Drucksache Nr. 15-1608/2022 N1 S1:
NEUFASSUNG: Bienenfutter-Automaten
Sitzung des Stadtbezirksrates Kirchrode-Bemerode-Wülferode am 15.06.2022
TOP 10.2.1.1.1.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverDrucksachen-Zeichen
An den Stadtbezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode (zur Kenntnis)
An den Verwaltungsausschuss (zur Kenntnis)
 
Nr.
Anzahl der Anlagen
Zu TOP
1. Entscheidung
15-1608/2022 N1 S1
0
 
Stellungnahme der Verwaltung zu einem Initiativantrag eines Stadtbezirksrates

NEUFASSUNG: Bienenfutter-Automaten
Sitzung des Stadtbezirksrates Kirchrode-Bemerode-Wülferode am 15.06.2022
TOP 10.2.1.1.1.

Beschluss


Die Verwaltung prüft, an welchen Stellen im Stadtbezirk (möglichst 1 x in Bemerode und 1 x in Kirchrode) zwei Bienenfutter-Automaten an zentralen Plätzen im Stadtbezirk aufgestellt werden können. Die Kosten von 1.100,- € übernimmt der Bezirksrat aus eigenen Mitteln.

Für den Betrieb und die Pflege der Automaten soll aktiv auf die Einwohnerinnen und Einwohner zugegangen werden und Patenschaften geworben werben. Aus Rücksicht auf das Ökosystem ist bei der Befüllung der Automaten darauf zu achten, dass ausschließlich Samen heimischer oder verträglicher Pflanzenarten ausgegeben werden.

Entscheidung

Dem Antrag wird nicht gefolgt.


Begründung:

Das Prüfergebnis der Verwaltung hat ergeben, dass aus fachlicher Sicht dem Antrag nicht gefolgt werden kann.

Nach umfassenden Bemühungen ist es dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün gelungen, Kontakt zu dem Produzenten der „Bienenfutterautomaten“ zu bekommen. Der Kontakt war nur per Mail möglich. Eine Kontaktaufnahme per Telefon war nicht gewünscht. Die „umfangreichen Informationen über die beiden Saatmischungen“ finden sich unter www.bienenretter.com/bienenautomat/ . Die Mischungen bestehen zu ca. 90 % aus 50 verschiedenen Kulturarten und zu ca. 10 % Wildarten und zu mindestens 95 % aus Deutschland. Nähere Informationen zu den Arten finden sich auf der Internetseite, aber keine Hinweise über das Mengenverhältnis. Es ist kein Regiosaatgut, welches schon ein Kompromiss aus Artenschutzsicht wäre, aber naturschutzrechtlich erlaubt ist. Auf der Internetseite gibt es den korrekten Hinweis „Gemäß § 40 BNatSchG nur zur Verwendung außerhalb der freien Landschaft“. Dem Wunsch vom Fachbereich, eine Artenliste mit entsprechenden Mengen zu erhalten wurde nicht entsprochen. Auch bestand kein Interesse, mit dem Insektenbündnis Hannover in Kontakt zu kommen und ggf. eine Kooperation zu ermöglichen.

Dieses ist sehr bedauerlich, da eine Ausgabe der „Hannovermischung“ aus den Bienenfutterautomaten grundsätzlich ein Weg der Unterstützung sein könnte.

Fazit: Die Internetseite und auch die Art der Kommunikation erwecken den Eindruck, dass hier ein gesellschaftlich wichtiges Anliegen sehr stark mit ökonomischen Interessen verbunden wird und es sehr zweifelhaft ist, dass hier für die Biodiversität und im speziellen für den Insektenschutz Positives erreicht wird. Leider werden mit den Blühmischungen falsche Bilder und Erwartungen bei der aufgeschlossenen Bevölkerung erzeugt wird. Die Kulturarten helfen maximal nur häufigen Wildbienenarten und der ungefährdeten Honigbiene, aber nicht seltenen anspruchsvolleren Arten. Durch Zerstörung vorhandener Vegetation für die Ansaat der o.g. Mischungen kann sogar das Nahrungsangebot für Insekten vermindert werden. Die Verwaltung empfiehlt insofern keine Kooperation und auch keine Unterstützung dieses Vorhabens von Seiten des Insektenbündnisses Hannover und damit auch der Landeshauptstadt Hannover.

Darüber hinaus würde die Stadtverwaltung für die Betreuung der „Bienenfutterautomaten“ Personal benötigen, was hierfür aktuell nicht zur Verfügung steht.