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In der Sitzung des Stadtbezirksrats Südstadt-Bult am 20.05.2026 wurde unter Punkt 6.2 die Namensänderung der Kinder- und Jugendbibliothek Südstadt behandelt. Unter anderem stand zur Abstimmung, die Bibliothek nach Otto Stender zu benennen und außerdem mit der Ergänzung „dieOTTO“ zu versehen.
Bei einigen Mitgliedern des Bezirksrats sorgte es für Irritationen, dass bereits vor einem möglichen Beschluss zu dieser Namensergänzung eine mehrseitige Broschüre inklusive eines Logos für „dieOTTO“ präsentiert wurde.
Diese Namensergänzung wurde im weiteren Verlauf der Sitzung mehrheitlich abgelehnt.
Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:
- In welcher Auflage und mit welchen Kosten wurde die Broschüre für „dieOTTO“ bereits gedruckt?
- Von welchem Budget wurden diese Kosten bezahlt?
- Wie viele Arbeitsstunden wurden für Ausarbeitung des Logos „dieOTTO“ und der Broschüre aufgewendet?
Bemerkung vorab:
Die in der Bezirksratssitzung vom 20. Mai 2026 vorgelegten Materialien zur Funktionsänderung der Südstadtbibliothek einschließlich des Vorschlags zur möglichen Namensergänzung „dieOTTO“ sollten die fachliche Herleitung und die Neuausrichtung nachvollziehbar machen (
https://e-government.hannover-stadt.de/lhhsimwebre.nsf/DS/1020-2026 und
https://e-government.hannover-stadt.de/lhhsimwebre.nsf/DS/15-1021-2026). Auf allen Materialien war der Vorbehalt der Gremienbeschlüsse ausdrücklich kenntlich gemacht, das Vorgehen der Verwaltung respektive der Stadtbibliothek wurde im Interkreis vorab transparent vorgestellt. Die Verwaltung hat keine Entscheidung des Stadtbezirksrats vorweggenommen, sondern eine entscheidungsfähige Beratungsgrundlage vorgelegt.
Zu Frage 1:
Die Broschüre zur Kinder- und Familienbibliothek Südstadt sowie die ergänzende Broschüre zur möglichen Namensergänzung „Otto Stender / dieOTTO“ wurden jeweils in einer Auflage von 300 Exemplaren hergestellt.
Die Auflagenhöhe orientierte sich an den Erfahrungen mit vergleichbaren Stadtteil- und Beteiligungsprozessen, insbesondere an der Broschüre zum StadtGemeinschaftsHaus Nord. Dort waren 200 Exemplare, die sich vor allem an Entscheidungsträger
*innen, Kooperationspartner
*innen und Beteiligte richteten, zeitnah vergriffen.
Die externen Produktionskosten für inhaltliche Ausarbeitung, Gestaltung und Satz der beiden im Zusammenhang mit der Beschlussdrucksache erstellten Broschüren lagen insgesamt bei aufgerundet 6.400 Euro, eine weitere gesonderte Kostenabgrenzung allein für die Namensergänzung liegt nicht vor. Prozentual entfallen, da 4 von 16 Seiten die Einlage zur Namensergänzung sind, hierfür geschätzte 1.600 €. Zusätzlich belaufen sich auf reine Druckkosten 954,38 Euro, davon entfallen für #dieOTTO 318,92 Euro.
Zu Frage 2:
Die Kosten wurden aus dem laufenden Ergebnishaushalt der Stadtbibliothek Hannover getragen. Gebucht wurde die Maßnahme auf dem Sachkonto 42716000 – Sonstige Verwaltungs- und Betriebsaufwendungen.
Innerhalb des Haushalts der Stadtbibliothek besteht im Rahmen der haushaltsrechtlichen Regelungen gegenseitige Deckungsfähigkeit. Es wurden hierfür keine zusätzlichen Mittel beantragt. Inhaltlich steht die Ausgabe im Zusammenhang mit der (partizipativen) Weiterentwicklung der Stadtbibliothek Hannover und weiteren laufenden Maßnahmen unter der Überschrift „Anders öffnen“.
Zu Frage 3:
Eine belastbare Stundenzahl kann nicht angegeben werden, da für die Ausarbeitung der Broschüren, die Entwicklung des Schriftzugs und die Abstimmung der Texte keine gesonderte projektbezogene Zeiterfassung geführt wurde. Die Arbeiten waren Teil des laufenden Weiterentwicklungs- und Beteiligungsprozesses zur Kinder- und Familienbibliothek Südstadt, der in Anlage 2 zur Drucksache Nr. 1020/2026: Umwandlung der Kinder- und Jugendbibliothek Südstadt in eine Kinder- und Familienbibliothek | Prozessdokumentation zur Beteiligung ausführlich skizziert wird (
https://e-government.hannover-stadt.de/lhhsimwebdd.nsf/B77735F56DCE1F22C1258DF6001C4097/$FILE/1020-2026_Anlage2.pdf). Intern wird seit Herbst 2025 an den entsprechenden Materialien und Konzeptbausteinen gearbeitet; seit Ende 2025 wurden zusätzlich zwei externe Gestalter*innen mit Entwurf, Satz und Visualisierung beauftragt.
Der Vorschlag zur Benennung nach Otto Stender beziehungsweise zu einer ergänzenden Bezeichnung „dieOTTO“ entstand im Verlauf des Beteiligungs- und Verständigungsprozesses. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit dem von Stender gegründeten Mentor e.V. zusammen und schätzen die Arbeit des Vereines, der gerade erst vom Stadtbezirksrat Mitte für die Ehrenamtsarbeit besonders in Hannover ausgezeichnet wurde, sehr. Erste Hinweise auf eine mögliche Umbenennung beziehungsweise Namensergänzung wurden im Herbst 2025 aus der Beteiligung aufgenommen; im Dezember 2025 brachte die SPD-Fraktion im Stadtbezirksrat einen entsprechenden Antrag in die politische Diskussion ein. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Gedanke innerhalb der Stadtbibliothek fachlich geprüft und inhaltlich weiterentwickelt. Das Otto Stender hier in der Südstadt besonders vernetzt war und ihm in diversen Gesprächen parteiunabhängig große Achtung gezeigt wird, ist eine Tatsache, die für den Namenszusatz gesprochen hat.
Wesentlich war uns als Stadtbibliothek Hannover im weiteren Prozess um eine mögliche Umbenennung, dass die Namensergänzung nicht als grafisches Element verstanden wurde, sondern als Versuch, die fachliche Neuausrichtung der Bibliothek zu verdichten: offen im Zugang, Treffpunkt im Alltag, Teilhabe durch Sprache und Lesen sowie Ort mit Geschichte und Zukunft. Der Entwurf „dieOTTO“ war daher als Schriftzug und Arbeitstitel für eine mögliche, politisch zu beschließende Namensergänzung angelegt. Er ersetzt nicht das Logo der Stadtbibliothek Hannover. Die Stadtbibliothek hat den Vorschlag bewusst ausgearbeitet, weil der Stadtbezirksrat über eine konkrete, nachvollziehbare und in ihren Folgen sichtbare Variante entscheiden sollte. Gerade bei Namens- und Profilentscheidungen ist es aus Sicht der Verwaltung sinnvoll, nicht nur einen abstrakten Textvorschlag vorzulegen, sondern auch die inhaltliche Herleitung und eine mögliche gestalterische Umsetzung zu zeigen. Dies gilt v.a. auch für den internen Prozess (Umarmungsstrategie, s. Anhang 4 Preprint Umarmung vor Beteiligung in
https://e-government.hannover-stadt.de/lhhsimwebdd.nsf/B77735F56DCE1F22C1258DF6001C4097/$FILE/1020-2026_Anlage2.pdf), wo eine mögliche Namensergänzung anfänglich durchaus mit Skepsis betrachtet wurde.
Der Stadtbezirksrat wurde im Prozess mehrfach informiert beziehungsweise zu Beteiligungs- und Zwischenschritten eingeladen; darüber hinaus gab es einen laufenden Austausch mit einzelnen Mitgliedern sowie dem Bezirksratsvorsitzenden. Die Beschlussfassung selbst blieb davon unberührt.
Wenn durch die bereits ausgearbeitete Darstellung der Eindruck entstanden ist, die Entscheidung des Stadtbezirksrats sei vorweggenommen worden, bedauert die Verwaltung diesen Eindruck. In der Sache ging es durchgängig um eine inhaltlich-fachlich sorgfältige Entscheidungsvorbereitung im Rahmen eines mehrstufigen Beteiligungs- und Entwicklungsprozesses.