Drucksache Nr. 15-1371/2016 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Konsequenzen aus dem EU-Forschungsprojekt FIDEUS
Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 15.06.2016
TOP 7.3.1.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt Hannover
An den Stadtbezirksrat Linden-Limmer (zur Kenntnis)
 
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Antwort
15-1371/2016 F1
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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Konsequenzen aus dem EU-Forschungsprojekt FIDEUS
Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 15.06.2016
TOP 7.3.1.

Im Jahr 2007 war die Stadt Hannover Teilnehmer beim europäischen Forschungsprojekt FIDEUS zur Verbesserung von Logistik-, Umschlags- und Transportprozessen. Das „Scenario 2 – Urban Life“ wurde in der Limmerstraße untersucht.

In 2009 wurde eine Projektdokumentation mit den Ergebnissen vorgelegt. Im groben Ganzen sei das Projekt positiv verlaufen, die Maßnahmen hätten sich bewährt. Allerdings scheint das Projekt eher Empfehlungen für den Fahrzeugbau ergeben zu haben.


Ich frage daher die Verwaltung:

1. Welche Schlüsse hat die Verwaltung aus der Untersuchung gezogen? Was war der Erkenntnisgewinn?

2. Sind die Ergebnisse der Untersuchung in irgendeiner Form weiterverfolgt worden und in die Verkehrsplanung oder andere städtische Konzepte eingeflossen?

3. Plant die Stadt ein Konzept zur Gestaltung urbaner Logistik oder sind zumindest (weitere) Untersuchungen geplant?

Antwort

Zu 1.:
Als Fazit aus dem Versuch in der Limmerstraße hat sich seinerzeit nachfolgende Zusammenfassung und Empfehlung zum weiteren Vorgehen Szenario “Urban Life“ ergeben:
Die Erfahrungen aus der Testphase reichen im Prinzip aus, um einen dauerhaften Betrieb einzuführen. Es sind allerdings noch offene Fragestellungen zu klären und
analog zum Szenario “City Hub“ ist der Micro-Carrier technisch zu überarbeiten. Der Versuch hat gezeigt, dass
• der Micro-Carrier gut zum Straßencharakter der Limmerstraße passt,
• Verteilverkehre auf ein Elektro-Fahrzeug verlagert werden könnten jedoch
• eine Belieferung nur der Limmerstraße mit dem Micro-Carrier nicht wirtschaftlich ist.

Es muss geprüft werden, ob das gesamte Gebiet um die Limmerstraße mit dem Micro-Carrier beliefert werden kann. Dafür ist ein geeigneter Hub zur Zwischenlagerung erforderlich, der gut erreichbar ist, in dem die Zugmaschine sicher untergebracht werden kann und der zentral liegt.
Die Anlieferung aller Sendungen sollte dann mit einem Fahrzeug zu diesem Hub erfolgen.

Zu 2.:
Stadt und Region Hannover haben im April 2009 eine Interessensbekundung für das bundesweite Förderprogramm „Modellregion Elektromobilität“ im Rahmen des Konjunkturpaketes II der Bundesregierung abgegeben. Das zur Interessensbekundung eingereichte Projekt NEFLOK (Nutzenpotenziale der Elektromobilität für Logistikketten) baute auf dem EU-Projekt FiDEUS auf. Ausschlaggebend für den Projektantrag war u.a., Fördermittel für die weitere Entwicklung des MicroCarriers zu erhalten, um diesen dann ggf. tatsächlich im Rahmen eines Citylogistiksystems einsetzen zu können. Als Modellregion Elektromobilität ist Hannover 2009 nicht ins Förderprogramm aufgenommen worden.

Zu 3.:
Die Landeshauptstadt Hannover hat mit Volkswagen Nutzfahrzeuge und den Hochschulen Hannover und Braunschweig eine Projektinitiative „Urbane Logistik“ ins Leben gerufen, die sich mit Fragestellungen und Perspektiven einer zukunftsfähigen urbanen Logistik im städtischen Raum auseinandersetzen soll.