Drucksache Nr. 15-1132/2026 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Jugendzentrum Kronsberg – Missachtung des Bezirksrates?
Sitzung des Stadtbezirksrates Kirchrode-Bemerode-Wülferode am 10.06.2026
TOP 6.2.3.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverDrucksachen-Zeichen
An den Stadtbezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode (zur Kenntnis)
 
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15-1132/2026 F1
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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Jugendzentrum Kronsberg – Missachtung des Bezirksrates?
Sitzung des Stadtbezirksrates Kirchrode-Bemerode-Wülferode am 10.06.2026
TOP 6.2.3.

Im Zuge der Fertigstellung des Baugebietes Kronsberg-Süd wurde auch ein Gebäude errichtet, in das ein Jugendzentrum der Stadt eingezogen ist. Für dieses Jugendzentrum wurde dann ein passender und örtlich verbindender Name gesucht und schließlich am 08.10.2025 vom Stadtbezirksrat ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung beschlossen. Das Jugendzentrum sollte daher den Namen Jugendzentrum „Kronsberg“ tragen und entgegen ersten Presseberichten ohne den Zusatz „539“. Dies wurde vom Bezirksrat vor allem auf Grund der „Geschichte“ der Ziffernfolge „539“ als oft und zahlreich genutzter Graffiti-Tag im Stadtbezirk an Gebäuden und sonstigen Installationen abgelehnt.

Allerdings scheint dies bisher nicht zu allen Beteiligten durchgedrungen zu sein. So ist zum einen auf www.hannover.de unter „Jugendzentrum Kronsberg“ eine Karte zu finden auf der die Einrichtung als „Jugendzentrum 539 Kronsberg“ im Stadtteil „Kronsrode“ (was weitere Fragen aufwerfen würde, die aber hier sachfremd wären) gekennzeichnet wird.
Daneben wurde die Namensfestlegung bewusst oder unbewusst auch von den örtlichen Mitarbeitenden ignoriert oder übergangen, anders ließen sich die während des „Quartierfest Kronsrode“ am 09.05. von städtischen Mitarbeitenden getragenen Hoodies mit einem Logo auf der Rückseite mit „Jugendzentrum Kronsberg 539“ kaum erklären.

Fragen an die Verwaltung:

  1. Wieso wurde die rechtlich eindeutig bindende und vom Stadtbezirksrat nach § 11 Abs. 1 Nr. 4 der Hauptsatzung völlig legitime ohne Gegenstimme gefällte Entscheidung ohne Rücksprache mit dem Bezirksrat ignoriert?
  2. Wer hat das Logo für diese städtische und stadtbezirksbezogene Einrichtung ausgewählt samt Ziffernzusatz „539“ der eine eher unrühmliche Geschichte als Graffiti-Tag im Stadtbezirk hat?
  3. Aus welcher Haushaltsposition wurden welche in welcher Höhe Mittel genutzt, um dieses falsche Logo zu entwerfen und auf den genutzten Hoodies aufzubringen und diese anzuschaffen?

Text der Antwort


Zu Frage 1)

Es hat keine den Beschlüssen des Stadtbezirksrats entgegenlaufenden Veränderungen gegeben. Die offizielle Bezeichnung des Jugendzentrums ist, wie durch den Stadtbezirksrat beschlossen, „Jugendzentrum Kronsberg“. Die Angaben zu den Jugendzentren auf hannover.de wurden im Mai 2026 grundlegend überarbeitet und aktualisiert. Es handelte sich im Ursprung – noch vor Fertigstellung des Gebäudes - um einen Platzhalter, der mittlerweile so angepasst ist, dass dort ausschließlich vom „Jugendzentrum Kronsberg“ die Rede ist. In Kürze wird auch noch die entsprechende Beschilderung am Gebäude erfolgen.

Zu Frage 2)

Es handelt sich dabei um ein Logo, dass das Team mittels KI selbst entwickelt hat. Es sollte dabei jugendgerecht wirken und zur Erkennbarkeit, insbesondere im Rahmen der aufsuchenden Arbeit im Stadtbezirk, dienen. Der Aufdruck des bloßen Schriftzuges „Jugendzentrum Kronsberg“ wurde als unzureichend bzw. optisch unattraktiv angesehen. Es wurden mehrere Entwürfe angefertigt und mit den Jugendlichen abgestimmt. Das Beteiligungsformat brachte ein deutliches Votum zum jetzt genutzten Design, wobei auch die Zahlenfolge als Wiedererkennungswert so auf Zustimmung stieß. Das dargestellte Logo steht dabei nicht im Wiederspruch zum Namen der Einrichtung und stellt diesen auch nicht in Frage. Die Zahlenfolge „539“ sollte lediglich ein grafisches Stilmittel darstellen und keinesfalls einen Namenszusatz abbilden. Es muss zugestanden werden, dass es nachvollziehbar zu Irritationen kommen und ein anderer Eindruck entstehen kann.

Die Ziffer „539“ wird grundsätzlich nicht in einem negativen Kontext gesehen, sondern als Wiedererkennung und Identifikation mit der Postleitzahl des Standortes. Im Zuge der Namensgebung wurde auch mit dem Stadtbezirksrat die Option diskutiert, die Ziffer „539“ in den offiziellen Namen aufzunehmen, was letztlich aber dem Wunsch der Jugendlichen widersprach, die sich einen „normalen offiziellen Namen“ wünschten. Die Identifikation der Jugendlichen mit dem eigenen Wohnort wird als im Grundsatz positiv besetzt bewertet.

Zu Frage 3)

Die Erstellung des Logos hat, wie dargestellt, das Team eigenständig vorgenommen. Es entstanden keine Kosten für ein Layout. Die Kosten für die Anschaffung der Hoodies sowie deren Beflockung beliefen sich auf 271,90 EUR und wurden aus der Finanzposition 74310800 (pädagogische Etats) getragen.