmarkt ist sichergestellt, dass alle Marktbeschicker ausreichend Fläche zu Verfügung gestellt bekommen und ihrem Gewerbe weiterhin nachgehen können.
7. Eine Überdachung der zukünftigen Tribüne wird geprüft und soll neben Events auch den Marktbeschickern Möglichkeit der Nutzung und dadurch einen Mehrwert ihrer gewerblichen Aktivitäten im Stadtteil bieten. Das Marktwesen der LHH wird bei den Planungen eingebunden.
8. Ein Trinkbrunnen im südwestlichen Bereich des Sahlkampmarktes wird angelegt. Der bisherige Standort entfällt.
9. Die Verwaltung legt ein auf den Sahlkampmarkt ausgerichtetes Konzept und Maßnahmen vor, wie insbesondere an und in den neuen Grünflächen und im Umfeld des Trinkbrunnens, die Vermüllung vermieden werden kann.
10. Bei der neuen Beleuchtungsplanung des Sahlkampmarktes wird das ausgeprägte Unsicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger in diesem Bereich berücksichtigt und bestmöglich adressiert.

Begründung

Seit 15 Jahren wartet die Bevölkerung im Stadtteil Sahlkamp darauf, dass die Sanierung in Sahlkamp-Mitte vorankommt. Unzählige und in allen möglichen Variationen durchgeführte Umfragen, Präsentationen, Briefeinwürfe, sog. „Pop-Up“-Aktionen u.v.m. hat es durch die Stadtverwaltung gegeben – passiert ist in all diesen Jahren leider zu wenig. Die Bürgerinnen und Bürgern erwarten von der in Verantwortung stehenden Politik nunmehr Lösungen, die das Funktionieren eines solchen Marktes sicherstellen.
Die bislang von der Verwaltung und vom beauftragten Planungsbüro zur Auswahl gestellten Optionen bzw. Präsentationen zum Sahlkampmarkt haben gemein, dass sie bei der Neugestaltung und Sanierung zu einseitig verfahren und die unterschiedlichen Belange im Stadtteil nur unzureichend berücksichtigt werden.
Mit diesem Antrag werden die wesentlichen und umfänglichen Herausforderungen, Bedürfnisse und auf die Zukunft gerichtete Aspekte der verschiedenen Nutzerinnen und Nutzer des Sahlkampmarktes klargestellt und ausgewogen adressiert.
Eine hohe Priorität hat die Radweganbindung des Sahlkampmarktes, die auch in Zukunft Radfahrenden eine sichere Querung des Stadtteilquartiers ermöglichen soll.
Dazu gehört auch, dass Kinder im kinderreichsten Stadtteil Hannovers sicher und auf einem eigenen Radweg ihre Grundschule und weitere Ziele erreichen sollen. Zugleich stellt die bestehende Radwegeführung über den Sahlkampmarkt und durch den anschließenden Märchenweg eine Verbindung der Stadtteile nach Vahrenheide und zu der in Umsetzung befindlichen Veloroute 02 her und ist in gegenwärtiger Richtung eine etablierte Verbindung in den benachbarten Stadtteil Bothfeld via Stadtbahn-Endhaltstelle Alte Heide.
Der Stadtteil Sahlkamp mit seinen zahlreichen Herausforderungen, Problemlagen, aber auch Potenzialen darf verkehrstechnisch nicht abgehängt werden! Daher ist von besonderer Wichtigkeit die Anerkennung, dass die am Sahlkampmarkt ansässigen Einzelhändlerinnen und Einzelhändler, der donnerstägliche Wochenmarkt, das weitere lokale Gewerbe insgesamt, auch Apotheke, Ärztinnen und Ärzte, auf eine gute und unkomplizierte Erreichbarkeit des Sahlkampmarktes mit allen Verkehrsmitteln angewiesen sind. Dies ist im Interesse des Gewerbeensembles, der Patientinnen und Patienten sowie auch der Kundinnen und Kunden bzw. der Bürgerinnen und Bürger.
Die ohnehin wenigen PKW-Stellplätze, die unmittelbar am Sahlkampmarkt angrenzen, sind hierfür bereits heute zwingend notwendig. Die Kaufkraft bzw. die gesamtwirtschaftliche Situation der Bevölkerung im Sahlkamp ist im Stadtvergleich weit unterdurchschnittlich.
Die Wirtschaftstreibenden im Stadtteil Sahlkamp sind darauf angewiesen, dass Menschen auch aus anderen, kaufkräftigeren Stadtteilen die Angebote im Sahlkamp weiterhin nutzen und damit zum Erhalt der Betriebe ihren Beitrag leisten. Diese
Kundinnen und Kunden nutzen oftmals auch den PKW, wenn sie den Sahlkamp besuchen und fahren hierbei die Parkplätze unmittelbar am Sahlkampmarkt an, da diese einen attraktiven und schnellen Zugang zum Markt und den Geschäften bzw. zu den Dienstleistungen bieten.
Jede Kundin / jeder Kunde wird im Sahlkamp gebraucht!
Gespräche und Rückmeldungen mit und aus der der lokalen Wirtschaft bzw. den verschiedenen Marktbeschickern bestätigen den Antragsstellern die skizzierten Aspekte und fordern von der Politik ein, die ökonomischen Realitäten des Stadtteils nicht zu ignorieren und keine Maßnahmen zu ergreifen, die das ohnehin schwache Gewerbe weiter gefährden. Insbesondere der Wochenmarkt, als einer der Letzten im Stadtbezirk, ist darauf angewiesen, dass Kundinnen und Kunden den Sahlkampmarkt weiterhin unkompliziert erreichen können. Der seit Monaten leerstehende gastronomische Betrieb am Sahlkampmarkt ist nur ein Beispiel für die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor Ort.
Schließlich muss u.a. für Seniorinnen und Senioren bzw. im Zuge der Inklusion sichergestellt sein, dass der Markt barrierefrei zugänglich bleibt und auch Menschen, die z.B. mit einer Chemo- oder Strahlentherapie behandelt werden, unkompliziert und unmittelbar angrenzend ein Taxi aufsuchen können.
Weitere Aspekte, die die Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung betreffen, werden in diesem Antrag ebenfalls berücksichtigt und adressieren zugleich Problemlagen, mit denen der Bezirksrat in den vergangenen Jahren immer wieder durch die Bevölkerung konfrontiert wurde.
Die Verwaltung muss sicherstellen, dass durch Sanierungsgelder nicht ein neuer Platz entsteht, der die Situation im Sahlkamp weiter verschlechtert.
Vielmehr muss baulich und infrastrukturell ausgewogen berücksichtigt werden, was heute bereits gut funktioniert und wie dieser Markt eine noch bessere Zukunft und Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern haben kann, ohne die hier diskutierten Realitäten und Grundsätze zu ignorieren.