Antrag Nr. 15-1256/2017:
Änderungsantrag zu Drucksache 15-1078/2017
Volkstrauertag - Kranzniederlegung

Inhalt der Drucksache:

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Änderungsantrag zu Drucksache 15-1078/2017
Volkstrauertag - Kranzniederlegung

Antrag

Der Bezirksrat möge beschließen:
Die Durchführung der jährlichen Kranzniederlegung im Rahmen einer Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag wird zukünftig durch den Bezirksrat Döhren-Wülfel sichergestellt. Dies beinhaltet die organisatorische Unterstützung durch die Stadtverwaltung, sowie die Bereitstellung eines Trauerkranzes aus den Repräsentationsmitteln des Stadtbezirks. Bei der Gedenkveranstaltung wird ein besonderer Fokus auf den Gedanken der Friedens- und Versöhnungsarbeit, sowie der Völkerverständigung gelegt.

Begründung

Die zwei Arbeitsgemeinschaften, welche die Kranzniederlegung anlässlich des Volkstrauertages in Döhren-Wülfel in der Vergangenheit organisiert hatten, haben sich leider aufgelöst. Diese stellt aber ein Ereignis mit besonderem Stellenwert dar, welches unbedingt aufrechterhalten werden sollte und jedes Jahr in allen Stadtbezirken stattfindet.
Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, wenn der Bezirksrat zukünftig die Verantwortung für dieses bedeutende Ereignis übernimmt und dabei auch sicherstellt, dass der inhaltliche Fokus der Gedenkveranstaltung insbesondere auf dem Gedanken der Friedens- und Versöhnungsarbeit, sowie der Völkerverständigung liegt, wie er beispielsweise vorbildlich beim Totengedenken in der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag 2016 im Deutschen Bundestag durch Bundespräsident a.D. Joachim Gauck zum Ausdruck gekommen ist. 1

1Text des Totengedenkens von Bundespräsident a.D. Joachim Gauck in der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag 2016:
"Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.
Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.
Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt."