Drucksache Nr. 15-1227/2026 F1:
Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der SPD-Fraktion
Anfrage Sachstand zum geplanten Eavor-Projekt in Hannover-Lahe
Sitzung des Stadtbezirksrates Bothfeld-Vahrenheide am 17.06.2026
TOP 8.3.5.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverDrucksachen-Zeichen
An den Stadtbezirksrat Bothfeld-Vahrenheide (zur Kenntnis)
 
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15-1227/2026 F1
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Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der SPD-Fraktion
Anfrage Sachstand zum geplanten Eavor-Projekt in Hannover-Lahe
Sitzung des Stadtbezirksrates Bothfeld-Vahrenheide am 17.06.2026
TOP 8.3.5.

Medienberichten zufolge verändert das kanadische Unternehmen Eavor seine Strategie in Deutschland grundlegend. In einem Interview des CEO von Eavor, veröffentlicht durch das Fachmedium GeoExPro (1), wird unter anderem ausgeführt, dass das Projekt in Geretsried nicht wie geplant fortgeführt werde und auch das Vorhaben in Hannover nicht weiterverfolgt werden solle. Als Begründung werden unter anderem geologische Herausforderungen genannt.

Das geplante Projekt in Hannover-Lahe war in der Vergangenheit öffentlich vorgestellt worden und wurde insbesondere im Zusammenhang mit der zukünftigen Wärmeversorgung sowie der Rolle von enercity diskutiert.

Das geplante Geothermieprojekt in Hannover-Lahe war öffentlich als innovativer Beitrag zur klimafreundlichen Energieversorgung vorgestellt worden. Vor dem Hintergrund aktueller Berichte über strategische Veränderungen bei Eavor besteht ein berechtigtes öffentliches Interesse an Transparenz über den aktuellen Sachstand sowie mögliche Auswirkungen auf die kommunale Energie- und Wärmeplanung.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

  1. Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung und enercity über die aktuelle strategische Neuausrichtung von Eavor vor?
  2. Trifft es zu, dass das geplante Projekt in Hannover-Lahe nicht weiterverfolgt wird?
  3. Welche Auswirkungen hätte ein möglicher Rückzug von Eavor auf die Wärme- und Energieplanungen im Bereich Hannover-Lahe beziehungsweise auf die kommunale Wärmeplanung insgesamt?

Bezug:

(1) https://geoexpro.com/eavor-stepping-away-from-operator-role-in-geretsried

Die Verwaltung beantwortet die Anfrage wie folgt:

Zu 1. Der Tiefengeothermie-Projektentwickler Eavor hat auf Unternehmensebene eine strategi­sche Neuausrichtung vorgenommen. Künftig wird Eavor nicht mehr selbst als Projektentwickler und Investor auftreten, sondern sich auf die Rolle als Technologie- und Serviceanbieter konzentrieren. Diese strategische Neuausrichtung wurde enercity transparent kommuniziert.

Zu 2. Nein, die strategische Neuausrichtung von Eavor bedeutet nicht, dass das Projekt in Hannover-Lahe nicht weiterverfolgt wird. Da die Umsetzung in der ursprünglich geplanten Konstellation jedoch nicht mehr möglich ist, arbeiten enercity und Eavor derzeit gemeinsam daran, die nächste Projektphase neu zu strukturieren und geeignete Projektentwicklungs- und Finanzierungspartner für die Realisierung des Projekts einzubinden.
Bereits erzielte Projektfortschritte, unter anderem die erfolgreich abgeschlossene Seismik, die Zusage der BEW-Förderung, die technischen Planungen und die eingeleiteten berg­rechtlichen Genehmigungsverfahren könnten ggf. auch in einer neuen Projektkonstellation weiter genutzt werden.

Zu 3. Die aktuelle strategische Umorientierung bei Eavor hat zunächst keine Auswirkungen auf die geplante Vollendung des Kohleausstiegs durch die Stilllegung von Block 2 in Stöcken. Dies gilt auch für den Fall, dass das Geothermie-Projekt nicht zu Stande kommen sollte, da die ggf. entfallenden Mengen kurz- und mittelfristig im Erzeugungs-Portfolio kompensiert werden könnten.
Langfristig und mit fortschreitendem Fernwärmeausbau müsste enercity allerdings eine alternative Wärmeerzeugungsanlage aufbauen, die den Wegfall der Geothermieanlage ersetzen könnte. Auf die kommunale Wärmeplanung hätte ein möglicher Rückzug keine Auswirkungen.